Was kostet die Welt?

Schnäppchenjagd: Preiswert international einkaufen

China ist weit weg, doch zum Online-Shoppen nah genug. Erstaunlich viel gibt es dort billiger. Aber auch andere Länder locken mit Tiefpreisen. PC-Magazin erklärt, wann sich der Einkauf in Übersee lohnt und wo versteckte Kosten lauern.

  1. Schnäppchenjagd: Preiswert international einkaufen
  2. Online-Einkauf in den USA
e-Commerce - Shop - Online-Handel

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Wer sich für hochwertige Fahrradscheinwerfer interessiert, erschrickt bei Preisen zwischen 500 und 1000 Euro - so viel kosten Frontlampen der Oberklasse hierzulande tatsächlich. Ob ein solcher Preis gerechtfertigt ist oder nicht, sei dahingestellt.

Fakt ist, asiatische Online-Händler bieten superhelle Fahrradscheinwerfer schon für umgerechnet 100 Euro inklusive Versand. Absolut seriös, die qualitativ hochwertige Ware kommt tatsächlich beim Empfänger an - PC Magazin hat es anonym ausprobiert.

Selbstverständlich haben solche Lampen kein deutsches Prüfzeichen, doch wer sich mit seinen Mountainbike-Kollegen im Dunklen nicht zuletzt deshalb trifft, um ein bisschen mit der neuesten Technik zu prahlen, dürfte sich davon kaum beeindrucken lassen.

Die Fahrradscheinwerfer sind ein willkürlich herausgegriffenes Beispiel, die Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen. So kostet eine Lithiumbatterie vom Typ CR123 in Deutschland selbst beim Drogeriediscounter zwischen fünf und zehn Euro, bei chinesischen Online-Shops wie DealExtreme.com oder Focalprice.com zahlt man weniger als vier Euro - für das 5er-Pack.

Meist werden die Online-Preise zunächst in US-Dollar angezeigt und erst beim Bezahlen per Paypal in Euro umgerechnet. Dank des eBay-Bezahlsystems ist das Shoppen dort übrigens so einfach wie gewohnt.

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Superhelle Fahrradscheinwerfer gibt es online in Fernost vergleichsweise preiswert.

Selbst bei Kleinteilen wie Batterien oder Ähnlichem ist der Einkauf in China attraktiv, weil die Shops ihre Waren in aller Regel kostenlos versenden. Porto und Versand sind bei den "Free Shipping"-Preisen bereits eingerechnet. Und da viele Artikel unter der für den Zoll wichtigen Preisgrenze von 22 Euro liegen, kommen nachträglich keinerlei versteckte Kosten hinzu.

Wer beim Kauf von mehreren Teilen insgesamt über diesen 22 Euro liegt, splittet die Bestellung einfach und lässt sich die Artikel einzeln schicken - dank des kostenlosen Portos kostet dies nichts extra. Das Einkaufsangebot ist dabei keineswegs auf technische Artikel beschränkt: Wer ein preiswertes Brautkleid sucht, findet ebenfalls eine riesige Auswahl mit Preisen um 100 Euro (z.B. auf www.dinodirect.com ).

In Deutschland kostet es etwa das 10-fache, darin sind Zusatzkosten für mögliche Änderungen und Zubehör wie Schleier oder Schuhe nicht einmal drin. Sie sind also in jedem Fall noch hinzuzurechnen. Im ersten Augenblick ist ein Hochzeitskleid aus China sicher nicht jedermanns Sache. Auf der anderen Seite lässt sich das eingesparte Geld auf der Hochzeitsreise sicher sinnvoller ausgeben, argumentieren Anhänger des "Smart Wedding".

Eine auch nur annähernd vollständige Liste chinesischer Online-Shops macht keinen Sinn: zu riesig ist der Markt, zu speziell die einzelnen Shop-Angebote. Sinnvoller ist es, direkt nach den englischen Artikelbegriffen und "China", "online", "shops" oder Ähnlichem zu googeln.

Beim Online-Kauf ist nicht stets gleich ersichtlich, dass er in China stattfindet: Wer beim deutschen Optiker Brille24.de bestellt oder sich über die deutsche Telefonnummer beraten lässt, denkt vermutlich in keiner Weise an Fernost. Doch nicht nur Gestelle und Gläser kommen bei Brille24.de aus China, sie werden sogar dort zusammengesetzt und aus Übersee an die Kunden in Deutschland verschickt.

Versteckte Kosten

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Ein Brautkleid aus China? Verrückt sagen die einen, clever die anderen.

Während bei der Direktbestellung von Kleinteilen aus Fernost vor allem Lieferzeiten von etwa drei Wochen stören, kommen bei teureren Artikeln je nach Einkaufsland noch Zoll und Gebühren hinzu. Generell wird auf Waren, die in anderen Ländern der Europäischen Union gekauft werden, keinerlei Zoll erhoben: "Der Kunde zahlt im EU-Ausland den dort geltenden Umsatzsteuersatz", erklärt Thomas Meister, Pressesprecher beim Hauptzollamt München.

In Deutschland wird dann keine weitere Mehrwertsteuer fällig. Bei Bestellungen aus dem Nicht-EU-Ausland werden bei einem Warenwert von weniger als den bereits genannten 22 Euro pro Sendung ebenfalls keinerlei Zoll oder Einfuhrumsatzsteuer fällig.

Übersteigt der Wert der Sendung inklusive der ausländischen Umsatzsteuer sowie dem Porto diese Preisgrenze, ist die Umsatzeinfuhrsteuer in Höhe der Mehrwertsteuer (19 Prozent) zu zahlen. Nur für private Geschenke gilt eine Freigrenze von 45 Euro, keineswegs aber bei kommerziellen Händlern - auch dann nicht, wenn diese eine Sendung als gift deklarieren.

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