Festplatte verbauen und System initialisieren

PS4: SSD-Umbau – Anleitung, Tipps und Ladezeiten-Benchmarks

Wir zeigen, wie Sie eine SSD oder SSHD in einer PS4 verbauen und das System neu initialisieren. Dazu gibt es Ladezeiten-Benchmarks im Vergleich zur Standard-Festplatte.

PS4: SSD-Umbau

© PC Magazin

PS4: So wechseln Sie die HDD-Festplatte und verbauen eine SSD oder SSHD.

Wir zeigen, wie Sie bei der PS4 die eingebaute HDD mit einer SSD oder SSHD austauschen. Dazu gibt es Benchmarks, damit Sie den Leistungszuwachs – vorrangig bei den Ladezeiten – vergleichen können. Werfen Sie für den Umbau und die Neu-Initialisierung der Playstation 4 einen Blick in die Galerie in diesem Artikel. Im Anschluss präsentieren wir Ihnen die Benchmark-Ergebnisse. Diese umfassen Messungen der Boot-Zeit sowie Ladezeiten bei Spielen, die sowohl komplett auf der Festplatte liegen (PSN-Versionen) als auch von der Disc starten.

Update: 30.11.2015: Wir haben den Artikel um Benchmark-Ergebnisse für eine SSHD ergänzt.

Wir verwenden die aktuelle PS4 (CUH-1216A). Als HDD kommt eine standardmäßig eingebaute Toshiba-Festplatte (MQ01ABD050) mit 500 GB zum Einsatz, als SSD die Crucial M550 mit 1 TB, und als SSHD das Seagate Game Drive for Playstation mit 1 TB.

Das Betriebssystem der PS4 unterstützt nicht die für SSDs wichtige TRIM-Funktion. Diese sorgt vereinfacht gesagt dafür, dass die Bereiche einer SSD gleichmäßiger zum Einsatz kommen, um so die Lebensdauer zu steigern. Dabei werden gelöschte Daten vom Betriebssystem markiert, damit der Platz wieder benutzt werden kann. Laut Crucial verfügt die M550 mit Garbage Collection über eine entsprechende,  interne Funktion. Der Einsatz der genannten SSD ist in der PS4 also uneingeschränkt möglich.

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Neben einem Vergleich der Boot-Zeiten werfen wir auch einen Blick auf die Ladezeiten der Spiele GTA 5, Need for Speed und Fallout 4. GTA 5 liegt dabei als PSN-Version vor, das heißt, dass das Spiel ohne Disc auskommt und somit komplett auf der Festplatte gespeichert ist. Bei Need for Speed und Fallout 4 handelt es sich jeweils um die Disc-Version. Wir stoppen bei allen drei Titeln die Zeit ab dem Ausführen im PS4-Hauptmenü, bis zum ersten interaktiven Element – also beispielsweise den Startbildschirm, von dem aus man per Gamepad-Befehl ins Spiel-Hauptmenü kommt.

Bei Fallout 4 und Need for Speed testen wir zusätzlich die Ladezeit vom Spiel-Hauptmenü bis ins Level. Als Ladezeitpunkt in Fallout 4 wählen wir dabei die Szene, nachdem der Hauptcharakter erstmals aus dem Bunker „Vault 111“ kommt. Bei Need for Speed stoppen wir die Zeit vom Spiel-Hauptmenü bis zum Öffnen der virtuellen Garage.

PS4: So verbauen Sie eine SSD / HDD

Bildergalerie

PS4: SSD-Umbau - Safe-Mode
Galerie
Konsole aufrüsten

Unsere Galerie zeigt Ihnen, wie Sie der PS4 eine SSD verpassen können und das System anschließend neu initialisieren.

Benchmark-Ergebnisse

Wir zeigen die Einzelergebnisse unserer Messungen und bilden jeweils Durchschnittswerte. Für jeden Benchmark haben wir 3 bis 5 Mal die Zeit gestoppt, bei Auffälligkeiten auch weitere Male.

Booten (Ab dem Einschalten, bis der Ladekreis im Hauptbildschirm verschwindet):

  • SSD: 22,11 || 21,23 || 22,07 || 22,34 || 21,72 – Durchschnitt: 21,894 Sekunden
  • SSHD: 26,77 || 26,00 || 26,65 || 28,07 || 26,55 – Durchschnitt: 26,808 Sekunden
  • HDD: 28,67 || 28,83 || 28,72 || 28,68 || 28,93 – Durchschnitt: 28,766 Sekunden

GTA 5: PSN-Version komplett auf der Festplatte (ab dem Spielstart, bis der Story-Modus geladen ist)

  • SSD: 1:04 || 1:05 || 1:02 – Durchschnitt: 1:06 Minuten
  • SSHD: 1:33 || 1:12 || 1:08 || 1:06 || 1:03 || 1:06 || 1:05 Minuten – Durchschnitt: 1:10 Minuten
  • HDD: 1:50 || 1:40 || 1:43 || 1:30 || 1:35 – Durchschnitt: 1:39 Minuten

Need for Speed: Disc-Version (ab dem Spielstart, bis zum ersten interaktiven Element)

  • SSD: 35 || 35,27 || 35 – Durchschnitt: 35,09 Sekunden
  • SSHD: 36,66 || 36,56 || 35,57 – Durchschnitt: 36,26 Sekunden
  • HDD: 38,28 || 36,71 || 36,45 – Durchschnitt: 37,15 Sekunden

Need for Speed: Disc-Version (ab Spielstart im Hauptmenü, bis zur Garage)

  • SSD: 1:02 || 1:03 || 1:03 – Durchschnitt: 1:02:66 Minuten
  • SSHD: 1:04 || 1:03 || 1:04 – Durchschnitt: 1:03:66 Minuten
  • HDD: 1:05 || 1:05 || 1:05 – Durchschnitt: 1:05 Minuten

Fallout 4: Disc-Version (ab dem Spielstart, bis zum ersten interaktiven Element)

  • SSD: 21 || 20 || 20 – Durchschnitt: 20,3 Sekunden
  • SSHD: 20,68 || 21,02 || 20,74 – Durchschnitt: 20,81 Sekunden
  • HDD: 21,73 || 22,13 || 21,8 – Durchschnitt: 21,88 Sekunden

Fallout 4: Level-Ladezeit (ab der Lade-Bestätigung, bis zum Öffnen der Spielwelt)

  • SSD: 20 || 20 || 20 – Durchschnitt: 20 Sekunden
  • SSHD: 43,86 || 21,18 || 22,93 || 20,86 – Durchschnitt: 27,2 Sekunden
  • HDD: 42,4 || 27,1 || 34,49 || 50 – Durchschnitt: 38,5 Sekunden

Zusammenfassung:

Der Geschwindigkeitsvorteil von SSDs und SSHDs ist messbar, aber nicht immer spürbar. Je nach Titel fällt eine Verkürzung der Ladezeit mal höher, mal niedriger aus. Bei GTA 5 und Fallout 4 (Level starten) brauchte die PS4 mit einer SSD je nach Testlauf fast nur – oder sogar weniger als – die Hälfte der Zeit, die die PS4 mit HDD benötigte. Doch bei Need for Speed kann der Vorteil beim Starten und ebenso beim Laden der Spielwelt auch mal nur marginal sein.

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Auffällig ist zum einen, dass sich die SSHD sowohl bei GTA 5 als auch bei Fallout 4 nach einem anfänglich langsamen Beginn von Lauf zu Lauf steigerte und fast das Geschwindigkeitsniveau der SSD erreichte. Das liegt daran, dass relevante Daten zu Beginn erst einmal vom Magnet- auf den Flash-Bereich geschrieben werden müssen. Zum anderen fällt auf, dass die Schwankungen bei den einzelnen Testläufen mit einer HDD deutlicher ausfallen als bei einer SSD. Diese lädt die Daten auf einem konstant flinken Level. Die Magnetfestplatte gönnt sich anscheinend je nach Laune hier und da ein paar Extrarunden, weswegen wir beim Laden des Fallout-4-Levels und beim Start von GTA 5 häufiger die Zeit mit einer eingebauten HDD-Festplatte stoppen mussten.

Vermutlich hilft der HDD in vielen Fällen, dass beim wiederholten Durchlauf eines Benchmarks große Datenmengen bereits im RAM sind. Spätere Ausreißer wären entsprechend damit zu begründen, dass der RAM wieder beschrieben werden muss.

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Wichtig ist noch zu wissen – auch wenn der Test das hier nicht wiederspiegeln kann –,  dass das Bedienen einer PS4 mit einer eingebauten SSD deutlich geschmeidiger vonstattengeht. Das Laden von Bildern oder Videos aus der PS4-Bibliothek läuft deutlich flüssiger. Auch beim Spielen selbst bemerken wir in actionreichen Szenen weniger Einbrüche bei der Anzahl der FPS (frames per second, Bilder pro Sekunde). Ob dies jedoch eine Investition in eine SSD wert ist, muss jeder Nutzer selbst entscheiden. Bei der SSHD gilt: Laden Daten das erste Mal, sind wir auf einem Level, der knapp über der HDD liegt. Mit der Zeit sind die richtigen Daten im Flash-Speicher und die Performance nähert sich der SSD an.

Unser Fazit

Insgesamt lohnt sich eine SSD bei den jetzigen Preisen nicht. Ein Festplatten-Upgrade bei der PS4 sollte entweder Leistungszuwächse oder mehr Speicherplatz bringen, am besten beides. Und für entsprechende Platten bezahlen Sie derzeit schnell mehr als für die Konsole selbst.

Unsere Empfehlung geht daher an den besten Kompromiss aus Preis und Leistung: die SSHD. Für 1 TB zahlen Sie derzeit knapp über 100 Euro. Das sind im Schnitt 50 Euro mehr als die Differenz zwischen der 500- und 1000-GB-Variante der PS4. Dafür haben Sie mit der SSHD messbare und mit steigender Spielzeit pro Sitzung deutlich spürbare Vorteile bei den Ladezeiten.

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