Neue Navis mit Niveau

Premium-Navis im Test

Neben einem riesigen Angebot von Discount- und Einsteiger-Navis kommen derzeit auch die Top-Geräte der Hersteller auf den Markt. Fünf davon haben wir bereits unter die Lupe genommen.

Auto Navi

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Navis machen Autofahrten zu einem entspannten Erlebnis.

Wer sich ein mobiles Navigationsgerät zulegen möchte, hat ein Problem. Die Auswahl ist riesig und selbst das billigste Navi findet den Weg vom aktuellen Standort zum gewünschten Ziel. Navigationsansagen, 3D-Ansichten und Fingerbedienbarkeit sind ausnahmslos Standards. Insofern erfüllen auch Navis ihren Zweck, die im Lebensmittel-Discount oder im Baumarkt für 100 bis 150 Euro angeboten werden - zumal es sich dabei manchmal um Auslaufmodelle bekannter Markenhersteller handelt.

Reguläre Einsteigergeräte kosten ungefähr 150 bis 200 Euro. Dafür bekommt man meistens Geräte mit einem 3,5-Zoll-Display, einem internen Speicher von 512 MByte und Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Gibt man einen Straßenpreis von ca. 300 Euro aus, erhält man bereits umfangreich ausgestattete Premium-Geräte. Sie besitzen ein 4,3-Zoll- Display, Europakarten, 2 GByte internen Speicher oder SD-Kartenspeicher, Verkehrsfunkempfänger und Bluetooth- Module, um das Navi mit dem Handy zu verbinden und als Freisprechanlage zu nutzen. Bei einem guten Gerät lassen sich die gespeicherten Kontakte vom Handy auf das Navi übertragen, sodass man die Telefonnummern während der Fahrt bequem mit dem Finger auf dem Touchscreen des Navis suchen und anwählen kann. Darüber hinaus unterscheiden sich die Premium- Navis der Hersteller jedoch in Details.

Neue Funktionen

Medion hat am oberen Rand des GoPalP4425 einen Fingerabdrucksensor integriert,der Diebe abschrecken und eingegebeneInformationen vor neugierigen Menschenschützen soll. Wenn der Besitzer seinenFingerabdruck speichert, hat nur nocher Zugriff auf das Gerät. Das System merkt sich bis zu zehn Fingerabdrücke von verschiedenen Personen.

Medion GoPal P4425

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Medion GoPal P4425

Merian betrachtet seinen Scout Navigator als elektronischen Reisebegleiter. Das Gerät verbindet multimediale Reiseführerinformationen und touristische Audio-Guides mit den herkömmlichen Eigenschaften eines Navigationsgerätes. Das Gerät erkennt via GPS, wo sich der Benutzer gerade befindet und bietet die passenden Informationen zu Restaurants, Sehenswürdigkeiten oder Freizeitmöglichkeiten an. Der hohe redaktionelle Aufwand, der nötig ist, um diese Informationen in guter Qualität anbieten zu können, führt mit knapp 780 Euro allerdings zu einem sehr hohen Preis.

Der Hersteller Mio aus Taiwan hat das ursprünglich neuseeländische Unternehmen Navman übernommen und damit auch die Idee, geocodierte Fotos für die Navigation zu verwenden. Solche Bilder werden zusammen mit den Koordinaten des Ortes gespeichert, an dem das Foto aufgenommen wird. Hatte Navman zu diesem Zweck auch eine einfache DigiCam in sein Premium- Navi integriert, so kann man mit dem Mio Moov 370 lediglich geokodierte Fotos vom Bilderdienst Flickr herunterladen und als Navigationsziele verwenden.

Navigon kümmert sich dagegen um das Problem, dass Karten-Updates meistens sehr teuer sind und viele Nutzer davon abhalten, ihr Navi zu aktualisieren. Beim Navigon 8110 ist ein Abo namens Fresh Maps enthalten, das kostenlose Updates alle drei Monate über insgesamt 2 Jahre ermöglicht.

Auch TomTom hat sich des Themas angenommen und eine eigene Lösung gefunden. MapShare nennt sich die Technik, mit der jeder TomTom-Nutzer aktuelle Änderungen wie Straßensperrungen, Abbiegeverbote oder Höchstgeschwindigkeiten zunächst auf seinem Gerät speichert. Nach der Fahrt kann er diese Änderungen auf einen TomTom-Server hochladen und so allen anderen TomTom- Nutzern zur Verfügung stellen. Dazu muss das Gerät nach der Fahrt über einen Sockel mit dem PC und der Software TomTom Home verbunden werden. Für die Synchronisation mit den Meldungen der anderen Nutzer lassen sich verschiedene Vertrauensstufen einstellen.

GO 930 Traffic auch statistische Informationen, welche Geschwindigkeiten auf den Straßen entsprechend der Tageszeiten und aktueller Behinderungen tatsächlich gefahren werden können. So kann dieselbe Route zur Hauptverkehrszeit anders berechnet werden als zu den Nebenzeiten. Dieses Verfahren nennt TomTom IQ Routes.

Noch mehr Navis

Zum Zeitpunkt unseres Tests waren vier der in Hannover angekündigten Premium-Navis leider noch nicht verfügbar. Dabei handelt es sich um das Binatone Carrera T430, das mit einer Rückfahrkamera ausgeliefert wird. F alk und Garmin bringen mit dem F8 Complete und dem nüvi 860 erstmals Geräte mit Spracheingabe. Das neue Top-Gerät M.imore 4338 von MyGuide soll WLAN unterstützen, um drahtlos via Internet beispielsweise nach aktuellen POIs suchen zu können.

Stehen Sie kurz davor, ein neues leistungsfähiges Navi zu erwerben, sollten Sie also nicht nur unseren Test lesen, sondern auch einen Blick auf diese Neuheiten riskieren.

Expertenmeinung

"Navis brauchen keine DIA-Show, sondern laufend frische Daten." Angesichts des harten Wettbewerbs setzen Navi-Hersteller manchmal auf absonderliche Ausstattungselemente. Was nützt zum Beispiel eine Rückfahrkamera? Wozu muss man das Navi per Fingerabdruck sichern? Und wer braucht eigentlich eine Dia-Show im Auto? Da ist es lobenswert, dass sich TomTom laut eigenem Bekunden auf die eigentliche Anwendung konzentriert und noch genug Potenzial sieht, um die Qualität der Routenberechnung deutlich zu verbessern. Das ist zumindest der Zweck der beiden neuen Funktionen MapShare und IQ Routes, die laufend für aktuelle Daten sorgen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie die Einzeltests aller Kandidaten...

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Premium-Navis im Test

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