Ratgeber: Hosting

Schnelleres Hosting für Wordpress

Wordpress ist als Blogsoftware und CMS gleichermaßen beliebt. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Hosting Ihres Wordpress achten müssen.

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Viele Betreiber erfolgreicher Sites und Blogs, die auf Wordpress als CMS setzen, zahlen den Preis für ihren eigenen Erfolg mit einer sich offensichtlich ständig verschlechternden Performance des Systems. Das muss aber nicht so sein. Und jeder Site-Betreiber kann sein Wordpress schneller machen.

Rundum sorglos - wenig Aufwand

Im Internet bieten inzwischen eine Reihe von Unternehmen spezielles Hosting für Wordpress an. Zu den bekannteren Angeboten in diesem Segment zählt sicherlich WP-Engine, das sich schnell einen guten Ruf erarbeiten konnte. Der Geschwindigkeitszuwachs für eine dort gelagerte Installation ist enorm, insbesondere, wenn die Seiten vorher als Shared Host bei einem Provider gespeichert waren.

Natürlich lassen sich die Spezialanbieter nicht völlig in die Karten schauen, aber die Basis für die höhere Geschwindigkeit basiert im Wesentlichen auf einigen Maßnahmen mit großer Wirkung.Zum einen teilen sich nicht zu viele Installation einen gleichen Server. So wird die Verknappung von RAM und Prozessorzeit vermieden. Durch eine Redundanz und einen vorgeschalteten Load Balancer wird versucht, den Traffic auf die jeweiligen Domains so auszubalancieren, dass eine schnellstmögliche Bearbeitung der Anfrage erfolgen kann.

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Die zweite wichtige Komponente bildet ein ausgefeiltes Caching-System. Während der Load Balancer mit eigenen Mitteln nur sehr schwer umzusetzen ist, ist das Caching auch auf einer eigenen Installation von Wordpress ohne Probleme möglich. Schließlich kommen schnelle Datenbankserver zum Einsatz, die auch über eine ebenfalls performante interne Anbindung verfügen.

Insbesondere die Aufteilung der Installationen in Form von Clustern sowie Load Balancing und verteiltes Caching erfordern extrem gute Kenntnisse in Sachen Netzwerkarchitekturen. Wer seine Installation lieber vollständig in den eigenen Händen behalten will, kann selbst viel für die Geschwindigkeit seines Wordpress tun.

Schnelle Anbindung

Die beste Grundlage für ein schnelles Wordpress schaffen Sie, wenn Sie die Installation auf einem dedizierten eigenen Server betreiben. Achten Sie auf ausreichende RAM-Reserven und auf eine zeitgemäße Ausstattung.

Da Sie sich bei einem Hosting-Anbieter beim Abschluss eines Vertrags immer recht lange binden, ist es wenig sinnvoll, hier zu sehr auf den Preis zu achten und etwa auf Servermodelle des Vorjahres zuzugreifen. Denn die Anforderungen von Wordpress und dessen Komponenten werden in den nächsten Versionen wahrscheinlich eher noch steigen.

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Die Kompression und Zusammenfassung von Skripten und die Positionierung von Skripten im Footer bringt einen enormen Geschwindigkeitszuwachs.

Pflegen und auf Overhead achten

Jede Erweiterung in Form von Plugins geht zu Lasten der Ressourcen des Systems. Deshalb sollte Wordpress stets nur mit den unbedingt notwendigen Plug-ins betrieben werden. Misten Sie im Zweifel regelmäßig aus und deaktivieren und löschen Sie alles, was Sie nicht mehr benötigen.

Vernachlässigen Sie auch nicht die Datenbank. Gerade wer viel mit dem Online-Editor von Wordpress schreibt und länger an Beiträgen und Artikeln arbeitet, erzeugt in der Datenbank eine Menge Overhead in Form von Revisionen. Auch zu deren Löschung kann ein Plug-in verwendet werden: Delete-Revision.

Caching nutzen

Zu den Maßnahmen mit der nachhaltigsten Wirkung zur Beschleunigung von Wordpress gehört der Einsatz von Caching und Komprimierung. Auf den Seiten verwendeter Code in Javascript sollte nicht nur im Footer der Seiten platziert werden, um erst die eigentlichen Inhalte zu laden, sondern nach Möglichkeit auch komprimiert und zusammengefasst. Gleiches gilt auch für CSS-Code.

Der leichteste Weg, diese Beschleunigung umzusetzen, besteht im Einsatz eines Cache-Plug-ins. Mit zu den leistungsstärksten Erweiterungen gehört W3 Total Cache. Es speichert Seiten und Artikel zwischen und liefert diese dann lokal aus. Immer mehr Plug-ins sind inzwischen so programmiert, dass sie auf den Einsatz von Total Cache prüfen, um Querwirkungen zu vermeiden.

Die Komprimierung von Bibliotheken, CSS-Dateien und Skripten wird hier mit wenigen Mausklicks aktiviert. Es ist allerdings ratsam, vor allen Operationen mit dem Cache ein vollständiges Backup des Systems anzufertigen. Das gilt insbesondere für den Fall, dass Sie Skriptdateien komprimieren wollen.

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Ist die Option aktiviert, müssen die Seiten im Betrieb einmal vollständig funktional überprüft werden. Es kommt zwar in der Praxis nur selten vor, aber einige Skripte vertragen die Kompression nicht und funktionieren anschließend nicht mehr korrekt. Somit versteht sich fast von selbst, dass Experimente mit dem Cache nicht gerade zu Zeiten mit vielen Besuchern erfolgen sollten.

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Cloudfront von Amazon ist leistungsstark und schnell und trotzdem preiswert. Selbst für umfangreiche Sites dürften die Kosten für das CDN deutlich unter 20 Euro pro Monat betragen.

Medien schneller ausliefern

Die Auslieferung von Medien aus der Mediathek von Wordpress strapaziert den Server. Dass Fotos und Illustrationen nur in der maximal benötigten Auflösung und Größe auf dem Server landen sollten, versteht sich fast von selbst. Einen enormen Geschwindigkeitsgewinn erzielen Sie, wenn Sie für die Auslieferung der Bilder ein Content Delivery Network (CDN) nutzen. Dabei erfolgt die Übertragung der Bilder aus verschiedenen Servern parallel, wobei ein System gewählt wird, das sich in der geografischen Nähe des Nutzers befindet.

Bei der Einrichtung eines CDN haben Sie die Wahl zwischen den beiden grundsätzlichen Bauformen "Push" und "Pull". Beim Origin Push verhält sich das CDN wie ein zweiter Host. Sie laden alle Dateien, die Sie sonst lokal speichern würden, auf den Server des Anbieters.

Das hat den großen Vorteil, dass Sie auf die Mediendateien problemlos auch dann zugreifen können, wenn Sie den Hosting-Anbieter Ihres Auftritts wechseln oder Wordpress neu installieren müssen. Beim Origin Pull holt das CDN die Dateien von Ihrem Server ab und liefert diese aus, wenn sie von einem Browser abgerufen werden.

Erst nach diesem ersten Aufruf werden die Daten zwischengespeichert und vom Server ausgeliefert. Aus Sicht des Nutzers ergeben sich dabei allerdings keine Unterschiede.

Einfacher einzurichten ist die Pull-Variante. Eine sehr preiswerte Option für den Betrieb eines eigenen CDN ist die Verwendung der Amazon Infrastruktur Cloudfront. Am schnellsten eingerichtet ist der Zugang für Kunden, die bereits einmal etwas bei Amazon gekauft haben. Dann werden die fälligen Gebühren über den voreingestellten Bezahlweg beglichen. Unter aws.amazon.com können Sie Ihr Konto einrichten. Ist dieser Vorgang erfolgreich verlaufen, besuchen Sie die AWS-Konsole und wechseln dort in den Bereich Cloudfront.

Legen Sie dort mit Create Distribution das CDN an und nutzen Sie als Typ Origin Pull. Belassen Sie es am besten bei den Voreinstellungen. In den Optionen haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, einen CName Eintrag anzulegen. So wird als URL für die ausgelieferte Grafik nicht eine kryptisch anmutende Amazon-Adresse verwendet, sondern etwa "cdn.<ihredomain>. <tld>". Diesen Schritt machen Sie aber am besten erst, wenn die Auslieferung an und für sich funktioniert hat.

Am einfachsten wird die Konfiguration, wenn Sie das bereits erwähnte Plug-in W3 Total Cache einsetzen. Es verfügt über einen eigenen CDN-Bereich, der auch auf Cloudfront vorbereitet ist und die Einrichtung besonders leicht macht. Hinterlegt werden müssen dabei lediglich der Name der Distribution sowie die Zugangsdaten in Form der geheimen Schlüssel.

Die Preise für Spezialangebote für das Hosting von Wordpress und dedizierten Servern liegen nicht allzu weit auseinander. Wer weiß, an welchen Stellen er schrauben muss, kann seine Installation deutlich beschleunigen. Arbeit und Zeit sparen Sie sich natürlich bei der Buchung eines Spezialangebots.

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