Klima-Ratgeber Kühlung

Alternativen zur Klimaanlage

Im Sommer hängt das Klima davon ab, wie stark sich das Gebäude bei starker Sonneneinstrahlung über einen längeren Zeitraum aufheizt. Es muss aber nicht immer eine Klimaanlage sein, die für Kühlung sorgt. Auch weniger kostspielige Maßnahmen helfen, die Wärme draußen zu halten.

Rolladen-Sterung, Loxone Electronics

© Loxone Electronics

Rolladen-Sterung, Loxone Electronics

Dem sommerlichen Wärmeschutz widmet die Energieeinsparverordnung (ENEV) besondere Aufmerksamkeit. Kein Wunder, denn was nützt ein sparsamer Heizkessel im Winter, wenn unterm Strich mehr der kostbaren Energie im Sommer durch Kühlung verschleudert wird?

Zunächst gilt es, die Wohnung so gut wie möglich zu verschatten. Rollläden und Jalousien - idealerweise außen angebracht - dämpfen die Sonneneinstrahlung stark ab und verhindern, dass Fenster Hitze durchlassen und sich Innenräume dadurch aufheizen. Eine zentrale Steuerung über ein Automationssystem erledigt das sogar automatisch, sobald die Sensoren den Befehl dazu geben.

Die Fenster selbst können auch mit speziellem Glas ausgestattet werden, die weniger Wärmestrahlung durchlassen. Das gilt auch für Wärmedämmungen der Wände oder des Daches, denn auch sie stellen für Wärme von außen einen hohen Wärmewiderstand dar. Dieser sorgt dafür, dass es länger kühl im Gebäude bleibt.

Miniserver, Loxone

© Loxone

Will der Hausbesitzer die Beschattung automatisch steuern lassen und gleichzeitig alle anderen Gewerke mit einbinden, kommt er an einem kompletten Hausautomationssystem nicht vorbei. Loxone Electronics bietet einen Miniserver an, der diese Aufgabe sowohl im Altbau als auch im Neubau kostengünstig übernehmen soll. Beim Neubau geschieht dies über Busleitungen. Im Bestandsbau kommt Funk zum Einsatz.

Wichtig ist auch richtiges Lüften. Dies sollte vor allem nach Sonnenuntergang geschehen, wenn die Außentemperaturen deutlich abgesunken sind. Dabei ist zu beachten, dass der richtige Luftwechsel erst durch eine Querlüftung stattfindet: Hierfür sind etwa auf der Ost- und der Westseite des Gebäudes die Fenster zu öffnen.

Wer einen Garten besitzt, kann das lokale Klima auch durch Bepflanzung verbessern. Größere Sträucher sowie Bäume verschatten nicht nur sehr gut, sie lassen auch große Mengen Wasser verdunsten. Die dabei frei werdende Verdunstungskälte senkt die Temperaturen in der Umgebung deutlich.

Nachrüst-Markisenmotor von Schellenberg

© Schellenberg

Was nützt einem die schönste Markise, wenn sie eingefahren bleibt? Nichts. Dabei ist es gerade im Sommer wichtig, stets die Sonne von den großen Fensterfronten fernzuhalten. Ältere Markisen sind meist noch auf Handbetrieb ausgelegt. Hier muss der Schatten suchende Hausbesitzer durch Kräfte zehrendes Kurbeln die Markise ausfahren. Schellenberg hat dafür eine praktische Lösung: den Markisenantrieb PLUS. Der per Akku betriebene Motor wird lediglich in die Öse der Markise eingehängt und mit einem Halter an der Hauswand befestigt.

Motorische Helfer: Kühle Brise, gutes Klima, geringe Kosten

Per Definition sind Ventilatoren schwache Gebläse. Sie werden überall dort eingesetzt, wo die Luft zirkulieren soll. In einem innen liegenden Bad ohne Fenster müssen sie schon eingebaut sein, da sonst die feuchte Luft beim Baden - es kann sich ein Liter davon vorübergehend in der Luft binden - an den Wänden kondensieren würde. Aber selbst wenn ein Fenster vorhanden ist, sind Lüfter von Vorteil: Sie transportieren vor allem dann effektiver die verbrauchte Luft ab, wenn die Möglichkeit zur Querlüftung - sprich: ein zweites Fenster - fehlt.

Serien Good 1-1 und Best von Samsung

© Samsung

Wenn die beste Beschattung nicht mehr ausreicht oder einfach eine konstante Raumtemperatur medizinisch notwendig ist, kann nur eine Klimaanlage helfen. Der Interessierte sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass Kühlen mehr Energie benötigt als Heizen. Handelsübliche Klimageräte gönnen sich um die zwei Kilowatt elektrische Leistung. Fest installierte Anlagen für den Hausgebrauch liegen bei etwa 2,5 bis 8 Kilowatt unter Volllast. Sie benötigen meist laute Lüfter, die der Anlagenbauer üblicherweise an der Außenwand installiert. Bei dichter Bebauung könnte es deshalb Ärger mit den Nachbarn geben. Immerhin haben diese Anlagen aber auch Vorteile: Sie kühlen nicht nur, sondern heizen auch bei Bedarf. Außerdem sind sie einfach zu installieren. Ihre Regelung reagiert sehr schnell, was auch für eine Steuerung per WLAN spricht.

Intelligente Einbaulüfter

Sygonix hat für diese Zwecke ein neues Modell herausgebracht. Der IPX4 kann wahlweise in der Wand oder an der Decke seinen Dienst verrichten. Er tut dies per Zeitsteuerung und kann in der Intensität noch geregelt werden. Mehrere Lüfter lassen sich so zu einer kompletten Abluftanlage ausbauen (siehe auch Seite 30). Der Clou: Er hat einen eingebauten Luftfeuchtigkeitsmesser (Hygrostat), der den Ventilator bei Überschreiten eines Grenzwertes einschaltet. Die variable Nachlaufzeit des Motors beträgt je nach Einschaltdauer fünf bis 15 Minuten.

Mit einem Bedarf von nur fünf Watt bei Volllast gibt sich der 10-cm-Lüfter recht sparsam. Den IPX4 kann man etwa bei Conrad Electronic für 150 Euro kaufen.

Weiterführendes: Klima und SmartHome

Waschmaschine mit App-Steuerung

Sparsame Kühler

Der - im Idealfall sanfte - Lufthauch eines Ventilators pustet die den Körper umgebende feuchte, angewärmte Luft weg. Der Luftstrom schafft damit Platz für wasserhungrige Luft, die dem Körper weiteres Wasser entzieht. Die Folge: Der Körper kühlt ab. Da Ventilatoren recht sparsam arbeiten, sind sie die effektivsten Kühlmaschinen im Haushalt und im Sommer meist unverzichtbar.

Auswahl gibt es reichlich: Der kalifornische Hersteller Fanimation beispielsweise bietet eine Vielzahl schicker, wenn auch nicht ganz billiger Deckenventilatoren an - Fernbedienung inklusive. Den Centaurus etwa (siehe oben) gibt es mit sechs verschiedenen Flügeln, die schon zwischen 80 und 600 Euro kosten. Der Motor kommt nochmals auf 800 Euro.Auch CasaFan glänzt mit einer üppigen Auswahl und schickem Style. Unter den Tischventilatoren sticht insbesondere der neue RETROJET hervor. Der automatisch schwenkende Kopf deckt einen Bereich von 90 Grad ab, kann aber auch fixiert werden. Das Modell wird in vier verschiedenen Farben (in Rot, Silber, Schwarz und Weiß) für rund 70 Euro bei ventilator.de angeboten.

RETROJET-Ventilator, Sygonix Deckenlüfter

© CasaFan, Sygonix

Der Sygonix Wand- und Deckenlüfter IPX4 (links) sorgt in Feuchträumen für die nötige Luchtwechselrate. Der schicke RETROJET-Ventilator von CasaFan (rechts) hat verdeckte Rotoren.

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