Praxis & Wissen: Ratgeber

Praxis & Wissen: TV-Empfang

10 Tipps für besten Empfang und bestes Bild! Wetten, dass Ihr Fernseher mehr kann, als er Ihnen momentan zeigt? Mit "Plug&Play" ist es meist nicht getan, denn dabei verschenken Sie Bildqualität. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Maximum aus Ihrem Fernseher holen - über Kabel, Satellit und Antenne.

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Praxis & Wissen: TV-Empfang

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10 Tipps für besten Empfang und bestes Bild! Wetten, dass Ihr Fernseher mehr kann, als er Ihnen momentan zeigt? Mit "Plug&Play" ist es meist nicht getan, denn dabei verschenken Sie Bildqualität. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Maximum aus Ihrem Fernseher holen - über Kabel, Satellit und Antenne.

Jede Kette ist bekanntlich nur so stark wie ihr schwächstes Glied - das gilt natürlich auch für die Verbindung von elektrischen Geräten. Sie bekommen immer nur die Qualität zu sehen oder zu hören, welche das schlechteste Glied in Ihrer Kette aus Kabeln und Komponenten zulässt. Was Sie für bestmöglichen Signal- und Stromfluss von der Steckdose bis zum Fernseher oder Lautsprecher beachten und wissen müssen, das erfahren Sie in diesem Ratgeber.

1. Tipp: Gleicher Strom für alle

Für die meisten Geräte beginnt das Leben an der Wand, genauer gesagt, in der Steckdose. Wenn Sie Ihrer Anlage etwas Gutes tun wollen, dann verwenden Sie entweder direkt benachbarte Steckdosen für alle elektrisch miteinander verbundenen Geräte oder noch besser eine gute Verteilerleiste. Zu den relevanten elektrischen Verbindungen zählen in diesem Falle auch Antennen-, Audio- und Videoleitungen. Um Störungen, insbesondere nerviges Brummen, zu vermeiden, müssen alle Geräte an dem gleichen Massepotential angeschlossen sein. Das kann schon bei der Versorgung eines angeschlossenen Subwoofers oder Projektors aus einer anderen Steckdose des gleichen Zimmers zu Störungen führen. Dann ist es besser, ein Verlängerungskabel zur zentralen Verteilerleiste zu legen.

Verwenden Sie - zumindest für hochwertige Komponenten - keine Billig-Steckerleisten aus dem Baumarkt. Diese können tatsächlich die Performance herabsetzen. Eine gute Leiste aus dem HiFi-Zubehör wie beispielsweise die "SUN-Leiste" (www.sunaudio.de) oder wenigstens gute Werkstattqualität sind besonders auf lange Sicht eine lohnende Anschaffung. Beliebt, aber klanglich eher bedenklich sind billige Schutz- und Master/Slave- Leisten aus dem Computer-Zubehör. Ein hochwertig gemachter Überspannungsschutz kann bei Gewitter eine Menge Geld sparen und ist empfehlenswert. Aber auch hier gilt: Die billigen Blitzschutz-Zwischenstecker aus dem Baumarkt sollte man nicht für sein teures Equipment verwenden, die taugen allenfalls für Lampen und Haushaltsgeräte.

2. Tipp: UKW aus der Dose und aus dem All

Das Radio ist immer noch eine der beliebtesten Programmquellen. Die meisten Anwender nutzen für den UKW-Empfang aber mit der Wurfantenne eine der schlechtesten Empfangsmöglichkeiten. Wenn Sie einen Kabelanschluss haben oder eine gute, alte Dachantenne, dann bekommen Sie per Antennenkabel aus der Wanddose einen wesentlich besseren Empfang mit mehr Sendern und weniger Störungen.

Wenn das für Sie nicht zutrifft, nutzen Sie vermutlich Satellitenempfang. Aus dem All erhalten Sie neben den TV-Sendern auch Hunderte freier Radioprogramme in hervorragender Qualität. Die meisten bekannten UKW-Stationen finden Sie auch über Ihren Sat-Receiver - oft in besserer Qualität.

Was ist eigentlich?

Brummen: Ein ungewollter Stromkreis, in der Regel zwischen differierenden Massepotentialen. Macht sich im Lautsprecher als störender 50-Hz-Brummton bemerkbar oder im Bild als helle und dunkle wandernde Streifen.

Datenrate: Bei digitaler Signalübertragung bestimmt die Datenrate die Anzahl der Bits pro Sekunde und damit die zur Verfügung stehende Datenmenge für den Codiervorgang. Je geringer die Datenrate, desto schlechter ist die Bild- oder Tonqualität.

Dolby Digital: Modernes Digitalton-Verfahren von Dolby Laboratories Inc., das sehr guten Klang bei geringer Datenrate für bis zu 5 Kanäle plus Subwoofer (5.1) liefert. Klanglich dem bei DVB ansonsten üblichen MPEG-Ton überlegen, welcher auch nur zwei Stereo-Kanäle liefern kann.

DVB: Digital Video Broadcast, internationaler Standard für digitale Video- und Radio-Übertragung. Der oftmals nachgestellte Buchstabe beschreibt den Empfangsweg: DVB-T (Terrestrisch), DVB-C (Kabelanschluss) und DVB-S (Satellit).

Kabelanschluss: Die Kabelgesellschaft empfängt zentral mit professionellem Equipment TV und Radio und verteilt es durch ein Netz von Antennenleitungen in die angeschlossenen Haushalte. Durch die langen Verteilerwege ist die analoge TV-Qualität oft eingeschränkt. Radio und digitale TV-Kanäle (DVB-C) bringen dagegen Spitzenqualität.

LNB: Low Noise Block Converter. Dieser ist der eigentliche Satellitensignalempfänger, an den der Satelliten-Receiver angeschlossen wird. Er sitzt im Brennpunkt des Parabolspiegels, der auf den Satelliten ausgerichtet ist.

Mantelstromfilter: Dieses Filter unterbricht den direkten Stromfluss im abschirmenden "Mantel" eines Antennenkabels, ohne jedoch das zu übertragende Signal zu stören. Brummschleifen, welche ein Antennenanschluss schließt, können damit unterbunden werden.

Master/Slave-Steckdosenleiste: Für Computer beliebte Netzsteckerleiste, bei der eine "Master"-Steckdose mit dem Computer belegt wird. Eine Sensorik merkt am Stromverbrauch, ob der Computer eingeschaltet ist, und schaltet dann erst die "Slave"-Steckdosen ein. Das spart Energie, da typische Standby-Geräte der Peripherie nur dann Strom erhalten, wenn auch der zugehörige Computer in Betrieb ist.

Netzspannung: In Europa herrschen einheitlich 230 Vmit 50 Hz vor. Bis in die 80er-Jahre hat man in Deutschland nur 220 V verwendet.

Schirmungsmaß: Beschreibt, wie gut ein Antennenkabel das eigentliche Antennensignal von äußeren elektrischen Störungen abschirmt, damit es frei von Störungen bleibt. Ein gutes Antennenkabel bietet ein Schirmungsmaß von mindestens 100 dB.

Überspannung: Alle hiesigen Geräte sind für eine Netzspannung von 230 V ausgelegt. Bei Gewitter und Störfällen kann es jedoch kurzfristig zu höheren Spannungen und damit zu Schäden der angeschlossenen Komponenten führen. Der Überspannungsschutz schaltet dann den Strom kurzfristig zum Schutz der Geräte ab.

UKW: Ultra-Kurz-Welle. Analoge RadioÜbertragung mit sehr hoher Frequenz, mit sehr hoher Klangqualität und in Stereoton.

Wurfantenne: UKW-Antenne, welche im Grunde nur aus einem langen Stück isolierten Kabels besteht. Meist Empfangsgeräten beigepackt. Leicht anzuwenden, aber nur eine eingeschränkte Empfangsleistung.

3. Tipp: Digitalfernsehen DVB-T - aber bitte richtig!

Mehr Programme und Qualität als der alte, analoge TV-Empfang per Dachantenne verspricht das mittlerweile in den meisten Ballungszentren etablierte terrestrische Digitalfernsehen DVB-T. Die geringe Datenrate führt aber häufig zu zweifelhafter Bildqualität. Umso wichtiger ist es, ein klares und störungsfreies Antennensignal in den Receiver zu füttern, damit nicht noch die Fehlerkorrektur eingreifen muss. Allen Versprechungen zum Trotz reichen dafür an den meisten Standorten die kleinen Zimmerantennen nicht aus. Eine gute Außenantenne verhilft oft schon zu einer drastischen Verbesserung in Bild und Ton. Schauen Sie mal im Menü Ihres Receivers, er zeigt die empfangene Signalstärke und -qualität an. Wenn die Signalqualitätsanzeige nicht permanent auf 100 Prozent steht, dann arbeitet bereits die Fehlerkorrektur, und Sie benötigen eine bessere Empfangsanlage.

Auch beim DVB-T-Emfang kann Ihnen aber Ihre alte vorhandene Antennenanlage helfen, denn viele herkömmliche Anlagen lassen sich schon gering modifiziert für DVB-T nutzen und bieten dann besten, stabilen Digitalempfang. Und das ist wichtig, denn die niedrigen Datenraten können jedes einzelne, sauber empfangene Bit gut gebrauchen. Wie das in Ihrem Gebiet aussieht, weiß der lokale Antennenbauer am besten. Fragen Sie ihn erst, bevor Sie Ihren Antennenmast abbauen.

Kniffelig sind auch die nicht wenigen Gebiete, in denen sich mehrere DVB-T-Sender überschneiden. Das ist beispielsweise seit einigen Monaten im Rhein-Neckar-Gebiet der Fall, wo sich die Mainzer und Heidelberger Sendesignale treffen. Im Standort Worms etwa erhalten Sie nur per Richtantenne ein klares Signal. Und: Die klugen Antennen-Ausrichter nehmen dann den Mainzer Sender, denn der sendet im Gegensatz zu Heidelberg auch die privaten Kanäle. Erkundigen Sie sich also genau, welche Antenne Sie benötigen, und verlassen Sie sich nicht auf pauschale Aussagen von Großmarkt-Verkäufern. Fragen Sie einen Fachmann.

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