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Bekannter werden Serie Social Media Marketing: Weblogs

Mit dem Einsatz von eigenen und fremden Weblogs und sorgfältig dosierter Kommunikation in Webforen lässt sich Ihr Bekanntheitsgrad systematisch steigern.
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Serie Social Media Marketing: Weblogs

Bisher hat sich diese Serie damit beschäftigt, wie sich externe Plattformen für Social Media Marketing einsetzen lassen. Die konsequente Nutzung von Business-Netzwerken wie Xing, Twitter als Tool für Marktrecherche und Microblogging sowie die Präsenz auf Profilen und Seiten des Kommunikationsgiganten Facebook sind aber nur einige der unzähligen Möglichkeiten, ein Unternehmen online bekannter und gewinnbringender zu machen.

Auch die Aktivitäten unter Ihrer eigenen Web-Adresse sollten Sie keinesfalls vernachlässigen, denn alle Maßnahmen im Social Web sollen am Ende auf das eigentliche Online-Informationsangebot und im Idealfall den interessierten Besucher sogar auf die direkte Bestellmöglichkeiten führen, damit er diese auch nutzt. Die Unternehmenspräsenz sollte also ebenso zeitgemäß und folgerichtig keine simple statische Website sein, sondern Besucher konkret zur Interaktion einladen.

Nehmen Sie doch einfach ein Blog als Social-Media-Marketing-Tool, denn mit dessen Funktionen sind die potenziellen Kunden vertraut, da Blogs sich schon seit über zehn Jahren als Marketinginstrument durchsetzen – dabei technisch aber immer auf dem neuesten Stand sind. Wie erfolgreich dies letztendlich umgesetzt wird, hängt nicht nur von der Idee dahinter, vom verfügbaren Budget und vom Entwicklungsaufwand ab, sondern vor allem vom Mehrwert für die Verbraucher, von der technischen Benutzerfreundlichkeit – und natürlich auch davon, ob die vernetzten Anwender das Angebot dann auch wirklich gerne nutzen.

Die wichtigste Botschaft, die jeder Auftraggeber verstehen muss: Eine Produkt- oder Unternehmensdarstellung, die dem Social Media Marketing dienen soll, muss auch und vor allem den Usern Spaß und Nutzen bringen, sie müssen sich mit der Bedienung ganz intuitiv auskennen können und nach Belieben interagieren oder spontan Inhalte empfehlen, twittern, bei Facebook teilen dürfen.

Die Anwender möchten zu Wort kommen. Wo früher ein Kontaktformular ausreichend schien, können jetzt nur moderne interaktive Technologien den Bedarf decken. Deren Umsetzung auf der eigenen Internetpräsenz muss kein Vermögen kosten, denn einen Großteil dieser Aufgaben kann bereits eine Standard-Blogsoftware abdecken.

Offen für den Dialog

Dank populärer Open-Source-Software wie WordPress mit professionellen Plugins und vorgefertigten Templates ist die reine Installation eines Firmen-Weblogs nicht teuer. Was ein Corporate Blog tatsächlich kostet, hängt sowieso langfristig eher von dem Konzept dahinter, dem konsequent betriebenen Aufwand und den bereitgestellten Inhalten ab.

Unter www.gmblogs.com sind die Corporate Blogs von General Motors verlinkt, zum Beispiel das Opel-Blog mit Übersetzung der Beiträge ins Deutsche, Kommentaren und Social Media Buttons. © Internet Magazin
Unter www.gmblogs.com sind die Corporate Blogs von General Motors verlinkt, zum Beispiel das Opel-Blog mit Übersetzung der Beiträge ins Deutsche, Kommentaren und Social Media Buttons.

Zur technischen Grundausstattung eines Blogs gehören Social Media Buttons für die komfortable und spontane Weiterverteilung von Links und Informationen, RSS und Mail-Abos sowie die Kommentarfunktion für den direkten Austausch unter jedem einzelnen Text. Welche Inhalte im Corporate Blog behandelt werden, hängt vom Konzept ab. Wichtig sind aktuelle, regelmäßige Postings mindestens mehrmals wöchentlich und die Bereitschaft, die Kommentare der Leser/Kunden täglich zu betreuen und zeitnah zu beantworten.

Jedes Unternehmen, unabhängig davon, ob es sich an Endkunden oder Businesskunden richtet und egal, wie groß es ist und welche Produkte oder Dienstleistungen vertrieben werden, kann von einem Corporate Blog profitieren. Ein nicht unwesentlicher Faktor ist die Auffindbarkeit in Suchmaschinen, die durch die richtigen Beiträge stark erhöht werden kann und mit zum Social Media Marketing gerechnet wird, da die richtigen Themen die passenden Besucher auf eine Webpräsenz spülen.

Wichtiger noch ist aber die Bereitstellung von Informationen: Gut aufbereitete aktuelle Inhalte, Produkt-News, Stellungnahmen und Kommentare lassen sich mit minimalem Aufwand auf andere Web-2.0-Plattformen weiterverteilen und tragen so zur Wiedererkennung einer Marke und Steigerung der Reichweiten bei. Das Weiterleiten erfolgt von der Firma selbst, aber auch von Anwendern, die sich für ein Thema interessieren.

Erwähnung finden, Feedback erhalten, Verlinkungen aufbauen Verlinkungen aufzubauen, um bekannter und über Google besser gefunden zu werden, ist im Anfangsstadium einer Social-Marketing-Kampagne eine Herausforderung, die sich mit herkömmlicher Pressearbeit allein nicht lösen lässt. Viele Firmen arbeiten mit Verlosungen und anderen Gewinnspielen, bezahlen Verlinkungen oder tauschen Produktproben/Waren gegen eine Erwähnung. Blogger dürfen beispielsweise kostenlos Pampers Underjams testen (baby.edelight.de/b/produkttester-fuer-pampers-underjams-gesucht), wenn sie einen Erfahrungsbericht veröffentlichen oder werden für solche Berichte über Pampers-Produkte bezahlt (www.mamamiez.de/tag/pampers).

Der Online-Shop von endlichzuhause.de tauscht einen Blog-Beitrag von mindestens 150 Wörtern mit einem Link zum Shop gegen ein Kaffeeservice aus dem Hause Ritzenhoff & Breker (www.endlichzuhause.de/testen-sie-uns). Unter dem Suchbegriff „Blogaktion“ finden sich mithilfe von Google zahlreiche weitere Tauschgeschäfte.

Unter Bloggern sind bezahlte Postings (Eine Quelle für Aufträge: trullastestecke.blogspot.com) umstritten, da sie zu Recht einen Verlust der eigenen Glaubwürdigkeit befürchten oder auch einfach nur bereits wissen, dass sie mit einem tatsächlich vermieteten Link oft ein Vielfaches vom eingetauschten Warenwert verdienen würden, zum Beispiel über www.teliad.de als Linkmietbörse.

Fest steht aber, dass Gewinnspiele und kostenlose Warenproben dennoch sehr beliebt sind und vermutlich zu den gewünschten Verlinkungen führen. Nur sollten Sie auf den Spielraum achten: Beliebter sind Aktionen, bei denen der Blogger eine eigene Bewertung verfasst, doch diese nicht zwangsläufig positiv ausfallen muss.

Risiken und Chancen

Negative Meinungsäußerungen in Blogs und Communities können auch ohne Werbeaktionen mit Testberichten auftreten und je nach Schwungmasse und Verlinkungen des jeweiligen Blogs in Google sogar weit über den eigentlichen Firmen-Websites auftauchen. Immer wieder erlebt die Gemeinde der Blogger Firmen, die an der Herausforderung scheitern, mit diesen ungewünschten Erfahrungsberichten souverän umzugehen.

Doch eine Abmahnung kann schnell den gegenteiligen Effekt haben, wenn Hunderte von anderen Bloggern sich darüber empören, dass einem der ihren die Abmahnungskosten aufgedrückt werden sollen. Statt eines entfernten Beitrags haben Sie dann eine Trotzreaktion und dreihundert weitere negative Erwähnungen am Hals – ganz abgesehen davon, dass zahlreiche Blogs auf anonymen Plattformen liegen und sich die Verantwortlichen gar nicht immer ermitteln lassen.

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