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Porträt: T + A im Wandel der Zeit

Von 3 auf 90 in 30 Jahren. Noch eindrucksvoller als die Mitarbeiterzahl wuchs die Bedeutung von T + A als Hersteller hochwertiger AV-Komponenten. Firmengründer Siegfried Amft blickt zufrieden auf drei Jahrzehnte zurück.

  1. Porträt: T + A im Wandel der Zeit
  2. Heimkino- Bereich
  3. Amft ganz unverkrampft
Wohnzimmer

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Report/Service: Firmen im Wandel

Aller guten Dinge sind drei, sagt der Volksmund. Unternehmer Siegfried Amft dürfte da kaum widersprechen: Mit zwei Unterstützern startete der Herforder 1978 sein westfälisches Weltunternehmen T + A. Heute arbeiten in der Stadt, deren Name trotz aller Erfolge der HiFi-Manufaktur zu allererst mit dem nach ihr benannten Pils verbunden wird, 90 Leute unter Amfts Ägide.Den Weitblick, den das mittelständische Unternehmen auszeichnet, besaß der Physiker schon zu Zeiten des Dreimannbetriebs. Damals, Ende der 70er-Jahre, sorgte er mit seinen Lautsprechern für Aufsehen in der relativ abgeschotteten HiFi-Szene. Schon zu der Zeit strebte Amft, die Idee eines zukünftigen Vollsortimenters im Hinterkopf, nach Höherem. Heute kennt man T + A weltweit als Hersteller hochfeiner AV-Systeme, bei denen neben bestem Klang stets auch optimaler Bedienkomfort im Vordergrund stand.

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So widmete sich Chefentwickler Lothar Wiemann, dessen Einstieg in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre gleichzeitig den Einstand der Analogschmiede T + A in den Digital-Bereich bedeutete, zu allererst der Entwicklung einer digitalen Systemsteuerung namens Audiocom, die den Einsatz einer gemeinsamen Fernbedienung für die ganze Anlage ermöglichte. Es folgten ambitionierte Digital-Komponenten, unter anderem eine Kombination aus Vorverstärker und D/A-Wandler und ganz besonders für deutsche Verhältnisse richtungsweisende Filter-Experimente.Zu der gleichen Zeit gefielen sich die meisten Mitbewerber darin, vornehmlich von Philips gelieferte CD-Player-Bausätze mit dickeren Netzteilen und kleinen Modifikationen rund ums Laufwerksmodul zu tunen und ein hübsches Gehäuse darum zu schneidern. Besonderes Highlight in der T + A Historie war die Mitte der 90er-Jahre vorgestellte Digital-Box Solitaire A 2 D mit koaxialem Digital-Eingang zum Anschluss des CD-Pre-Amps.

Eine Batterie von 11 DSPs erfüllte die Konstruktion mit Leben. Ingenieur Wiemann verwirklichte atemberaubende Flankensteilheiten von bis zu 300 Dezibel pro Oktave in der digitalen Frequenzweiche.

Caruso - Mini-HiFi-System

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Auf den Pod gesetzt: Mit dem Caruso schuf T + A ein klangstarkes Mini-HiFi-System für den iPod.

Ohne Übertreibung kann man Lothar Wiemann, der Anfang der 80er-Jahre ein Praktikum bei T + A absolvierte, attestieren, einer der führenden Köpfe deutscher, ja sogar europäischer Digital- Technik zu sein. Wiemann verließ T + A für zwei Jahre, um am europäischen Patentamt Erfahrungen zu sammeln. Danach kehrte der pfiffige Praktikant zurück und krempelte das Unternehmen kräftig um.

Gemeinsam mit Selfmademan Amft bringt der stille Ingenieur die Herforder Perle seitdem unablässig voran. Während andere in der Branche noch die Nase über iPod und Musik aus dem Internet und von der Festplatte rümpften, tüftelte T + A bereits an wegbereitenden Lösungen wie dem Music Player, der seinem Besitzer ohne Programmierkenntnisse Webradio, Music-Streaming und Rippen von CDs ermöglicht.

Es folgten der Netzwerkspieler MP 1250 R und schließlich der in der letzten Ausgabe getestete Caruso (Test hier: [int:article,85423/]), ein Mini-HiFi-System für den iPod. "Wir wollten das Netz nutzen, weil wir schon früh daran glaubten, dass die Zukunft im Netzwerk liegt", freut sich Amft über den Erfolg, den T + A mit dem Einstieg ins Online-Zeitalter verbuchen konnte.

Obwohl die Herforder bis auf den Caruso keine iPod- Docking-Produkte anbieten, verdanken sie dem smarten Apple-Gadget eine ganze Menge: Der iPod habe geholfen, Musik wieder zum Massenthema zu machen, anerkennt Amft, der sich selbst nicht zu den ausgesprochenen Apple-Anhängern zählt.

Weitere interessante Fakten zu T + A finden Sie auf Seite 2...

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