Licht aus, Spot an!

Rahmenleinwand

9. Warum Sie nur mit Qualität dauerhaft Spass haben!

Rollobildwand mit seitlicher Verspannung

© Archiv

Die seitliche Verspannung der Rollobildwand mit einem Seil, das durch Schlaufen am Tuch gespannt wird, hält das Tuch auch nach Jahren noch perfekt plan.

Es gibt im Grunde nur zwei verschiedene Methoden, das Tuch der Bildwand dauerhaft plan und faltenfrei aufzuspannen: Rahmen und Rollos. Wer lange etwas von seiner Bildwand haben möchte und dies mit seiner Raumgestaltung vereinbaren kann, der greife zu einer Rahmenleinwand. Ein fester, starrer Metallrahmen ist die einzige Garantie für eine perfekte Planlage auch nach Jahren.

Am professionellsten sind stabile Alu-Strangprofile mit rückseitiger Knöpfung und Auflage für das Tuch. Allzu billige Rahmen neigen jenseits von 2 m Bildbreite wegen der Tuchspannung zum Durchhängen. Mechanik ist eben nicht beliebig billig herstellbar. Aber eine gut gemachte Rahmenleinwand stellt die langlebigste Lösung dar. Sie wird mehrere Projektoren in Ihrem Heimkino überleben und bietet damit eine gute, langfristige Investition.

Die zweite gebräuchliche Bauart stellt das Rollo dar. Es verschwindet nach Gebrauch ganz einfach, wenn das Kino wieder zum Wohnzimmer mutiert. Auch in Sachen Positionierung bieten Rollos die größere Flexibilität, denn dem Rollo ist es egal, ob es vor einer Wand, einem Fenster, einem Schrank oder mitten im Raum herunterrollt.

An billigen Rollos haben Sie allerdings nicht lange Spaß, denn die Planlage des Tuchs entwickelt schnell einen hohen Wellengang, und der verdirbt jedes gute Bild. Insbesondere dünne, leichte Tücher schlagen schnell Wellen.

Große, schwere Tücher leiern nach einiger Zeit an den Seiten aus und bekommen "Elefantenohren". Ganz wichtig für die Langzeit-Planlage von Rollos: Nach Gebrauch einrollen! Die Wellen bilden sich nur im ausgefahrenen Zustand mit Zug auf dem Tuch, egal, ob Schnapp-, Kurbel-oder Motor-Rollo.

Hochwertigere Tücher für Rollos arbeiten daher mit glasfaserverstärkten Folien. Dabei sind die Glasfasern horizontal angeordnet, ähnlich den Hölzern bei einem Bambusrollo. Das verhindert auch auf lange Sicht ein Einwellen. Kommen aber leichte oder elastische Materialien zum Einsatz, hilft nur eine Seilverspannung oder "Tab-Tensioned", wie es einige Hersteller nennen. Bei gut justierter Seilspannung bleiben auch diese Bildwände auf Jahre hin perfekt plan.

10. Schalldurchlässig

Besonders leichte Tücher kommen vor allem bei der Gattung der akustisch transparenten Leinwand vor. Diese Transparenz ermöglicht eine Positionierung der Frontlautsprecher hinter der Leinwand - genau wie im professionellen Kino. Das kann nicht nur Platzprobleme lösen, erst so verschmelzen Bild und Ton perfekt. Es gibt zwei Arten von akustisch transparenten Tüchern: beschichtete Textilien und gelochte Folien.

Die Textilien kommen in der Regel ohne Frequenzgangskorrektur der Lautsprecher aus, bei Folien ist diese je nach Modell notwendig. Stewart liefert deshalb gleich einen entsprechenden Equalizer bei seinen THX-zertifizierten Modellen mit. Aber auch die Equalizer und Raumkorrektur- Möglichkeiten moderner Receiver können den prinzipbedingten geringen Höhenverlust der versteckten Lautsprecher ausgleichen.

Als optisches Problem können, insbesondere bei gelochten Tüchern, in Verbindung mit LCD- und DLP- Projektoren sichtbare Störmuster im Bild auftreten. Das passiert immer dann, wenn das Pixelraster des Projektors und der Abstand der Löcher in der Bildwand ähnliche Dimensionen besitzen.

Moire nennt sich das daraus resultierende Muster, das aus zwei sich überlagernden Mustern entsteht. Da das bei jeder Projektorauflösung nur in bestimmten Größen der Leinwand auftritt, sollten Sie das vor dem Kauf einer perforierten Leinwand genau mit Ihrem Händler abklären und gegebenenfalls im Laden austesten.

Bei textilen Tucharten wie Screen Researchs ClearPix oder Vutecs Sound Screen kann dieser Effekt nicht auftreten. Wenn alles klappt, bekommen Sie in Verbindung mit den Lautsprechern hinter der akustisch transparenten Bildwand eine perfekte Konvergenz aus Bild und Ton - ein Erlebnis wie sonst nur im ganz großen Kino.

Fazit

Fassen wir noch einmal die wichtigsten Empfehlungen zusammen: Im Heimkino sollten Sie das 16:9- Format verwenden. Ein niedriges Gain garantiert ein besonders homogenes Bild. Ein breites, schwarzes Cache steigert den Kontrast erheblich, insbesondere, wenn es beweglich dem Filmformat angeglichen werden kann.

Wer absolute Perfektion will, der verschmilzt Bild und Ton mit einer akustisch transparenten Leinwand und stellt seine Boxen direkt hinter das Bild. Das Argument "Für ein großes Bild habe ich keinen Platz" zeugt nur von wenig Fantasie, denn spätestens eine Rollo-Leinwand kann an jeder Stelle des Raums hängen.

Ein guter Projektor ohne gute Leinwand ist wie ein Porsche mit Vollgummireifen. Eine aufwändig verarbeitete Leinwand kostet oft so viel wie der Projektor, wird den Projektor aber um viele Jahre überleben, ist also eine gute Investition.

11 Tipps rund um die Leinwand

Wie Sie die richtige Bildhelligkeit errechnen, ein Glossar und nützliche Links stehen auf der letzten Seite...

10 Tipps rund um die Leinwand

  • Bildbreite: Faustregel 1/2 Betrachtungsabstand
  • Gain-Faktor: zwischen 0,75 und 1,5
  • Format: 16:9 ist bester Formatkompromiss
  • Breites, schwarzes Cache
  • Graue Leinwände: nur bei schlechtem Schwarz oder Restlicht
  • Ton: Akustisch transparentes Tuch für Lautsprecher hinter dem Bild
  • Bildwand "aufmalen" mit ScreenGoo oder ProFlexx
  • Rahmen: beste, dauerhafte Planlage
  • Rollos: dauerhaft gute Planlage mit Seilverspannung
  • Rollos: gegen Wellenbildung nach Gebrauch aufrollen
  • Rollos: bester Komfort mit Motor und Fernbedienung

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