Haltbare Speichermedien

So lange halten Daten auf DVDs, Flash und HDDs - gut geschützt?

Speichern Sie Ihre Dokumente und Erinnerungen nur auf dem PC oder sichern Sie die Daten auch auf externe Speichermedien? Wir geben Ihnen einen kleinen Überblick über die drei wichtigsten Speichermedien, deren Eigenarten und ihrer Haltbarkeit.

  1. So lange halten Daten auf DVDs, Flash und HDDs - gut geschützt?
  2. Externe Festplatten
  3. Flash-Speicher
Daten Speicher Backup

© Archiv

Daten Speicher Backup

Draußen ist es kalt und ungemütlich, man denkt wehmütig an den lange zurückliegenden Urlaub auf den Kanaren zurück. Doch als Sie am PC das Verzeichnis mit den Urlaubsbildern öffnen wollen, kommt die Ernüchterung: Statt der weißen Stränden Teneriffas präsentiert der Bildschirm Fehlermeldungen a la "Datei beschädigt" oder kann den Datenträger mit den Fotos erst gar nicht öffnen. Dieses Risiko kann jeden treffen, wenn das Speichermedium aufgrund mangelnder Haltbarkeit beschädigt ist.Um es gleich vorwegzunehmen: Das ideale, 100%-sichere Speichermedium gibt es nicht.

Allerdings sollten Sie wissen, wie lange unterschiedliche Datenträger halten können und welche Maßnahmen die Haltbarkeit positiv oder negativ beeinflussen können. Am sichersten fährt der, der seine wertvollsten Daten wie zum Beispiel die Fotosammlung, grundsätzlich auf zwei Speichermedien, zum Beispiel Festplatte und DVD, archiviert und das Archiv alle paar Jahre auf "frische" Speichermedien umkopiert.

DVD-Rohling

DVD-und CD-Rohlinge, die auch als optische Datenträger bezeichnet werden, waren lange Zeit "das" Speichermedium am PC. Auch wenn ein nicht unerheblicher Anteil der Rohlinge zum Kopieren von Audio-CDs oder Film-DVDs verwendet wird, sind die optischen Speichermedien für viele Anwender die erste Wahl, um ihre Fotos oder andere wichtige Dokumente zu archivieren.

Formate bei optischen Medien

Haltbarkeit bei Speichermedien

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Kaum jemand, der seine Daten auf optische Medien sichern möchte, wird noch auf CDRohlinge zurückgreifen. Die geringe Speicherkapazität der CD von nur 700 MByte ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Anders DVD-Rohlinge: Sie bieten als einlagige oder Single-Layer-Discs mit 4,7 GByte rund sechsmal so viel Speicher wie eine CD. Zweilagige DVDs, auch als Dual- oder Double-Layer- Rohlinge bezeichnet, können sogar rund 8 GByte Daten speichern. Doch trotz der fast doppelt so großen Speicherkapazität ist von den doppellagigen DVD-Rohlingen eher abzuraten, wenn es um dauerhafte Datensicherung geht. Das liegt unter anderem daran, dass der DVD-Brenner beim Beschreiben der zweiten Schicht zu viele Fehler produziert. Das wiederum erhöht das Risiko, dass sich diese Fehler beim späteren Lesen der Daten durch die Fehlerkorrektur des auslesenden Laufwerks nicht mehr ausgleichen lassen. Einlagige DVD-Rohlinge lassen sich noch einmal aufteilen in die einmal beschreibbaren Formate (DVD+R und DVD-R) und die mehrfach beschreibbaren Formate (DVD+RW, DVD-RW und DVD-RAM).

Mehrfach oder einmalig

Die mehrfach beschreibbaren Rohlinge besitzen eine temperaturabhängige Speicherschicht, auf die der Laser des DVD-Brenners möglichst genau abgestimmt sein muss. Da RW-Medien im Handel eine eher untergeordnete Rolle spielen, setzen die Brennerhersteller meist keinen übermäßigen Aufwand daran, die Firmware des Laufwerks auf alle RW-Medien sorgfältig abzustimmen. Das führt wiederum zu höheren Fehlerraten beim Beschreiben und erhöht das Risiko auf nicht mehr lesbare Discs. Deshalb fallen DVD+RW und DVD-RW als Archivdiscs aus. Eine Ausnahme bildet eventuell das speziell für Datensicherungen entwickelte Format DVD-RAM, das jedoch in Deutschland nur wenig verbreitet ist und auch nicht von jedem Brenner unterstützt wird. Einmal beschreibbare Single-Layer-Rohlinge sind die im Handel gebräuchlichsten Speicherdiscs und zudem recht günstig. Und im Gegensatz zu RW-Medien lassen sich die Daten auf diesen Discs nach dem Brennen auch nicht mehr überschreiben.

Worauf Sie achten sollten

Optische Speichermedien haben den Vorteil, dass der Datenträger, sprich: die Disc, vom DVD-Laufwerk und dessen Mechanik strikt getrennt ist.

Haltbarkeit bei Speichermedien

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Ihr Brennprogramm sollte im Anschluss die gebrannten Daten mit den Originaldaten vergleichen.

Beschädigungen der Disc durch mechanische Ausfälle im Laufwerk, wie sie beispielsweise bei Festplatten auftreten können, fallen weg. Dennoch halten optische Rohlinge für die Datensicherung nicht ewig. Bei idealer Lagerung mit gleichbleibender Temperatur (z.B. 20 Grad Celsius), konstanter Luftfeuchte (z.B. 50 Prozent) und ohne Lichteinfall können DVD-Rohlinge mehrer Jahrzehnte halten. Doch das ist im privaten Umfeld kaum realisierbar. Wir empfehlen Ihnen deshalb Ihre Daten nach maximal fünf Jahren Lagerung auf ein frisches Speichermedium umzukopieren. Außerdem sollten Sie Folgendes beachten:

  • Verwenden Sie beim Speichern Ihrer Daten keine Billig-Rohlinge von der Stange, sondern Markenrohlinge.
  • Schließen Sie Archiv-DVDs beim Brennen ab, indem Sie Multisession, also das Brennen in mehreren Schritten, deaktivieren.
  • Brennen Sie nicht mit der maximal möglichen Brenngeschwindigkeit, sondern mit der Hälfte, also z.B. mit 8x statt mit 16x.
  • Kleben Sie niemals Etiketten auf die Rohlinge, da die enthaltenen Klebstoffe den Rohling und Ihre Daten beschädigen können.
  • Verwenden Sie zum Beschriften der Rohlinge dafür geeignete Folienstifte.
  • Lagern Sie die Discs lichtgeschützt in Jewel- Cases oder speziellen DVD-Kistchen, nicht jedoch in Plastikhüllen mit Weichmacher, der die Rohlinge ebenfalls angreifen kann.

Fazit: DVD-Rohling

  • Haltbarkeitszeitraum: 1-30 Jahre
  • Empfohlenes Umkopieren: spätestens nach 5 Jahren
  • Speicherkapazität pro Medium: max. 4,7 GByte (SL) oder 8,5 GByte (DL)
  • Transferrate beim Schreiben: 10 MByte/s (bei 8x Geschwindigkeit)
  • Preis pro GByte: 4 Ct bis 20 Ct

Nach welcher Zeit Sie Ihre Daten von externen Festplatten kopieren sollten, lesen Sie auf der nächsten Seite...

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