Mobiles Internet

SEO für mobile Websites

Suchmaschinenoptimierung zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg einer mobilen Website. Internet Magazin beleuchtet die besten SEO-Praktiken, -Tools und Techniken, die Ihrer Website die so begehrten mobilen Besucher bescheren.

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Wer mobile Besucherströme anziehen möchte, muss einen möglichst großen Anteil der Klicks aus Suchmaschinen anzapfen.Suchmaschinen bevorzugen Websites mit dem schnellsten Seitenaufbau, mobilfähigen Schlüsselworten, einer guten Anbindung an soziale Netze und mobilen Inhalten mit lokaler Relevanz. Im Falle mobiler Websites ist die Suchmaschinenoptimierung noch etwas komplizierter. Smartphone-optimierte Websites fallen nämlich in eine von drei Kategorien:

  • responsive Websites,
  • Websites mit dynamischer Geräteerkennung (so genannte dynamisch auszuliefernde Websites) und
  • rein mobile Websites (mobile Ausgaben von Desktop-Sites).

Responsive Websites sprechen alle User Agents mit identischem Markup an, indem sie das Layout mittels CSS der aktuellen Viewportbreite des jeweiligen Zielgeräts anpassen. Websites mit dynamischer Geräteerkennung optimieren sowohl ihr Layout als auch ihren Inhalt in Echtzeit mit Hilfe verschiedener Techniken, was zur Entstehung mehrerer Editionen derselben Inhalte führt und von Suchmaschinen leicht als ein Cloaking-Versuch missverstanden wird. Rein mobile Editionen konventioneller Websites führen eine parallele Existenz zur Desktop-Variante der Website auf einer eigenen URL. Jeder dieser drei Ansätze hat auf das Ranking Ihrer Website verschiedene Auswirkungen. Suchmaschinen bevorzugen klar die erste Kategorie, mit den beiden anderen tun sie sich etwas schwer. Zum Glück können Sie hier nachhelfen.

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Ein klassisches Beispiel einer responsiven Website: google.de/mobile/android/.

 

Responsive Websites

Responsive Websites reagieren dynamisch auf die Viewporteigenschaften des Zielgeräts dank einer Anweisung an den Browser, ein bestimmtes Stylesheet zu verwenden. Zur Umsetzung responsiver Websites kommen die so genannten @media-Anfragen mit dem passenden CSS-Stylesheet für jede Bedingung zum Einsatz, zum Beispiel:

@media only screen and (max-width: 640px) {... }

Allen Ausführungen einer responsiven Website liegt hierbei ein und dasselbe Markup zu Grunde. Die Abweichungen in der Darstellung einer responsiven Website auf verschiedenen User Agents lassen sich ausschließlich auf abweichende CSS-Regeln für verschiedene Viewportgrößen zurückführen.Da nur jeweils eine URL und ein Markup zum Einsatz kommen, ist die Indizierung und das Berechnen des Rangs einer solchen Website für Suchmaschinen ein Leichtes. Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung ist der responsive Ansatz die bevorzugte Methode zur Umsetzung einer mobilen Website.

Dynamische Geräteerkennung

Bei Websites mit dynamischer Erkennung greifen zwar alle Besucher auf jeweils dieselbe URL zu, dennoch bekommen sie je nach ihrer jeweiligen User-Agent-Kennung etwas unterschiedliche Inhalte geliefert.Die einzelnen Editionen der Website unterscheiden sich nicht nur durch die CSS-Stylesheets, sondern auch durch abweichendes Markup, das dynamisch zur Laufzeit - zum Beispiel mit Javascript - zusammengestellt wird.Diese Konfiguration hat ihre Tücken: Zum einen lassen sich die verschiedenen Editionen einer Website nur dann erfassen, wenn sich der betreffende Crawler mit der passenden User-Agent-Kennung zu identifizieren weiß.Zum anderen kann es vorkommen, dass Caching-Server von ISP-Dienstleistern die verschiedenen Editionen der Site verwechseln, so dass sie zum Beispiel mobile User Agents und mobile Bots mit der Desktop-Version der Site beliefern.Darüber hinaus besteht für Sie das Risiko, dass Ihre Website als Cloaking-verdächtig eingestuft und zur Bestrafung aus dem Index entfernt wird. Damit das nicht passieren kann, sollten Sie auf jeden Fall Gegenmaßnahmen ergreifen.Damit Suchmaschinen und Caching-Server das dynamische Markup einer Website zur Kenntnis nehmen, muss der Webserver beim Ausliefern einen passenden Hinweis im HTTP-Header vom Typ Vary: User-Agent an seine Gegenstelle übergeben.Beim Einsatz von Apache benötigen Sie hierzu das Modul mod_headers. Nach dem Aktivieren dieses Moduls tragen Sie die benötigten Header-Direktiven in Apaches Konfigurationsdatei ein. Hierzu können Sie zum Beispiel den folgenden Code im Abschnitt VirtualHost/Files/FilesMatch oder Directory in der Datei httpd.conf einfügen:

<FilesMatch "\.(php|html|pl)$"> Header append Cache-Control " no-transform" Header append Vary "User-Agent, Accept"</FilesMatch>

Microsofts IIS bietet Ihnen die Möglichkeit, die benötigten Header mit Hilfe der grafischen Konfigurationssoftware einzutragen. Alternativ können Sie die benötigten Header beispielsweise in Ihren PHP- und ASP-Skripten übergeben. Allerdings sollten Sie beachten, dass der Internet Explorer vor Version 9 die Inhalte einer Website, die mit dem Vary-Header ausgeliefert wird, nicht cachen kann.Trifft der Googlebot auf einen solchen Vary-Header, bekommt Ihre Website zusätzlich noch einen Besuch von Googlebot Mobile. Abweichungen der Inhalte zwischen den beiden Editionen der betreffenden Website gelten dann nicht mehr als Cloaking und Ihr Suchmaschinen-Ranking ist in trockenen Tüchern.

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Berichte über mobile Besucher in Google Analytics: Die Suchmaschinenoptimierung ist für das Akquirieren mobiler Besucherströme von zentraler Bedeutung (analytics.google.com).

 

Eigene URLs

Mobile Websites mit eigenen URLs bringen eigene Herausforderungen mit sich. In diesem Szenario verfügt jede gültige URL einer konventionellen Desktop-Website über ein mobiles Äquivalent. Zum Beispiel könnte die mobile Edition von www.domainname.de unter der Adresse mobil.domainname.de oder auch etwa www.domainname.mobi erreichbar sein. Google gibt Ihnen nicht vor, wie Sie die URL-Adresse der mobilen Edition aufbauen.Auch diese Konfiguration erfordert von einer Suchmaschine mehrere Durchgänge und es gibt keine Garantie, dass der Crawler die mobile Version der Seite entdeckt und für indizierungswürdig erachtet. Für den Rang einer so aufgebauten Website bedeutet es generell nichts Gutes.Wer dennoch diesen Weg einschlagen möchte, sei gut beraten, die Suchmaschinen über die Verfügbarkeit der verschiedenen Editionen der Website in Kenntnis zu setzen. Die korrekte Vorgehensweise beinhaltet drei zusätzliche Arbeitsschritte. Zum einen gilt es, die Desktop-Edition der Website um einen Verweis auf die mobile Edition zu ergänzen, zum Beispiel

<link rel="alternate" media="only screen and (max-width: 640px)" href="http://m.domainname.de/seite-1" >

Zum anderen benötigt die mobile Edition der Website einen Verweis auf die Desktop-Version in der Form

<link rel="canonical" href="http:// www.domainname.de/seite-1" >

Dadurch verhindern Sie, dass Suchmaschinen inhaltliche Duplikate auf diesen zwei verwandten URLs abstrafen. Schließlich sei Ihnen die Bereitstellung einer Sitemap ans Herz gelegt, welche die Beziehung der verschiedenen URLs zueinander ins rechte Licht rückt, wie

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><urlset xmlns="http://www.sitemaps. org/schemas/sitemap/0.9" xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml"><url><loc>http://www.domainname.de/ seite-1/</loc><xhtml:link rel="alternate" media="only screen and (max-width: 640px)" href="http://m.domainname.de/seite-1" /></url></urlset>

Diese Vorgehensweise hilft sicherzustellen, dass Google beide Versionen einer Website für Zwecke der Berechnung des Rangs als eine Einheit behandelt. Andernfalls würden die zwei Editionen Ihrer Website miteinander um das bessere Ranking konkurrieren und weitaus schlechter abschneiden.Außerdem können Sie den Suchmaschinen eine mobile Sitemap bereitstellen:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?><urlset xmlns="http://www.sitemaps. org/schemas/sitemap/0.9" xmlns:mobile="http://www.google.com/schemas/sitemap-mobile/1.0"><url><loc>http://mobile.beispiel.de/ artikel500.html</loc><mobile:mobile/></url></urlset>

Eine mobile Sitemap darf nur URLs beinhalten, die mobile Inhalte bereitstellen. Dafür kann sie Dokumente in mehreren Markup-Sprachen integrieren. Jede mobile Sitemap muss außerdem über einen eindeutigen Bezeichner verfügen. Zum Erstellen klassischer und mobiler Sitemaps können Sie zum Beispiel den Sitemap-Generator von Microsys verwenden.Zu guter Letzt sei Ihnen empfohlen, eine durchdachte HTTP-301- beziehungsweise -302-Umleitung zu implementieren, damit sowohl mobile als auch Desktop-Besucher die jeweils optimale Version einer Website geliefert bekommen.Auch in diesem Fall sollte Ihr Server den Vary-Header aussenden. Es sollte hierbei möglich sein, die Umleitung zu übergehen, damit sich die Desktop-Version der Website, falls gewünscht, auch auf einem Tablet oder Smartphone benutzen lässt.Um zu prüfen, ob Ihre mobile Website von Googles mobilen Spidern indiziert wird, melden Sie sich für Google Webmaster Tools an.

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Optimieren der Suchworte mit Hilfe von Googles Keyword-Tool.

 

Kurz und ortsgebunden

Das Verhalten mobiler Besucher hat im Hinblick auf die Suche einige relevante Besonderheiten. Der wohl wichtigste Unterschied zum Verhalten der Desktop-Benutzer besteht in der Affinität mobiler Besucher zu kürzeren Suchbegriffen und standortbezogenen Ereignissen.Wenn mobile Benutzer eine Suchmaschine bemühen, wählen sie außerdem gerne eine der meistgenutzten Suchanfragen aus. Sehr lange Suchphrasen sind in der Praxis der mobilen Suche kaum anzutreffen. Dafür münden Analysten zufolge satte 90 Prozent mobiler Suchanfragen in eine Aktivität wie den Gang in ein Geschäft oder den Kauf eines Produktes online.Zum Optimieren Ihrer Suchbegriffe können Sie Googles Keyword-Tool verwenden. Damit ermitteln Sie die Popularität verschiedener Suchwortkombinationen in Abhängigkeit bestimmter anderer Kriterien. Benutzer von Google Adwords finden das Tool in ihrem Account, doch es ist auch ohne einen solchen unter adwords.google.com zugänglich. Mobile Suche ist vermehrt lokaler Natur.Wenn Sie also Metadaten-Titel und -Beschreibungen für die mobile Suche optimieren, fokussieren Sie auf die wahrscheinlichsten, nämlich auf die kürzesten Suchwörter und den lokalen Kontext Ihrer Website. Aus diesem Grunde sei Ihnen empfohlen, eine Präsenz in ortsbezogenen Empfehlungsdiensten wie Yelp, Google Places oder Foursquare aufzubauen.

Gut angeschlossen

Laut Microsoft sind über 91 Prozent aller mobilen Internetaktivitäten auf soziales Engagement zurückführen. Viele Benutzer mobiler Geräte sind rund um die Uhr in sozialen Netzwerken wie Google Plus, Facebook, Linkedin oder Twitter eingeloggt und teilen dort ihre Online-Aktivitäten mit.Mobile Websites sollten daher an soziale Netze anknüpfen. An sozialen Netzen kommen Sie kaum vorbei, denn nur so können Sie die Reichweite Ihres Angebots maximieren.

Fazit

Suchmaschinenoptimierung für mobile Websites gewinnt klar an Bedeutung und an Komplexität. Kein Wunder, denn spätestens in zwei Jahren soll Analysten zufolge die mobile Internetnutzung weltweit die Desktop-Nutzung übersteigen.Im Bereich der lokalen Suche haben mobile Benutzer bereits seit einem Jahr die Nase vorne. Wer also die Wirkung mobiler Websites maximieren möchte, sollte sich die Suchmaschinenopti- mierung zu Herzen nehmen, schleunigst die Ärmel hochkrempeln und langfristig am Ball bleiben.

Cloaking

Mit dem Begriff Cloaking bezeichnet man die Praxis der Bereitstellung anderer Inhalte oder URLs für verschiedene Benutzer und Suchmaschinen auf Basis der Useragent-Kennung oder der IP-Adresse.Suchmaschinen neigen dazu, diese Vorgehensweise als einen Betrugsversuch zu beurteilen, obwohl sie unter bestimmten Umständen durchaus eine Berechtigung hat. Google geht sogar so weit, Cloaking-verdächtige Websites aus dem eigenen Index zu entfernen.Es ist daher enorm wichtig, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, damit die mobile SEO-Optimierung auch wirklich nur positive Resultate nach sich zieht. Dazu zählt die Übergabe eines Vary-Headers (im Falle der User-Agent-Erkennung) oder passender Metatags.

Nützliche Tools für mobiles SEO

Bei der Umsetzung von SEO für mobile Websites hilft der Einsatz einiger Webdienste, Skripte und Bibliotheken. Mit Opensite Explorer können Sie mehrere Websites gleichzeitig im Hinblick auf ihre SEO-Eigenschaften miteinander vergleichen. www.opensiteexplorer.org

Mit Linkdetective können Sie die Backlinks einer Website unter die Lupe nehmen, um Ihre SEO-Strategie zu verbessern. Linkdetective benötigt eine CSV-Datei von Opensite Explorer mit der Liste aller externen Backlinks. Nach dem Einlesen dieser Datei erhalten Sie in nur wenigen Minuten die Ergebnisse einer detaillierten Analyse, die Ihnen hilft, die wirkungsvollsten Linkaufbaustrategien Ihrer Wettbewerber zu replizieren. www.linkdetective.com/

Mit SEO Rank, einem kostenlosens SEO-Analysewerkzeug können Sie relevante Merkmale Ihrer Websites wie die Unterstützung von mobilen Geräten und die Anbindung an soziale Netze auf Herz und Nieren zu prüfen. seoeh.com/seo-ranking/

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