DSL, Domains, Handy & Co.

Provider-Umzug ohne Probleme - So geht's!

Eigentlich sind Sie beim Tarifwechsel rechtlich gut geschützt. Doch wer nicht auf die Fußnoten achtet, steht schnell ohne Internet, Domain oder gar Telefonanschluss da. PC Magazin zeigt Ihnen, auf was Sie achten müssen.

Provider-Umzug und -Kündigung: Hier erfahren Sie, worauf Sie bei Problemen achten müssen.

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Provider-Umzug und -Kündigung: Hier erfahren Sie, worauf Sie bei Problemen achten müssen.

Es gibt viele gute Gründe für einen Providerwechsel: Ein Wohnungsumzug, der Bedarf an mehr Leistung und billigere Tarife sind Motivation genug, um möglichst schnell den Altvertrag zu kündigen. Doch Vorsicht ist geboten, sonst zahlt man schnell zwei Anbieter parallel, ist wochenlang ganz ohne Anschluss oder muss allen Freunden und Verwandteneine neue Telefonnummer mitteilen. Wir geben Ihnen Tipps, damit Sie beim Providerwechsel nicht in eine Falle tappen.

Die Rechte des Verbrauchers beim Anbieterwechsel wurden in § 46 TKG im Mai 2012 grundlegend neu geregelt. Der Wechsel soll ohne größere Unterbrechung passieren, und darf höchstens einen Kalendertag dauern. Falls nicht, muss Ihr bisheriger Anbieter Sie solange weiterversorgen, bis alle vertraglichen und technischen Details für den Wechsel zum neuen Anbieter geklärt sind. Dafür darf er dann nur 50 Prozent der regelmäßigen monatlichen Entgelte verlangen. Ihr neuer Anbieter bekommt erst Geld nach dem abgeschlossenen Wechsel.

Planen Sie genügend Vorlauf für den Anbieterwechsel mit ein

Wenn ein Anbieterwechsel ansteht, sollten Sie zunächst in Ihrem bisherigen Vertrag nachschauen, wann er ausläuft und welche Kündigungsfristen bestehen. Einen neuen Anbieter finden Sie beispielsweise auf Vergleichsseiten wie Check24 , Verivox und Teltarif .

Wichtig: Bevor Sie bei den genannten Portalen auf Suchen klicken, sollten Sie unbedingt die Voreinstellungen Ihren Bedürfnissen anpassen, etwa die optionale Fernsehflatrate oder DSL-Tarife ohne Speeddrosselung. Die Seiten verfügen zudem über eine zentrale Verfügbarkeitsprüfung.

Planen Sie genügend zeitlichen Vorlauf für den Wechsel ein. Wenn Sie mit dem Anbieter auch die Wohnung wechseln, sollten Sie beispielsweise eine Kündigungsfrist von drei Monaten einplanen.

Tipp: Heirat

Sollte es zu einer längeren Unterbrechung als gesetzlich vorgegeben kommen, wenden sich direkt an die Bundesnetzagentur. Unter Verbraucher/Verbraucherservice Telekommunikation/Anbieterwechsel etwa finden Sie ein Beschwerdeformular. Fragen beantwortet die Service-Hotline unter 030/22480-500 oder tk-anbieterwechsel@bnetza.de.

Bei Beschwerden zur Vertragsabwicklung und Vertragskündigung sind dagegen die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen der richtige Ansprechpartner. Wenn Sie aber die Tipps in den foglenden vier Abschnitten beherzigen, sollte der Wechsel möglichst reibungslos klappen.

DSL-Wechsel: Maximal einen Tag ohne Anschluss

Suchen Sie sich einen Provider, der zu Ihren Bedürfnissen passt.

DSL-Tarife können die meisten Preisvergleichsportale im Handumdrehen präsentieren. Doch was ist mit Sonderwünschen: Für den neuen HD-Fernseher ist die Qualität von DVB-T zu schlecht? Sie würden gerne Online-Videotheken in HD nutzen?

Geben Sie solche Sonderwünsche unbedingt an, wenn möglich, und prüfen Sie vorher, welche  Anschlussmöglichkeiten bei Ihnen verfügbar sind, also neben der  "klassischen" Telefonleitung vielleicht auch DSL per TV-Kabel.

teltarif

© teltarif

Telefon- und Internetkosten sind ein fester Bestandteil in den Monatsausgaben. Auf teltarif.de können Sie den bei Ihrem DSL-Tarif sparen.

Verfügbarkeit des Tarifs für Ihren Wohnort prüfen

Wenn Sie sich für ein Angebot entschieden haben, überprüfen Sie unbedingt, ob dasAngebot für Ihre Wohnung überhaupt zur Verfügung steht. Die DSL-Vergleichsseiten, die wir in der Einleitung genannt haben, bieten dafür einen Überprüfungsservice per Knopfdruck.

Sie können aber auch auf die Seite Ihres Wunschangebots wechseln und dort die Überprüfung durchführen. Ist dies erledigt, geht es zum Bestellen.

Achtung: Telefonnummer verloren

Auftrag zur Rufnummernübernahme an neuen Anbieter

Sie beauftragen Ihren zukünftigen Anbieter zudem mit der Übernahme der bisherigen Rufnummer, falls Sie eine Doppelflat mit Telefonie beantragen. Füllen Sie dazu die Auftragsunterlagen sorgfältig aus und kontrollieren Sie diese vor dem Absendennochmals.

Geben Sie alle Rufnummern auf dem entsprechenden Formular an und achten Sie darauf, dass die Schreibweise des Namens oder der Anschrift im Auftrag an den zukünftigen Anbieter mit Ihren Kundendaten beim bisherigen Anbieter übereinstimmen.

Tipp: maximal

Smartphone/Handys: Rufnummer behalten

Den richtigen Datentarif wählen

Bei Handy, Smartphone und Tablet-PCs müssen Sie noch genauer als bei DSL-Tarifen wissen, was Sie wollen: nur telefonieren oder auch im Internet surfen? Vertrag oder Prepaid? Mit Gerät oder ohne? Flatrates in welche Netze?

Und wie groß soll das Datenvolumen sein, bevor der Anbieter die Geschwindigkeit drosselt? Auf den Vergleichsseiten stellen Sie das alles ein und suchen sich ein Angebotaus.

Rufnummernmitnahme vor Ablauf des Vertrages beantragen

Das Recht, eine Rufnummer bei einem Anbieterwechsel beizubehalten, gilt auch für Mobilfunkrufnummern. Sie können jederzeit Ihre Mobilfunkrufnummer zu einem anderen Anbieter portieren. Der alte Vertrag läuft dann jedoch weiter und es fallen weitere Kosten an. Zu empfehlen ist dies deshalb nicht.

Check 24

© Check24

Auf einem Vergleichsportal wie Check24 finden Sie auch die passenden Tarife für Smartphones und Tablets.

Vielmehr sollten Sie darauf achten, dass die Zeit der Vertragsüberschneidungen nicht zu lange ist. Wenn Sie von einem reinen Telefon zu einem Telefon-und-Surf-Angebot wechseln oder von einem Vertragsgerät zu einem noch cooleren Vertragsgerät (Sim-Lock-Handys), kann das aber trotzdem sinnvoll sein.

Tipp: Restminuten

Rufnummer vom alten auf den neuen Anbieter übertragen

Das Verfahren, wie die Rufnummer übertragen wird, ist unterschiedlich. Noch drei Monate (90 Tage) nach Ende des alten Vertrages lässt sich die Nummer übertragen. Sowohl der neue als auch der alte Anbieter können Gebühren verlangen, wobei der neue meistens darauf verzichtet.

Einzelne Prepaid-Anbieter zahlen sogar noch eine Prämie für die Mitnahme. In der Regel verlangen die alten Anbieter zwischen 25 und 30 Euro. Der bisherige Anbieter muss die Rufnummer für die Portierung freigegeben.

Damit er das macht, benötigt er von Ihnen die Zusendung einer Verzichtserklärung. Insbesondere bei Prepaid-Angeboten ist das notwendig. Beim neuen Anbieter müssen Sie Ihre alte Nummer angeben. Die meisten Anbieter fragen das jedoch automatisch ab, und übernehmen sogar die Kündigung beim alten Anbieter für Sie.

Wohnungsumzug: Kein Recht auf VertragswechselDen alten DSL-Vertrag in die neue Wohnung "mitnehmen"

Haben Sie sich für ein neues Domizil entschieden, müssen viele Verträge neu gemacht werden. Für DSL gilt jedoch: Steht ein Wechsel des Wohnorts an, zieht der DSL-Anschluss mit um. Der Vertrag wird fortgeführt, zu den selben Konditionen und auch der Laufzeit.

Diese darf durch den Umzug nicht neu beginnen, es sei denn, Sie ändern die Leistungen und schließen einen neuen Vertrag ab. Überprüfen Sie auf der Homepage Ihres Anbieters die Übertragungsrate in Ihrer neuen Wohnung, um zu sehen, ob ein  Anschluss zu den bisherigen Konditionen möglich ist.

Verivox Vergleichsdienst

© Verivox

Eine  Anbieterübergreifende Überprüfung finden Sie auch auf Check24. Wenn Ihr Anbieter in der neuen Wohnung nicht die Leistung zu den selben Bedingungen fortführen kann, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht mit einer Dreimonatsfrist.

Es lohnt sich also, die Überprüfung möglichst schnell zu machen. So vermeiden Sie, falls Sie auf das Alternativangebot des alten Anbieters nicht eingehen, Doppelbezahlungen in der Übergangszeit.

Tipp: Nachmieter

Teilen Sie Ihrem Provider rechtzeitig mit, dass Sie umziehen

Die meisten Provider bieten im Internet für den Wohnungwechsel einen Assistenten an, in dem Sie den Auftrag erteilen. Die Umstellung dauert unterschiedlich lange. Manchen Providern reichen 5 Tage vor dem Umzug, andere brauchen sechs Wochen.

Tipp: Pauschale

Bei Anbieterwechsel erledigt der neue Provider die Arbeit für Sie

Wechseln Sie den Provider gleichzeitig mit dem Umzug, lassen Sie ihn auch gleich den Altvertrag kündigen und sich um die Rufnummermitnahme kümmern. In den Verträgen wird das meistens gleich mit abgefragt.

Das hat den Vorteil, dass sich die beiden Anbieter unmittelbar über die nahtlose Umschaltung des Anschlusses verständigen können, und Sie Ihre Nummer behalten.

Download: Konditionen der zehn größten DSL-Anbieter beim Wohnungsumzug

Domain-Umzug: Ein Code für alle Daten

Autorisierungscode beim alten Provider beantragen

Beim Domain-Umzug oder wenn Sie sich von jemand anderen eine Domain gekauft haben, muss der Domain-Inhaber beim alten Provider einen Autorisierungscode  (Auth-Code oder Authinfo) beantragen.

Bei den meisten Providern lässt sich der Code über einen Assistenten erzeugen. Der Auth-Code ist eine Art Passwort, mit der der neue Provi-1 der auf die Domain zugreifen kann. Der Code ist 30 Tage lang gültig. Der Umzug sollte also nach Erhalt zügig angegangen werden.

Wichtig: Domain-Löschung

Zum neuen Provider die Domäne per Autorisierungscode übertragen

Der alte Provider übermittelt dem alten Domain-Inhaber den Auth-Code mit. Dieser, falls Sie es nicht selber sind, wird sie Ihnen mitteilen. Sie werden den Auth-Code an Ihren neuen Provider mitteilen. Wenn Sie den Antrag stellen, hat dieser die passenden Online-Formulare in der Regel parat.

Sie müssen Sie nur ausfüllen und abschicken. Der neue Provider leitet die Übertragung der Domain ein. Der Autho-Code dient als Passwort, dass alles korrekt isst. Die Domain wird sofort vom alten zum neuen Domain-Provider übertragen.

Domain-Umzug

© 1&1

Der Autorisierungscode ist für den Domain-Umzug wichtig.

Wenn der alte Provider nicht erreichbar ist

Für den Fall, dass der alte Provider nicht reagiert, kann der Domain-Inhaber seinen neuen Provider damit beauftragen, die Authinfo direkt bei der Denic anzufordern. Die Denic erzeugt dann einen Auth-Code und schickt ihn dem Domain-Inhaber per Einschreiben zu.

Achtung: Inhaberwechsel

Sollte der Domain-Inhaber seinen Wohnsitz nicht in Deutschland haben, wird der Brief an die Adresse des deutschen administrativen Ansprechpartners gesendet. Der Empfänger kann nun den Auth-Code an den neuen Provider durchgeben.

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