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Schnelle Alternativen zu DSL

Glaubt man den Telekommunikationsfirmen, kann nahezu jeder DSL bekommen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Aber es gibt Alternativen: schnelles Internet via Kabel, Satellit oder UMTS. PCgo erklärt, was die Alternativen kosten und was Sie dafür benötigen.

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Mittlerweile gibt es zu DSL einige Konkurrenten.

Schnelles Internet wird heute mit dem Kürzel DSL verbunden und diese drei Buchstaben teilen die Gesellschaft in zwei Klassen: Die einen können DSL bekommen und die anderen nicht. Je größer der Anteil der DSL-Nutzer wird, desto geringer wird die Aufmerksamkeit, die den langsamen Modem-Enten entgegengebracht wird.Telekom-Chef Rene Obermann spricht inzwischen von einer bundesweiten Abdeckung von 98 Prozent. Dennoch können rund 600 Gemeinden in Deutschland ihren Bürgern keinen Breitbandanschluss bieten, obwohl eine entsprechende Nachfrage besteht. Es handelt sich dabei meistens um dünn besiedelte ländliche Gebiete, die für die Breitband-Anbieter unrentabel sind. Auch die vom Wirtschaftsministerium herausgegebenen Karten zeigen noch viele weiße Flecken. Zudem können viele Mitbürger nur eine langsame Leitung bekommen. Selbst Privatanwender verstehen heute unter schnellem Internet eine Datenrate von 6.000 kbit/s oder sogar 16.000 kbit/s. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht deshalb in der Bundesrepublik drei Millionen Haushalte mit etwa fünf Millionen Menschen unterversorgt.

Prüfen, was geht

Eine konkrete Einzelprüfung, ob DSL verfügbar ist, kann man nicht anhand von Landkarten, sondern nur über einen konkreten Test durchführen. Am besten mithilfe der Testseite der Telekom, da diese die meisten Anschlussgebiete versorgt. Die Wettbewerber der Telekom bieten DSL vor allem in Ballungsräumen an, weil sie sich dort die größten Gewinne versprechen. Hier ist aber auch die Telekom mit ihren Produkten präsent, sodass die Wettbewerber die Versorgung der Bevölkerung nicht oder nur ganz wenig verbessern. Die Gründe dafür, dass jemand kein DSL bekommen kann oder nicht mit der gewünschten Geschwindigkeit bekommt, sind technischer Natur: DSL, genauer ADSL, funktioniert nur über Kupferkabel. Wer schon moderne Glasfaserkabel im Haus hat, kann zwar schnelles Internet bekommen, aber nur teurere Leitungen. ADSL braucht zudem spezielle Verteilertechnik, die aber meist schon installiert ist. Probleme bereitet die maximale Dämpfung der Kupferleitung. Nur wenn diese nicht überschritten wird, kann ADSL funktionieren und das ist nur dann der Fall, wenn die Leitung zwischen Ortsvermittlungsstelle und Hausanschluss nicht zu lang ist. Allgemeine Aussagen für die maximale Länge sind wenig sinnvoll, deshalb sei hier noch einmal auf die konkrete Prüfung auf der T-Online-Seite verwiesen. Viele abseits gelegene Haushalte sind von dieser "DSLSchwäche" betroffen und können deswegen nicht versorgt werden. Eine weitere Einschränkung ist, dass nicht über jede Kupferader der Leitung zugleich DSL-Verbindungen laufen dürfen, da diese sich sonst zu stark stören. An jeder Ortsvermittlungsstelle gibt es deshalb eine Höchstzahl an Anschlussmöglichkeiten.

Welche Alternativen gibt es?

Die gute Nachricht: Internet ist nicht zwingend an eine Telefonleitung gebunden, nicht einmal ein Kabel muss es sein, per Funk geht das auch. Die schlechte Nachricht: Auch die Anbieter von Alternativen versuchen, möglichst wirtschaftlich zu arbeiten, und starten ihre Angebote deshalb in den Ballungsgebieten. Einzige Ausnahme: Internet via Satellit ist technisch überall möglich, allerdings etwas aufwendiger in Sachen Hardware. Außerdem gibt es schnelle Internetzugänge über das TV-Kabel, per Mobilfunk (UMTS), über den Funkstandard WiMax und in einigen Städten auch per Powerline über die Stromleitung.

Internet via Satellit

Schon seit mehr als zehn Jahren senden Fernsehsatelliten das TV-Programm in Form digitaler Signale, zudem können Satelliten riesige Datenraten pro Sekunde bewältigen. Was liegt also näher, als auch Internet-Daten per Satellit auszustrahlen? Ein Problem liegt allerdings darin, dass der Satellit erfahren muss, welche Internetseite ein Anwender jetzt gerade sehen will. Schließlich ist Internet interaktiv und man braucht folglich einen Rückkanal. Der kann entweder per Telefonleitung realisiert werden oder über eine sendefähige Satellitenantenne (Schüssel). Normale Sat-Schüsseln können nur Daten empfangen. Bei Lösungen mit Rückkanal via Telefonleitung wird eine Datenverbindung via Modem oder ISDN zum Anbieter aufgesetzt. Darüber fließen alle Daten, die zum Internet gesendet werden. Also beispielsweise die Anforderung der Seite www.magnus.de. Der Anbieter schickt diese Daten zum Satelliten und der strahlt die HTMLDaten von magnus.de kurz darauf aus und die eigene Schüssel kann sie empfangen. Das klappt so auch ganz gut. Problematisch wird's allerdings, wenn man 72 Fotos zum Internet-Anbieter schicken möchte, der daraus ein Fotobuch zusammenstellen soll. Dafür hat man eben kein DSL-Tempo, sondern lediglich Modem- oder ISDN-Geschwindigkeit zur Verfügung. Eine echte Alternative zum DSL-Anschluss ist deshalb nur eine Satellitenverbindung mit einer sendefähigen Antenne.

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Schematischer Aufbau einer Anlage für Internet via Satellit mit sendefähiger Antenne.

Ob Internet per Satellit eine Alternative ist, steht auf Seite 2...

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TV-Kabeldose mit zusätzlicher Datenleitung.

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