Gefahr für Kinder im Cyberspace?

Saubere Räume, Tipps zum risikofreien Chatten

Um Kinder dafür zu sensibilisieren, helfen Verbote natürlich wenig. Wichtiger ist es, über die Problematik der Kommunikation im Web-2.0-Zeitalter zu reden. Da helfen Videos und Broschüren, die von Verbraucherschützern oder Familienministerium zur Verfügung gestellt werden, ebenso wie klare Regeln für die Internetnutzung (s. Weblink). Aber Kinder müssen sich nicht in risikobehafteten Chaträumen bewegen, wenn sie im Internet Freunde treffen wollen.

Vorsicht auf Kinderseiten

© Archiv

Auf Kinderwebseiten gibt es moderierte Chats, Spiele und jede Menge kindgerechter Inhalte.

Es gibt auch einige speziell für Kinder eingerichtete Netzwerke, bei denen Chats moderiert werden. Auffälliges Verhalten und anstößige Inhalte werden da von Moderatoren ausgefiltert. Attraktiv werden solche Kinderseiten zusätzlich durch kindgerechte Spiele und Foren. Das Kinderportal Panfu geht sogar so weit und bietet einen sogenannten "Hochsicherheits- Chat" an. Um mit anderen Kindern zu plaudern, sind nur vorgefertigte Begrüßungen, Redewendungen und Dialoge erlaubt. Diese suchen die Kinder aus einem Menü aus. Empfohlen wird dieser Sauberchat für Grundschulkinder, die einfach miteinander ins Gespräch kommen wollen.

Gleichwohl diese Seiten für Kinder spannend gemacht sind, wird kaum jemand verhindern können, dass sich auch die Jüngsten auf Seiten wie YouTube oder Clipfish aktiv sind. Sie finden dort Witziges und Kurioses, können selbst aktiv werden und Inhalte dort einstellen oder Videos kommentieren. Aber gerade diese Videoplattformen sind nach Auskunft von jugendschutz.net besonders problematisch. So fand jugendschutz. net bei Recherchen im Jahr 2008 bei YouTube 1.330 Videos mit unzulässigen rechtsextremen Inhalten. Diese unzulässigen Videos werden auch als Fundstellen bei den großen Suchmaschinen gelistet, kritisieren die Jugenschützer. Zwar wurden die beanstandeten Inhalte gelöscht, doch tauchen ähnliche ebenso schnell dort wieder auf. Deswegen fordert jugendschutz.net von Betreibern von Videoplattformen und sozialen Netzwerken umfassende Schutzkonzepte, die sowohl technische Maßnahmen als auch redaktionelle Kontrollen umfassen. Überprüfen und steuern können Eltern das Surfverhalten ihrer Kinder, indem sie zum Beispiel eine Kindersicherung einsetzen. Das kann eine Software oder eine Einstellung im Internet-Router (etwa bei der Fritz!Box) sein. Über eine Kindersicherung regeln Eltern nicht nur, welche Webseiten für die Kleinen verboten sind, sondern auch, wie lange die Kinder im Internet unterwegs sein dürfen. Dazu lassen sich bestimmte Zeiten einstellen. Links & Tools zu diesem Artikel finden Sie unter www.magnus.de/go/10011005

10 Tipps: Risikofrei chatten

1. Sichere Chaträume suchen Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind sichere Chatrooms aus und tragen Sie diese Adressen als Favorit ein. Sie sollten sich nicht in Foren für Erwachsene bewegen.2. Chatregeln besprechen Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was beim Chatten zu beachten ist. Persönliche Daten wie der Nachname, Adresse und Telefonnummern haben dort nichts zu suchen.3. Chatkontakte diskutieren Reden Sie mit Ihrem Kind möglichst über seine Kontakte in Chaträumen. 4. Vorsicht beim Tauschen von Fotos Achten Sie darauf, dass Ihr Kind möglichst keine Fotos mit Chatpartnern austauscht. Sie könnten im Gegenzug schockierende pornografische Bilder erhalten oder mit den eigenen Fotos unter Druck gesetzt werden.

5. Chatpartner nicht treffen Achten Sie darauf, dass sich ihr Kind niemals mit einem Chatpartner trifft.6. Mit Chats vertraut machen Melden Sie sich selbst in einem Chat an, statt einfach Verbote auszusprechen.7. Belästigungen ernst nehmen Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was sie tun können, wenn es zu Beleidigungen oder Belästigungen gekommen ist. Melden Sie Auffälligkeiten und Verstöße sofort beim Chatbetreiber. Sexuelle Belästigung oder rechtsextreme Beiträge sind verboten und sollten angezeigt werden.8. Protokollieren von Verstößen Notieren Sie bei eindeutigen Belästigungen Datum und Uhrzeit des Vorfalls. Schreiben Sie alle Infos zu dem Belästiger auf und kopieren Sie die fragliche Korrespondenz. 9. Kindersicherung einsetzen Ein guter Schutz neben Gesprächen sind Kindersicherungen. Dort legen Sie fest, wie lange und wo Ihr Kind surfen darf.10. Infoseiten für Kinder Zeigen Sie Ihren Kindern die verschiedenen Werbespots und Webseiten für sicheres Chatten, um auf die Gefahren im Web auf andere Weise aufmerksam zu machen.

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