In sieben Schritten zum perfekten Heimkino

Projektionslampe

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In sieben Schritten zum perfekten Heimkino

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Die Grafik verdeutlicht, wie weit heute geläufige Lensshifttechnologien das Bild aus der direkten Projektionsachse schieben können

Vor dem ersten Einschalten sollte man noch einige grundsätzliche Dinge zur Projektorenlampe wissen. Lange Zeit waren die Lampenlebensdauer oder der Preis der Ersatzlampe echte Kaufentscheider für Projektoren.

Seit die Hersteller die Lebensdauer auf bis zu 6000 Stunden erhöhten und Erfahrungswerte zeigen, dass manche Lampe sogar den Projektor überlebt, ist dieses Thema indes in den Hintergrund gerückt. Da die von den Herstellern angegebene Lebensdauer dennoch nur ein Mittelwert ist, helfen ein paar Tipps, um dem frühzeitigen Ableben der Leuchte vorzubeugen.

Immerhin werden für eine Ersatzlampe je nach Modell zwischen 250 und stattlichen 2.500 Euro fällig. Ständiges Ein- und Ausschalten verkürzt die Lebenszeit erheblich, denn Beamer-Lampen leuchten im Gegensatz zu herkömmlichen Glühlampen nicht über einen Glühwendel im Inneren, sondern über die Entladung zweier Elektroden.

Im Inneren der Lampe befindet sich flüssiges Quecksilber, das mit zunehmender Erwärmung der Lampe verdampft. Wird die Lampe zum Beispiel während der Anlaufphase ausgeschaltet, dann besteht die Gefahr, dass Quecksilber sich am Glaskolben oder an den Elektroden niederschlägt. Letzteres würde im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Lampe nicht mehr zündet und dunkel bleibt.

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Der Panasonic PT-AE1000E erlaubt den Lampentausch sogar noch an der Deckenhalterung

Unbedingt sollte man darauf achten, den Lüfter nach dem Ausschalten ausrotieren zu lassen, bevor man den Netzstecker zieht. Auch Erschütterungen können die noch warme Lampe zerstören. Ist dann doch der neue Brenner fällig, lässt dieser sich bei den neuen Heimkino-Geräten meist mit wenigen Handgriffen selber austauschen. Wichtig ist, den Glaskolben selbst nicht mit schmutzigen Fingern zu berühren, da Rückstände die empfindliche Lampe unter der starken Hitze zum Platzen bringen können.

6. Anschalten

Ist der Projektor ungefähr auf die Leinwand ausgerichtet, kann man ihn einschalten und prüfen, wie gut man gezielt hat. Hängt der Projektor an der Decke, muss zuerst die Bildachse um 180 Grad gedreht werden. Entsprechende Schaltungen besitzen heute alle Projektoren - meist sind sie irgendwo im Menü versteckt.

Eine grobe Justierung nimmt man mit dem Lensshift vor, sofern dieser vorhanden ist. Zu erkennen ist er meist an ein oder zwei verstellbaren Rädern. Manche Projektoren haben den Lensshift gar motorisiert und verstecken entsprechende Einstellparameter im Menü oder auf der Fernbedienung.

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Ein Waveform-Monitor im Beamer ermöglicht Bildoptimierung in wenigen Minuten. Bisher ist er leider nur im Panasonic PT-AE1000E zu finden

Falls kein Lensshift an Bord ist, helfen bei der Tischprojektion die verstellbaren Standfüße, bei einer Deckenhalterung ein Gelenk. Der Lensshift ist trotzdem die erste Wahl, da er die perfekte Ausrichtung des Bildwerfers an Leinwandober- oder -unterkante hinfällig macht. Perfekt, weil die Differenz zur Leinwandkante nicht durch schräges Aufprojizieren ausgeglichen werden muss, sondern die gesamte Projektionsoptik und damit auch die Projektionsachse horizontal oder vertikal verschoben wird.

Damit bleibt die Bildgeometrie erhalten. Gerade die Benutzung von Standfüßen oder dem Gelenk der Deckenhalterung erzeugt oft eine trapezartige Verzerrung im projizierten Bild. Bis zu einem gewissen Maß (rund 5 Grad) ist das duldbar. Die meisten Projektoren bieten zwar eine Trapezkorrektur, da sie das Bild jedoch digital verzerrt, ist der Verlust an Auflösung und Bildschärfe massiv. Deshalb lässt man von der vermeintlichen Trapezkorrektur besser die Finger.

7. Einstellen

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Eine Testdisc wie die Burosch-"AVEC" ist für die Einstellung der optimalen Bildparameter beinahe unerlässlich

Die perfekten Bildeinstellungen zu finden ist ein heikles Thema. Die Lösung für den Enthusiasten: Er nimmt zusätzlich zum Kaufpreis 400 Euro in die Hand und lässt den Projektor von einem geschulten Händler oder Spezialisten kalibrieren. Mit Messwerkzeug, Signalgenerator und Spezialsoftware ermittelter die optimalen Werte.

Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, dass man dann das richtige Bild sieht - vor allem in dieser Größe. Vor dieser Investition hat der Projektor im Optimalfallaber schon zwischen 50 und 100 Stunden auf dem Buckel. Erst dann hat die Lampe Leuchteigenschaften angenommen, die für lange Zeit konstant bleiben.

Die zweite Möglichkeit, sich in das Thema Bildeinstellungen einzufuchsen, ist es, sich Testscheiben mit den entsprechenden Bildern zu besorgen und selbst im Einstellmenü Hand anzulegen. Testbilder finden sich auf fast allen THX-zertifizierten Scheiben. Allerdings lässt sich gerade die optimale Farbtemperatur, die für die Mischung von Grau- und Farbtönen zuständig ist, nur schwer mit dem Auge abstimmen.

Und die Anschaffung von Hardware, um den Projektor selber perfekt einzumessen, ist auf jeden Fall teurer als die Kalibrierung durch den Fachhändler. Auch auf die Optimalwerte, die einschlägige Internet-Foren veröffentlichen, ist kein Verlass. Ein Waveform-Monitor im Beamer ermöglicht Bildoptimierung in wenigen Minuten. Bisher ist er leider nur im Panasonic PT-AE1000E zu finden.

Der Regelbereich eines Gerätes kann innerhalb einer Serie massiv abweichen. Zudem sind Zuspieler, Leinwand oder Lichtverhältnisse ganz entscheidende Faktoren für die richtigen Bildparameter. Die gute Nachricht lautet jedoch: Immer mehr Projektoren, wie die in dieser Ausgabe getesteten Probanden von Mitsubishi und Panasonic, kommen bereits voreingestellt mitWerten, die schon sehr nahe am Optimum liegen.

Der Panasonic PT-AE1000E bietet erstmals sogar einen Waveform-Monitor an, der das ausgehende Signal grafisch darstellt. Wer die Linien zu deuten weiß, der justiert den Projektor damit in wenigen Minuten. Bleibt zu hoffen, dass andere Hersteller diesem Beispiel folgen.

So errechnen Sie die richtige Bildhelligkeit

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Die Finzelsche Formel

Diese Formel erlaubt eine überschlägige Berechnung der Projektionsparameter und die Orientierung, ob man mit der Kombination der Komponenten eine sinnvolle Leuchtdichte, sprich Bildhelligkeit, erhält. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie einen für die Filmwiedergabe relevanten ANSILumen- Wert verwenden. Der werkseitig angegebene Wert ist in der Regel deutlich höher.

Wir haben die Formel für Sie bereits für alle drei Parameter abgeleitet. Setzen Sie einfach die Werte für Gain als Faktor, die Lichtleistung des Projektors in ANSI-Lumen und die Bildbreite in Metern ein. Bitte gehen Sie dabei nicht dogmatisch vor - die Formel gibt nur einen Überschlagswert, einen Anhaltspunkt, ob die Produkte zusammenpassen.

Optimales Bild zum Nulltarif

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THX liefert kostenlose Testbilder

Für die beste Bildqualität müssen Sie Ihren Bildschirm oder Projektor einstellen, zumindest die Helligkeit und den Kontrast überprüfen. Hierzu benötigen Sie Testbilder, und die liefert Ihnen THX - kostenlos. Auf den meisten THX-lizenzierten DVDs, beispielsweise Star Wars oder Titanic, finden Sie im Sprachauswahl-Menü den THX-Optimizer. Dieses kleine Testprogramm erklärt und zeigt Ihnen mit den entsprechenden Testbildern, wie sie Ihr Bild korrekt justieren.

Zum korrekten Einstellen der Farben benötigen Sie ein Blaufilter, das Sie in Form einer Brille für 5 Dollar bei bestellen können - Englischkenntnisse und Kreditkarte vorausgesetzt. Bei Fernsehern mit individuellen Speicherplätzen für jeden Eingang stecken Sie den DVD-Spieler zum Einmessen kurzfristig auch in die Eingänge Ihrer anderen Geräte und verwenden ihn damit als Testbildgenerator.

Anschließend können Sie mit den Audiotests des THX-Optimizers auch gleich noch die Balance Ihrer Surround-Anlage testen und gegebenenfalls korrigieren. Ein vorzüglicher Service, den THX da liefert.

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Die richtige Hardware, um sich ein perfektes Heimkino selbst zu bauen

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