Kommentar

Smart-Home-Steuerung: Universal- oder Spezial-Gateway?

Wer seine Rollläden elektrisch fährt, hat noch lange kein Smart Home. Smart Home ist die intelligente Kombination von Haus-Bus für Rollos und Licht sowie einer cleveren, raum- und nutzungsbezogenen Heizungssteuerung ebenso wie die Einbeziehung multimedialer Gerätschaften und der Hausgeräte.

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© Hersteller

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Nicht zu vergessen sind IP-Kameras und Gartenbewässerung. Kommen dann noch telemedizinische Produkte und das Zähler-Messwesen dazu, wird das SmartHome zwar komplett, aber technisch unübersichtlich. Jedes einzelne Gewerk, ja sogar jeder einzelne Hersteller bietet für sein Produkt ein für seinen Dienst optimiertes Gateway für das Internet an. Selbstverständlich auch eine App.

Je nach SmartHome-Ausbau können das acht und mehr Gateways werden, die sich über den Netzwerk-Switch im Internet Router verbinden wollen. Das ergibt einen prächtigen "Gateway- und Steckernetzteil-Zoo". Die Hersteller argumentieren, dass nur mit einem dedizierten Gateway die 100-prozentige Funktion ihrer Produkte garantiert werden könne. Gibt es Alternativen?

Ein Universal-Gateway als modular erweiterbare Hardware-Basis für viele Dienste böte offensichtlich Vorteile. Doch wer kann solch ein universelles Gateway für alle denkbaren Anwendungen für die kommenden fünf bis zehn Jahre entwickeln und vermarkten? Welches Geschäftsmodell könnte dahinterstecken, denn das Gateway an sich ist keine Anwendung, für die ein Haushalt zahlen würde. Früher, als es noch den Monopolisten Telekom gab, wäre das seine hoheitliche Aufgabe gewesen. Und heute? Es ist für jeden Telekom-Provider wirtschaftlich schwierig, eine Hardware zur Verfügung zu stellen, deren Investment sich nicht in ganz wenigen Jahren auszahlt.

In diesem Licht betrachtet, ist das QIVICON-Gateway der Deutschen Telekom eine lobenswerte Initiative und auch technisch eine gute Idee. Aber hat es ohne eigene Anwendungen überhaupt langfristige Chancen im Konzern? QIVICON ist ein OSGi-basiertes Gateway und kann damit die Basis für viele Dienste bieten: eben ein Universalgerät im Haushalt für alles. Die Liste der Partner im Internet wartet mit beeindruckenden Namen auf, doch werden diese Unternehmen sich zu 100 Prozent auf die Produktpolitik des Magenta-Riesen verlassen können oder doch sicherheitshalber parallel ihr eigenes Produkt anbieten? Schließlich haben wir schon erlebt, dass sich Konzerne mit einem Federstrich von Produktbereichen trennen, ohne Rücksicht auf Kunden und Partner zu nehmen.

Hoffen und wünschen wir, dass das Management der Deutschen Telekom dieser wichtigen Aufgabe, ein universelles Gateway zu entwickeln, kostengünstig bereitzustellen und weiterzuentwickeln, einen angemessenen Stellenwert gibt. Vielleicht wird das Gateway sogar einmal für E-Health und Verbrauchszähler geeignet sein. Wünschen wir allen Beteiligten im Konzern auch die Weitsicht und Geduld, trotz der Regeln des Finanz-Controllings der QIVICON-Plattform langfristig "die Stange zu halten".

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