Fotografie

Ratgeber: 7 Fototipps für den Winter - Richtig knipsen mit Makro und Co.

Auch die kalte Jahreszeit bietet viele interessante Fotomotive. Verschneite Landschaften, Spaß und Sport im Schnee oder auf dem Eis sowie grazile Makroaufnahmen bereichern jedes Fotoarchiv.

  1. Ratgeber: 7 Fototipps für den Winter - Richtig knipsen mit Makro und Co.
  2. Teil 2: [Ratgeber] 7 Fototipps für den Winter - Richtig knipsen mit Makro und Co.
Winter Sport Wintersport Ski

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Winter Sport Wintersport Ski

Wir möchten Ihnen auf den folgenden Seiten Tipps geben, damit Ihre Aufnahmen in der kalten Jahreszeit optimal gelingen. Sie erfahren beispielsweise, wie Sie Ihre Kamera und Akkus vor der Kälte schützen. Weiterhin zeigen wir Ihnen, was für Einstellungen für bestimmte Motive notwendig sind.

Tipp 1: Vorsicht - Temperaturunterschiede

Die Winterzeit ist immer eine Härteprüfung für die Kamera-Ausrüstung. Besonders der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen kann für einige Überraschungen sorgen, beispielsweise beim Wechseln des Objektives bei einer Spiegelreflexkamera.

Lassen Sie der Kamera Zeit, sich an die Umgebungstemperatur anzupassen. Bei einem Kälte-Wärme-Wechsel kann die Kamera mit Kondenswasser beschlagen. Achten Sie vor der weiteren Verwendung darauf, dass das Gerät gut abtrocknet. Mit "Schnell einmal mit dem Handtuch drüber" ist es nicht getan. An der Kamera setzt sich sofort wieder Wasser aus der warmen Umgebungsluft fest. Warten Sie so lange, bis sich die gesamte Kamera akklimatisiert und die Umgebungstemperatur angenommen hat. In der Regel verflüchtigt sich dann auch das Kondenswasser in der Umgebungsluft.Besonders vorsichtig sollten Sie beim Objektivwechsel vorgehen. Der Wechsel sollte nur dann erfolgen, wenn die gesamte Kamera und das Austauschobjektiv die Umgebungstemperatur angenommen hat. Auch wenn Sie die Kamera oder das Objektiv aus der Kameratasche ziehen, sollten Sie einige Zeit verstreichen lassen. Denn in den gepolsterten Taschen ist es meist um einige Grad wärmer als auf dem Ski-Hang. Die wenigen Sekunden eines Objektivwechsels können ausreichen, dass das Innere der Kamera Feuchtigkeit aufnimmt. Das ist schlecht für die mechanischen Bauteile der Kamera und ein feucht angelaufener Bildsensor wird sich vehement weigern ordentliche Bilder zu liefern.

Digicam: Fototipps für den Winter

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Beim Objektivwechsel darf keine Luftfeuchtigkeit ins Innere der Kamera eindringen.

Weiterhin hat die Feuchtigkeit auch nicht die Möglichkeit wieder zu entweichen, da ja das neue Objektiv das Kameragehäuse wieder dicht verschließt. Während das kondensierte Wasser am äußeren Kameragehäuse kaum Schäden hinterlassen wird und sich abwischen lässt, kann Kondenswasser im Inneren zum Ausfall der Kamera führen, etwa durch elektronische oder mechanische Fehlfunktionen. Eine Reparatur kann zudem recht teuer werden.

Tipp 2: Kälte saugt Batterien und Akkus leer

Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem im Kamera-Winter ist deren Energieversorgung.

Wer im Winter fotografiert, sollte sich nicht auf einen Akku- oder Batteriesatz verlassen. In einer kalten Umgebung verlieren die Stromspender schneller an Leistung als an warmen Tagen. Die chemischen Prozesse in einer Batterie laufen bei Kälte langsamer ab. Die Batterieflüssigkeit, die die Ladung leitet, wird zähflüssiger und transportiert weniger Ladung. Zwar ist die Batterie nicht entladen, gibt aber ihre Ladung schlechter her. Misst man die "Leerlaufspannung" zwischen den Polen einer Batterie oder eines Akkus bekommt man bei fallender Umgebungstemperatur in der Regel immer schlechtere Werte.Jedes Gerät, so auch die Kamera, fordert vom Stromversorger eine bestimmte Leistung. Diese ist das Produkt aus Strom und Spannung. Wenn die Spannung aufgrund der Kälte sinkt, muss die Batterie einen höheren Strom liefern, um die Leistung aufrecht zu erhalten. Dadurch wird die Batterie oder der Akku schneller leer. Bei etwa -20°C versagen, laut einer Information von Canon, Nickel- Metall-Hybrid- und Lithium-Ionen-Batterien ihren Dienst vollständig. Energiezellen aus Nickel-Kadmium lassen sich dagegen bis etwa -40°C einsetzen.

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Foto:Kameras

Man kann mit verschiedenen Methoden Bewegung in ein statisches Foto zaubern.

Halten Sie also immer ein zusätzliches, geladenes Akku- oder Batterienset bereit und verstauen Sie das Set möglichst warm in einer Tasche. Lassen Sie auch nicht zu viel Zeit zwischen Ladevorgang und Einsatz des Akkus vergehen. Gerade Akkus neigen zu einer schnellen Entladung, wenn Sie nicht im Einsatz sind. Wichtig ist auch, dass man vor einer erneuten Aufladung die Akkus mindestens über den Gefriepunkt erwärmt. Hier noch ein Tipp, wenn alle Akkus aufgebraucht sind und gerade jetzt das ultimative Motiv auf der Bildfläche erscheint: Wechselt man den Energieträger, lässt sich der entladenen Akku in der warmen Hosentasche in der Regel für ein paar Aufnahmen wieder reaktivieren.

Tipp 3: Rote und Blaue Farbstiche im Schnee vermeiden

Mit den automatischen Kamera-Einstellungen werden die Fotos im Schnee oft blaustichig. Selbst wenn man den Aufnahmemodus im Kameramenü unter "Weißabgleich" auf Tageslicht umstellt, tritt dieser Effekt auf. Grund ist die Reflexion des blauen Himmels im Schnee.

Man muss also, wenn es die Kamera ermöglicht, die Farbtemperatur manuell regeln. Bei blauem Licht mit einer hohen Farbtemperatur muss man den Wert entsprechend hoch einstellen. Allerdings hängt die Einstellung auch stark vom Wetter, der Sonneneinstrahlung und der Tageszeit ab.Um die Mittagszeit ist das Licht am blauesten, morgens und abends rötlicher. Man muss also schon etwas experimentieren, um den optimalen Wert zu finden. Misslungene Versuche lassen sich schnell wieder von der Speicherkarte löschen. Somit geht auch kein Speicherplatz verloren.Erlaubt Ihre Kamera keine manuelle Einstellung der Farbtemperatur, versuchen Sie es mit der Einstellung für bewölkten Himmel. Weiterhin lässt sich in einer Bildbearbeitung die Farbbalance ausgleichen.

Digicam: Fototipps für den Winter

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Spiegelungen des blauen Himmels im Schnee erzeugen fast immer unerwünschte Farbstiche.

Tipp 4: Weissabgleich beim Apres-Ski

Bei einer Digitalkamera ist Weiss nicht gleich Weiss. Je nach Umgebungslicht sucht sich die Kamera-Automatik den hellsten Punkt im Motiv und baut dann alle anderen Farben auf diesen Messwert auf. Bei diffusem Licht, beispielsweise bei der Apres-Ski-Party mit vielen unterschiedlich hellen Lichquellen, kann es so zu unangenehmen Farbverfälschunge kommen. Abhilfe schafft hier in den meisten Fällen ein manueller Weißabgleich, der auch schon mit vielen Kompaktkameras möglich ist. Für den manuellen Weißabgleich muss Ihre Kamera im Menü die Optionen "Custom WB" sowie unter "Weißabgleich" eine "Manuell"-Funktion bieten. Weiterhin benötigen Sie ein weißes Blatt Papier im A4-Format. Dieses Blatt fotografieren Sie formatfüllend mit der normalen Kamera-Einstellung, in der Regel im Automatikmodus. Im Anschluss wechseln Sie im Kameramenü zum Eintrag "Custom WB". Nachdem Sie diese Option aktiviert haben, müssen Sie der Funktion Ihr weißes Referenzbild aus dem Kameraspeicher oder von der Speicherkarte zuweisen.

Digicam: Fototipps für den Winter

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Mit einem manuellen Weißabgleich lassen sich besonders Nachts gute Ergebnisse erzielen.

Danach wechseln Sie im Menü zum Eintrag "Weißabgleich" und aktivieren die Option "Manuell". Nun können Sie Ihre Party-Fotos schießen. Die Farbinterpretation der Kamera-Elektronik baut nun auf dem Referenzweiß auf, die Farben sind stimmiger. Bevor Sie später bei normalem Licht weiter fotografieren, sollten sie den Weißabgleich wieder auf "Automatisch" oder eine automatische Voreinstellung zurücksetzen.

Tipps zu Hell-Dunkel-Spielchen und Schnappschüssen auf der Piste lesen Sie auf der nächsten Seite...

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