Profi-Webauftritt nach Maß

Shared Hosting für anspruchsvolle Websites

Mit den Highend-Paketen der Webhoster ist ein Profi-Auftritt heute einfach zu bewerkstelligen. Doch im Detail lauern Fallen, die es zu umschiffen gilt.

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Shared Hosting für anspruchsvolle Websites

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Shared Hosting für anspruchsvolle Websites

Eine Profi-Website setzt heute einiges voraus. Es muss eine Homepage mit eigener Domain aufgebaut und gepflegt werden, die hohen Anforderungen genügt. Einrichtung und Wartung sollten dabei tunlichst einfach mit Baukästen und CM-Systemen erfolgen, Outfit, Interaktionsmöglichkeiten und Sicherheit aber höchste Ansprüche erfüllen.

Für den Dialog mit Kunden braucht es E-Mail-Adressen mit großem Mail-Space, Mail-Forwarder, Autoresponder und Webmailer. Im Hintergrund soll eine Datenbank werkeln und vielleicht ein Wiki, Blog oder Webforum installiert werden. Und schließlich soll die Internetseite hoch performant und immer erreichbar sein, denn Homepages, die langsam oder öfters down sind, vergraulen Besucher.

Ein eigener Webserver ist für solch anspruchsvolle Internetanwendungen nicht unbedingt nötig. Die Highend-Pakete vieler Webhoster enthalten alle Zutaten, um auch aufwändigere Webpräsenzen betreiben zu können. Wer nicht gerade einen Gameserver will oder im Übermaß Skripte auf seiner Site einsetzt, kommt mit Shared Hosting ganz gut aus. Der große Vorteil: Dadurch, dass ein Server mit mehreren Kunden geteilt wird, können die Pakete relativ preiswert angeboten werden. Zudem ist es auch für diejenigen möglich, die keine dedizierten Server verwalten können oder wollen, eine professionell anmutende Webpräsenz aufzubauen.

Wir haben uns bei den großen Webhostern umgesehen und geprüft, ob deren Features Profi-Anforderungen standhalten. Schon für eine Monatsmiete zwischen 20 und 40 Euro bekommt man bei den meisten Providern das am besten ausgestattete Paket. Nur einige wenige wie Host Europe bieten noch teurere Pakete an. Doch bei 40 Euro, so unsere Vorgabe, sollte Schluss sein.

Speicherplatz und Transfervolumen

Als wichtigste Bestandteile von Hosting-Paketen gelten nach wie vor Speicherplatz, Transfervolumen und Domains. In unserem ausgewählten Profi-Segment kann man mit 2 bis 3 GByte Webspace rechnen, einige bieten auch 10 GByte an. Sehr großzügig gibt sich hier Lycos mit einem riesigen Plattenplatz von 20 GByte. Am Ende der Skala rangiert Internet24, das mit nur 600 MByte recht knauserig ist.

Dabei müsste der Geiz beim Webspace gar nicht sein, weil Festplattenkapazitäten immer preiswerter werden. Andererseits ist es in der Praxis aber auch ziemlich egal, ob ein Provider nur ein karges halbes oder großzügige 10 Gigabyte zur Verfügung stellt. Selbst sehr große Webprojekte mit Multimedia-Content benötigen 10 oder gar 20 GByte nur in Ausnahmefällen.

Auch beim maximalen Transfervolumen sollte die Geiz-ist-Geil-Philosophie passe sein. Der Einkaufspreis für IP-Traffic ist heutzutage kaum mehr erwähnenswert. Die Hoster könnten also mit großzügigem Freivolumen um sich werfen. Einige machen dies tatsächlich und legen ihren Kunden keine Beschränkungen beim Transfervolumen auf. Andere limitieren den IP-Traffic bis auf 100 GByte im Monat– die nach unserer Auffassung untere Schranke in diesem Bereich.

Auch hier erweist sich Internet24 wieder als Sparfuchs und offeriert seinen Kunden gerade mal 60 GByte an Transfervolumen. Hier ist Vorsicht angebracht: Im Unterschied zum Webspace kann ein stark eingeschränktes Transfervolumen bei Profi-Auftritten schon mal zu Mehrkosten führen. Dann nämlich, wenn das eigene Webforum oder der Blog plötzlich beliebt ist und gut besucht wird oder ein Download-Angebot durch Propaganda auf hohes Interesse stößt. Tritt dies ein, zahlt man für die Limit-Überschreitung bei Internet24 satte 13,95 Euro je GByte, auch Greatnet ist mit 10 Euro nicht gerade preiswert - bei 10 GByte mehr müsste der Kunde schon 100 bzw. 139,50 Euro extra zahlen.

Fairer erscheint hier die Lösung mit unlimitiertem Traffic, was nicht heißt, dass der Kunde unendlich viele GByte über die Providerleitungen rauschen lassen darf. Sollte bei unbeschränktem Traffic ein Kunde doch einmal ungewöhnlich viel Datenverkehr verursachen, schreitet der Webhoster im Regelfall ein. So heißt es beispielsweise bei 1&1: "Der Support kontaktiert den Kunden und berät ihn für ein Upgrade auf ein höheres Paket oder eine Anpassung des Webauftrittes".

Domain und E-Mail inklusive

Mit dabei ist bei den meisten Paketen eine Domain, oft aber mehrere Top-Level-Domains, wobei der Kunde mindestens aus .de, .com, .net und .org wählen kann. Die meisten bieten ein sehr breites Portfolio an Top Level Domains, darunter auch .eu, .info, .biz und .mobi. Die Pakete von Domainfactory und Host Europe beinhalten keine Domains und müssen im Bedarfsfall extra gezahlt werden. Das ist nicht unbedingt nachteilig, denn manche Kunden verfügen bereits über eine Domain oder sogar über mehrere Domains.

Ein wichtiges Feature kann für den einen oder anderen die Möglichkeit sein, die zur Domain gehörenden DNS-Records zu bearbeiten. Sollte die Webpräsenz einmal wegen Performance-Engpässen auf einen dedizierten Server verlagert werden müssen, kann der Webmaster schnell reagieren und die neue IP-Adresse im A-Record selbst eintragen. Das hierfür notwendige Bearbeiten von DNS-Records gestatten einige, aber nicht alle Webhoster.

Was für den Webspace gilt, gilt analog auch bei den E-Mail-Features. Ob der Webmaster wie bei Host Europe nur 300 Postfächer anlegen kann, 3000 wie bei Server4you oder wie bei Domainfactory unbeschränkt viele, dürfte den meisten egal sein. Wer braucht schon 3000 Postfächer? Wichtiger ist der Platz zum Lagern der Nachrichten. 1 bis 2 GByte je Postfach sollten im Profi-Bereich schon sein und den gewähren die meisten Anbieter ihren Kunden auch.

POP3 und IMAP

Bei allen Paketen kann sowohl per POP als auch IMAP auf den Mail-Account zugegriffen werden. Ein per Browser abrufbares Web-Frontend, einen Webmailer, stellen ebenfalls alle Provider zur Verfügung, ebenso Autoresponder und Mail-Weiterleitung. E-Mail-Forwarder leiten eingehende Mails an andere Accounts weiter, beispielsweise webmaster@meine-firma.de an mueller@meine-firma.de. Autoresponder sorgen für flotte Kontaktaufnahme und sind eine gute Möglichkeit, eine frei wählbare Antwort automatisch zu verschicken - zum Beispiel "Vielen Dank für Ihre Anfrage...".

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Viele Provider stellen Installationsroutinen für Webapplikationen wie das beliebte CM-System Joomla bereit.

Fortgeschrittene Webanwendungen

Richtig interessant wird der Vergleich bei fortgeschrittenen Features wie der Einrichtung und Nutzung von Webanwendungen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Für Aufbau und Pflege der Website sollte der Kunde nicht darauf angewiesen sein, mit HTML-Editoren arbeiten oder eine Datenbank administrieren zu müssen.

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T-Online bietet ein preiswertes Highend-Paket, viele Profi-Features müssen aber extra bezahlt werden.

Zu diesem Zweck bieten viele Webhoster Homepage-Baukästen an, bei denen ein Assistent den Anwender von der Struktur über das Layout bis zu den Inhalten der Seiten führt. Als sehr gut gelten die Baukästen von 1&1 und Strato. Professionellen Anwendern genügen diese einfachen Möglichkeiten allerdings meist nicht, für diese gibt es meist Profi-Software im Paket inklusive.

Für fortgeschrittene Webanwendungen sind zudem Content Management Systeme die besseren Tools. Mit ihnen lassen sich Websites flexibler gestalten, das System sorgt dafür, dass das Layout dem der anderen Seiten entspricht und passt die Navigation in allen Seiten der Webpräsenz automatisch an. Einige Provider wie Greatnet, Domainfactory oder Strato bieten ihren Kunden solche CM-Systeme kostenlos zur Installation an. Recht beliebt ist Joomla, ein Open-Source-System, das allerdings etwas Einarbeitung erfordert.

Neben CM-Systemen stellen viele Webhoster auch andere "Profi-Anwendungen" wie Blogs, Wikis, Online-Shops oder Webforen zur Verfügung. Der Einrichtungsaufwand ist meist gering, der Kunde muss dabei lediglich ein Installationsverzeichnis festlegen und dann das System dort hinein installieren.

Skripte und Datenbanken

Selbst Profis müssen dabei nicht alles mühsam "von Hand" machen. Einige Provider unterstützen ihre Kunden, wenn sie ein eigenes CMS, Blog, Wiki oder Webforum installieren wollen. Bei Greatnet etwa sorgen in dem Tarif enthaltenen easyclick-Applikationen für Arbeitserleichterungen. Sie stellen Installationsroutinen für 80 hilfreiche und beliebte Tools zur Verfügung. Unter diesen finden sich Perlen wie die CM-Systeme Joomla, Mambo und Typo3, die Blog-Programme WordPress sowie Serendipity oder die E-Shop-Lösung osCommerce.

Auch Lycos besticht mit einer großen Auswahl von One-Click-Installationen beliebter Open- Source-Anwendungen. Das Werkzeug 1Click!site ermöglicht es, per Mausklick einfach und flott komplexe Programme wie Blogs, Forensysteme, Portalsoftware, Mailund Chatfunktionen oder E-Commerce-Anwendungen zu installieren.

Wer sich mit vorgegebenen Lösungen nicht zufrieden gibt und eigene, selbst erstellte Webanwendungen installieren will, benötigt die Unterstützung von Skript-Sprachen. Auch hier merkt man einen deutlichen Unterschied zwischen Einsteigerund Profi-Paketen. Während einfache Pakete lediglich einen Perl- und PHP-Interpreter enthalten, kann man in der Oberklasse mehr erwarten. Perl und PHP werden meist in mehreren Versionen unterstützt, auch Python wird von vielen angeboten. Wer neuere Sprachen wie Ruby oder TCL nutzen will, sollte sich die Überblickstabelle genau ansehen - sie werden nicht von allen offeriert.

Als Selbstverständlichkeit gilt auch, dass die Pakete eine Datenbank enthalten. Alle Provider setzen hier auf MySQL, die meisten bieten mehrere an. Um die Datenbanken zu aktivieren, muss der Kunde diese über ein Web-Frontend anlegen und hierfür Namen und Passwort angeben. Wer lieber mit PostgreSQL arbeitet, sollte sich das Paket von Hetzner ansehen, das als einziges eine PostgreSQL-Datenbank beinhaltet. "Unsere Kunden schätzen die Alternative zu MySQL", heißt es dort.

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