Sat-Technik erklärt

Sat-Technik erklärt: So entwirren sie das Fachkauderwelsch

Wer eine Satellitenanlage installieren will, wird mit zahlreichen Fachausdrücken konfrontiert. Wir helfen Ihnen, das Fachchinesisch zu verstehen, und erläutern die wichtigsten Begriffe.

Satelliten-Schüssel

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Sat-Technik erklärt in Bildern

Wer eine Satellitenanlage installieren will, wird mit zahlreichen Fachausdrücken konfrontiert. Wir helfen Ihnen, das Fachchinesisch zu verstehen, und erläutern die wichtigsten Begriffe.

CAM-Modul

Conditional-Access-Module sind Entschlüsselungseinrichtungen für Pay-TV. Jedes verschlüsselte Übertragungsverfahren benötigt ein eigenes CAM-Modul, das in der Set-Top-Box eingebaut ist oder in diese eingesteckt wird.Die Set-Top-Box verfügt über ein Kartenlesegerät oder über eine standardisierte Schnittstelle für die CAM-Module. Es gibt aber auch Receiver mit integriertem Common Interface (CI), in das ein CAM-Modul eingesetzt wird. In das CAM-Modul wiederum wird eine Smartcard des jeweiligen Pay-TV-Anbieters eingeschoben.

Cam-Module

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Cam-Module

Die Karte gibt den verschlüsselten Datenstrom über das Common Interface an das CAM-Modul, das die Fernsehdaten entschlüsselt. Diese können dann weiterverarbeitet, wiedergegeben oder aufgezeichnet werden.

DiSEqC

DiSEqC (Digital Satellite Equipment Control) ist ein digitales System zum Ansteuern komplexer Satellitenanlagen mit Motor oder mehreren LNBs. Fast alle modernen Receiver können eine oder mehrere DiSEqC-Varianten aus-geben. DiSEqC braucht man erst, wenn man zwei oder mehr Sat-Positionen ansteuert. Für einfache Astra-Anlagen ist es unnötig.

DiSEqC

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DiSEqC

DiSEqC bezeichnet daher eine Datenübertragungstechnik zwischen SAT-Receiver und Multiswitch bzw. Sat-Antenne, die wesentlich flexibler als die 13/18-Volt- und 22-kHz-Technik ist (die zwei Bit übertragen kann und damit maximal das Umschalten zwischen vier Feeds erlaubt). Die Signale werden von TV-Satelliten ausgestrahlt.

DiSEqC kennt verschiedene Versionen:

DiSEqC

  • DiSEqC 1.0 ist die gebräuchlichste Variante, die praktisch jeder moderne Receiver beherrscht. Sie ermöglicht eine Umschaltung zwischen maximal vier LNBs. Dafür werden die DiSEqC-Befehle "Position" und "Option" verwendet,die jeweils die Werte 0 oder 1 annehmen können. Daraus ergeben sich vier Schaltmöglichkeiten zur Ansteuerung der Sat-Position.
  • DiSEqC 1.1 ist eine Erweiterung von 1.0 und zu diesem voll abwärtskompatibel. Es enthält vier weitere Schaltkriterien, so dass insgesamt 64 Sat-Positionen angewählt werden können. Außerdem unterstützt es kaskadierte (hintereinander geschaltete) DiSEqC-Schalter.
  • DiSEqC 1.2 dient der Ansteuerung eines Motors für Drehanlagen. Der Motor kann verschiedene Positionen speichern, die dann per DiSEqC 1.2 automatisch angefahren werden.
  • Die DiSEqC-Varianten 2.0, 2.1 und 2.2 entsprechen den 1.x-Varianten. Zusätzlich beherrschen sie die bidirektio- nale Kommunikation zwischen Schalter und Receiver. Dadurch kann der Receiver die Konfiguration der Anlage selbstständig erkennen.

Weitere Informationen und nähere Erläuterungen finden Sie auf unserer Homepage unter video.magnus.de.

DVB

Für jede Set-Top-Box ist das DVB-Logo ein Muss. DVB steht für Digital Video Broadcasting und bezeichnet den weltweiten Standard für die Übertragung digitaler Fernsehprogramme. Im DVB-Standard sind bestimmte Parameter für die Verbreitung und den Empfang digitaler TV-Kanäle festgelegt, an die sich jedes Mitglied des DVB-Konsortiums halten muss, wenn es für seine Produkte das begehrte Logo erhalten will.

Logo DVB Digital Video Broadcasting

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Logo DVB Digital Video Broadcasting

Folgende DVB-Receiver gibt es:

DVB

  • DVB-S: Empfang über Satellit.
  • DVB-C: Empfang über den Kabelanschluss. DVB-T: Terrestrisches Digitalfernsehen über die Hausantenne.
  • DVB-T ist der Standard für die Übertragung digitaler Fernsehprogramme über die Dach- oder Zimmerantenne. Für eine bessere Unterscheidung zwischen DVB-T-Boxen und Satelliten-Receivern werden die Antennen-Empfänger mit diesem Label versehen, denn eine DVB-T-Box kann keine Programme empfangen, die über Satellit oder Kabel ausgestrahlt werden. So soll der Verbraucher gleich zur richtigen Box finden.

EPG

Als Electronic Program Guide, zu Deutsch: elektronische Programmzeitschrift, bezeichnet man die digitale Variante einer gedruckten Zeitschrift für Fernsehprogramme und Radioprogramme, die im Empfangsgerät integriert ist. Mit Hilfe des EPG kann man sich das laufende und kommende Fernseh- oder Radioprogramm anzeigen lassen.

Elektronischer Programmführer

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Elektronischer Programmführer

Die Programmübersicht beinhaltet mindestens den Titel, die Uhrzeit und die Dauer jeder Sendung. Zusätzlich können zu den einzelnen Sendungen kurze Beschreibungen des Inhalts - bei einigen EPG-Formaten auch mit Bildern - angezeigt werden. Aufgrund der Integration ins Empfangsgerät lässt sich aus dem EPG heraus das Programm umschalten oder die Aufnahme einer ausgewählten Sendung programmieren.

F-Stecker

Der F-Stecker ist ein HF-Stecker für Koaxialkabel, speziell für hohe Frequenzen bis zu einem GHz. Er wird vorwiegend in der Fernseh- und Satelliten-Empfangstechnik eingesetzt und eignet sich in den verschiedenen Ausführungen für 75-Ohm-Koaxial-kabel mit 4 mm, 5,2 mm, 6,1 mm und 7 mm Durchmesser.Der Außendurchmesser beträgt 9,2 mm. Um eine höchstmögliche HF-Dichtigkeit zu erreichen, hat der Stecker einen Schraubverschluss.

F-Stecker

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F-Stecker

LNB

Der Low Noise Block Converter ist das Empfangsteil, welches vor jede Satellitenschüssel geschraubt wird. Er wandelt die hohen Signalfrequenzen in niedrige um und verstärkt sie dabei. Ist eine analoge Sat-Empfangsanlage vorhanden und will man auf digitalen Empfang umrüsten, kann der dort genutzte LNB unter Umständen weiterverwendet werden. Es muss aber eine Prüfung auf Digital-tauglichkeit erfolgen.

Analoge LNBs unterscheiden sich von digitalen dadurch, dass erstere nur Signale im unteren Frequenzbereich, dem Low-Band (Frequenzen von 10.700 bis 11.700 MHz bzw. 10,7 bis 11,7 GHz), empfangen können. Digitale Sender senden auf dem Low-Band sowie auf dem oberen Frequenzband, dem sogenannten High-Band (Frequenzen von 11.700 bis 12.750 MHz bzw. 11,7 bis 12,75 GHz). Universal-LNBs können umschalten und beide Frequenzbänder empfangen.

Multi-Feed-Halter

Fachbegriff für Außeneinheiten zum Empfang verschiedener Satelliten. Ein Multi-Feed arbeitet mit mehreren LNBs zum Empfang der verschieden angepeilten Satelliten. Multi-Feed-Antennen werden auf den jeweiligen Satelliten mit dem schwächsten Empfangssignal ausgerichtet, die Signale der leistungsstärkeren Satelliten werden im "Schiel-Effekt" über einen oder mehrere zusätzliche, neben dem eigentlichen Brennpunkt des Parabolspiegels angeordneten LNBs empfangen.

Multi-Feed-Halter

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Multi-Feed-Halter

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