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Picasa und Co.: Stichwörter in Fotos

Nur mit Titeln und Stichwörtern können Fotografen ihre digitalen Bilder dauerhaft bezeichnen und einordnen. Eine Vielzahl an Formaten und Programmen bringt jedoch Chaos in die Meta-Informationen. Mit den richtigen Tools schaffen Sie wieder Ordnung.

Picasa und Co.: Stichwörter in Fotos

© Google

Picasa und Co.: Stichwörter in Fotos

Die meisten Programme für die Fotoverwaltung verfügen über eigene Datenbanken für Stichwörter, die sich beim Programmwechsel nicht so einfach übertragen lassen. Setzt der Anwender also mehrere Programme oder verschiedene Rechner ein, so ist Chaos vorprogrammiert.

Taggen mit Picasa

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© Hersteller/Archiv

Googles Picasa eignet sich hervorragend für die Verwaltung und Verschlagwortung von Bildern.

Ein Beispiel: Wer das beliebte Google Picasa auf mehreren Rechnern in verschiedenen Versionen installiert hat, kann schnell Probleme bekommen, insbesondere wenn eine Version niedriger als 3.8 ist. Denn mit Version 3.8 hat Google von IPTC auf XMP umgestellt.

Wer das Programm einfach updatet, muss nichts befürchten, denn es konvertiert die Stichwörter in XMP. Umgekehrt synchronisiert es die neuen XMP-Tags beim Speichern zurück in die IPTC-Tags. Kritisch wird es aber dann, wenn der Anwender zwischen verschiedenen Programmversionen oder anderen Anwendungen hin- und herwechselt.

Probleme mit XMP und IPTC

Konkret: Der Fotograf versieht mit Picasa 3.9 ein Bild mit den Stichwörtern Sonnenaufgang und Gipfel. Das Programm speichert sie im XMP- und IPTC-Header. Nun fügt er mit einem anderen Programm, das nur IPTC kennt, ein weiteres Stichwort (Schnee) hinzu. Das Programm kann ein älteres Picasa sein oder ein Tool wie Irfan View. Irfan versteht XMP nicht, in den Plug-ins findet sich nur ein Filter für IPTC.

Öffnet man das Bild später wieder mit Picasa 3.9, so fehlt Schnee, da das Programm sich bei Unterschieden nur auf XMP stützt. Noch schlimmer für den Anwender: Fügt er jetzt mit Picasa 3.9 einen weiteren Tag hinzu (Alpen), so speichert das Programm diesen in XMP, synchronisiert den kompletten XMP-Header nach IPTC und überschreibt dort alle Fremd-Tags.

Schnee ist komplett verloren, ohne dass der Anwender es richtig gemerkt hätte. Umgekehrt: Löscht der Anwender einen Tag mit IrfanView in IPTC, stellt Picasa 3.8/3.9 ihn aus den XMP-Metadaten in beiden Headern wieder her.

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Mit WPMeta löst der Fotograf Konflikte zwischen den verschiedenen Meta-Formaten. Hier: der XMP-Header einer JPG-Datei.

Das ist nicht unbedingt ein Programmierfehler, Picasa kann nicht wissen, dass der Anwender gezielt etwas löschen wollte. Das Programm trifft bei Widersprüchen eine Entscheidung und die geht hin zum flexibleren XMP-Format.

Windows 7 sortiert anders

Etwas anders reagiert der Eigenschaften-Dialog von Windows 7. Klickt der Anwender mit der rechten Maustaste auf ein Bild und dann auf Eigenschaften/Details, findet er die Meta-Tags, allerdings nicht nach Standards geordnet, sondern nach Themen.

Mit Markierungen meint Windows die Stichwörter und wertet dabei sowohl IPTC-als auch XMP-Daten aus. Im Unterschied zu Picasa stellt Windows 7 aber einfach alle Stichwort-Tags dar, die es findet. Umgekehrt schreibt es neue Stichwörter in XMP und IPTC gleichzeitig, ohne aber wie Picasa Tags im Zweifelsfall zu löschen, sondern es schreibt in beide Bereiche alle Tags, die es findet. Die, die an einer Stelle gelöscht wurden, sind natürlich wieder da.

Andere Foto-Tools reagieren wieder anders. Studioline Photo Basic zeigt alle Tags auch XMP an, allerdings unter dem Begriff "IPTC/ NAA". Beim Speichern aus der Datenbank (Bild/Original/Extern Speichern) schreibt es auch in die IPTC- und XMP-Header. Magix Fotomanager liest nur die Exif-Daten und speichert die internen Stichwörter (Kategorien) nicht in den Bildern selbst. Der Anwender bleibt an dieses Programm gebunden.

Wege aus dem Chaos

XMP ist letztendlich das bessere, flexiblere und belastbarere Format. Wer kann, sollte also auf Picasa 3.9 umstellen, und zwar auf allen Plattformen. Dann kann nichts schief gehen, das Programm konvertiert alle Tags, die es findet, in das neue Format und synchronisiert sie anschließend.

Anwender, die hingegen Zweifel haben, dass sich in den verschiedenen Bereichen unterschiedliche Stichwörter finden, sollten es genauer prüfen. Hierzu bietet sich ein Tool wie WPMeta an, das die Daten aller Header aus JPG- und TIFF-Dateien anzeigt.

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Windows wertet alle Header aus und stellt die Stichwörter unter Markierungen dar.

Hat man Tags mit verschiedenen Programmen geschrieben, findet man beispielsweise in den XMP-Daten verschiedene XML-Tags: Picasa verwendet description (xmp, dc), Windows hingegen description (Microsoft Photo). Ein Tool, das XMP beherrscht, wertet alle XMLEinträge gleichwertig aus. Mit WPMeta finden sich alle Unterschiede schnell. Einträge lassen sich bearbeiten, löschen, zufügen oder umkopieren. Die wichtigste Funktion ist aber, alle vorhanden Tags in XMP konvertieren, und das für mehrere Dateien im Stapelbetrieb (Batch).

Dazu öffnet der Anwender ein Verzeichnis, markiert alle Bilder, die er konvertieren möchte, und wechselt in den Reiter Serienarbeit. Hier findet er einen weiteren Reiter XMP-Aktionen. Dort wählt er die Tags, die er nach XMP wandeln möchte, beispielsweise Schlagwörter (dc) oder Titel (dc), oder er markiert einfach alle. Als Aktion legt er dann Nach XMP exportieren fest. Mit dem grünen Plus-Zeichen stellt er den Auftrag zusammen und aktiviert ihn anschließend mit Auftrag starten. Ein Auftrag lässt sich auch speichern und für spätere Aktionen wiederverwenden.

Fazit

Picasa ist zum Vergeben von Stichwörtern das einfachste Programm, die Tags lassen sich leicht bedienen und Picasa schreibt sie sofort in die Bilddaten selbst. Das ist am kompatibelsten. Wer dem Stichwortsalat nicht Herr wird, sollte alle Stichwörter mit WPMeta im Batch-Betrieb in die XMP-Header der Bilder schreiben. Dann lassen sich die Bilder mit der neuesten Version von Picasa ohne Probleme weiterarbeiten.

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