Tuning-Spezialisten

Stärke dur für das Heimkino

Sie verbessern das Bild, optimieren den Klang, zaubern schlicht das Beste aus Geräten und Räumen hervor - die Supertuner der Republik. HomeVision stellt Ihnen die großen Vier in einer Serie vor und gewährt Einblicke in das Schaffen der Profis.

Report: Die besten Tuning-Spezialisten der Republik / Teil 2

© Archiv

Nicht nur als Geschäftsführer von Home Entertainment Perfect, auch als Hobbykoch beweist Hartmut Bayer einen Hang zu stimmigen Rezepten.

Stärke dur

Teures Heimkino-Equipment, das nur Mittelmaß schafft? Einfache Ausstattung, aus der noch viel mehr herauszuholen wäre? Hartmut Bayer legt das Messauge an, zieht wenn nötig ein paar Strippen und verpasst Bild und Ton gekonnt den letzten Schliff.

Eigentlich bin ich gar kein Tuner!" sagt Hartmut Bayer, ein Mann, der seit 30 Jahren so lange hin und her verkabelt, testet, hört, sieht, misst, bis er das Optimum für Bild und Ton herausgekitzelt hat. Das Urgestein der Branche liefert die Erklärung für seine Einschätzung gleich hinterher: "An den Produkten selbst verändere ich ja nichts, sondern kümmere mich um das Gesamtsystem."Am Großen und Ganzen zu feilen, das richtige Kabel für den besten Beamer zu finden, die Geräte haarscharf aufeinander wie auch auf die Räumlichkeit abzustimmen, darauf kommt es an. Denn trotz aller Versprechungen der Produkthersteller weiß der Profi: "Wir sind von Plug and Play weiter entfernt denn je. Im Gegenteil, die Fehlermöglichkeiten sind zahlreich."

Kein Wunder, trägt die GmbH, die er führt, den Namen "Home Entertainment Perfect": Perfekt soll das Vergnügen und nicht dem Zufall überlassen sein. HEP plant Heimkinos, wenn Geld keine Rolle spielt, aber erfüllt auch Cineastenträume kleinerer Maßstäbe oder misst auf Wunsch bereits vorhandene Geräte mit hochwertigstem Equipment aus.

Report: Die besten Tuning-Spezialisten der Republik / Teil 2

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Der Kaleidescape- Festplattenserver 3U streamt High-End-Bilder und -Klänge in eine Vielzahl von Räumen gleichzeitig - und liefert dabei auch noch für jeden ein individuelles Programm.

Händlerschulungen und Vorträge zählen ebenfalls zu Bayers Portfolio. Die Protagonisten sind dabei High-End-Stereo-Anlagen, AV-Receiver, Surroundlautsprecher, Scaler, Leinwände und High-Definition-Stars wie Player, Flachbildschirme und Beamer.

Sein persönliches Credo und seine leidenschaftliche Empfehlung dabei: "Ab drei Meter Bildbreite fängt Heimkino erst richtig an".

Ansonsten pflegt der Tüftler keine Dogmen. So kann vor seinen Augen auch anderes als High End bestehen. "Ich bewege mich zwar zwangsläufig im oberen Bereich." Allerdings gibt es vereinzelt auch günstige Beamer wie etwa ein 3.000-Euro-Modell von Epson, das sich in puncto Farbdarstellung und Wiedergabe von Schattierungen hinreichend gut justieren lasse.

Dies ist der Anspruch, den Hartmut Bayer an das Equipment stellt. Neben der stimmigen Zusammenführung der Heimkino-Partner ist für ihn deren Flexibilität in der Justage entscheidend. Mit seinem Messequipment dringt er in Tiefen der Einstellungsmenüs vor, an die sich normal Sterbliche gar nicht heranwagen wollen. "Hat jemand im Wohnzimmer eine rote Wand, stört das nicht unbedingt. Ermöglicht es der Beamer, kann das Bild vor Ort ohne Weiteres so kalibriert werden, dass es dennoch keinen Rotstich mehr zeigt."

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Im Angebot steht bei Hartmut Bayer mit DPI (Digital Projection International) der erste DLP-Beamer-Hersteller überhaupt. Die Titan 3 Chip Range startet bei 60.000 Euro.

"In gewisser Weise arbeite ich wie ein Arzt. Ich mache mit meinen Kunden eine regelrechte Anamnese, bevor es losgeht", sagt Bayer, "ich muss die räumlichen Gegebenheiten kennen lernen, die Wünsche und finanziellen Möglichkeiten erfahren, bereits vorhandene Produkte berücksichtigen. Kurz: Wo fehlt's Ihnen denn und was wollen Sie?", lautet die Frage.

Manchmal stellt sich heraus, dass die ursprünglichen Vorstellungen des Kunden gar nicht realisierbar sind. "Umgekehrt gibt es aber auch den Fall, dass wir Konzepte entwickeln können, die ein Laie in einem Wohnzimmer nicht für möglich hält - und zwar ohne Gefahr, dass die Lebensgefährtin nach dem Umbau das Weite sucht," schmunzelt der Cineast, selbst verheiratet und Vater einer Tochter.

Einer wohnraumadäquaten Installation misst er hohen Wert bei: "Spezielle Heimkinoräume können nach meiner Erfahrung gerade fünf Prozent der Filmfans einrichten. Die anderen müssen ihr Hobby im Wohnzimmer ausleben."

Da gilt es, Kompromisse zu finden und die Schwächen des Raumes auszugleichen. So lösen etwa akustisch transparente Leinwände Platzprobleme, weil der Cineast die Lautsprecher hinter ihr platzieren kann. Nicht völlig abdunkelbaren Räumen lässt sich mit entsprechendem Leinwandtuch und etwas heller eingestelltem Beamer auf die Sprünge helfen.

Mit dem richtigen Objektiv oder per Lensshift macht man zu kleine oder zu große Zimmer passend. Eine 7.1-statt 5.1-Surroundanlage, so der Spezialist, vergrößert die Hörzone für Surroundeffekte, was die Flexibilität der Lautsprecheraufstellung erhöht.

Auf die richtige Planung und Durchführung kommt's also an. Im Kleinen - wie im Großen: Hartmut Bayer hat schon Yachten von Superreichen mit Bildverteilungssystemen mitgeplant, deren technische Möglichkeiten fast wie Science Fiction anmuten. Da versorgt ein einziger Festplattenserver die Luxuskajüten und Salons mit Blockbustern in HD.

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Home Entertainment Perfect konzeptioniert und kalibriert Heimkinos im großen wie im kleinen Stil. Sind die Geräte bereits vorhandenen, findet Hartmut Bayer mit seinem Messequipment die perfekten Bild- und Toneinstellungen

Außerdem kommen teure Lichtleiterverbindungen, Projektoren der Sonderklasse und Raumsteuerkonzepte zum Einsatz, bei denen man vom einen Stockwerk das komplette Geschehen des anderen dirigiert. Gleichartige Systeme konzipiert HEP auch für Villen, dann mitunter nochmals eine Nummer größer. So erhält Heimkino Dimensionen, die das Übliche meilenweit überschreiten.

Grenzen kennt Hartmut Bayer auch im Audio-Bereich nicht, wo Puristen aus seiner Sicht unnötige Grabenkämpfe ausfechten. Mit einer Heimkinoanlage Musik hören? Womöglich Vinyl über die 7.1- Lautsprecher abspielen? Warum denn nicht, meint er. Wenn die Anlage dafür ausgelegt ist, sei das kein Problem. "Es geht um den Spaß, nicht um die Technik," lautet sein Credo und betont, dass er selbst eine lange Zweikanal-Historie hat. "Ich möchte zusammen mit meinen Kunden Visionen leben, nicht eingefahrene Bahnen ablaufen."

Das alles hört sich nicht nach einem Tuner an? Oder etwa doch? Vielleicht könnte sich der Ausnahme- Cineast im Privaten eher mit dem Titel anfreunden: Hartmut Bayer kocht gern. Natürlich nicht einfach so, sondern mit auserlesenen Rezepten und Zutaten, die er selbst variiert. Sein Traum ist, das bereits angefangene Kochbuch zu Ende zu schreiben.

Ein echter Grenzgänger. Darin hat er Übung: Mit 23 Jahren war er Sozialpädagoge, dann machte er sich auf die Suche nach dem perfekten Klang. Im Juli schlug's 55 - magnus.de gratuliert nachträglich ganz herzlich. Im Artikel [int:article,70712][/int] wird Ihnen Michael Swoboda vorgestellt.

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