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Problemberichte und -lösungen

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Problemberichte und -lösungen

Windows Vista: Treiber stabilisieren System

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Wertvolle Hinweise: Ein Mausklick auf eine Lösung zeigt Ihnen etwa, dass neue Treiber verfügbar sind.

Was früher Dr. Watson war, heißt in Vista Problemberichte und -lösungen. Sie finden den Punkt im Startmenü über Alle Programme/Wartung/Problemberichte und -lösungen. Genau wie sein Vorgänger sendet auch Vista bei Problemen mit einer Anwendung einen Fehlerbericht an Microsoft.

Neu ist, dass das Betriebssystem auch gleich in einer Online-Datenbank nachsieht, ob bereits eine Lösung existiert. Wenn ja, bekommen Sie einen Hinweis. In der Voreinstellung geschieht das aber nicht automatisch. Stattdessen fragt das Programm bei jedem Anwendungsproblem nach, ob es Microsoft um Rat bitten darf.

Um den Vorgang zu beschleunigen und die Abfrage zu automatisieren, klicken Sie in Problemberichte und -lösungen zunächst in der linken Randspalte auf Einstellungen ändern und markieren Sie Automatisch nach Lösungen suchen (empfohlen). Über den Link Erweiterte Einstellungen gelangen Sie zu einem Fenster mit weiteren Optionen.

An dieser Stelle können Sie durch Deaktivieren von Status der Problemberichterstattung für eigene Programme die Ausführung der Anwendung verhindern. Zudem können Sie definieren, ob jeder Benutzer die Einstellungen verändern darf und ob das Tool Zusatzinfos an Microsoft schicken darf, wenn das bei der Fehlersuche helfen kann.

Windows Vista: Problemberichterstattung

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Vorsichtig: Die Problemberichterstattung kann auch Dateien an Microsoft schicken.

Generell übermittelt die Problemberichterstattung lediglich Daten wie den Namen des nicht mehr funktionierenden Programms, Datum und Uhrzeit oder die Adresse des Speicherbereichs, in dem es zu einem Konflikt kam.

Falls Sie das Senden der erwähnten Zusatzinfos erlaubt haben, kann das Tool zusätzlich Dateien oder Teile davon an Microsoft schicken, die bei der Suche nach einer Lösung hilfreich sein können. Welche Infos dabei übermittelt werden, zeigt die Problemberichterstattung jeweils an. Schließlich finden Sie in diesem Fenster auch eine Option, mit der Sie Programme von der Problemberichterstattung ausnehmen können.

Gezielt nachfragen

Windows Vista: Problemberichte und -lösungen

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Nochmal nachfragen: Teilweise sind Lösungen für bestimmte Probleme erst nach einigen Wochen bekannt.

Tipp: Wenn ein neues Problem mit einer Anwendung oder einem Treiber auftritt, kommt es häufig vor, dass zunächst noch keine Lösung bekannt ist. Doch das ändert sich dann meist innerhalb einiger Tage oder Wochen, sobald die Microsoft-Programmierer das Problem analysiert haben. Die Tipps tauchen jedoch nicht automatisch unter Problemberichte und -lösungen auf.

Stattdessen müssen Sie das Tool anweisen, noch einmal gezielt nachzufragen. Klicken Sie dazu auf der linken Fensterseite auf Nach neuen Lösungen suchen. Vista hat sich die aufgelaufenen Probleme gemerkt und sieht nun noch einmal in der Datenbank nach, ob es mittlerweile einen Tipp dazu gibt. Falls ja, taucht er nun mit einem roten Neu gekennzeichnet in der Liste auf.

Arbeitsspeicher-Diagnose

Windows Vista: Blick unter die Haube

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Neu in Vista ein Tool, das bislang nur als separater Download erhältlich war. Das Windows-Arbeitsspeicherdiagnosetool testet die RAM-Bausteine auf Fehler. Reparieren kann es sie natürlich nicht. Doch lässt sich mit dem Programm immerhin feststellen, ob sich wiederholende Abstürze auf einen Hardware-Fehler zurückführen lassen.

Um die Diagnose durchzuführen, tippen Sie mdsched in das Suchfeld des Startmenüs ein und klicken anschließend auf die Fundstelle. Nachdem Sie (als Administrator) die Abfrage der Benutzerkontensteuerung bestätigt haben, fragt Sie Windows, ob die Diagnose sofort oder erst beim nächsten Systemstart ausgeführt werden soll. Wenn Sie auf Jetzt neu starten und nach Problemen suchen klicken, wird der Rechner neu gebootet und das Diagnose-Tool aufgerufen.

Das Programm beginnt sofort mit der Arbeit. Dabei schreibt es Testmuster aus Nullen und Einsen in die einzelnen Speicheradressen und sieht anschließend nach, ob der Speicherbaustein die zugewiesenen Werte behält oder nicht. Falls nicht, liegt ein Fehler im Speichersystem vor.

Zum zweiten fahndet die Software auch nach Kopplungsfehlern. Dabei schreibt sie mehrere Testmuster in die Adressen eines Speichermoduls und überprüft danach, ob sich das Muster an der ersten Speicheradresse dadurch ändert. Wenn sich der Wert an der ersten Adresse verändert, weil auch eine andere Adresse desselben Bausteins Daten aufgenommen hat, handelt es sich um einen Kopplungsfehler.

Drücken Sie die Taste [F1], um die Testeinstellungen zu modifizieren. Über die Punkte Minimal, Standard und Erweitert können Sie zunächst angeben, wie umfangreich das Testprozedere ausfallen soll. Voreingestellt ist Standard, das entspricht bei einem aktuellen PC mit Dual-Core-Prozessor und ein bis zwei Gigabyte RAM einer Testdauer von etwa fünf bis zehn Minuten.

Mit der Taste [Tab] gelangen Sie zur nächsten Option. Sie kümmert sich um den Prozessor-Cache. In der Einstellung Standard wird der Cache abhängig von der Art des Tests aktiviert oder deaktiviert.

Mit Aktiv können Sie ihn generell einschalten - empfehlenswert ist das allerdings nicht. Wenn Sie an den Voreinstellungen etwas verändern wollen, sollten Sie den Cache mit Inaktiv lieber deaktivieren. Dadurch verlängert sich zwar die Testdauer, dafür ist die Diagnose jedoch gründlicher und genauer.

Mit einem weiteren Druck auf [Tab] erreichen Sie die Einstellung zur Zahl der Testdurchläufe. Standardmäßig wird die Diagnose einmal wiederholt, Sie können jedoch auch einen anderen Wert zwischen 1 und 99 angeben. Wenn Sie eine 0 eintragen, läuft der Test in einer Endlosschleife, die erst durch einen Druck auf [Esc] beendet wird. Mit [F10] übernehmen Sie die Einstellungen und setzen die Diagnose fort.

Wie eingangs erwähnt, ist die Speicherdiagnose für frühere Windows-Versionen kostenlos als Download erhältlich. Die Software und eine Dokumentation finden Sie unter oca.microsoft.com

Windows-Leistungsindex

Windows Vista: Zuverlässigkeitsüberwachung

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Unzuverlässig: Aufgrund regelmäßiger Abstürze diverser Anwendungen gibt es für die Zuverlässigkeit dieser Konfiguration nur einen Indexwert von 4,09.

Das vermutlich populärste neue System-Tool von Vista ist der Windows-Leistungsindex. Dabei ist die Umsetzung dieses Benchmarks eher schwach: Der Benutzer erhält lediglich eine Benotung der Hardware-Komponenten seines PCs.

Wie diese Noten zustande gekommen sind und was das Tool misst, erfährt der Benutzer nicht. Den Leistungsindex rufen Sie auf über einen Klick mit der rechten Maustaste auf das Computer-Icon und die Auswahl von Eigenschaften.

Sie müssen den Test manuell anstoßen. Microsoft hat den Benchmark entwickelt, damit die Anwender ihre Rechner auf Vista-Tauglichkeit prüfen und den Erfolg von Upgrade-Maßnahmen messen können. Zudem sollen Software-Hersteller einen bestimmten Leistungsindex bei ihren System-Voraussetzungen angeben können: Nur wenn der Computer einen Mindestwert erreicht, ist er auch geeignet für das spezielle Programm.

Messwerte einsehen

Windows Vista: Benchmark-Ergebnisse

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Ergebnisse einsehen: Die XML-Datei verrät, welche Messwerte die einzelnen Komponenten geliefert haben.

Wie die gemessenen Werte des Leistungsindex aussehen, behält Vista für sich. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, die Ergebnisse trotzdem einzusehen - allerdings nicht über die Windows-Oberfläche. Stattdessen öffnen Sie die Eingabeaufforderung und geben dort den Befehl winsat formal ein.

Der Leistungsindex startet nun ohne grafische Oberfläche, kurzzeitig sind auch die Ergebnisse der einzelnen Tests zu sehen. Allerdings hält das Programm die Werte auch in einer XML-Datei fest.

Diese sehen Sie ein, indem Sie im Zubehör-Ordner des Startmenüs auf Ausführen klicken und den Befehl explorer C:\Windows\Performance\WinSAT\DataStore eingeben. Damit öffnen Sie das File mit den Mess- und Untersuchungsergebnissen des Benchmarks.

Leistungsindex im Überblick

Sobald neue, leistungsfähigere Hardware auf den Markt kommen, will Microsoft die Skala des Leistungsindex erweitern und auch Werte über 6 zulassen. Die alten Messergebnisse sollen sich dadurch nicht ändern. Der Gesamtindex setzt sich aus fünf Einzelwerten zusammen, bildet jedoch keinen Durchschnitt.

Stattdessen entspricht der Leistungsindex immer dem Benchmark-Wert der schwächsten Komponente. Wenn also in Ihrem PC eine alte Festplatte steckt, die nur mit 2,1 bewertet wurde, hilft es nicht, wenn alle anderen Bauteile eine 5,0 erzielen - Vista gibt den Leistungsindex trotzdem nur mit 2,1 an.

Was wird gemessen? Wenn Sie auf den Link Windows-Leistungsindex klicken, sehen Sie die fünf Bereiche, die der Benchmark untersucht. Es geht los mit dem Prozessor: Vista führt insgesamt fünf Tests durch, um seine eigene Geschwindigkeit zu bestimmen. Im Einzelnen sind das:

Windows-Leistungsindex: Prozessor-Tests

  • Komprimierung und Dekomprimierung mit dem LZW-Algorithmus, der auch beim Komprimieren von TIFF-Bildern genutzt wird
  • Komprimieren und Dekomprimieren mit dem Algorithmus, den Vista beim Sichern des Speicherabbilds für den Ruhezustand gebraucht
  • Ver- und Entschlüsseln von Daten
  • Erzeugen von Hash-Werten
  • Enkodieren von Videodaten

Im Bereich Arbeitsspeicher (RAM) misst Vista den Datendurchsatz des Speichers in Megabyte pro Sekunde. Zugleich wird der Leistungsindex durch den Größe des Arbeitsspeichers bestimmt. Spaß macht Vista demnach erst ab einem Hauptspeicher von 1 GByte, je mehr, desto besser.

Speicherausbau und Leistungsindex

Beim Bewerten des Speicherausbaus berücksichtigt Vista übrigens auch den für Grafik reservierten Speicher und zieht ihn von der Gesamtgröße ab. Der nächste Benchmark-Test prüft die Leistung der Desktop-Grafik. Dabei misst er den Datendurchsatz in Megabytes pro Sekunde und setzt ihn in Relation zu einem bestimmten Indexwert.

Falls die Grafikkarte DirectX 9 nicht unterstützt, wird der Index allerdings automatisch mit 1,0 angegeben. Wenn die Karte DirectX 9 unterstützt, jedoch kein WDDM-Treiber installiert ist, ergibt das normalerweise einen Indexwert von 1,9.

Beim vierten Test geht es um Spielegrafik, als Einheit verwendet er Frames pro Sekunde. Aber auch hier gibt es verschiedene Einschränkungen: Falls die Grafik-Hardware kein DirectX 9 unterstützt, ergibt das automatisch einen Index von 1,0. Mindestens eine 2,0 bringt es, wenn die Hardware DirectX und Direct3D in der 9er-Version unterstützt und ein WDDM-Treiber vorhanden ist. Und: Der Benchmark-Wert ist automatisch auf 4,9 begrenzt, wenn sich die Karte nicht auf Pixel Shader 3 versteht.

Der abschließende Festplattentest misst den Datendurchsatz in Megabyte pro Sekunde. Seine Skala ist so angelegt, dass jede halbwegs aktuelle Platte einen Wert von mindestens 2,0 erreicht.

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