7.1.-Surround

Probleme von 7.1 und Fazit

Bringt 7.1 mehr Filmton?

Damit die Boxen hinter dem Publikum ihre Wirkung entfalten können, ist zudem etwas "Luft" zwischen den Hörplätzen und der Rückwandnötig. Ist das Zimmer zudem schmal, dann schrumpft die 7.1-Wirkung weiter. Kurzum: Je größer das Heimkino, desto mehr bringen die Lautsprecher Nummer sechs und sieben.

Die Boxen-Aufstellung

Bei 5.1-Systemen ist die Aufstellung der Lautsprecher schon eine Wissenschaft für sich. Dort gibt es aber internationale Vorgaben der Standardisierungsorganisation ITU (International Telecommunication Union). Sie empfiehlt, die einzelnen Lautsprecher eines 5.1-Systems schon bei der Abmischung im Studio so aufzustellen, wie die Grafik links zeigt.Die Surround-Kanäle hängen also vom optimalen Hörplatz aus um cirka 20 Grad nach hinten versetzt. Wer direkt strahlende Rear-Lautsprecher einsetzt, der ist gut beraten, diese in einem ähnlichen Winkel aufzustellen oder an die Wand zu hängen. Für Dipol-Surround-Boxen gelten etwas andere, aber ähnlich leicht nachvollziehbare Regeln.Für 7.1-Systeme gibt keine derart exakte Vorgabe für die Aufnahme. Die zusätzlichen Tonkanäle werden zudem meist per Pro-Logic-IIx-Prozessor oder mit einem anderen DSP-Programm im AV-Receiver oder -Verstärker erzeugt. Das macht eine Aufstell-Empfehlung noch schwieriger. Grundsätzlich sollten aber die beiden normalen Surround-Boxen seitlich vom Publikum stehen, während die echten Surround-Back-Boxen an die Rückwand gehören.Alternative für Heimkinos mit mehreren Sitzreihen: Hängen Sie links und rechts je zwei Surround-Boxen hintereinander an die Seitenwand. Die sollten allerdings ähnlich wie im Kino die gleichen Surround-Informationen wiedergeben.

7.1-Probleme

Alles prima also im 7.1-Heimkino? Leider nicht! Wer viel Geld in edle Boxen rund um den Hörplatz investiert, der möchte schließlich auch besten Sound in jeder Lebenslage haben. Das ist leider nicht immer der Fall. Beispiel 5.1-Kanalton: Aktuelle AV-Receiver wandeln Filmsound von DVDs oder Bluray-Discs meist per "Pro Logic IIx"-Decoder in 7.1-Sound um. Aber eben nicht immer. Vor allem mit DTS-Filmton schalten nicht alle Geräte im zweiten Durchlauf zusätzlich Pro Logic IIx ein.

HD-Surround-Klang mit 5.1-Kanälen und hoher Auflösung (96 kHz/24 Bit) lässt sich noch seltener in ein 7.1-Signal wandeln. Das betrifft vor allem einige etwas ältere AVReceiver, die HD-Surround per PCM-Signal über den HDMI-Eingang bezogen. Kommt der in einer hohen Digitalauflösung wie 24 Bit/96 kHz oder mehr beim AV-Receiver an, dann kann der den Filmton häufig nicht mehr weiter in ein 7.1-Signal aufpusten.

Der Grund: Die Signalprozessoren vieler AV-Receiver können die hochaufgelösten Audiosignale nicht weiter bearbeiten. Schließlich müssen sie zuerst den digitalen Surround-Ton in 5.1 entschlüsseln und dann im zweiten Schritt mit Pro Logic IIx nachbearbeiten. Da reicht teils die Rechenpower nicht. Welche Formate wie und in welcher Kombination unterstützt werden, zeigt meist eine Tabelle in der Bedienungsanleitung.

Theoretisch sollte es auch möglich sein, die hinteren Lautsprecher mit den gleichen Signalen zu füttern wie die normalen Surrounds. Das kommt infrage, wenn man etwa je zwei Surround-Boxen entlang der Seitenwand aufstellen möchte, um mehrere Sitzreihen mit den gleichen Surround-Informationen zu beschallen. Aber nur wenige AV-Receiver unterstützen eine solche Kanal-Verdopplung.

Playstation 3 Paradox

Eine Überraschung erlebt auch, wer die Playstation 3 als Blu-ray-Player in einer 7.1-Anlage einsetzt. Sie entschlüsselt die HD-Audioformate und gibt dann 7.1-Ton als PCM-Signal über HDMI weiter. Allerdings überträgt sie auch dann 7.1-Kanalton, wenn auf der Disc nur 5.1-Audio oder gar Stereo vorliegt. Die jeweils nicht belegten Kanäle sind im Signal vorhanden, aber stumm.

AV-Receiver können ein solches Pseudo-7.1-Signal nicht per Pro Logic IIx oder anderen Raumklangprogrammen weiter verarbeiten. Das gilt auch, wenn man CD-oder MP3-Musik per HDMI von der PS3 zum AV-Receiver schickt. Für 7.1-Aspiranten ist die PS3 daher nicht der optimale Zuspieler.

Fazit

Wer seine Anlage mit sieben Lautsprechern plus Subwoofer bestücken möchte, der hat mangels klarer Vorgaben und Standards einiges zu experimentieren und wird je nach Quellmaterial mehr oder weniger große Vorteile vom Zusatz-Boxenpärchen haben. Doch Bange machen gilt nicht: Tüfteln lohnt sich - und macht schließlich auch Spaß!

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