Ratgeber: "Webhosting"

So finden Sie den richtigen Server

Für die einen ist es ein Prestige, für die anderen eine Notwendigkeit - die Präsenz im WWW hat nach wie vor einen hohen Stellenwert. Wer wo am besten aufgehoben ist und welches Angebot genau für Sie passt, erfahren Sie hier.

So finden Sie den richtigen Server

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So finden Sie den richtigen Server

Das Web ist immer noch für alle da. Neben den großen Plattformen stellen Millionen von Anwendern der Community ihre eigenen Inhalte zur Verfügung. Die reichen vom Ausbreiten der eigenen Gedanken oder Weltanschauung über den Austausch von speziellen Informationen zu Themen wie Wein oder Radfahren. Vereine präsentieren ihre Aktivitäten, Handwerker geben einen Überblick über ihre Leistungen. Auch als Handelsplattform ist das Web nicht nur ein Tummelplatz der Großen.

Webspace-Typen

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Die Angebote der Webhoster sind schön bunt und dafür wenig übersichtlich. Genaues Hinschauen bei Setup-Gebühren, Vertragsdauer und Zahlungszyklen ist deshalb unumgänglich.

Um im WWW sein eigenes Reich zu gründen - mit eigenem Domain-Namen und weitreichenden Gestaltungsmöglichkeiten - gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Im Prinzip kann es bereits zum Nulltarif losgehen. Anbieter wie npage.de oder freepage.de bieten einige MByte an Webspace und zum Teil auch Module wie Gästebücher, Galerien oder Ähnliches.

Bezahlen muss der Nutzer mit Werbebannern, die auf seinen Seiten integriert sind, oder sogar Popup-Fenstern. Um ihre Kunden zu binden, addieren auch Flatrate-Anbieter häufig Webspace und sogar eine Domain zu ihrem Angebot. Mit dem Providerwechsel gehen diese allerdings wieder verloren. Für wenig Geld geht es schon bedeutend besser und feiner.

Hunderte Webhoster vermieten Speicher-Platz. Die meisten kleinen Auftritte laufen ohne eigenen Server im so genannten shared hosting. Solche Websites teilen sich simpel gesagt die Rechen- und Speicherkapazität eines Computers. Eine Domain mit Top-Level-Endung .de ist bei den Einsteiger-Angeboten in der Regel enthalten. Manche Hoster bieten Tools oder Vorlagen für die Gestaltung von Webseiten.

Das hilft den vielen Nutzern, die sich nicht mit HTML und Co. auseinandersetzen wollen. Für etwas mehr Geld gibt es dann schon One-Click-Module, die Ihre Website um ein Blog, ein Forum, ein Content-Management-System für Sie als Site-Betreiber und vieles mehr bereichern.

Virtuelle Server

Auch ein virtueller Server beherbergt eine Reihe von Websites gemeinsam. Die Zahl der Angebote, die sich einen physikalischen Server, also eine Maschine teilen, ist jedoch niedriger als beim shard hosting. Dementsprechend weniger schnell geht ein virtueller Server in die Knie, wenn viele Anwender gleichzeitig auf die Seiten dort zugreifen.

Außerdem ist ein virtueller Server besser konfiguriert und es gibt somit eine höhere Sicherheit für die Verfügbarkeit. Außerdem gewähren die Hoster den Betreibern auf virtuellen Servern meistens mehr Spielraum für selbst programmierte Anwendungen. Das kann besonders interessant sein für Auftritte mit dynamischen Webseiten.

Dedizierte Server

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Beim Root Server hat der Kunde umfassenden Zugriff - bis hin zum virtuellen Abschalten des Rechners.

Aufwändiger und teurer sind die dedizierten, also eindeutig zugeordneten Server. Eine Maschine für einen Auftritt bzw. einen Kunden - die ganze Power eines Servers entfaltet sich hierbei ungeteilt für den, der ihn gemietet hat. Unterschiedliche Prozessor-Typen, steigende Anzahlen von CPU-Kernen, Arbeitsspeicher-Volumen und die redundante Mehrfachspeicherung der Daten eines Webauftritts auf mehreren Festplatten gehören zu den Merkmalen, die hier den Wettbewerb bestimmen.

Auch die Auswahl zwischen unterschiedlicher Server-Software, häufig Linux oder Windows, manchmal Mac, spielt in diesem Bereich eine größere Rolle. Die Einrichtung und Wartung eines dedizierten Servers übernimmt bei Bedarf der Webhoster. Das ist ein bisschen wie möbliertes Wohnen, bequem, weil man sich um nichts kümmern muss, aber auch einschränkend in den Gestaltungsmöglichkeiten.

Root Server

Vollen Zugriff bieten nur die so genannten Root Server. Diese Rechner stehen in der Server-Farm des Hosters und nutzen dessen Anbindung an die Kommunikationsleitungen. Über alles, was sich darauf abspielt, entscheidet jedoch der Mieter. Der Root-Server ist gewissermaßen die nackte Variante unter den dedizierten Servern.

Er wird vom Kunden selbst verwaltet. Alle Funktionen, die eine Server-Software dem Anwender bietet, kann dieser uneingeschränkt nutzen. Er kann in allem Möglichen rumprogrammieren. Auch das virtuelle An- oder Abschalten eines Root-Servers ist dem Mieter der Maschine erlaubt. Das bedeutet maximale Flexibilität bei maximaler Eigenverantwortung.

Vom eigenen Server daheim, der sich ja auch betreiben ließe, unterscheiden dedizierte Server sich vor allem durch die Anbindung. Hier ist darauf zu achten, dass die Server-Farm des Anbieters auch über eine leistungsfähige Verbindung ins Internet verfügt und Ihre Daten über einen guten Backbone schnell und zuverlässig in die Welt bringt.

Je sensibler Ihre Daten (und die Ihrer Kunden), desto mehr stehen auch Leistungsmerkmale wie Passwortschutz, SSL-Verschlüsselung und Datensicherungskopien im Vordergrund, die beim shared hosting in geringerer Qualität oder überhaupt nicht angeboten werden. Leistung hat auch im Web, das sich von vorn so gern kostenfrei geriert, ihren Preis.

Managed Server

Die Komfort-Variante für komplexe Auftritte bietet der so genannte managed Server. Wie beim Root-Server steht bei dieser Art dedizierter Server dem Site-Betreiber ein echter, physisch vorhandener eigener Rechner zur Verfügung. Für das Zusammenspiel der auf dem Server betriebenen Komponenten ist aber der Anbieter verantwortlich. In diesem Segment ist ein kompetenter Service des Hosters und schnelle, am besten rund um die Uhr währende Verfügbarkeit bei Problemen wichtig.

Außerdem kümmern sich die Anbieter in die Regel um die Aktualisierung der Server-Software, ebenso die von dort betriebenen Anwendungen und der Schutz des Servers vor Schad-Software. Wer mit diesen Aspekten seines gemieteten Servers nichts zu tun haben will, wird unter Umständen auch das Managen seiner Inhalte möglichst einfach gestalten wollen.

Content Management Systeme

Viele Hoster bieten Content Management Systeme (CMS) an, manchmal schon im Rahmen des shared hosting. Ein gutes CMS wie das kostenlose Open-Source-Modul Yoomla vereinfacht das Einstellen von statischen wie auch dynamischen Inhalten auf eine Website ganz erheblich. Es stellt Templates, also Gestaltungsvorlagen für das Frontend zu Verfügung.

So nennt sich der Teil des Webauftritts, den der Anwender sieht. Am so genannten Backend erleichtert ein CMS die Aufbereitung von Content. So kann der Betreiber einer Website ohne Programmierkenntnisse Daten für Datenbanken zusammentragen oder die Navigation seiner Website anpassen.

Webspace in unterschiedlichen Größen

Für eine reine Selbstdarstellung reicht Selbstständigen, Handwerkern, Ärzten oder Anwälten oft schon die so genannte Web-Visitenkarte. Die meisten Hoster bieten Platz für Klein-Auftritte für wenige Euro im Monat. Das Platz-Angebot kann sich um den Faktor 1000 unterscheiden: Von etwas mageren 50 Megabyte bis 5 Gigabyte reicht die Spanne im unteren Hosting-Segment.

Aber selbst 50 MByte reiner Webspace sind nicht wenig, wenn man für eine statische HTML-Seite mit kleinen Grafiken 100 oder auch 500 Kilobyte veranschlagt. Hält der E-Mail-Verkehr sich in Grenzen und werden die Mails regelmäßig vom Server auf den eigenen Rechner geladen, bleibt auch der Bedarf an Mail-Space im Rahmen.

Achtung bei begrenztem Traffic

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Früher war nicht alles besser, aber anspruchsloser.

Hinschauen lohnt sich auch beim Traffic. Die Datenmenge, die pro Webauftritt und Monat fließen darf, ist bei einigen Anbietern im unteren Preissegment begrenzt. Vorsicht: Dynamische Seiten, Datenbanken, Shops etc. lassen den Datenfluss richtig anschwellen.

Komplexer als eine reine Visitenkarte sind zum Beispiel schon die Bedürfnisse eines Vereins. Eine Reihe E-Mail-Adressen werden nötig; häufige Aktualisierungen zeigen die Lebendigkeit des Vereinslebens. Termine und Vorschauen, vielleicht ein Kalender-Modul für die übersichtliche Präsentation, Dia-Shows von zurückliegenden Ereignissen, ein Forum für den Austausch der Vereins-Mitglieder gehören zu den denkbaren Merkmalen einer solchen Website.

Wenn der Verein lokal oder regional begrenzt ist und seine Inhalte vorwiegend für Mitglieder von Interesse sind, sollte ein virtueller Server zum Hosten des Angebots ausreichen. Einige Anbieter machen in diesem Segment bereits Angebote mit einem ordentlichen Leistungsumfang.

Schnelligkeit und Performance

Ein Shop oder eine Download-Site leben nicht nur von einem ansprechenden Angebot, sondern auch von einer guten Performance. So wie niemand gern an der Kasse in der Schlange steht, mag auch beim Online-Einkauf oder beim Runterladen von Daten niemand fingertrommelnd rumsitzen. Aus Gründen der Daten-Geschwindigkeit, aber auch -Sicherheit ist hier in der Regel ein dedizierter Server zu empfehlen. Unter Umständen erfordert Ihr Angebot mehrere Domains und einen Login-Bereich für Ihre Kunden. Mit solchen Anforderungen landet der Site-Betreiber schnell im Bereich der dedizierten Server.

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Ene heutige zeigt, wie komplex die Ansprüche an Inhalt und Gestaltung inzwischen sind.

Hier gibt es mehr Platz, mehr Power, mehr Möglichkeiten, Skripte, zumal eigene, und SQL-Datenbanken, PHP für dynamische Inhalte. Sicher verschlüsselte Datenübertragungen sind Merkmale, die Profis eindeutig in das dedicated-Segment verweisen. Die Preise für Einsteiger in diesen Bereich sind nicht mal hoch. Allerdings lohnt es sich, die Angebote genau unter die Lupe zu nehmen und im Zweifelsfall nachzufragen. Nicht überall, wo dediziert draufsteht, ist tatsächlich eine exklusive physische Rechner-Einheit drin.

Sonderfall: Gamer

Eine besondere Anwender-Gruppe bilden die Gamer. Spiele sind besonders datenintensiv und leben von einer hohen Performance. Wenn mehrere Gamer sich online treffen oder ganze virtuelle Welten rund um die Uhr von Abertausenden Anwendern bespielt werden, sind ruckelnde Animationen und Wartezeiten jeglicher Art für den Spaß absolut tödlich. Im Shared-Hosting-Bereich sind Gamer häufig ausgeschlossen.

Dafür gibt es spezielle Anbieter wie gameserver.4players.de oder gameserver.org . Sie bieten wahlweise Slots für Spiele wie Battlefield, Counterstrike, Minecraft etc. oder auch Root-Server, die von den Gamern selbst konfiguriert werden. Auch im Erotik-Bereich gibt es eine Reihe spezialisierter Hoster, die bei Bedarf beim Jugendschutz (X-Check) usw. helfen.

Stolperfalle Kleingedrucktes

Ob Einzelkämpfer oder Portalbetreiber: In jedem Fall sollten Sie die Angebote der zahlreichen Hoster genau vergleichen. Diese kaschieren kleine Haken an ihren Diensten ganz gern, indem sie Einrichtungsgebühren in den Angebotsdetails verstecken oder langfristige Vertragsbindungen erst im Kleingedruckten erwähnen. Einzelne Anbieter erwarten eine Vorauszahlung von bis zu einem Jahr. Auf der anderen Seite stehen wechselnde Angebote, bei denen Sie sich etwa die Miete für Ihr Plätzchen im Web bis zu sechs Monate sparen können.

Für anspruchsvollere Angebote lohnt sich die Frage nach der Anbindung an die modernste Internet-Technologie, damit Ihr Auftritt möglichst perfekt ist. Auch die Datensicherheit spielt dann eine größere Rolle. Backups werden manchmal in Echtzeit angeboten. Redundante Datensicherung, bei der zwei oder mehr Kopien Ihrer Daten auf einem oder sogar auf verschiedenen, räumlich getrennten Rechnern gesichert werden, gehören hier schon zum High-End-Service.

Die Webhoster reagieren auf die große Bandbreite der Kunden-Bedürfnisse heute mit einem ausgefeilten Portfolio von kostenlosem, spezialisierten Platz im Netz bis hin zum bedarfsgerecht konfigurierten, rumdum betreuten Server. Wer sich ein bisschen umschaut, kann das auf ihn passende Angebot in jedem Fall finden.

Blog statt Homepage

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Bloggen in angenehmer Umgebung - mit einer Reihe von Templates macht Wordpress die Gestaltung des eigenen Webtagebuchs zum Kinderspiel.

Blogger tun in der Regel gut daran, sich in bestehende Strukturen zu integrieren. Kostenlose Blog-Server wie Wordpress.com oder Blogger.com haben den Vorteil, dass diejenigen, die der Welt etwas mitzuteilen haben, hier schon versammelt sind. Auf dieser Grundlage kann der einzelne Anwender leichter auf sich aufmerksam machen. Blogs leben von ihrer Leserschaft, den Kommentaren und Trackbacks, die zur Verbreitung führen.

Wer sich etwa auf wordpress.com anmeldet, findet dort eine Community von rund einer halben Million Bewohnern der Blogosphere, die über Mode, Essen, Reisen und so ziemlich alle weiteren denkbaren Themen schreiben. Wer mit einem Blog nicht auskommt, kann mehrere führen und diese wahlweise für alle freigeben oder den Zugang beschränken. Die grundlegenden Features sind kostenfrei. Wordpress stellt seine Software außerdem für die Integration auf der eigenen Homepage zur Verfügung.

Wer also lieber vom eigenen Häuschen aus der Welt seine Meinung sagt, kann das genauso gut tun. Der Vorteil ist dabei, dass der Nutzer - abhängig von den Vorgaben des Providers - eigene Themen oder Plug-ins installieren kann. Dafür muss er sich selbst zum Beispiel um die Sicherung seiner Blog-Daten kümmern und Updates selbst installieren. Einige Hoster bieten die Integration von Wordpress aktiv an.

Fotos, Dia-Shows und Videos richtig präsentieren

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Anderen mal schnell seine Bilder zeigen - Dienste wie Flickr machen den Upload und das Teilen von eigenen Fotos leicht.

Wer in erster Linie seine Urlaubsfotos mit den Freunden oder der Welt teilen will, kann sich kostenfrei Platz bei Flickr oder Picasa besorgen. Der zu Yahoo gehörende Dienst Flickr bietet bis zu 300 MByte für den Upload von beliebig vielen Fotos und bis zu zwei Videos pro Monat. Wer mehr will, kann sich über einen Pro-Account für rund 1,50 Euro im Monat unbegrenzten Platz mieten. Die Fotos lassen sich ähnlich organisieren wie auf dem heimischen Rechner.

Thumbnails dienen der schnellen Auswahl innerhalb von Alben, mit einer Diashow macht das Anschauen Spaß. Wer will, kann auf einer Weltkarte markieren, wo die Fotos jeweils aufgenommen wurden. Die Fotos lassen sich wahlweise für alle Webuser, für Freunde, für die Familie freigeben, oder sie bleiben privat. Wer einen vergleichbaren Funktionsumfang auf der eigenen Homepage zur Verfügung stellen will, kann lange basteln. Fürs Posten von Videos ist der Gratis-Klassiker nach wie vor Youtube. Viele Hoster bieten auch Module an, mit denen sich Dia-Shows, Blogs etc. auf der eigenen Site realisieren lassen.

Download: Tabelle

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