Satzspiegel
Tipp
Gar nicht nutzen kann der Webdesigner die Palette der unzähligen Schriften (Fonts), die bereits mit dem Betriebssystem auf dem lokalen Computer installiert ist. Nach wie vor sind nur die Fonts Times New Roman/Times, Arial/Helvetica, Courier und Verdana verlässlich, da sie weitgehend plattformübergreifend zur Verfügung stehen.
Experimentieren Sie also nicht mit ausgefallenen und unter Umständen ohnehin nicht gut lesbaren Schriften. Im Zweifelsfall gibt der Programmierer deshalb zusätzlich zum favorisierten Font mit font-family noch einen allgemeinen Typ an: sans-serif oder serif an. (CSS Anweisung: font-family: Arial, sans-serif;). So kann er wenigstens beeinflussen, ob die Seite eine klassische Antiqua (wie Times: serif) oder eher eine Grotesk (wie Arial: sans-serif) zeigt.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen die praktischen Grundlagen der Lesetypografie im Webdesign. Das menschliche Auge ist stets bestrebt, Unterschiede im Gesehenen herauszubilden. Umso mehr wir ihm die Arbeit abnehmen, umso augenfreundlicher wird unsere zu vermittelnde Information. Das gilt natürlich ganz besonders für Typografie.
Satzspiegel
Die Verwendung von Spalten hat sich als lesefreundlich erwiesen, denn das Auge findet die nächste folgende Zeile schnell wieder, der Text kann im Zusammenhang gelesen und im Gehirn leichter und schneller verarbeitet werden. Im Internet wäre eine Spaltenaufteilung wegen der üblichen Scrollbalken unpraktischer.
Dennoch ist es sehr vorteilhaft, Texte nicht zu weit nach rechts auslaufen zu lassen. Bedienen Sie sich im Prinzip einer einspaltigen Textdarstellung, wie es große Nachrichtenmagazine vormachen. Ein Textcontainer mit 400 bis 450 Pixel Breite reicht oft aus.
Der beliebte Blocksatz bietet sich nicht unbedingt im Internet an. Vermeintlich sieht der Textkasten zwar aufgeräumter aus, aber der Lesefluss leidet durch die nun entstandenen unregelmäßigen Lücken zwischen den Wörtern.
Moderne Desktop-Software, die für Layouts und das Setzen der Texte für gedruckte Magazine benutzt wird, gleicht diesen Umstand durch automatische Silbentrennung und andere Methoden geschickt aus. Einem Browser steht diese moderne mikrotypografische Schriftsatztechnik aber nicht zur Verfügung.
Kontraste
Auch ein hoher Farbkontrast unterstützt das Auge bei seiner Wahrnehmungsleistung. In der Reduktion bleibt als ultimativer Kontrast Schwarz auf Weiß. Verzichten Sie bei reiner Lesetypografie auf den umgekehrten Fall, wie auch auf Farbexperimente aller Art.
Setzen Sie ein hierarchisches, der Orientierung auf einer Homepage dienendes, typografisches Farbsystem ein. Überschriften können durchaus farblich hervorgehoben werden, Kurzzusammenfassungen am Anfang eines Artikels heben sich am besten durch höheren Schwarzanteil, also durch Fettdruck (Bold) hervor.
Kursive
Kursive (schräg gestellte) Fonts sind im Allgemeinen schlechter zu lesen, auf einem Monitor sogar ganz besonders. Der Einsatz einer Kursiven böte sich vielleicht für Bildunterschriften, Nennung einer Autorenschaft oder eine sehr kurze sekundäre Randnotiz an. Kursive lassen sich etwas besser lesen, wenn man sie ein wenig mehr spationiert (Kerning), also etwas mehr Laufweite zwischen den Buchstaben dazugibt (CSS Anweisung: letter-spacing: 1px;).