Der eigene Podcast

Podcasten mit Audacity

Neben Blogs gelten Podcasts als wichtigstes Medium, um möglichst viele Besucher für die eigene Site und den eigenen Service zu interessieren. Das Tolle an dieser Technik: Podcasts lassen sich mit geringem Aufwand erstellen.

  1. Podcasten mit Audacity
  2. Teil 2: Podcasten mit Audacity
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Podcasts werden inzwischen von fast allen namhaften Firmen angeboten. Das Prinzip dieser Audio-Services ist simpel: Ein Anbieter von Podcasts erstellt seine Medien-Dateien und stellt sie anschließend mittels Newsfeeds auf einem Server im Internet bereit. Ein Teilnehmer kann diesen Feed abonnieren. Dabei sind die Inhalte so vielfältig wie das Internet selbst. Es handelt sich dabei beispielsweise um Mitschnitte von Radio-Sendungen, Interviews, automatisch vorgelesene Zeitungsartikel, Musiksendungen etc. Über Verzeichnisse wie Podster () ist es leicht, potenzielle Interessenten auf sich aufmerksam zu machen.

Doch wie erzeugt man derlei Angebote? Sie benötigen einen typischen PC oder ein Notebook, das mit einer Soundkarte und einem Mikrofon ausgestattet ist. Ideal für Sprachaufnahmen sind handelsübliche Headsets. Außerdem benötigen Sie einen Audioeditor für die Aufzeichnung und die Nachbearbeitung. Der wohl beliebteste Editor ist das Open-Source-Werkzeug Audacity (). Mit diesem Tool können Sie auf beliebig vielen Spuren Audiodateien mischen und bearbeiten. Wie kaum ein anderes Werkzeug eignet es sich für das Erstellen von Podcasts - daher auch seine enorme Popularität.

Erste Schritte mit Audacity

Zu Beginn sollten Sie die Funktionalität des Editors testen und eine erste Aufnahme starten. Klicken Sie dazu einfach auf den roten Aufnahme-Button. Der Editor öffnet automatisch eine neue Tonspur. Sprechen Sie Ihren Text, beenden Sie mittels Stop-Button die Aufnahme. Hören Sie Ihre Testaufnahme mit einem Klick auf Wiedergabe an. Wenn Ihre Audacity- und Systemkonfiguration korrekt eingerichtet ist, haben Sie eine erste Aufnahme. Mit deren Ergebnis werden Sie vermutlich (noch) nicht zufrieden sein. Aber Sie wissen jetzt zumindest, dass Ihr Rekorder korrekt arbeitet.

Bevor Sie eine aufgenommene Datei bearbeiten, müssen Sie Audacity optimal anpassen. Öffnen Sie dazu über das Menü Bearbeiten/Einstellungen die Programmeinstellungen. Die Audacity-Einstellungen sind in insgesamt neun Bereiche unterteilt. Zunächst sollten Sie sich den Bereich Audio E/A ansehen. Mit diesen Funktionen steuern Sie das Zusammenspiel des Audioeditors mit der Soundkarte. Stellen Sie unter Wiedergabe und Aufnahmen zunächst sicher, dass die korrekten Geräte ausgewählt sind. Wenn Sie einen typischen Podcast aufnehmen, so können Sie unter Aufnahme die Zahl der Kanäle auf 1 heruntersetzen. Das genügt meist und spart Speicherplatz. Wenn Sie natürlich ein Interview mit zwei Mikrofonen durchführen, behalten Sie die Standardeinstellungen bei

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Zu Beginn Ihrer Aufnahmen nehmen Sie die Einstellungen im Bereich Audio E/A vor.

Weitere Einstellungen:

Wechseln Sie dann zum Bereich Qualität. Hier können Sie die Aufnahme-/Import-Parameter und die Umwandlung anpassen. Für die Verwendung von Aufnahmen als Podcasts genügt in der Regel eine Sample-Rate von 16 Bit. Eine einminütige Aufzeichnung mit einem Kanal, also Mono, mit der Sample-Frequenz von 44100 Hz und einer Sample-Rate von 16 Bit beansprucht in etwa 5 MByte. Die Dateigröße verringert sich allerdings noch mit dem Export nach MP3.

Audacity

  • Echtzeit Samplekonvertierung: Fast Sinc Interpolation
  • High Quality Samplekonverter: High Quality Sinc Interpolation
  • Echtzeit-Dithering: Keine
  • High-Quality Dither: Dreieck

Spuren bearbeiten

Die eigentliche Arbeit mit Audacity beginnt, wenn sich Ihre Aufzeichnung in etwa so anhört, wie Sie es erwartet haben. Dann können Sie unnötige Passagen löschen, Inhalte komplett umstrukturieren und Musik einspielen. Das Entfernen von unerwünschten Passagen ist fast so einfach wie das Auszeichnen. Spielen Sie die Datei ab, markieren Sie den Bereich durch einen Klick in die Tonspur und ziehen Sie die Maus dann bis zur gewünschten Stelle. Mit dem Drücken der Taste Entf ist die Stelle gelöscht. Sie können einen Bereich natürlich auch ausschneiden und an anderer Stelle wieder einfügen.

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Für die Verwendung Ihrer Aufnahmen als Podcasts stellen Sie eine Standard-Sample-Rate von 16 Bit ein - das spart viel Speicherplatz auf Ihrer Festplatte.

Auch das Unterlegen mit Musik ist einfach. Ziehen Sie einfach die gewünschte Audiodatei in das Projektfenster. Damit es mit dem Unterlegen funktioniert, müssen Sie allerdings die Programmeinstellungen anpassen. Stellen Sie im Bereich Audio E/ A sicher, dass zumindest zwei oder drei Spuren für die Musik verfügbar sind.

Wenn Sie mit mehreren Spuren arbeiten, müssen diese in der Regel aufeinander abgestimmt werden. Dazu benötigen Sie eine Funktion, mit der Sie die Spuren gegeneinander verschieben können. Audacity stellt Ihnen ein einfaches Werkzeug zur Verfügung: das Zeitverschiebungswerkzeug, das Sie in der Audacity- Werkzeugleiste finden. Klicken Sie auf das zugehörige Icon in der Werkzeugleiste und klicken Sie in die Spur, die Sie verschieben wollen. Halten Sie die Maustaste gedrückt und verschieben Sie sie in die gewünschte Richtung.

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Fahren Sie die Lautstärke der Musik herunter, so dass Ihre Sprachbotschaft nicht erschlagen wird.

Wenn Sie Ihren Podcast-Text mit Musik unterlegen, so wollen Sie diese häufig ein- und ausblenden, beispielsweise, um eine kurze Pause einzufügen, damit sich das Gehörte beim Empfänger setzen kann. Hierfür stellt Ihnen Audacity zwei wichtige Funktionen zur Verfügung: Sie können eine Spur ein- und wieder ausblenden. Markieren Sie mit dem Auswahlwerkzeug den Bereich, der eingeblendet werden soll. Führen Sie dann den Befehl Effekt/Einblenden aus. Ähnlich einfach und analog funktioniert das Ausblenden.

MP3-Export

Wenn Sie mit der Aufzeichnung und dem Bearbeiten zufrieden sind, können Sie Ihr Projekt sichern und nach MP3 exportieren. Bevor Sie allerdings MP3-Dateien erzeugen können, müssen Sie den Lame-Encoder auf Ihrem System installieren. Laden Sie sich dazu Lame () herunter und kopieren Sie die Datei in das Audacity- Verzeichnis. Führen Sie den Befehl Datei/Exportieren aus. Es öffnet sich der Export-Datei-Dialog, in dem Sie das Ziel bestimmen. Mit einem Klick auf Optionen öffnen Sie die MP3-Optionen. Hier sollten Sie die Qualität auf 48 kbps herabsetzen. Das ist in der Regel mehr als ausreichend und kommt der Dateigröße zugute.

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Typische Aktionen

Sie können mit Audacity die verschiedensten Dinge anstellen. Häufige Aktionen sind das Hinzufügen von Effekten, das Entfernen von Hintergrundgeräuschen und das Aufteilen großer Dateien in kleinere. Wenn Sie einen zu langen Podcast erstellt haben, diesen aber in kleineren Happen präsentieren wollen, gehen Sie folgendermaßen vor:

Gerade Einsteiger tun sich schwer, den richtigen Effekt an der richtigen Stelle einzusetzen. Natürlich können Sie auch mehrere Effekte miteinander kombinieren. Einige Effekte bieten sehr umfangreiche Einstellungen, andere wieder nur wenige oder keine, oder aber es ist nicht klar, was die Einstellungen überhaupt bewirken.

Audacity

  • 1. Aktivieren Sie in der Werkzeugleiste das Auswahlwerkzeug und klicken Sie dann in der Spur an die Stelle des ersten Schnittpunkts.
  • 2. Um einen ersten Schnittpunkt zu erstellen, führen Sie die Tastenkombination STRG+B aus. Audacity verwandelt die Markierung in eine Textspur mit einem kleinen Icon.
  • 3. Wiederholen Sie das Einfügen von weiteren Schnittpunkten so oft wie erforderlich.
  • 4. Führen Sie dann den Befehl Datei/ Mehrere Dateien exportieren aus.
  • 5. Bestimmen Sie im Dialog Mehrere Dateien exportieren das Exportformat, also beispielsweise wieder WAV, MP3 oder OGG. Audacity teilt Ihre Datei auf Grundlage der von Ihnen gesetzten Textmarken. Stellen Sie daher sicher, dass auf dem Exportdialog die Option Textmarken aktiviert ist.
  • 6. Mit einem Klick auf Exportieren leiten Sie den Export- und Schneidevorgang ein. Ist alles korrekt gelaufen, gibt Ihnen Audacity eine entsprechende Erfolgsmeldung aus.

Bevor Sie mit Effekten arbeiten, sollten Sie einige Punkte beachten. So wird der verwendete Effekt immer zu 100 Prozent eingemischt und so das komplette Musikfile vollständig verändert. Außerdem können direkt eingemischte Effekte nicht mehr verändert werden.

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GVerb bietet eine Menge Optionen, sicher auch die richtigen für Ihre Audiodatei.

Das hat häufig zur Folge, dass unerfahrene Anwender sich nur noch auf die Standardfunktionen wie das Schneiden und Exportieren beschränken. Das ist mehr als schade, denn Audacity hat mehr zu bieten. Damit Sie mit Ihren ersten Gehversuchen nicht die Ausgangsdatei unbrauchbar machen, sollten Sie immer erst eine Kopie erstellen mit der sie dann arbeiten.

Rauschen entfernen

Häufig ist in Aufnahmen ein konstantes Hintergrundgeräusch zu hören. Auch hierfür hat Audacity ein geeignetes Werkzeug: Mit Effekt/Rauschentfernung können Sie derartige Geräusche bearbeiten. Das Entfernen von Geräuschen funktioniert in zwei Schritten. Im ersten Schritt erfolgt die Auswahl einer Audiospur, die nur das Geräusch enthält und kein normales Audiosignal. Hier wählen Sie den Bereich aus, der eigentlich leise sein sollte, aber in der aktuellen Fassung noch das unerwünschte Nebengeräusch aufweist. Markieren Sie in der Tonspur einige Sekunden, öffnen Sie die Rauschentfernung und klicken Sie dann unter Schritt 1 auf Rauschprofil ermitteln. Auf Grundlage dieser Auswahl "lernt" Audacity, welche Geräusche es später ausfiltern soll. Nun passen Sie die Einstellungen für das Entfernen an.

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