In fernen Netzen

Richtig reisen mit dem Laptop

Wer mit den Laptop unterwegs ist, setzt sich einer doppelten Gefahr aus. Nicht nur das Gerät kann abhanden kommen, sondern unabhängig davon auch die persönlichen Daten darauf. Doch Sie können sich schützen.

  1. Richtig reisen mit dem Laptop
  2. Internet finden
  3. WLAN-Hotspots
Laptop, urlaub, strand

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Laptop, urlaub, strand

Im Jahr 2010 machte die Software-Firma Acronis eine Umfrage unter hundert Münchner Taxifahrern, was auf deren Rückbänken und in den Kofferräumen zwischen Mai und Juli alles liegen geblieben ist. Neben Geldbörsen, Kreditkarten und Rubinschmuck fanden die Fahrer 61 Handys, 24 Smartphones, 9 Laptops und mehrere USB-Sticks.

Eine ähnliche Umfrage aus dem Jahr 2008 in London ergab, dass Gäste hochgerechnet 55 000 Handys, 3000 Laptops und 900 USB-Sticks jährlich im Taxi vergessen.

Niemand ist letztendlich gefeit davor, dass auf Reisen etwas abhanden kommt. Nicht nur die Hardware ist in Gefahr, sondern auch die darauf befindlichen Daten. Oft ist der Reisende in fremden, ungesicherten Netzen unterwegs, indem er seinen Rechner ins Hotelnetz stöpselt oder er sich in irgendein öffentliches WLAN einloggt.

Auch der US-Zoll zieht sich gelegentlich das komplette Abbild einer Festplatte oder die sizilianische Sonne ruiniert ein Gerät auf der Hutablage im Auto.

Reisevorbereitung

sicherheit

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Länder, deren Computer dem größten Infektionsrisiko via Internet ausgesetzt sind (Prozent der Computer)

Um es auf den Punkt zu bringen: Wer das Risiko eingeht, ein teures elektronisches Gerät auf Reisen mitzunehmen, sollte dessen physikalischen Verlust einkalkulieren. Gedanken über die Sicherheit der Daten darauf muss er sich vor der Reise gemacht haben. Am entspannendsten ist es jedoch, auf den eigenen Rechner im Urlaub zu verzichten.

Muss es doch ein Rechner sein, so sollten sich am besten keine persönlichen Daten darauf befinden. Im Gegenteil, diese sollten mit einem Lösch-Tool überschrieben sein, sodass sie sich vom Dieb nicht wieder herstellen lassen. Eine gute Alternative ist es, die persönlichen Daten verschlüsselt dabei zu haben.

Daten sicher löschen lassen sich sehr komfortabel mit dem Tool Eraser (www.heidi.ie/era ser/), das sowohl sichtbare Daten beseitigt, als auch Freiräume innerhalb von Partitionen, die noch Reste von Gelöschtem und Verschobenem enthalten. Daten, die sich außerhalb von Windows-Partitionen befinden, können so nicht gelöscht werden. Der Anwender muss in diesen Freiräumen zuvor Partitionen einrichten.

Linux-Anwender sollten sich mit dem Disk-Dump-Befehl (linuxwiki.de/dd) anfreunden:

dd if=/dev/zero of=/dev/hdaX

wobei X für die Partitionsnummer steht. Disk Dump lässt sich auch über ein Live-Linux wie Knoppix (www.knoppix.org) starten.

Nachdem der Anwender alle persönlichen Daten sicher vom Rechner beseitigt hat, beginnt er, die Daten zu verschlüsseln, die er tatsächlich mitnehmen will. Besitzer von Windows Ultimate oder Enterprise können Bitlocker verwenden, anderfalls hat sich die Open-Source-Lösung Truecrypt (www.truecrypt.org) bewährt, um eine größere Datenmenge auf einen Schlag zu schützen.

Die meisten Leser kennen True-Crypt, es sichert komplette Partitionen oder einen größeren Datencontainer. Die Handhabung ist einfach, verschlüsselte Daten, können beispielsweise automatisch beim Start in das Dateisystem gehängt werden - nach Eingabe des Passworts: Im Menü Favorites/Add mounted Filesystem as Favorit, dann mit der Option Mount selcted Volume upon logon.

Ähnlich ist der Befehl Mount selected Volume when its host device get connected, nur lädt das Programm gesicherte Daten von USB-Platten, sobald der Anwender diese eingesteckt hat.

Der Zoll kann Reisende übrigen in verschiedenen Ländern dazu zwingen, Passwörter für verschlüsselte Dateien herauszugeben. Sonst droht Beugungshaft. In den USA kann der Zoll das Gerät beschlagnahmen, wenn der Besitzer den Code nicht verrät. In solchen Fällen ist Verschlüsseln keine Lösung.

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