Praxis: Ratgeber Leinwände

Praxis: Ratgeber Leinwände

Wer richtiges Heimkino mit Projektion will, braucht eine gute Leinwand. Wir sagen Ihnen, was Leinwände können müssen - und wie Sie die richtige für Ihren Anspruch finden.

Leinwände

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Praxis: Ratgeber Leinwände

Licht aus, Spot an - alles über Leinwände

Wer richtiges Heimkino mit Projektion will, braucht eine gute Leinwand. Wir sagen Ihnen, was Leinwände können müssen - und wie Sie die richtige für Ihren Anspruch finden.

Leinwand ist ein sehr alter, aber immer noch der geläufigste Ausdruck für das, was heute eigentlich korrekt "Bildwand" heißen müsste. Insider sagen auch kurz "Tuch", obwohl die meisten Bildwände heute aus einer Kunststofffolie bestehen. Doch was bewirkt eigentlich eine Leinwand? Einfach gesagt, reflektiert sie Licht, doch nicht wie ein Spiegel, der das auch tut, sondern diffus. Diffus bedeutet, dass jeder ankommende Lichtstrahl in alle Richtungen reflektiertwird statt nur in eine wie beim Spiegel. Nur deshalb sehen Sie das Filmbild und nicht das Spiegelbild des Projektors.

1) Was muss eine Leinwand wirklich können?

Das Wichtigste an einer Leinwand ist also die Art und Weise, wie sie Licht reflektiert. Diffus muss sie es reflektieren, nämlich möglichst von überall gleich viel in alle Richtungen. Das gilt übrigens auch für die Projektionsscheiben von Rückpro-TVs. Dann muss die Scheibe das Licht des internen Projektors diffus in alle Richtungen weiterleiten - sonst wäre der Rückpro-TV nur ein Fenster, durch das Sie den Projektor im Inneren sehen. Zusätzlich müssen die Rückpro- Scheiben das Problem lösen, das Licht nur in eine Richtung - von drinnen nach draußen - hindurchzulassen und das Licht aus dem Zimmer zum Inneren abzublocken. Ansonsten gäbe es kein Schwarz im Bild. Aber zurück zu unserem eigentlichen Thema, der so genannten Frontprojektion auf eine Leinwand oder besser Bildwand.

2) Kann eine weiße Wand die Leinwand ersetzen?

Eine Tapete oder getünchte Wand reflektiert das Licht schön diffus, sie sieht schließlich weiß aus. In der Tat projizieren nicht wenige ihr Heimkinobild direkt auf die Tapete. Kenner wenden sich hier mit Grausen ab, und der stolze Besitzer der Tapetenleinwand ist sich selten bewusst, wie viel Qualität er verschenkt. Tapete und Wandfarbe besitzen leider viele Nachteile, was sie als Bildwand ungeeignetmacht. Die Oberfläche muss absolut plan sein und darf keine Wölbung, Falte oder Ähnliches aufweisen. Die Projektion auf die beliebte Raufasertapete muss deshalb unruhig wirken, schließlich erkennen Sie im Bild immer die Struktur der Tapete.

Flüssige Leinwand: ScreenGoo

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ScreenGoo ist quasi eine flüssige Leinwand und verarbeitet sich wie Wandfarbe

10 Tipps rund um die Leinwand

* Bildbreite: Faustregel 1/2 Betrachtungsabstand

* Gain-Faktor: zwischen 0,75 und 1,5

* Format: 16:9 ist bester Formatkompromiss

* Breites, schwarzes Cache

* Graue Leinwände: nur bei schlechtem Schwarz oder Restlicht

* Akustisch transparentes Tuch für Lautsprecher hinter dem Bild

* Bildwand "aufmahlen" mit ScreenGoo oder ProFlexx

* Rahmen: beste, dauerhafte Planlage

* Rollos: dauerhaft gute Planlage mit Seilverspannung

* Rollos: gegen Wellenbildung nach Gebrauch aufrollen

* Rollos: bester Komfort mit Motor und Fernbedienung

Eine Bildwand muss perfekt farbneutral weiß sein. Mit dem guten "Alpina-Weiß" geht das prima, wird der Heimwerker nun einwerfen. Richtig, schön weiß wird eine Wand damit, aber ... Die Pigmente der Farbe wären gar nicht so ungeeignet für eine Videoprojektion, dummerweise besteht die Wandfarbe aber zum großen Teil aus Füllstoffen, die gar nicht gut für den Kontrast sind. Es kommt noch schlimmer: Damit die Wand immer schön "weiß" aussieht, besitzen fast alle Wandfarben UV-aktive Partikel, die ab einer gewissen Helligkeit quasi von selbst leuchten. Sie kennen den Effekt vom Diskotheken-Schwarzlicht. Daher kommt dann auch das flaue, kontrastarme Bild - die Wandfarbe reflektiert überhaupt nicht das, was Sie als Filmbild sehen möchten, je nach Projektor leuchtet schon der UV-Anteil der Projektorlampe weiß auf, unabhängig vom Videobild. Die Farbe verhält sich also nicht linear und schon gar nicht farbneutral - das Bild wirkt flau und blass.

Tatsächlich gibt es Spezialfarbe, die, wenn sie korrekt aufgetragen wurde , eine professionelle Bildwand ersetzt - und das ohne Qualitätseinschränkungen gegenüber einem Tuch. Screen- Goo und ProFlexx heißen die beiden Marken, welche viel Gestaltungsspielraum für Heimkinos geben, beispielsweise für quasi unsichtbare Bildwände. Außerdem sind die selbst gestrichenen Bildwände erstaunlich günstig, denn es gibt ja keine Mechanik, welche mit zu bezahlen wäre.

SreenGoo erzeugte Leinwand

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Diese mit ScreenGoo erzeugte Leinwand zeigt, wie unauffällig sich eine Bildwand in ein Zimmer einfügen kann. Dem Kenner fehlt allenfalls ein schwarzes Cache.

3) Der Gain-Faktor: Je höher, desto besser?

Der Gain-Faktor, oder auf Deutsch die Lichtverstärkung, ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl einer Leinwand - der allerdings oft falsch verstanden wird. Natürlich kann eine Bildwand kein Licht verstärken wie etwa ein Nachtsichtgerät. Der Gain-Faktor sagt vielmehr etwas über die Reflexionseigenschaften aus. Ein gewöhnliches weißes Blatt Papier hat etwa einen Gain-Faktor von 1,0. Es streut das einfallende Licht homogen und diffus in alle Richtungen. Dadurch erscheint es praktisch immer gleich hell, egal, aus welchem Winkelman es betrachtet.

So errechnen Sie die richtige Bildhelligkeit

Diese Formel erlaubt eine überschlägige Berechnung der Projektionsparameter und die Orientierung, ob man mit der Kombination der Komponenten eine sinnvolle Leuchtdichte, sprich Bildhelligkeit, erhält. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie einen für die Filmwiedergabe relevanten ANSI-Lumen Wert verwenden, zum Beispiel aus Messergebnissen. Der werkseitig angegebene Wert ist in der Regel deutlich höher. Wir haben die Formel für Sie bereits für alle drei Parameter abgeleitet. Setzen Sie einfach die Werte für Gain als Faktor, die Lichtleistung des Projektors in ANSI-Lumen und die Bildbreite in Metern ein. Bitte gehen Sie nicht dogmatisch vor, denn die Formel gibt lediglich einen Überschlagswert, einen Anhaltspunkt, ob die Produkte zusammenpassen.

Finzelsche Formel

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Finzelsche Formel

Bildwände mit einem Gain über 1,0 versuchen, eine gewisse Menge des Lichts gezielter in Richtung Publikum zu reflektieren, das ja in der Regel axial vor dem Bild sitzt. Das erreichen die Entwickler durch spezielle Oberflächen und Beschichtungen. Sie gehen sozusagen einen kleinen Schritt in Richtung der Eigenschaften eines Spiegels. Ein Gain von 2,0 beschreibt eine Bildwand, die - auf Achse gemessen - doppelt so viel Licht reflektiert wie eine perfekt diffuse Oberfläche mit 1,0. Daher spricht man von Verstärkung.

Aber das Licht, das gerichteter reflektiert wird, muss in die anderen Richtungen fehlen. Wer seitlich auf die Leinwand schaut, sieht daher sogar ein dunkleres Bild als bei einer Gain-1,0 Leinwand. Ab einem bestimmten Winkel ist das Bild nur noch halb so hell, wie von der Mitte aus betrachtet. Dieser Winkel heißt Betrachtungswinkel. Aber auch wenn Sie direkt vor dem Bild sitzen, sehen Sie nicht nur mit einem einzigen Winkel auf die Bildwand. Bei hohem Gain sehen Sie statt eines gleichmäßig hellen Bilds einen hellen Bereich in der Mitte; das Bild wird nach außen hin immer dunkler. Man spricht von einem Hotspot. Auch daran sollten Sie bei der Wahl der für Ihre Zwecke richtigen Leinwand denken - ein möglichst hoher Gain-Faktor ist nicht pauschal erstrebenswert.

gerahmte Leinwand

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gerahmte Leinwand

Den Vorteil eines hohes Gains stellt die Tatsache dar, dass Licht, das schräg auf die Bildwand fällt, sich auch dunkler abbildet wie etwa Streulicht von einem nicht vollständig verdunkelbaren Fenster. Daher setzt man beispielsweise in Konferenzräumen große Gain-Faktoren ein, weil der Kontrast bei Restlicht steigt. Allerdings: Ein Hotspot stört beim Betrachten eines Businesscharts nicht, beim Film wird er dagegen schnell unangenehm. Für Ihr Heimkino sollten Sie daher genau abwägen, ob Sie zur Kontraststeigerung wirklich einen Gain deutlich über 1,0 einsetzen wollen. Bei Gain-Faktoren über 2,0 tritt praktisch ausnahmslos der störende Hotspot auf. In der Praxis bewähren sich im Heimkino Gain-Faktoren zwischen 0,75 und 1,5.

4) Wie hell muss Ihr Bild wenigstens sein?

Ein weiterer wichtiger Begriff im Zusammenhang mit der Abstimmung von Projektor und Bildwand ist die Leuchtdichte. Jeder Projektor erzeugt eine bestimmte Lichtmenge. Verteiltman diese auf die Fläche der Bildwand, bekommtman eine bestimmte Leuchtdichte. Projiziertman dasselbe Bild auf eine doppelt so breite Bildwand, verteilt sich dieselbe Lichtmenge auf die vierfache Fläche - die Leuchtdichte sinkt auf ein Viertel und damit auch die Helligkeit des Bilds.

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

* Gain-Faktor: Sagt etwas über die Lichtbündelung der Leinwand aus. Gain über 1,0 macht das Bild heller, jedoch inhomogener, weil winkelabhängig. Im Heimkino sind Werte zwischen 0,75 und 1,5 praxisgerecht.

* Betrachtungswinkel: In Verbindung mit dem Gain-Faktor ist das der Winkel, von welchem aus betrachtet das Bild nur noch halb so hell erscheint, als ob man genau davor sitzt.

* Betrachtungsabstand: Die Entfernung zwischen Betrachter und Bildwand.

* Bildgröße: In der Projektionswelt rechnet man mit Bildbreite und nicht, wie bei Fernsehern, mit der Bilddiagonalen.

* Bildformat: Auch Aspekt-Ratio genannt, beschreibt die Bildbreite in Relation zu der Bildhöhe. Wird als Bruch oder auch als Dezimalbruch beschrieben. Im Heimkino ist 16:9 üblich, was auch 1,78:1 entspricht.

* Cache: Der schwarze Rand um das Bild dient dem Auge als Schwarz- Referenz und steigert subjektiv den Kontrast erheblich. Planlage: Damit beschreibt man, wie eben, flach und wellig ein Tuch hängt.

* Tab-Tensioned: Eine mit der Bildwand aus einem Rollo herausfahrende Seilverspannung, die durch steten Zug mit Schleifen an dem eigentlichen Tuch dauerhaft gute Planlage garantiert.

* Mikroperforation: Akustisch transparente Leinwände mit einer Vielzahl winziger Löcher, welche sie schalldurchlässig - akustisch transparent - machen und so ermöglichen, die Lautsprecher direkt hinter dem Bild zu positionieren.

In Europa misst man die Leuchtdichte in Candela (cd) pro Quadratmeter, in den USA in Lambert pro Quadratfuß. Professionelle Bildsysteme, etwa ein kommerzielles Kino, müssen auf eine Leuchtdichte von 55cd/m2 oder 16 fL kommen. Diese Helligkeit nutzt den Kontrastumfang des Auges voll aus, vom schwärzesten Schwarz bis zu einem noch blendfreien Weiß. Gute Kinos halten diesen Wert ein. Im Heimkino sollten Sie zumindest diesen Wert erreichen oder sogar etwas übertreffen, was mit modernen Projektoren auch kein Problem ist. Der Wert ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Projektor-Lichtstärke, Bildgröße und Gain-Faktor der Leinwand. Mit der Finzelschen Formel können Sie so mühelos für Ihren Projektor und die gewünschte Bildgröße den notwendigen Gain-Faktor errechnen.

5) Wie groß muss Ihr Bild wirklich sein?

Wie groß sollte das Bild in einem guten Heimkino sein? Je größer, desto mehr Kino - geht die Rechnung so einfach auf? Fragen wir deshalb, was den "Kino-Effekt" eigentlich auslöst? Das hängt mit unserem Gesichtsfeld zusammen, also dem Blickwinkel, den wir sehen können. Der teilt sich in zwei Zonen, in das aktive sowie das passive Gesichtsfeld. Das passive Gesichtsfeld zeigt nahezu 180° in der Horizontalen, also viel mehr als jede Kinoleinwand. Aber nur das circa 30° bis 40° breite aktive Gesichtsfeld nehmen wir bewusst und scharf sehend wahr. Unterbewusst hält unser Hirn den Inhalt des aktiven Gesichtsfelds für Umgebungsinformation. Besetzt die Filmhandlung auch dieses weite Gesichtsfeld dominant, klinkt sich unser Bewusstsein "in die Handlung" ein. Die beste Bildbreite ist also zwischen 30° und 40°.

Daher auch die Faustregel: Betrachtungsabstand = Bildbreite mal 2. Bei einem zu großen Bild müssen Sie zu sehr den Kopf bewegen, um alles mitzubekommen - das strengt an und lenkt auch ab.

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Bei der "Le Wing" von Screen Research fahren hinter der akustisch transparenten Bildwand die drei Frontlautsprecher mit aus der Decke. Damit kann auf Knopfdruck das gesamte Heimkino verschwinden.

6) Warum sich die Formatfrage nicht wirklich stellt!

Eigentlich kommt nur noch ein Bildformat für die Anwendung im Heimkino in Frage: 16:9 beziehungsweise 1,78:1. Das traditionelle TV-Format 4:3 stirbt auf Dauer aus, denn alle gegenwärtigen und zukünftigen Bildformate für Video und Fernsehen basieren auf 16:9, sogar das UDTV-Bild der Japaner mit acht Megapixeln, das in ferner Zukunft das hierzulande gerade erst eingeführte HDTV einmal ablösen soll. Einige echte Enthusiasten richten sich in Verbindung mit High-End-Projektoren mit entsprechenden Spezialobjektiven auch Cinemascope-Leinwände ein, die ein Format von 21:9 oder 2,33:1 besitzen. Das gewährt dann Breitwandbilder ohne schwarze Balken wie im echten Kino. Allerdings: Ohne Spezialobjektiv (Anamorphot) und/oder Skaler für die Sonderformate funktioniert das leider nicht.

Es ist kein Zufall, das praktisch alle Heimkino-Hardware heute mit dem 16:9-Format arbeitet, denn es zeigt als bestes Kompromissformat das jeweils größte Bild: 4:3-Bilder besitzen dann links und rechts noch schwarze Balken, Cinemascope-Aufnahmen oben und unten.

7) Warum das Cache subjektiv so wichtig ist!

Eine schwarze Maske um das Filmbild herum verstärkt den Kontrast erheblich. Diese Maske nennt der Fachmann Cache - sprich "Kasch". Es bezeichnet den schwarzen Rand um das Bild herum und ist keine Zierde, es hat vielmehr eine wichtige Funktion. Der Sehsinn bildet das Kontrastempfinden aus dem dunkelsten und hellsten Bereich im Gesichtsfeld. Das Cache um den Film herum verstärkt - wenn es schwarz ist - subjektiv den Kontrast, weil es für das Auge des Betrachters eine prima Schwarz-Referenz bildet. Daher sollte das Cache so dunkelwie möglich sein, am besten ist tiefschwarzer Samt. Wer das aus dekorativen Gründen nicht verwenden kann, der sollte zu einer möglichst dunklen, gedeckten Farbe greifen - DaVision etwa bietet für die Rahmenleinwände der Cadre-Serien dunkelroten und -blauen Samt an.

Wer keinen Cache verwendet, verschenkt eine Menge Kontrast. Wer aufmaximalen Kontrasteindruck Wert legt, sollte sich einen möglichst breiten Cache besorgen, wenigstens 5 cm Rand sollten es sein - je breiter, desto besser. Ganz edle Leinwandmodelle besitzen einen beweglichen Cache, der sich an die Grenzen des jeweiligen Filmbilds genau anpassen lässt. Genauso machen das übrigens auch die großen Kinos. So erzeugen Sie den maximalen subjektiv erlebbaren Kontrast.

8) Warum Grau das bessere Schwarz sein kann!

Zur weiteren Kontraststeigerung gibt es graue Bildwände. Die Idee hierzu kam vor fast zehn Jahren den Entwicklern von Stewart, weil kaum ein DLP- oder LCD-Projektor einen so guten Schwarzwert bot wie ein Kinoprojektor. Die Lösung klingt zunächst verblüffend, funktioniert aber: auf eine graue Fläche projizieren und dadurch dem Schwarzwert sozusagen einen "Vorsprung" geben. Auch bei Restlicht im Raum steigert das den Kontrast. Nun raubt aber eine graue Fläche insgesamt Helligkeit, weshalb einige graue Leinwände einen Gain von unter 1,0 besitzen. Das lässt sich mit einem modernen, lichtstarken Projektor spielend kompensieren. Um wieder auf Gain 1,0 oder gar darüber zu kommen, müssen wieder Techniken zum Einsatz kommen, die bei Übertreibung zu Hotspots neigen. Übrigens, selbst die Bildwand- Streichfarben gibt es in Grau. Heute verwendetman graue Bildwände vorwiegend bei starkem Restlicht, denn die meisten aktuellen Projektoren erzeugen prima Schwarz.

9) Warum Sie nur mit Qualität dauerhaft Spaß haben!

Es gibt im Grunde nur zwei verschiedene Methoden, das Tuch der Bildwand dauerhaft plan und faltenfrei aufzuspannen: Rahmen und Rollos. Wer lange etwas von seiner Bildwand haben möchte und dies mit seiner Raumgestaltung vereinbaren kann, der greife zu einer Rahmenleinwand. Ein fester, starrer Metallrahmen ist die einzige Garantie für eine perfekte Planlage auch nach Jahren. Am professionellsten sind stabile Alu-Strangprofile mit rückseitiger Knöpfung und Auflage für das Tuch. Allzu billige Rahmen neigen jenseits von 2 m Bildbreite wegen der Tuchspannung zum Durchhängen. Mechanik ist eben nicht beliebig billig herstellbar. Aber eine gut gemachte Rahmenleinwand stellt die langlebigste Lösung dar. Sie wird mehrere Projektoren in Ihrem Heimkino überleben und bietet damit eine gute, langfristige Investition.

Die zweite gebräuchliche Bauart stellt das Rollo. Es verschwindet nach Gebrauch ganz einfach, wenn das Kino wieder zum Wohnzimmer mutiert. Auch in Sachen Positionierung bieten Rollos die größere Flexibilität, denn dem Rollo ist es egal, ob es vor einer Wand, einem Fenster, einem Schrank oder mitten im Raum herunterrollt. An billigen Rollos haben Sie allerdings nicht lange Spaß, denn die Planlage des Tuchs entwickelt schnell einen hohen Wellengang, und der verdirbt jedes gute Bild. Insbesondere dünne, leichte Tücher schlagen schnell Wellen. Große, schwere Tücher labbern nach einiger Zeit an den Seiten aus und bekommen "Elefantenohren". Ganz wichtig für die Langzeit-Planlage von Rollos: Nach Gebrauch einrollen! Die Wellen bilden sich nur im ausgefahrenen Zustand mit Zug auf dem Tuch, egal ob Schnapp-, Kurbel- oder Motor-Rollo.

Leinwand im Einsatz

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Leinwand im Einsatz

Hochwertigere Tücher für Rollos arbeiten daher mit glasfaserverstärkten Folien. Dabei sind die Glasfasern horizontal angeordnet, ähnlich den Hölzern bei einem Bambusrollo. Das verhindert auch auf lange Sicht ein Einwellen. Kommen aber leichte oder elastische Materialien zum Einsatz, hilft nur eine Seilverspannung oder "Tab-Tensioned", wie es einige Hersteller nennen. Bei gut justierter Seilspannung bleiben auch diese Bildwände auf Jahre hin perfekt plan.

seitliche Verspannung

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Die seitliche Verspannung der Rollobildwand mit einem Seil, das durch Schlaufen am Tuch gespannt wird, hält das Tuch auch nach Jahren noch perfekt plan

10) Schalldurchlässig

Besonders leichte Tücher kommen vor allem bei der Gattung der akustisch transparenten Leinwand vor. Diese Transparenz ermöglicht eine Positionierung der Frontlautsprecher hinter der Leinwand - genau wie im professionellen Kino. Das kann nicht nur Platzprobleme lösen, erst so verschmelzen Bild und Ton perfekt. Es gibt zwei Arten von akustisch transparenten Tüchern: beschichtete Textilien und gelochte Folien. Die Textilien kommen in der Regel ohne Frequenzgangskorrektur der Lautsprecher aus, bei Folien ist diese je nach Modell notwendig. Stewart liefert deshalb gleich einen entsprechenden Equalizer bei seinen THX-zertifizierten Modellen mit. Aber auch die Equalizer und Raumkorrektur-Möglichkeiten moderner Receiver können den prinzipbedingten geringen Höhenverlust der versteckten Lautsprecher ausgleichen.

Als optisches Problem können, insbesondere bei gelochten Tüchern, in Verbindung mit LCD und DLP-Projektoren sichtbare Störmuster im Bild auftreten. Das passiert immer dann, wenn das Pixelraster des Projektors und der Abstand der Löcher in der Bildwand ähnliche Dimensionen besitzen. Moire nennt sich das daraus resultierende Muster, das aus zwei sich überlagernden Mustern entsteht. Da das bei jeder Projektorauflösung nur in bestimmten Größen der Leinwand auftritt, sollten sie das vor dem Kauf einer perforierten Leinwand genau mit Ihrem Händler abklären und gegebenenfalls im Laden austesten. Bei textilen Tucharten wie Screen Researchs ClearPix oder Vutecs Sound Screen kann dieser Effekt nicht auftreten. Wenn alles klappt, bekommen Sie in Verbindung mit den Lautsprechern hinter der akustisch transparenten Bildwand eine perfekte Konvergenz aus Bild und Ton - ein Erlebnis wie sonst nur im ganz großen Kino.

Gain-Faktor

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Gain-Faktor sagt etwas über die Lichtbündelung der Leinwand aus

Fazit

Fassen wir noch einmal die wichtigsten Empfehlungen zusammen: Im Heimkino sollten Sie das 16:9-Format verwenden. Ein niedriges Gain garantiert ein besonders homogenes Bild. Ein breites, schwarzes Cache steigert den Kontrast erheblich, insbesondere, wenn es beweglich dem Filmformat angeglichen werden kann. Wer absolute Perfektion will, der verschmilzt Bild und Ton mit einer akustisch transparenten Leinwand und stellt seine Boxen direkt hinter das Bild. Das Argument "Für ein großes Bild habe ich keinen Platz" zeugt nur von wenig Fantasie, denn spätestens eine Rollo-Leinwand kann an jeder Stelle des Raums hängen. Ein guter Projektor ohne gute Leinwand ist wie ein Porsche mit Vollgummireifen. Eine aufwändig verarbeitete Leinwand kostet oft so viel wie der Projektor, wird den Projektor aber um viele Jahre überleben, ist also eine gute Investition.

Links (alphabetisch)

www.audiotra.de, www.comm-tec.de, www.kinozuhause.de, www.proflexx.de, www.reflecta.de, www.screengoo.de, www.screenprofessional.de, www.wsspalluto.de

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