Menü

Luxus-PHP PHP-Entwicklung mit Eclipse

Eclipse etabliert sich zunehmend auch als komfortable PHP-Entwicklungsumgebung. Der Workshop zeigt, wie Sie Eclipse für PHP einrichten und nutzen.
PHP-Entwicklung mit Eclipse

Wer PHP-Seiten erstellt, kennt das Problem: Es ist ein relativ mühsames Unterfangen, sich eine halbwegs komfortable Entwicklungsumgebung zusammenzu- stellen, um alle notwendigen Funktionen abzudecken. Denn ein einfacher Editor tut es nur bei ganz einfachen Projekten – da kommen meist noch Server- und Datenbank- Komponenten dazu. Außerdem möchte man dem Programmablauf auch mal auf den Source-Code schauen und ein Debugger muss her.

Im kommerziellen Bereich gibt es da durchaus Lösungen, so bietet Code Gear mit Delphi for PHP eine Art Hybrid an – eine proprietäre Windows-Applikation bettet Open-Source-Lösungen ein und bietet so eine echte integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) für die Entwicklung von Web-Applikationen auf PHP-Basis.

Doch auch im Open-Source-Bereich tut sich inzwischen etwas: Ein Projekt namens PDT (PHP Development Tool) bietet eine IDE, die den eigenen Bedürfnissen angepasst werden kann. Wer also bisher neidisch in Richtung der Java-Entwicklergemeinde schaut und sich Eclipse für PHP wünscht, dem kann jetzt geholfen werden. PDT von der Eclipse Foundation liegt in Version 1.0 vor. Wir befassen uns mit der Einrichtung und dem Einsatz von PDT.

Einer für alle

Eclipse ist inzwischen zu einer universellen Entwicklungsumgebung herangereift – ursprünglich war es ein in Java geschriebenes, reines Java-Framework. Doch durch das offene Konzept und die Akzeptanz in der Open-Source-Community wurden immer mehr Plug-ins entwickelt, sodass nun eine Plattform-unabhängige Umgebung zur Verfügung steht, die sehr viele Programmiersprachen sowie Entwicklungs-Tools unterstützt.

Über den Menüpunkt Debug as ... wird der Debugger mit dem PHP-Script gestartet. Dieser Punkt ist ebenfalls über das normale Menü oder die Toolbar zu erreichen.
Über den Menüpunkt Debug as ... wird der Debugger mit dem PHP-Script gestartet. Dieser Punkt ist ebenfalls über das normale Menü oder die Toolbar zu erreichen.

Die Unabhängigkeit ist auch für PHP-Entwickler von Vorteil, Sie können die Software unter Windows, Mac OS X und auch Linux gleichermaßen problemlos einsetzen. Deshalb gehen wir in diesem Workshop auch nicht auf das Betriebssystem an sich ein – der Autor dieser Zeilen nutzt beispielsweise Mac OS X, das hier Gesagte gilt aber ebenso für Windows- oder Linux-Systeme.

Wir gehen von einem leeren System aus, auf dem Eclipse noch nicht installiert ist. Sie könnten nun natürlich auf die Eclipse-Seiten gehen und dort zunächst eine Basis-Installation von Eclipse herunterladen, um sich dann die notwendigen Zusätze von Hand zusammenzustellen.

Aber auch wenn Eclipse einen praktischen Update-Manager mitbringt, kann das für Ungeübte gerade zu Anfang zum Show-Stopper werden, und rasch fällt das mächtige System in Ungnade. Denn, um sich auf der Eclipse-Seite zurechtzufinden, sind einige Kenntnisse über das System notwendig, sonst verzettelt man sich allzu leicht. Glücklicherweise haben Entwickler All-in-one-Pakete geschnürt, die alles Notwendige für den Einsatz von PDT mitbringen, inklusive Debugger. Wir legen uns an dieser Stelle auf ein Paket fest, das auf den Seiten von Zend zu finden ist.

Das ausgesuchte Paket setzt sich aus der Eclipse-Basis-Installation, dem PDT-Paket sowie den Dateien der Web Tools Plattform (WPT) und dem Zend Debugger zusammen. Auf die einzelnen Komponenten gehen wir später – wo es nötig ist – genauer ein.

Installation

Zunächst gilt es, das Paket zu installieren. Sie finden die aktuellste Version immer auf den Seiten von Zend. Zum Einsatz ist eine aktuelle Java-Installation notwendig. Übrigens: Kurz nach Redaktionsschluss dieses Artikels wird die Version 3.4 Ganymede von Eclipse freigegeben – wir beziehen uns hier noch auf die Version 3.3 Europa.

PHP-Entwicklung mit Eclipse
PHP-Entwicklung mit Eclipse

Nach dem Auspacken des Archivs sollten Sie nun in dem von Ihnen gewählten Verzeichnis ein weiteres Verzeichnis namens eclipse vorfinden. Verschieben Sie das Verzeichnis beispielsweise in den Programme-Ordner des Betriebssystems oder dorthin, wo Sie Ihre Entwicklungstools untergebracht haben.

Im besagten Ordner ist nun eine ausführbare Datei mit dem Namen Eclipse. Wenn Sie diese starten, werden Sie zunächst nach einem Verzeichnis für die Workspaces gefragt – dorthin werden die Projekte und Dateien standardmäßig gespeichert. Unter Workspace legt Eclipse die Konfigurationen der IDE ab. Normalerweise wird hier der persönliche Dokumentenordner vorgeschlagen, Sie können dies aber auch auf die eigenen Bedürfnisse einstellen.

Oberfläche

Die Entwicklungs-Oberfläche ist jetzt noch nicht auf PHP ausgerichtet, dies muss manuell nachgeholt werden. Dazu klicken Sie oben rechts auf das Symbol Open perspective und wählen hier PHP aus.

Das minimale Beispielprogramm stellt sich in der IDE übersichtlich dar.
Das minimale Beispielprogramm stellt sich in der IDE übersichtlich dar.

Perspektiven versteht Eclipse die typische Darstellung der Arbeitsumgebungen für die einzelnen Programmiersprachen und Systeme, die unterstützt werden. Sie können die Anordnung der einzelnen Fenster und Bereiche natürlich noch an Ihre Vorlieben und Bedürfnisse anpassen. Dabei rasten diese, wenn mit der Maus bewegt, an bestimmten Positionen ein – das ist auf den ersten Blick etwas fummelig, aber mit etwas Übung kann man so die passenden Fenster prominent in den Fokus bringen.

Ein Hinweis: Es gibt für Eclipse Sprachpakete für die Oberfläche und die verschiedenen Module, somit lässt sich das System auch lokalisieren und sprachlich anpassen. Es hat aber etliche Vorteile, die englische Version zu nutzen.

Erste Schritte

Nun werden wir das erste PHP-Projekt anlegen. Dazu können Sie per Kontextmenü links im PHP-Explorer den Menüpunkt New – PHP-Project aufrufen und in dem sich öffnenden Dialog einen Namen angeben.

Komfortabel: Der Zend-Debugger schaut dem PHP-Code zur Laufzeit unter die Haube.
Komfortabel: Der Zend-Debugger schaut dem PHP-Code zur Laufzeit unter die Haube.

Im Beispiel ist dieser internet-magazin. Im zweiten Schritt wird die erste PHP-Klasse angelegt, dazu klicken Sie wieder mit der rechten Maustaste auf das frisch angelegte Projekt und wählen nun den Menüpunkt New – PHP file und geben in dem erscheinenden Dialog den Dateinamen (hier internet_magazin.php) an. Und schon erscheint nach der Bestätigung des Dialogs die erste PHP-Datei im Editor.

Hier kann Eclipse nun seine Stärken voll entfalten. Ihnen steht mit PDT ein Editor mit umfangreicher Funktionalität zur Verfügung. So sind Features wie Syntax-Highlighting und Prüfung, Code-Vervollständigung, Überprüfung von Klammer-Ebenen ebenso wie Code-Faltung, mit der Sie beispielsweise Funktionen auf- und zuklappen können, und vieles mehr vorhanden.

Ein Code-Formatierer sorgt auch nachträglich für die übersichtliche Ausrichtung des PHP-Codes, und die WTP-Anbindung hilft bei der Erstellung von HTML-, CSS- oder XML-Inhalten. Wenn Sie mal nicht mehr weiter- wissen, hilft das integrierte PHP-Handbuch auf Mausklick und der Funktionskatalog erspart sehr viel Tipparbeit.

weiterlesen auf Seite 2
 
x