Blaues Vergnügen für den Heimcomputer

Profil 2.0

Auch bei der Grafikkarten-Unterstützung lief Nero seinen Mitbewerbern immer etwas hinterher, hat aber mit einem der letzten Webupdates nachgezogen. Stefan Miotto, Senior Technical Manger bei Nero, bestätigte uns gegenüber, dass die Unterstützung von Profil 2.0 bereits in der Entwicklung sei, er jedoch noch keinen offiziellen Termin nennen könne. Er wies nochmals darauf hin, dass aktuelle Blu- ray-Discs trotzdem laufen, da alle Profile per Spezifikation rückwärtskompatibel sein müssen.

Starten Sie mit genannter Konfiguration die Wiedergabe, und erscheint die Meldung, Ihr Display sei nicht kompatibel, haben Sie einen Flachbild-Monitor oder HD-Screen per DVI angeschlossen, der die HDCP-Verschlüsselung nicht unterstützt. Einziger Ausweg ist dann die analoge Ausgabe: der Anschluss eines Monitors über einen analogen VGA-Ausgang, ggf. mit DVI-auf-VGA-Adapter, oder eines "normalen" SD-Fernsehers über den TV-Ausgang Ihrer Grafikkarte.

Was zunächst verrückt klingt, nämlich die SD- Wiedergabe von HD-Material, sorgt in der Praxis für einen Überraschungseffekt: Das Bild auf einem hochwertigen Röhrenfernseher ist außergewöhnlich scharf, weil normalerweise SD-Material auf DVD oder von Digital-TV z.B. zur Vermeidung von Moire- Effekten und Flimmern etwas unschärfer gemacht wird. Zudem lässt sich etwas unscharfes Material besser komprimieren. Auf beides wird beim "Light-HDTV" keine Rücksicht genommen, daher die ungewöhnlich hohe Bildschärfe.

Ist ein SD-Fernseher angeschlossen, stellen Sie sicher, dass die Bildwiederholrate der Grafikkarte für Kinofilme auf 60 Hz (NTSC) bzw. ein Vielfaches davon und nicht wie früher auf 50 Hz (PAL) eingestellt ist - auch bei deutschen Blu-ray-Titeln - damit das Bild bei horizontalen Schwenks nicht ruckelt. Optimales Sehvergnügen wie in vergangenen Zeiten ist leider auch damit nicht möglich: Die 60 Hz werden durch so genannten Pulldown erzeugt, bei dem aus jedem Bild abwechselnd zwei oder drei Halbbilder erzeugt und bei der Wiedergabe entsprechend dargestellt werden.

Bei einem Flachbild-Fernseher oder Monitor überprüfen Sie in den Anzeigeeinstellungen, welche Bildwiederholraten angeboten werden. Für Spielfilme sollten Sie im optimalen Fall eine Wiederholrate von 24 oder einem Vielfachen davon angeboten bekommen - damit entfallen schließlich die genannte Ruckler, und bei einem 100 Hz-Fernseher erhalten Sie durch Zwischenbildberechnung flüssigere Bewegungen als im Kino, wo jedes Bild zur Vermeidung von Flimmern einfach nur wiederholt wird.

Haben Sie sowohl ein HDCP-konformes, als auch ein nicht-konformes Gerät angeschlossen, stellen Sie die Anzeigeeinstellungen auf Erweiterten Desktop und verschieben Sie den Player auf das Display, das HDCP beherrscht.

nVidia oder ATI, Vista oder XP?

Um festzustellen, welche Leistung für die Blu-ray-Wiedergabe wirklich notwendig ist, haben wir einige Grafikkarten mit PowerDVD 8 Ultra und WinDVD 9 Plus unter Vista SP1 (32 Bit) und XP SP3 auf einem nicht ganz taufrischen Intel-Core2Duo-X6800-System mit 2,93 GHz Core-Frequenz gegeneinander antreten lassen: Eine GeForce 9600 GT, eine GeForce 8600 GT, eine Radeon HD 3650 und eine Radeon 2600 Pro.

GeForce-7000er-Karten sind nicht Full-HD-fähig und PowerDVD gibt sogar aus, die Karten seien (trotz oft zu findendem HDCP-ready-Logo auf der Verpackung) nicht für die Blu-ray-Wiedergabe geeignet. ATI X1300-Karten bieten ebenfalls keine Beschleunigung, die anderen X1000er leisten nicht die gleiche Arbeit wie die neueren und inzwischen ebenfalls sehr günstig zu bekommenden Modelle.

Auch bevorzugten wir (ein nicht abgespecktes) Vista bei den Messungen, da die Software-Hersteller derzeit unter XP die Treiber direkt ansprechen müssen, während unter Vista die Hardware-unabhänige DXVA- 2.0- Schnittstelle zur Verfügung steht und damit die Zukunft sein wird. Alle Kandidaten mussten die gleichen Sequenzen abspielen:

Blu-ray-Wiedergabe am PC

© Archiv

Hier wird nicht gegeizt: Fluch der Karibik nutzt die Videobitrate an vielen Stellen fast komplett aus - über Sinn oder Unsinn von 40 MBit/s bei AVC darf man allerdings streiten.

• einen Trailer des Filmes Das Vermächtnis des geheimen Buches in MPEG-2 mit 30-40 MBit/s, zu finden auf der Blu-ray-Disc unserer Kollegen der Zeitschrift HomeVision

• einen Ausschnitt aus CSI Miami Season 5, Anfang Folge 3 mit Bild-im-Bild und ohne, VC-1 mit ca. 35 MBit/s im Maximum

• den Anfang von Fluch der Karibik (Teil 1) mit H.264 bei 30-40 MBit/s.

Die CPU-Last wurde mit dem Tool PerfWatch von www.withopf.com/tools/perfwatch ausschließlich während der Wiedergabe, nicht bei Navigation o.ä. ermittelt, da wir den Fokus auf flüssige Wiedergabe legen wollten. Der Höchstwert wurde jeweils notiert, der Durchschnitt liegt meist einige Prozent darunter. Die Werte gelten trotz wiederholten Messens lediglich als grober Richtwert.

Bei allen Karten wurden stets die neuesten Treiber verwendet, lediglich bei der GeForce 9600 GT unter Vista mussten wir ForceWare 174.53 verwenden, weil bei neueren Treiberversionen die MPEG-2- Beschleunigung z.B. bei den Extras von Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer und Batman Begins sowie normalen DVDs inkorrekt arbeitete - das Bild ruckelte fortwährend. WinDVD scheint mit den Treibern nicht gut zu harmonieren, denn die CPU-Last liegt hier meist über 10 Prozent.

Das Ergebnis: Fast alle Messergebnisse liegen unter 10 Prozent und XP ist teilweise deutlich weniger ausgelastet als Vista - hier sind noch einige Optimierungen vor allem seitens WinDVD notwendig. Zudem hatte ATI unter XP mit WinDVD meist die Nase vorn, unter Vista sind die GeForce 8600 mit WinDVD und die ATI mit PowerDVD auf ähnlichem Niveau.

Die Werte der "kleineren" Karten entsprachen weitgehend denen der "größeren" Karten, für die HD- Wiedergabe muss es also nicht immer die Neueste sein. Die Bild-in-Bild-Funktion hat kaum für mehr CPU-Belastung gesorgt, allerdings bleibt abzuwarten, wie es bei Blu-rays mit größerem Bild-im-Bild- Videofenster und vor allem einem dritten Videostream aussieht - gerade die GeForce 9600 soll für den zweiten zusätzlichen Videostream optimiert sein. Die ausführliche Ergebnistabelle finden Sie auf der Heft-DVD.

Maximale CPU-Belastung bei Blu-ray-Wiedergabe am PC
"Windows Vista SP1 (32-Bit) auf Intel Core2Duo X6800"
nVidia GeForce 9600 GT MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 6,4 8,6 8,4 5,2
WinDVD 12,5 12,3 12,3 9,6
"Windows Vista SP1 (32-Bit) auf Intel Core2Duo X6800"
nVidia GeForce 8600 GT MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 8,0 8,6 8,4 5,2
WinDVD 6,3 6,7 6,7 2,6
"Windows Vista SP1 (32-Bit) auf Intel Core2Duo X6800"
ATI Radeon HD 3650 MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 7,5 5,1 5,3 4,7
WinDVD 8,9 5,6 5,9 6,8
"Windows Vista SP1 (32-Bit) auf Intel Core2Duo X6800"
ATI Radeon 2600 Pro MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 8,0 5,2 5,6 5,0
WinDVD 9,2 5,3 5,9 6,8
"Windows XP SP3 auf Intel Core2Duo X6800"
nVidia GeForce 9600 GT MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 5,4 6,9 6,9 2,9
WinDVD 5,8 6,6 6,6 2,5
"Windows XP SP3 auf Intel Core2Duo X6800"
ATI Radeon HD 3650 MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 4,9 4,0 4,0 2,9
WinDVD 5,9 2,1 2,6 2,3
"Asus M3A-H/HDMI mit Athlon X2 4850e unter Windows Vista"
MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 10,7 6,5 6,5 5,3
WinDVD instabil instabil instabil instabil
"Asus M3N78Pro mit Athlon X2 4850e unter Windows Vista"
MPEG-2 VC-1 VC-1 PiP AVC
PowerDVD 5,9 6,2 6,2 5,3
WinDVD 4,0 4,3 4,4 5,6

Über die Auslastung des Systems bei der Wiedergabe von Blu-rays muss man sich bei zeitgemäßen Computern keine großen Sorgen machen. Werte von maximal um die 12 Prozent lassen genügend Spielraum für Virenscanner und sonstige Hintergrundanwendungen. Das schlankere Windows XP schlägt sich jedoch meist besser als Vista. In fast allen Kombinationen aus Grafikkarte, Codec und Abspielprogramm hat der Oldie die Nase vorn. Für den Geldbeutel interessant ist, dass ältere und damit günstigere Karten kaum schlechter abschneiden.

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