Drucken in der dritten Dimension

Professioneller 3D-Druck

Preiswerter, professioneller 3D-Drucker

Professioneller 3D-Druck für vergleichsweise kleines Geld bietet der Solido SD 300, wie er im PC-Magazin-Testlabor recht eindrucksvoll unter Beweis stellte. Das Gerät, das in Israel ersonnen und gebaut wurde, stellte uns freundlicherweise der deutsche Vertriebspartner encee CAD/CAM-Systeme GmbH für einen kurzen Test zur Verfügung.

Die Maschine, die in der Grundkonfiguration knapp 8000 Euro kostet, arbeitet mit einem Verfahren, das sich Laminated Object Modelling (kurz LOM) nennt. Der Werkstoff ist eine Kunstofffolie, aus der die Konturen des Werkstücks - wie bei einem Schneidplotter - mit einem Messer ausgeschnitten werden.

Nach jedem Schneidvorgang wird eine neue, 0,15 mm dicke, Folienschicht aufgeklebt und das Druckbett um den selben Betrag abgesenkt. So entseht das Modell langsam, Schicht für Schicht in einem massiven Kunstoffblock.

Bildergalerie

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Galerie

Der Solido SD 300 passt so eben auf einen normalen Büroschreibtisch. Der 3D-Drucker findet per USB Anschluss an den Rechner.

Die Sache mit dem Antikleber

Ein Streifen außerhalb der Konturkanten wird vor dem Aufkleben der nächsten Folienschicht mit einem Lösungsmittel-getränkten "Antiklebestift" abgefahren. Dort lässt sich später das Werkstück per Hand aus dem dem Block schälen. Besagten "Antiklebestift" besitzt das Gerät in drei unterschiedlichen Stärken. Die gesamte Kinematik erinnert etwas an die eines Plotters.

Funktionstest bestanden

Bei unserem kurzen Test hinterließ das System einen sehr ausgereiften Eindruck. Einmal mit Folie, Kleber und Antikleber befüllt, macht sich die Maschine munter ans Werk. Die Platzierung des Werkstücks im Druckraum, das - wie allgemein üblich - in Form einer STL-Datei vorliegen sollte, gelingt einfach und selbsterklärend per grafischer Software.

Dabei können im Prinzip so viel Modelle in einem Aufwasch produziert werden, wie im Druckraum mit seinen 160 x 210 x 135 mm Platz finden. Das druckbare Volumen entspricht in etwa dem eines Schuhkartons.

Druckprobe

Wie alle Rapid-Prototyping-bzw. 3D-Druckverfahren benötigt auch der Druckvorgang mit dem Solido SD 300 einiges an Zeit. Je größer das Modell, desto länger dauert es. Größere Teile können so leicht mehrere Stunden oder gar einen ganzen Arbeitstag erfordern. Verglichen mit der Zeit, die es dauert, komplexe Modelle auf konventionellem Wege anfertigen zu lassen, ist dies aber immer noch blitzschnell.

Zu Beginn erstellte uns die Maschine - die in der Bautiefe gerade so auf einem normalen Schreibtisch passt - ein kleines Origami-Modell einer Pyramide, die aus nur wenigen Schichten Folie bestand. Das Modell muss, um sich problemlos zusammenklipsen zu lassen, sehr genau gearbeitet sein. Dabei gab das Probestück eine überzeugende Vorstellung ab.

Unsere eigene Druckprobe war weniger ausgefuchst, zeigte aber eindrucksvoll, dass sich auch kleine Bauteile - wie die Buchstaben unseres Schriftzuges - einfach aus dem umgebenden Material trennen lassen.

Variationen

Auf Wunsch gibt es die Folien auch in den Farben Hellblau, Rot, Schwarz und Dunkelblau. Die gedruckten Teile sind weitaus robuster als es der Aufbau aus Folien zunächst vermuten lässt. Die Teile lassen sich durchaus auch in funktionsfähigen Modellen, also nicht nur in reinen Designstudien, einsetzen.

Der Komplexität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Allerdings lassen sich Modelle mit größeren Hohlräumen nur dann herstellen, wenn sich das Material im Inneren durch eine entsprechend große Öffnung entfernen lässt.

Druckkosten

Wie schon das Gerät ist auch das Verbrauchsmaterial nicht ganz billig. Ein Kit, bestehend aus 175 Meter Folie und der dazu gehörigen Menge Kleber und Lösungsmittel kostet gut 300 Euro. Es reicht laut Hersteller exakt, um das maximale Volumen des Gerätes zu füllen.

Bei kleineren Werkstücken zieht der Drucker die Folie entsprechend weniger tief ins Gerät und auch an Schichten verbraucht der Solido nicht mehr als für die Bauhöhe des Ausdrucks benötigt wird. Allerdings muss das Gerät, egal wie schmal das Teil auch sein mag, stets die volle Breite der Folie einziehen.

Netterweise zeigt die Drucker-Software schon vor dem Druck an, wieviel der Ausdruck kosten wird. Unser-PC-Magazin Schriftzug hätte somit gerade mal 4 Euro gekostet.

Ein genaueres Bild vom Solido-3D-Drucker vermittelt ein Video, das uns der deutsche Vertrieb netterweise zur Verfügung gestellt hat. Ursprüglich soll es stolzen Neubesitzern die Inbetriebnahme erleichtern. Das Video finden Sie auf der Heft-DVD.

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