Foto-Trends für 2013

Kamera-Handys, günstiges Vollformat, KI-Automatik und mehr

Die Fotobranche ist mächtig in Bewegung - besonders im Jahr der Photokina. Neue Kameramodelle mit immer raffinierteren Technologien kommen bald auf den Markt. Wir haben die Fototrends 2013 zusammengefasst.

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Foto-Trends für 2013

Es war im Grunde nur eine Frage der Zeit, dass gute Fototechnik aus hochwertigen Kompaktkameras mit den Vorteilen der Smartphone-Betriebssysteme irgendwann verschmelzen würde. Absehbar war dieser Moment, als das erste Smartphone mit Kamerafunktion das Licht der Welt erblickte.

Und jetzt werden die Mini-Knipsen den Vorbildern auch ebenbürtig: Nikon hat mit der S800c ein Modell vorgestellt, das die Symbiose aus Smartphone-OS und Kamera bietet - telefonieren kann man mit dem Gerät freilich nicht. Dennoch dürfte das Android-Betriebssystem vor allem für jene Nutzer vorteilhaft sein, die ihre Bilder mit den diversen Apps gleich in der Kamera bearbeiten wollen. Samsung ist einen Schritt weiter gegangen und hat das GSM-Modul mit eingebaut. Wann die Galaxy-Kamera kommt, ist aber völlig offen.

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Die Nikon S800c vereint Kompaktkamera mit Android-2.3-Betriebssystem. Die Kamera hat umgerechnet ein 25-250mm-Objektiv, 16 Megapixel und WLAN. Telefonieren kann man mit Nikons Zwitter aber nicht - dafür hat Samsung eine Lösung parat. Preis: 399 Euro.

Künstliche Intelligenz

Tolle Fotos schießen wird immer leichter. Gerade die beliebten Kompaktkameras werden mit technischen Finessen ausgestattet, die schon an künstliche Intelligenz erinnern.

Ratgeber: Künstliche Intelligenz

Zum Standard gehört heute ein Automatikmodus, der Blende, Verschlusszeit und Blitzeinsatz bestimmt. Ein wenig exklusiver ist der Panorama-Schwenkmodus, bei dem die Kamera ein Panoramabild aus einem Kameraschwenk berechnet. Aber jetzt gehen die Kamerahersteller noch viel weiter. Bei Canon und Fujifilm gibt es einen HDR-Modus, der aus mehreren Aufnahmen ein vor Tonumfang nur so strotzendes Bild berechnet. Nikon stellt hingegen seinen kreativen Fans einen Schwarzweiß-Modus zur Verfügung, der mit nur einer Bildfarbe kombiniert werden kann.

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Die Panasonic Lumix DMC-FZ5 macht auf Knopfdruck Miniatur- Bilder. Außerdem kann sie per App über das Smartphone bedient werden - Bildausschnitt, Zoom und Fernauslösen sind problemlos möglich.

Panasonic trotzt schließlich dem früheren Trend, zwei Dutzend Szenen-Modi zu implementieren In Zukunft soll eine Automatik die Fotoszene selbstständig erkennen. Außerdem: Der jüngste Spross, die Lumix DMC-SZ5, kann über eine Smartphone-App per Wi-Fi angesteuert und bedient werden. Das Motivbild wird übertragen, der Bildausschnitt kann bestimmt werden und ein Fernauslöser ist auch integriert.

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Gut und günstig: Das volle KB-Format wird für Fotoamateure immer erschwinglicher. Die Canon 5D MKII gibt's bereits ab 1750 Euro.

Volles Format für den kleinen Geldbeutel

Alle Hobby-Fotografen träumen von einer digitalen Spiegelreflexkamera mit "Vollformat" oder korrekt mit Kleinbildsensor. Doch bislang waren potenzielle Kandidaten dieser Sensorklasse für die meisten Amateure aufgrund der hohen finanziellen Hürde nicht drin. Das ändert sich gerade.

Neue Modelle rücken den etablierten Serien nach, während letztere weiterhin gebaut und verkauft werden, jedoch dramatisch im Preis sinken. Die Nikon D800 und Nikon D800 E wurden gerade eingeführt und sind mit rund 3.000 Euro preislich nicht eben Mitnahmegeräte. Doch die sehr erfolgreiche und beliebte Nikon D700 ist inzwischen schon ab 1.900 Euro zu haben. Sogar noch etwas günstiger ist die Canon 5D Mark II zu bekommen.

Die Vorgängerin der 5D Mark III wurde einst für 3.000 Euro gehandelt und ist nun bei einigen Online-Händlern sogar schon für 1.700 Euro gesichtet worden. Von Sony wird noch diesen Herbst eine neue Vollformatkamera erwartet, doch die aktuellen Modelle Alpha 850 und 900 werden jetzt schon kaum noch im Fachhandel angeboten. Generalüberholte Modelle findet man aber immer noch bei eBay um 1.300 Euro.

Dass so viele Amateure auf das Vollformat schwören, liegt übrigens nicht nur am meist hochauflösenden und zugleich rauscharmem Sensor. Erst mit dem Vollformat hat man die volle Kontrolle über die Tiefenschärfe. Vor allem Portraits mit unscharfem Hintergrund gelingen mit KB-Sensor besser.

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Speziell für Videofreunde: die neuen STM-Objektive von Canon sind mit Schrittmotor ausgerüstet.

Optimierung für Videoaufnahmen

Seit vielen Jahren gehört die Videofunktion zur Grundausstattung der Kompaktkameras. Es gibt keinen einzigen Kamerahersteller, der sich trauen würde, auf dieses Feature zu verzichten. Gerade die junge YouTube-Generation liebt die Videofunktion.

Die Kompaktkameras haben mit Videoaufnahmen auch kein großes Problem. Zwar ist der Kontrastautofokus, der in Kompaktkameras eingesetzt wird, nicht so rasant schnell wie die Phasendetektion bei Spiegelreflexkameras, aber mit der Kontrastautofokus ist ein kontinuierliches Nachführen der Schärfe wesentlich leichter realisierbar. Die Phasendetektion bei den DSLRs ist auf punktgenaues Ansteuern ausgelegt, d.h. die Motoren, die die Objektive scharf stellen, sind wahre Sprinter.

Test: Videoschnitt-Software

Für Videoaufnahmen, insbesondere bei Kamerafahrten, ist das jedoch völlig inakzeptabel. Deshalb gehen Hersteller dazu über, Objektive mit Schrittmotoren anzufertigen. Diese können dann die Schärfe kontinuierlich und unmerklich nachziehen. Canon hat kürzlich ein STM-18-135mm-Zoomobjektiv und eine STM-2,8/40mm-Festbrennweite vorgestellt.

Bei den Kompakten geht der Trend zu Full-HD. Selbst in relativ günstigen Einstiegsmodellen wird dieses Videoformat inzwischen angeboten. Eine Fujifilm Finepix Z900EXR gibt es z.B. bei Amazon schon ab 90 Euro. Die Canon Digital Ixus 125 HS ist bei diesem Versandhaus bereits ab rund 160 Euro zu haben.

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Ganz neu und außergewöhnlich kompakt: Die Sony NEX-5R ist mit SEL-1855 Objektiv zum Preis von 749 Euro zu haben.

Edel, klein und teuer

Wenn Geld keine Rolle spielt, dann lohnt sich die Anschaffung einer High-End-Kompakten. Deren Sensoren werden immer größer, die Lichtstärke der Objektive ebenso. Kurz gesagt: Es gibt immer mehr feinste Technik auf kleinstem Raum.

Einen Anstoß für diesen Qualitätstrend lieferte sicherlich der "Megapixel-Wahn" der vergangenen Jahre. Irgendwann war auch dem letzten Kamerakäufer klar, dass zu viele Megapixel auf einem winzigen Sensor Bildstörungen verursachen, die Schärfe, Klarheit und Detailtreue zerstören.

Trendsetter zu mehr Qualität waren Canon mit der Powershot S95, Olympus mit der XZ-1 oder auch Samsung mit seiner EX1. Diese Kameras haben wenigstens einen 1/1,7 oder sogar einen 1/1,63 Zoll großen Sensor, bei nicht mehr als zehn Megapixeln. Bereits dieses Jahr hat man die ersten Nachfolgemodelle gesehen. Die sehr kompakte Canon S100 ist auf 5fach optischen Zoom herangewachsen bei nach wie vor lichtstarkem Objektiv (f2.0-5.9).

Ratgeber: 6 Tipps, wie Sie Bilder optimal bearbeiten

Der EX2F hat Samsung sogar ein f1.4-2.7-Zoomobjektiv spendiert - beeindruckend! Ausstattung wie eine DSLR und einen noch größeren Sensor bietet die neue Sony DSC-RX100 mit einem 1-Zoll-Sensor und stattlichen 20 Megapixeln. Mit einem 1,5 Zoll großen Sensor, einem externen Blitzschuh und einem 4fach optischen Zoomobjektiv ist die Canon 1G X recht üppig bestückt.

Systemkameras ohne Spiegel

Mit wechselbarer Optik, aber dennoch sehr kleinem Body, sind die spiegellosen Systemkameras ausgerüstet, quasi die Zwitter aus SLR und High-End- Kompakten. Panasonic und Olympus sind hier die ersten mit ihrem Four-Thirds-System gewesen. Diese sind inzwischen sehr ausgereift und auch in punkto optionalem Zubehör keine Enttäuschung. Sony hat gerade die NEX-5R vor opgestellt, die es im Oktober für rund 750 Euro zu kaufen gibt.

Die NEX-Modelle haben sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht für besonders rauscharme Bilder, selbst bei relativ hoch eingestellter Empfinlichkeit. Auch die NEX-5R wird mit einem Sensor im APS-C-Format (16 Megapixel) bestückt sein. Spezielle Wechselobjektive gibt es eigens für diese Kameraklasse, per Adapter kann man aber auch die große Optik mit A-Bajonett anschließen.

Einen Adapter benötigt man für die Canon EOS M ebenfalls, sofern man Objektive mit EF-Bajonett anschließen möchte. Die Canon EOS M richtet sich an Fotofreunde, die qualitativ hochwertige Bilder, aber nicht allzu tief in Fragen der Aufnahmetechnik einsteigen wollen. Der Set-Preis mit zwei Objektiven: 850 Euro.

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Samsung Galaxy Camera: Ist es ein Smartphone oder eine Kompaktkamera? Mit diesem Pixel-Schützen kann man beides: telefonieren und fotografieren.

Moderne Smartphones verdrängen billige Einsteiger-Kompaktkameras

Die Verschmelzung mobiler Taschengeräte ist nichts Neues. Handys sind mit PDAs zu den heutigen Smartphones zusammengewachsen. Dann wurden Smartphones um diverse Funktionen erweitert. Ein GPS-Modul gehört heute beispielsweise zu jedem Smartphone - und macht es damit zugleich zum Navigationsgerät. Die Kameramodule der Smartphones sind inzwischen so gut, dass billige Kompaktkameras ihrer Existenzberechtigung beraubt werden.

Ratgeber: Die besten Foto-Apps für Smartphones

Aktuelle Smartphones nehmen sogar Videos in ordentlicher Full-HD-Qualität auf und die Fotos sind für viele Kunden ausreichend - jedenfalls soweit, als dass sie kein Zweitgerät wollen. Sony hat kürzlich ein Smartphone- Kameramodul vorgestellt, das sogar Videos in HDR-Qualität aufnehmen soll - das können nicht einmal die teuersten DSLRs. Der jüngste Trend wurde aber von Samsung eingeleitet.

Trend: Das Kamera-Smartphone

Die Samsung Galaxy Camera ist eine vollwertige Kompaktkamera kombiniert mit einem Android- 4.1-Smartphone mit 4,8-Zoll-Display und 1280x720 Bildpunkten. Die Kamera hat ein Objektiv mit umgerechnet 23-483mm Brennweite, 16 Megapixel und wohl auch einen ausfahrbaren Fotoblitz. Bilder können mit diversen Apps direkt im Gerät bearbeitet werden. Preis und Verfügbarkeit sind noch offen.

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