Augmented Reality

Professor Dr. Gudrun Klinker

Professor Dr. Gudrun Klinker

KlinkerHead of FAR (Fachgebiet Augmented Reality), Institut für Informatik der Technische Universität München

Augmented Reality in Bildern

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Professorin Dr. Gudrun Klinker: Head of FAR (Fachgebiet Augmented Reality), Institut für Informatik der Technischen Universität München

PCM: Augmented Reality ist keine neue Technik. Wie lange gibt es sie schon?Klinker: Bereits in den frühen sechziger Jahren hatte Ivan Sutherland die Vision, dass Informationen nicht in den Computer eingesperrt sein sollten, sondern ein Teil der Welt sind. Deshalb plante und baute er ein Head Mounted Display (HMD). Der Begriff Augmented Reality wurde in den neunziger Jahren bekannt. Geprägt wurde er von David Mizell und Tom Caudell, in einem Projekt mit Boeing.Sie wollten eigentlich virtuelle Realität zur Erstellung von Kabelbäumen nutzen. Sie hatten aber mit dem Problem der mangelnden Computerleistung zu kämpfen. So kamen sie auf die Idee, wirkliche Bilder einzubinden, um Grafikleistung zu sparen. Sie dachten, so könne man nur die Erweiterungen hinzufügen und müsste nicht auch noch die ganze reale Welt hinzu modellieren.

Daraus entwickelte sich dann das weite Feld der Augmented Reality. Sie hat nur noch wenig Ähnlichkeit mit Virtual Reality.

PCM: Was unterscheidet Augmented von der Virtual Reality?

Klinker: Virtual Reality macht sich zunutze, dass sie die gewohnten Bindungen an die Realität, wie etwa Schwerkraft, verlassen kann.

So ähnlich sich Virtual Reality und Augmented Reality in den Ansätzen sind, so gibt es doch auch ganz unterschiedliche Aspekte: In der Augmented Reality ist das Tracking, also die Orts- und Lagebestimmung des beweglichen Objektes viel wichtiger, weil dies für den Abgleich zur Realität nötig ist. Jeden Millimeter, den das Objekt oder der Betrachter gegenüber seiner wirklichen Position verschoben ist, sieht man sofort.

PCM: Wie hat sich Augmented Reality weiter entwickelt?

Klinker: Einerseits hat sich die Rechnerleistung enorm gesteigert. Was heutzutage in einem Handy oder einer Spiele-Konsole an Leistung steckt, leistete Anfang der neunziger, zumindest was die Grafikleistung angeht, ein mehrere Millionen Mark teurer Rechner. Deshalb kann man jetzt auf kleinen, tragbaren Geräten testen, was damals nur stationär zu simulieren war.

PCM: Welche Folgen hat das für die Forschung?

Klinker: Es hat Einfluss auf die Art des Trackings. Durch die bessere Rechnerleistung und Bildverarbeitung hat sich das videobasierte Tracking durchgesetzt. Früher waren eher Methoden wie das elektromagnetische Tracking verbreitet. Durch den Einsatz von hochqualitativen Kameras ist eine neue Qualität in die Augmented Reality gekommen.

So kann man relativ präzise die Blickrichtung und Position bestimmen und hat dann als Endeffekt einen weit größeren Verblüffungseffekt für die Benutzer einer solchen Anwendung. Dabei tritt ein interessanter Effekt auf: Überschreitet man eine Wahrnehmungsschwelle, tritt ein Aha-Effekt beim Betrachter ein.

Das Bewusstsein reagiert auf ganz neue Art auf die zugespielten Informationen. Dementsprechend entstehen jetzt immer mehr Untersuchungen über die psychischen Reaktionen auf Augmented Reality. Die Konsequenzen für den einzelnen Menschen als auch für die Gesellschaft insgesamt kommen jetzt mehr und mehr in die Diskussion. Gleichzeitig eröffnen sich so natürlich auch ganz andere Märkte.

PCM: Welche Einsatzbereiche werden in naher Zukunft wichtig?

Klinker: Das ist schwer zu sagen. Ich habe lange Zeit sehr interessante Fortschritte beobachtet im industriellen Anwendungsbereich, wo der Einsatzzweck auf ein spezielles Problem begrenzt und das Personal gut geschult ist. In diesem Bereich kann Augmented Reality mittlerweile auch gut genutzt werden.

Die sehr junge Entwicklung der Augmented Reality auf Consumer-Geräten wie Handys zeigt einen ganz neuen Anwendungsbereich. Hierbei spielen klassische Anforderungen wie Genauigkeit des Tracking nicht so eine große Rolle, sondern die Faszination der Anwendungsmöglichkeiten.

Durch die Anbindung der enormen Informationsmengen, die heute ins Internet gestellt werden, können ganz neue Einsatzbereiche erschlossen werden. Diese Daten könnte man als Forscher oder Firma ja gar nicht selber zur Verfügung stellen, sodass entsprechende Entwicklungen bisher nicht möglich oder üblich waren. Zusammen mit verteilten Rechenkapazitäten wie bei Cloud-Computing könnten also noch ganz neue Anwendungen entdeckt werden.

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