Auf biegen und brechen

Plastik-Spielkarten im Test

52 Karten, die die (Poker)Welt bedeuten. Jeder Pokerspieler braucht sie, nur welche nehme ich? So werden wir in unserem "Testlabor" Plastikkarten befühlen, mischen und dealen, zerreißen und waschen.

  1. Plastik-Spielkarten im Test
  2. Teil 2: Plastik-Spielkarten im Test
Plastik-Spielkarten

© Detlef Erhardt

Plastik-Spielkarten

52 Karten, die die (Poker)Welt bedeuten. Jeder Pokerspieler braucht sie, nur welche nehme ich? So werden wir in unserem "Testlabor" Plastikkarten befühlen, mischen und dealen, zerreißen und waschen.

Unsere liebe und aufopferungsvolle Chef-Testerin Kerstin "Dr. Dort" hat sich aus unserem Team verabschiedet. Sie startet aber keine große Fernsehkarriere, nein aus Dr. Dort ist schwangerschaftsbedingt die "Dicke Dörthe" geworden. Kerstin, von hier aus noch mal alles Gute und keine Sorge, aus dir wird später wieder die "Schlanke Gerti". Auch wenn die Auswahl auf den ersten Blick groß erscheint, so viele Hersteller von Plastikspielkarten gibt es eigentlich gar nicht. Für unseren Test wählen wir aus: Modiano aus Bella Italia, Fournier aus Spanien, Copag aus Brasilien, ein paar Karten aus dem Reich der Mitte und wir werfen einen Blick auf Acetat Karten.

Plastik-Spielkarten

© Detlef Erhardt

Aus dem Reich der Mitte

Alle Hersteller verwenden für ihre unterschiedlichen Karten immer das gleiche Grundmaterial. Der Druck ändert sich je nach Rückenbild, ebenso hat jeder Hersteller die Karten mit großem Index (Jumbo) oder kleinem (Poker) Index im Sortiment, neuerdings auch mit dem sogenannten Dual Index und teilweise noch mit zwei oder vier Eckzeichen als Auswahl. Da das Plastik -Rohmaterial immer identisch ist, wählen wir je ein Jumbo-Deck aus, um die Hersteller zu vergleichen.

Aus China kommen die Bird888 Karten. Das Material fühlt sich etwas hart und "störrisch" an. Man fühlt eine recht dicke Lackschicht auf dem Material, die Karten laufen aber gut in der Hand. Das Druckbild ist kräftig und scharf. Der Hersteller hat die Karten etwas unsauber geschnitten, mal ist der Index K oder A oben 4mm vom Rand entfernt, mal nur 3mm. Dies hat aber keinen negativen Einfluss auf die Spielbarkeit, eben ein kleiner Schönheitsmakel.

Vor einigen Monaten stand ein Kunde etwas genervt vor uns: "Habe gestern vier Damen gehabt". Na, da gratulieren wir aber! "Nicht ganz, habe gegen 5 Siebener verloren". Dafür war der Pik König nicht dabei; da hat ein geneigter Mitarbeiter aus dem Reich der Mitte es mit der Sorgfalt wohl nicht so genau genommen. Die Geschichte ist so passiert, leider nicht frei erfunden. Zum ernsthaften Spiel sollte man in jedem Fall die Karten vorher mal kontrollieren. Auch wenn der Verkaufspreis entsprechend niedrig ist - ein nicht korrektes Kartendeck ist eigentlich unverzeihlich.

Vom Zuckerhut

Nach dem Reich der Mitte geht unsere Plastikkarten-Weltreise auf einen anderen Kontinent, nach Südamerika. In Brasilien produziert Copag seit dem Jahre 1918 Spielkarten aus Kunststoff. Das Material fühlt sich weich und fein an, die Karten lassen sich wunderschön dealen. Auch der Druck ist scharf und sauber. Die Karten sind exakt geschnitten, so stellt man sich ein Kartendeck vor. Da hat der Brasilianer dem Chinesen nicht nur im Fußball etwas voraus. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt trotzdem: Bei längerer Anwendung der Karten biegen sich diese leicht durch.

Plastik-Spielkarten

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Bella Italia

Im wunderschönen Triest in Italien befindet sich die traditionsreiche Spielkartenfabrik Modiano, die seit 1868 Spielkarten fertigt. Hier gibt es Artenvielfalt in der Plastikkarten "Tierwelt", mit 2 oder 4 Eckzeichen, kleinem, großen oder Dual Index oder bis zu 8 verschiedenen Rückenfarben. Das Rohmaterial der Karten ist etwas dicker als bei Copag oder Fournier, aber trotzdem geschmeidig und sehr angenehm und die Karten lassen sich sehr gut mischen und dealen. Das Druckbild ist gestochen scharf. Für die Profis sei noch erwähnt: Durch das etwas dickere Rohmaterial laufen die Karten nicht mehr in jeder automatischen Mischmaschine. Brasilien und Italien spielen in der gleichen Liga, eine Entscheidung gibt's erst im Elfmeterschießen.

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Aus dem Baskenland

Im Nordwesten Spaniens, in der Nähe von Bilbao, liegt die Fabrik von Naipes Heraclico Fournier. Wenn Sie in den europäischen Casinos zu Gast sind und Sie dazu noch in den Genuss kommen, ein Pik ASS vom Dealer zu bekommen, dann schauen Sie sich mal den Text und das Logo im inneren hellgelben Feld an. Ein Großteil der Casinos spielt mit Karten von Fournier, meist der Serien 2518 und 2818. Die Decks durchlaufen bei der Produktion insgesamt 12 Kontrollen, darunter auch eine Prüfung mit einem "intelligenten Auge" und ein Test unter UV-Licht. So wird sichergestellt, dass keine der Karten auch nur kleinste Markierungen oder Fehler im Druckbild hat.

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Ebenso einzigartig ist das sehr feine Kunststoff-Rohmaterial, das exklusiv für Fournier gefertigt wird. Es fühlt sich fast seidig an, sehr weich, biegsam und trotzdem sind die Fournier-Karten extrem langlebig. Für das angenehme Gefühl trägt auch die ganz feine Oberflächenveredelung mittels einer hauchdünnen matten Lackschicht bei. Auch bei unseren Test-Dealern kann man beim Mischen der Fournier-Karten ein selig verklärtes Lächeln auf den Gesichtern beobachten. Die Dealers Choice hat ihren Preis, ein Deck kostet im Handel in etwa 10 Euro.

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