Menü

Smartphones & Co. Handy sperren und Daten aus der Ferne löschen

Es muss nicht alles verloren sein, wenn ein Dieb Ihr Mobiltelefon gestohlen hat. Damit Sie im Ernstfall nicht hilflos im Regen stehen, erklären wir, wie Sie ein abhandengekommenes Smartphone sperren und sensible Daten vor fremdem Zugriff schützen können.
Wir haben Tipps für den Ernstfall nach einem Handy-Diebstahl. © Hersteller/Archiv
Wir haben Tipps für den Ernstfall nach einem Handy-Diebstahl.

Wer sein Smartphone versehentlich im Hotel, Flugzeug oder Taxi vergessen hat oder einem Diebstahl zum Oper gefallen ist, sollte kühlen Kopf bewahren und zügig die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Erste Hilfe bei Handy-Verlust

Zunächst sollten Sie versuchen, Ihre eigene Mobilfunknummer anzurufen oder anzusimsen. Mit etwas Glück meldet sich ein ehrlicher Finder, der Ihnen das kostbare Fundstück gerne zurückgibt. Im anderen günstigen Fall liegt das verschollene Smartphone unbemerkt irgendwo im Büro, im Auto oder zu Hause. Bei der fälligen Suchaktion erleichtern einem die technischen Vorzüge heutiger Handys das Leben.

So kann man mit dem Funkstandard Bluetooth ganz einfach prüfen, ob das Smartphone in der Nähe ist: Klappt die kabellose Verbindungsaufnahme zwischen dem Laptop oder anderen Bluetooth-Geräten mit dem vermissten Handy, versteckt sich dieses im Umkreis von wenigen Metern. Ist in nächster Nähe nichts zu orten, kann die GPS-Funktion des Smartphones bei der Recherche helfen.

Um die folgenden Möglichkeiten nutzen zu können, muss das vermisste Gerät jedoch ins Mobilfunknetz eingebucht sein und mit dem jeweiligen Dienst interagieren können. Das gilt auch für alle Sicherheits-Features, die darauf abzielen, die mit dem Endgerät verloren gegangenen Daten via Fernzugriff nachträglich zu löschen oder zu sperren.

Die Plattform von RIM bietet Unternehmen umfassende Schutzfunktionen für verschollene BlackBerrys.

Mini-Workshop: BlackBerry

Sind Business-Smartphones über einen BlackBerry Enterprise Server (BES) mit der MS-Exchange-Lösung im Unternehmen gekoppelt, erlaubt die Plattform des kanadischen Anbieters Research In Motion (RIM) die umfassende Durchsetzung firmenspezifischer Sicherheitsrichtlinien auf mobilen Endgeräten.

Bei Verlust löst der Administrator in der webbasierten Management- Konsole per Mausklick einen Remote Wipe aus. Die zentralen RIM-Server (NOC) räumen dem Löschbefehl höchste Priorität ein und veranlassen, dass sich der unauffindbare BlackBerry auf Werkseinstellungen zurücksetzt, sobald er eingeschaltet und im Netz eingebucht ist.

Da RIM die Endgeräte anhand einer spezifischen Geräte-PIN identifiziert, lassen sich Daten auch nach einem SIM-Kartentausch löschen. Im Unterschied zu der kostenlosen BESExpress- Software bietet die Full-BES-Lösung die Option, auch die eingelegte Speicherkarte zu löschen. Ein Local Device Wipe nach mehreren falschen Passworteingaben ist ebenfalls möglich. Wer als Privatnutzer den E-Mail-Push- Dienst BlackBerry Internet Services (BIS) beim Provider abonniert hat, soll sein Smartphone künftig über BlackBerry Protect per Fernzugriff lokalisieren, löschen oder sperren können.

Mit BlackBerry Protect lassen sich automatische Backups durchführen. Außerdem sorgt die Funktion "Loud Ring" dafür, dass das Smartphone per Klingelton auf sich aufmerksam macht und "View Location" ermittelt den Standort des Geräts.

Sicherheitsrisiko Datenverlust

Manager und Außendienstmitarbeiter großer Unternehmen sind in der Regel mit einem Symbian-S60-Smartphone wie den Modellen der Nokia E-Serie, einem BlackBerry oder einem Windows-Phone-Gerät ausgestattet und erhalten geschäftliche E-Mails, Termine und Kontaktdaten über einen Microsoft-Exchange-Server. So unverzichtbar die ständige Anbindung an die Unternehmenskommunikation heute auch sein mag – jedes verlorene Smartphone stellt ein Sicherheitsrisiko dar.

Da der Schaden durch Datenmissbrauch meist deutlich schwerer wiegt als die Kosten für die Neuanschaffung der Hardware und der SIM-Karte, unterstützen die in eine IT-Infrastruktur eingebetteten Business-Smartphones erweiterte Sicherheitsfunktionen.

IT-Administratoren bestimmen dann unter anderem, wie lang ein Passwort sein muss, wie oft der Anwender das Kennwort ändern muss und welche sicherheitsrelevanten Funktionen der Anwender nutzen darf. Um diese Sicherheitsrichtlinien durchzusetzen, können die IT-Profis über die Mobilfunkverbindung auf die Smartphones zugreifen.

Nachträglich schützen

Zu den gängigen Schutzfunktionen zählt der Local Device Wipe. Er führt dazu, dass nach einer festgelegten Anzahl von Fehleingaben des Passworts automatisch die im Smartphone gespeicherten Daten gelöscht werden. Kann der IT-Administrator seine Anweisungen über eine aktive Mobilfunkverbindung absetzen, sperrt ein Remote-Lock-Befehl auch noch nachträglich den Zugang zu dem unauffindbaren Handy.

Remote Device Wipe versucht, die integrierten sowie die austauschbaren Datenspeicher über Fernzugriff zu löschen und das Handy auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Wer über den Internet Explorer Zugriff auf sein Exchange-Postfach (OWA, Outlook Web Access) hat, kann prinzipiell auch als Anwender am Computer nachträglich einen Remote Wipe anstoßen.

Generell gilt: Ist das vermisste Smartphone in die IT-Infrastruktur des Unternehmens eingebunden, sollte der betroffene Mitarbeiter zuerst die Firma benachrichtigen, damit die Sicherheitsexperten die vorgesehenen Schutzmaßnahmen unverzüglich einleiten können.

Handy per Fernzugriff sperren & löschen

Privatanwender sind für die Sicherheit ihres Handys selbst verantwortlich und haben zum Schutz der Daten verschiedene Optionen. So bieten die Business-Modelle von Nokia eine im Menü aktivierbare Sperrfunktion, die nach einer SMS mit vordefiniertem Inhalt an die eigene Mobilfunknummer greift. Ferner gibt es geeignete Apps, die das Business-Handy im Ernstfall für das Löschen oder Sperren via Fernzugriff fit machen.

Anwendungen wie das für alle gängigen Smartphone-Betriebssysteme erhältliche Wave Secure können sogar veranlassen, dass der rechtmäßige Eigentümer die neue Telefonnummer seines Smartphones erfährt, wenn der Dieb die SIM-Karte getauscht hat. In diesem Fall wäre ein Remote Wipe oder Remote Lock immer noch durchführbar.

Wer für den Datenabgleich zwischen Smartphone und PC webbasierte Cloud-Dienste wie das kostenpflichtige Mobile Me von Apple oder Microsofts My Phone nutzt, kann sein Gerät so einrichten, dass Sicherheitsfunktionen wie Remote Lock oder Remote Wipe möglich sind. Bei Verlust geben Sie auf der Anmeldeseite des Cloud-Services die Zugangsdaten ein und rufen die gewünschten Funktionen ab.

Wie effizient die Fernzugriffe auch sein mögen, sie bleiben eine Notlösung. Denn: Sobald das verlorene Smartphone nicht mehr "ansprechbar" ist, greifen weder die Maßnahmen eines IT-Administrators noch die Lösch-SMS geschweige denn der Sperrbefehl. Auf jeden Fall müssen alle Versuche zum Fernlöschen unternommen werden, bevor die SIM-Karte vom Provider gesperrt wird.

Am besten ist es, man wendet die verfügbaren Sicherheits-Features konsequent an und schottet die Daten im Smartphone gut ab – durch ein sicheres Passwort. Bei Black-Berrys ist es außerdem möglich, die Dateien auf dem Gerät zu verschlüsseln und so vor fremdem Zugriff zu sichern. Wer unter Zeitdruck arbeitet, wird jedoch nicht bei jedem Speicherzugriff ein kompliziertes Kennwort eingeben wollen.

Grundsätzlich sind regelmäßige Backups der Daten mit der oft beigelegten Synchronisations-Software, Zusatzprogrammen oder Cloud-Diensten empfehlenswert. Vorkehrungen wie der besonders erfolgversprechende Local Device Wipe, Remote Wipe oder Remote Lock beeinträchtigen die Performance kaum, können im Ernstfall aber dazu beitragen, dass Datenangler mit Ihrem Smartphone keinen ganz dicken Fisch an Land ziehen.

 
Whitepaper Lexware-Logo
Content-Revolution Wie Sie professionelles Content-Marketing betreiben.
Haptik-Effekt Im Einsatz im multisensorischen Marketing.
x