Sony greift nach der 3D-Krone

Schwerpunkt 3D-TV: Hat Sony doch die beste Technik?

So jung die Technik von 3D-TV ist, so groß sind die Unterschiede der Umsetzung durch die Hersteller. Nach Samsung und Panasonic kommen jetzt Geräte von Sony im Handel, deren dreidimensionale Bilder einige Überraschungen parat haben.

Sony 3D-TV

© Sony

Sony 3D-TV

So jung die Technik von 3D-TV ist, so groß sind die Unterschiede der Umsetzung durch die Hersteller. Nach Samsung und Panasonic kommen jetzt Geräte von Sony im Handel, deren dreidimensionale Bilder einige Überraschungen parat haben.

Video-HomeVision testet in der Ausgabe 8/2010 den brandneuen 117cm 3D-TV Sony KDL-46HX805. Der 2.500 Euro teure Fernseher ist 3D-ready. Das heißt, kauft man zusätzlich ein Set aus zwei Brillen, einem Infrarotsender und der 3D-Blu-ray "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" für 200 Euro, kommt man in den Genuss neuer Kinodimensionen. Vor allem die sagenhaft tiefe 3D-Bildqualität übersteigt dabei deutlich die Erwartungen der Tester. Diese Erwartungen waren nicht übertrieben hoch, denn um im Rennen der 3D-Technik in der ersten Startreihe antreten zu können hat Sony bereits recht früh Testredakteuren einen Einblick in die Entwicklung gewährt.

Wer die Demos auf den Messen IFA (September 2009) und CES (Januar 2010) gesehen hat, dem fielen neben dem deutlichen Flackern der 3D-Bilder starke Ghosting-Effekte auf. Diese 3D-Schattenbilder entstehen, wenn das Bild, das für ein Auge gedacht ist, durch die LCD-Shutterbrille leicht auch in das andere strahlt. Den Aussagen der Entwickler, man arbeite an den Effekten und bis zum Marktstart im Juni werde sich noch viel tun, schenkten nur die wenigsten Gehör. Als Sony Professional im März ins englische Entwicklungszentrum lud, um den Stand der Dinge zu demonstrieren, konnten wiederum nur wenige den tatsächlich existierenden Fortschritt zu den "alten" Messevorführungen nachvollziehen. Interessant war, dass während der Sessions mehrere Systeme mit Fernsehern derselben Modellserien gezeigt wurden, auf denen, ohne dass das erwähnt oder erklärt wurde, unterschiedliche 3D-Qualitäten zu sehen waren.

Das erste Muster

Video-HomeVision bekam dann auch im März ein Sony 3D-Testsystem zur Verfügung gestellt, bestehend aus Monolith-TV und Playstation3 - als Technik-PreView, um Eindrücke zu sammeln und unter der Vorgabe, die Bildqualität nicht bewerten zu dürfen. Auch hier war die Qualität nicht gerade berauschend, wir hofften auf Besserung und brachten das auch in einem Artikel zum Ausdruck. Betrachtet man den neuen KDL-46 HX 805 ist klar, was die Entwickler mit "starken Verbesserungen" meinten. Das Seriengerät hat in Punkto 3D-Technik mit den Demogeräten nichts mehr gemein. Und Obwohl die 3D-Brillen genauso aussehen wie vor einem halben Jahr wurde auch hier offensichtlich noch einiges verbessert.

Die Tester kannten die 3D-Technik von Samsung, Panasonic und Sony (alt) aus dem Labor, weitere Lösungen von Messe- und Roadshow-Vorführungen. Und bis dato war es klar, dass durch 3D der Großteil der TV-Lichtleistung geschluckt wird und dass die Beleuchtung des Raumes unerträglich zu flimmern beginnt, sobald man die 3D-Brille einschaltet. Dieser beiden wunden Punkte der 3D-Technik hat Sony sich angenommen und vielleicht waren es die paar Wochen Entwicklungszeit, die man in die 3D-Optimierung investierte und durch die Sony nicht als erster am Markt war, die den 3D-Genuss jedoch deutlich verbessern konnten.

Alles wird gut

Jetzt beginnt der Verkauf von Sonys 3D-TVs und sowohl im Testlabor als auch beim 3D-Blu-ray-Schauen schlagen sie sich prächtig. Das Bild für jedes Auge wird für die Shuttertechnik zeitlich nacheinander produziert, wodurch sich die Lichtleistung praktisch halbiert, und beim Umschalten der "Augen" werden nochmals lange Schwarzphasen eingefügt, damit die LCD-Schirme auch wirklich ihr Bild komplett neu aufgebaut haben. Zum Glück haben moderne LCD-TVs, besonders die durch LEDs beleuchteten, eine extreme Helligkeit, und Sony nutzt darüber hinaus noch einen 3D-Boost. Die Lämpchen werden mit einer eigentlich zu hohen Lichtstärke 200 mal pro Sekunde gezündet, können sich aber in den langen Schwarzphasen wieder etwas abkühlen.

So wird der 3D-Modus heller, als würde man vom Normalbetrieb ausgehend 3D-nutzen. Und weil das Bild nicht ganz so dunkel ist wie beispielsweise bei Panasonics 3D-Plasma-TVs kann der Nutzer ruhig auch das Zimmerlicht etwas heller dimmen. Hier wird sofort der frappierende Unterschied zu den bisher erhältlichen Techniken klar. Denn wo Neonröhren oder Energiesparlampen bisher nervend flackerten ist bei Sony nur ruhiges Licht zu sehen. Das war bei den frühen Demos noch nicht so. Der Effekt ist der neuen Brille zuzuschreiben, die jetzt ihre LCD-Schichten auf andere Weise polarisiert. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass das 3D-Übersprechen bei Sony mit 43dB deutlich höher ausfällt ab bei den Mitbewerbern. Dieser Wert bedeutet, dass nur 0,7% des Bildes für ein Auge fälschlicherweise auf das andere strahlen.

Bei Mitbewerbern waren in unseren Messungen bis zu 2,7%. Hier liefert Sony nicht nur etwas, sondern deutlich weniger 3D-Geisterbilder. Diese Vorteile wurden damit erkauft, dass man die Brille, also den Kopf beim 3D-Schauen nicht schräg halten darf. Bereits wenige Grad und das Übersprechen wird schlechter. Mit -65% hält sich der 2D zu 3D Lichtverlust im Rahmen und mit einem 3D-Kontrast von 1:2800 bleibt noch genügend Bilddynamik übrig, um ein besonders sattes, in der Tiefe äußerst beeindruckendes 3D-Bild zu erzeugen. Lesen Sie in der aktuellen Video-HomeVision, wie sich der neue Sony-Fernseher in anderen Belangen schlägt und ob die 3D-Neuerungen ihn in die absolute Spitzenklasse katapultieren. Ab dem 9. Juli überall am Kiosk.

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