World-Wide-TV

Samsung und Philips

Guter Ansatz

Samsungs gehobene Klasse an Fernsehern bietet sowohl Internet-Funktionen, als auch neben dem Mediaplayer einen Menüpunkt namens Content Library. Dort gibt es Bilder aus den Bereichen Kunst, Natur und Tiere, Rezepte, Spiele (derzeit Bowling und ein Knobelspiel), eine Kinder-Rubrik mit englischen Liedern und Texten sowie einen Wellness-Bereich mit Chillout-Musik, Fitness-Übungen und Massage-Tipps.

In Sachen Internet bietet auch Samsungs TV eher wenig: Man hat Zugriff auf YouTube-Videos, allerdings nur in den SD-Varianten, kann Yahoo News, Yahoo Weather sowie Yahoo Finance abrufen, flickr-Bilder ansehen und Sudoku spielen - weitere Widgets sollen folgen. Diese Widgets klappen zunächst links devon unten nach oben auf und legen sich halbtransparent über das laufende Fernsehbild.

Auf Wunsch kann man das Fernsehbild auch verkleinern, sodass es rechts neben dem aufgeklappten Widget steht. Die YouTube-Oberfläche öffnet sich allerdings nach Auswahl eines Punktes aus dem Widget-Menü ebenso bildschirmfüllend wie das Sudoku-Spiel. Während der Platz der Widgets für Wettermeldungen und neueste Aktienwerte ausreicht, langt es bei den Yahoo News für gerade mal ein oder zwei Sätze.

Was aber tatsächlich stört, ist die langsame Reaktion auf Tastendrücke bei unserem Modell Samsung UE40B8090. Bis auf ein kurzes Blinken der Fernseherbeleuchtung gibt es im Widget-Hauptmenü keinerlei Hinweis darauf, ob die integrierte Software den Fernbedienungsbefehl registriert hat. Auch einen Fortschrittsbalken sucht man vergeblich. Hinzu kommt, dass das Navigieren im Menü von einem Punkt zum nächsten länger als eine halbe Sekunde dauert.

Im YouTube-Bereich offenbart sich die nächste Schwäche: Die Software beherrscht keine SMS-ähnliche Schnelleingabe über die Zahlentasten, sondern man muss Buchstabe für Buchstabe durch ein angezeigtes Tastaturfeld navigieren - hier wenigstens mit rund 1/4 Sekunde Reaktionszeit. Hat man einen weiteren Buchstaben eingegeben, sucht die Software nach passenden Videos und zeigt ihr Thumbnail mit Kurzbeschreibung im rechten Bildschirmbereich an.

Das bringt den Prozessor ins Schwitzen, denn während der Suche wird die Cursorsteuerung deutlich träger. Bei Angabe mehrerer Schlagwörter wird anscheinend nicht nach den einzelnen Begriffen gesucht, sondern nach der kompletten Phrase. Auch eine Anmeldung an den eigenen YouTube-Account ist nicht möglich. Trotz all dieser Kritik am Internet-Modus reicht es für einen gelegentlichen Blick in die News und die beliebtesten YouTube-Videos aus. Dafür kann das Gerät eher als Mediaplayer punkten - mehr dazu im separaten Kasten.

Web-TV

Fernseher mit Multimedia-Funktionen

© Archiv

Der Samsung-Fernseher zeigt die meisten Webfunktionen als Widget an, manchmal, wie beim YouTube-Widget, geht es auch in den Fullscreen-Modus.

Wenn auf einen Fernseher der Begriff Internet-TV passt, dann am ehesten auf die Philips-Modelle, in unserem Fall den Philips 52PFL9704H/12. Gleich auf der Startseite der Internet-Funktion, dem eine optionale Registrierung vorangeht, bekommt man 20 Links angeboten, darunter YouTube, eBay, tagesschau, Bild.de, Kino.de, Kicker, wetter.com, Welt Online.

Wer "Alle Dienste anzeigen" auswählt, bekommt noch mehr Links nach Kategorien sortiert angeboten. Wem auch das nicht reicht, kann auch eigene URLs angeben. Allerdings gibt es hier gewaltige Unterschiede: Die von Philips präsentierten Dienste sind für die Betrachtung am Fernseher aus mehreren Metern Entfernung optimiert.

Eigene URLs erscheinen dagegen meist in dem normalen, vom PC bekannten Look - kein Wunder, arbeitet doch der Opera-Browser im Hintergrund. Hier gibt es allerdings auch Einschränkungen: Zunächst unterstützt der Fernseher kein Flash - was auch in Bezug auf die Navigation schwierig sein könnte, denn der Cursor ist nicht frei steuerbar sondern springt auf einer Webseite von Link zu Link. Ein zweiter Punkt, der derzeit noch zum Nachteil gereichen kann, sind die übertragenen User-Agent-Daten: Der Fernseher meldet sich mit der Kennung:

Opera/9.50 (Linux mips; U; CE-HTML/1.0 (<profilelist><ui_profile name=\"PHILIPS_OLS_2008\"/></profilelist>; en)

an einem Webserver an. Zunächst einmal muss der Webserver mit der CE-HTML-Kennung umgehen können. Zum Zweiten muss er den Profilnamen in spitzen Klammern, der auch zur Identifizierung des Gerätes am Philips-Server benötigt wird, ignorieren oder zumindest dafür sorgen, dass die Anfrage nicht abgewiesen wird. Weiter kann es passieren, dass man, wie es zu Redaktionsschluss bei Spiegel.de der Fall war, auf die abgespeckte Seite für mobile Endgeräte weitergeleitet wird.

Bei Philips wird das TV-Bild vollständig durch das Internet-Menü ersetzt - mal eben neben dem Fernsehen Zusatzinformationen abrufen, funktioniert also derzeit nicht. Bei YouTube (auch hier derzeit nur in SD) und anderen Diensten kann man sich nicht nur anmelden, sondern auch per SMS-Eingabefeld Suchbegriffe eingeben. Sogar Bestellungen bei PosterXXL sind möglich.

Bildergalerie

Fernseher mit Multimedia-Funktionen
Galerie

Insgesamt trübt aber auch hier die träge Navigation mit 0,5 Sekunden Reaktionszeit die Freude - nach ein oder zwei Stunden des Ausprobierens treten gewissen Ermüdungserscheinungen auf, die dazu führen, dass man nur noch eine Auswahl an Diensten regelmäßiger nutzen wird. Und auch das Blättern in YouTube oder eBay ist doch eher eine Sache, wenn man sich viel Zeit nimmt oder der PC gerade nicht greifbar ist.

Mehr zum Thema

übersicht, router, pc, provider
DHCP-Server richtig einsetzen

Wer zu Hause ein Netzwerk aufbaut, sollte über DHCP Bescheid wissen. Denn so vermeiden Sie Frust und Fehlfunktionen im heimischen LAN.
western digital, App, Photos, Adroid, iOS, live hub
Streaming Clients

Wer ein WD TV Live Hub Media Center besitzt und für WDs Remote Access Service registriert ist, der kann mit der neuen Photos-App von Western Digital…
Der Siegeszug der Webradios
Internet killed the Radiostar

Webradio liegt im Trend, keine Frage. Dennoch ärgern sich noch viele mit den wackeligen Antennen und rauschenden Signalen ihrer Analoggeräte herum.…
Videoschnittprogramme im Vergleichstest
Blu-rays böse Stiefkinder

Das HD-Zeitalter ist inzwischen auch bei Mediaplayern und Streaming-Clients angekommen: Full-HD-Wiedergabe ist Standard und bereits für unter 100…
Neue HD-Mediaplayer im Überblick
Nachzügler

Die Anzahl der Hersteller, die HD-Mediaplayer mit in ihr Portfolio aufnehmen, wird immer größer. Aber es sind nicht einfach nur Clones bereits…