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Schützen Sie Ihr Smartphone

Smartphones steigen nicht nur in der Gunst der Nutzer, immer interessanter werden sie auch für Cyberkriminelle. Manipulierte Apps, geknackte Passwörter und SMS-Fallen gefährden die kleinen Alleskönner. Wie Smartphones dennoch sauber bleiben, erfahren Sie hier.

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Smartphones sind beliebter als je zuvor. Und glaubt man den Prognosen des Branchenverbands BITKOM sollen 2012 erstmals mehr Smartphones als Handys in Deutschland verkauft werden. Knapp 16 Millionen Kunden werden sich demnach im laufenden Jahr einen mobilen Alleskönner zulegen. Und gleichwohl die meisten Smartphone-Nutzer mit den coolen Taschencomputern vornehmlich telefonieren und Kurznachrichten verschicken, unternehmen immer mehr auch Surfausflüge, verschicken Mails und tätigen Zahlungen.

So rechnet BITKOM auch damit, dass das über deutsche Mobilfunknetze übertragene Datenvolumen in diesem Jahr auf 170 Millionen GByte (Zunahme von 57 Prozent) steigen wird. Und während Surfer am heimischen PC aktuelle Sicherheitsprogramme ganz selbstverständlich nutzen, macht sich kaum einer Gedanken über den Schutz seines mobilen Alleskönners. Dabei werden Sicherheitsexperten nicht müde, auf die vielfältigen Gefahren mobiler Geräte aufmerksam zu machen. So meldete beispielsweise Kaspersky Lab im Juli 2011 circa 200 neue Smartphone-Schädlinge.

Kaspersky Smartphone-Schutz

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Deren Anzahl stieg bis Ende des Jahres bereits auf 1.200 neue Bedrohungen. Am häufigsten angegriffen werden Smartphones mit Android-Betriebssystem (67 Prozent), gefolgt von Symbian (25 Prozent). Lediglich 5 Prozent der mobilen Schädlinge haben es auf iPhones abgesehen. Während BlackBerry- und Windows Phones nur punktuell attackiert werden.

Dass die mit Smartphones verbundenen Sicherheitsrisiken durchaus ernst zu nehmen sind, zeigte sich unter anderem auch anlässlich des "Safer Internet Days", einer gemeinsamen Konferenz des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ministerin Aigner vertrat dabei den Standpunkt, dass Sicherheitsstandards bei Smartphones erhöht werden müssten.

Gefährliche Geräte

Denn gefährlich für Smartphones sind nicht nur Surfausflüge. Vielmehr stellen infizierte Apps ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Diese Mini-Anwendungen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Laut BITKOM setzen 15 Millionen Smartphone-Nutzer in Deutschland Apps ein. Im Schnitt installieren sie sogar 17 Mini-Programme pro Gerät.

Cyberkriminelle nutzen diesen Trend, um beispielsweise Schadcodes an bestehende Apps anzufügen. Die präparierte und infizierte App, etwa ein Spiel, wird den Kunden über den entsprechenden Online-Shop wieder angeboten. Dass das manipulierte Mini- Programm im Hintergrund unbemerkt sein Unwesen treibt, merkt der App-Nutzer nicht. Außerdem tauchen wie bei jedem Computer beim Betriebssystem des Smartphones auch immer wieder Sicherheitslücken auf.

Lookout Sicherheitssuite

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Die Sicherheitssuite von Lookout filtert auch unsichere Webseiten beim Surfen aus.

Dabei sind Fachleute des Sicherheitsspezialisten Lookout sogar der Meinung, dass mobile Betriebssysteme weitaus stärker bedroht sind. Als Grund geben sie an, dass es schwieriger ist, die Geräte der unterschiedlichen Hersteller und Netzbetreiber mit Updates auf dem neuesten Stand zu halten. Eintrittstore für Schadsoftware bleiben somit länger offen und angreifbar.

Gefahrenpotenzial bieten Smartphones auch, weil es möglich ist, mit Premium- Anrufen oder -Kurznachrichten schnell an das Geld nichtsahnender Mobiltelefonnutzer zu kommen. Eingeschleust und aktiviert werden diese kostspieligen Dienste ebenfalls über manipulierte Apps, die sich zum Beispiel als Wallpaper oder Spiel tarnen. So soll laut Lookout 2011 durch solche mobile Malware ein Schaden von rund 1 Million US-Dollar entstanden sein.

Mobile Malware soll auch dafür verantwortlich sein, dass Smartphones ähnlich wie PCs in Botnetze integriert wurden. So will Symantec Mitte Februar einen Trojaner entdeckt haben, der über 140.000 Mobiltelefone in China befallen haben soll. Die infizierten Smartphones sollen Teil eines Botnetzes sein, das die Geräte dafür nutzt, um unbemerkt teure Kurznachrichten von dort aus zu verschicken.

Teurer Verlust

Ebenso ärgerlich wie kostspielig ist darüber hinaus der Verlust eines Smartphones. Dabei ist nicht allein der Wertverlust des Gerätes zu verschmerzen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass unschätzbare persönliche Daten wie Kontakte, Termine aber auch Fotos und Musik verloren gehen oder in falsche Hände geraten. Und weil die meisten Smartphones nicht nur privat, sondern auch geschäftlich genutzt werden, stellen verlorene oder gestohlene Geräte auch für Unternehmen ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko dar.

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Gefahren abwehren

Aber ähnlich wie beim heimischen PC ist Datenmissbrauch oder -verlust aber durchaus vermeidbar. Und da sind sich die Experten einig: Wie beim Computer gehören Sicherheitsprogramme auf die Smartphones. Wer zudem noch ein paar wenige Sicherheitsmaßnahmen ergreift, kann allfällige Schäden begrenzen.

Zu den ersten Maßnahmen gehört das Anlegen von Sicherungskopien auf einem PC (oder in der Cloud). Bei Smartphones läuft das erfreulich unkompliziert über ein Datenkabel und die mitgelieferte Gerätesoftware. Kinderleicht ist auch das Sichern in der Cloud. Je nachdem welches Betriebssystem eingesetzt wird, werden Kontakte und Termine ohnehin bei Google, Microsoft oder Apple gesichert. Auch Dokumente und Bilder lassen sich problemlos über eine entsprechende App bei Microsoft (Skydrive) oder Dropbox sichern, sodass jederzeit und von unterschiedlichen Geräten darauf zugegriffen werden kann.

Unerlässlich sind bei den coolen Kleincomputern auch sichere Passwörter und das Nutzen von SIM-Karten-und Bildschirmsperren. Sie sind keineswegs unüberwindbar, stellen aber für Gelegenheitsschnüffler eine Hürde dar. Der Zugriff auf persönliche Daten ist zumindest erschwert.

iPhone Ortungsdienst

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Geht ein iPhone oder ein Windows-Phone verloren oder wird es gestohlen...

Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt Programme wie Kasperskys Mobile Security 9 ein. Dabei handelt es sich um eine Sicherheitssuite, die es unter anderem ermöglicht, Daten aus der Ferne zu löschen und das Gerät zu orten, wenn es verloren gegangen oder gestohlen wurde. Ausgelöst wird das Fernlöschen auf Wunsch dann, wenn Unbefugte versuchen, die SIM-Karte auszutauschen. Bei aktivierter Sicherheitssuite erhält der Nutzer eine SMS an eine vorher festgelegte Mobilnummer. Anschließend ist es möglich, die Daten per Knopfdruck aus der Ferne zu löschen oder das Gerät komplett sperren zu lassen. Ein Zugriff auf die persönlichen Daten ist danach nicht mehr möglich.

Das Orten eines verlegten oder gestohlenen Gerätes funktioniert jederzeit. Diese Funktion ist übrigens bei Windows Phone und iPhone ohnehin verfügbar. Um sie nutzen zu können, muss der User die Funktion über die Einstellungen seines Gerätes aktivieren; iPhone-Nutzer müssen sich zudem beim Webdienst iCloud anmelden.

Smartphone orten

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...kann der Nutzer bei aktivierter Ortung rasch herausfinden, wo sich das Gerät gerade befindet.

Wer sein Smartphone aber vernünftig schützt und beim mobilen Surfen ähnlich vorsichtig ist, wie bei Internetausflügen am PC, dem bleiben Ärger und Datenverlust am ehesten erspart. Im Umgang mit den Kleincomputern in der Jackentasche gilt also im Wesentlichen das, was auch für ihre größeren mobilen und stationären Brüder gilt.

Bei der Weitergabe von persönlichen Daten müssen auch mobile Nomaden vorsichtig sein. Ebenso sollte jeder überlegen, welche Zusatzprogramme er auf sein Smartphone installiert. Nach Möglichkeit sollten diese nur direkt aus dem offiziellen Markt oder aus vertrauenswürdigen Quellen bezogen werden.

Wie auch beim heimischen PC ist es wichtig, immer die neuesten Betriebssystem- und Programm-Udates zu installieren. Bekannte Sicherheitslücken werden dadurch geschlossen. Wer außerdem nicht sorglos in öffentlich zugänglichen kostenlosen WLAN-Netzen surft und sein Smartphone nicht in der Bar oder der Bahn liegen lässt, minimiert das Risiko Cyberkriminellen zum Opfer zu fallen.

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