Alles im Fluss?

Philips 37 PFL 9732D

Philips 37 PFL 9732D

Philips 37 PFL 9732 D

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Der Philips 37 PFL 9732 D ist im Handel für 2.700 Euro erhältlich

Zusammen mit Grundig gaben sich die Holländer einst als Pioniere des 100-Hz- Fernsehers. Und nicht nur das, denn mit Digital Natural Motion (DNM) konnte Philips als erster Hersteller überhaupt einen Digitalchip zur Bewegungsinterpolation liefern.

Der Siegeszug von DNM verschaffte der Bewegungskompensation Plätze in Philips DVD-Player, Media-Center-PCs und sogar Webcams. In den Fernsehern erlebte sie in der neuen Modellpalette als Teil der Bildverbesserungsengine Pixel Perfect HD ein Revival. Unter dem Namen HD Natural Motion arbeitet sie nun uneingeschränkt auch mit Full-HD-Signalen und 100-Hz-Panels zusammen.

Äußerlich hat Philips dem TV ein neues Styling spendiert, das dem Trend zu kompakteren Abmessungen Rechnung trägt. Edler Eyecatcher ist der schwere Standfuß aus gebürstetem Aluminium, optisch auffällig die Ambilight-Beleuchtung. Im Gegensatz zu den günstigeren Modellen strahlen die LEDs ihr Lichfeuerwerk in drei Richtungen aus. So beleuchtet der 37 PFL9732 die ganze Wand hinter dem Fernseher außer der Aussparung hinter dem Standfuß.

USB und 7-in-1-Kartenleser

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Darf bei dieser Vollausstattung nicht fehlen: USB und 7-in-1-Kartenleser ebnen JPG-Fotos und auch MP3-Dateien den Weg in den Philips.

Da eine Analysesoftware verschiedene Bereiche des Bildes auf ihre Farbstimmung prüft und Ambilight genau darauf anpasst, erscheint das Geschehen auf der Mattscheibe subjektiv tatsächlich größer. Cooles Gimmick: Wer die Ambilight-Taste auf der Fernbedienung für einige Sekunden gedrückt hält, aktiviert Ambilight ohne den Fernseher einzuschalten und erhält damit eine futuristische Wohnzimmerleuchte, die ihre Farbe auf Knopfdruck wechselt.

Auch sonst kann sich die Ausstattung sehen lassen: Ein DVB-T-Tuner ist in dieser Klasse zwar fast schon obligatorisch. Spannender ist da schon der Medienplayer für HD-Fotoshows und MP3-Wiedergabe von externen Datenträgern oder Speicherkarten, den Philips tadellos integriert hat. Drei HDMI-Eingänge nehmen 24p-Signale entgegen - da fehlt nur noch die Unterstützung von HDMI-CEC als Luxusfeature. Einen seperaten PC-Eingang spart sich der Philips, was nur richtig ist, weil auch Full-HD-Signale vom PC über den HDMI Eingang am besten aussehen.

Vergleichbare Performance sieht man in dieser Preisklasse selten

In den Grunddisziplinen hinterlässt der Fernseher einen erstklassigen Eindruck: Der Schwarzwert von 0,07 cd/m2 ist für einen LCD-TV absolute Spitzenklasse. Verbessern lässt er sich über den Raumlichtsensor, der das Bild im Test allerdings zu stark abdunkelte. Die dynamische Kontrastautomatik im Menü schraubt sowohl an der Hintergrundbeleuchtung wie an der Helligkeitsverteilung. Allerdings wird deren Arbeit in schwierigen Szenenwechseln deutlich sichtbar und damit unangenehm.

Beeindruckend dagegen ist die Schärfe, die Pixel Perfect HD selbst aus minderwertigen Signalen herausholt. Vor allem Bilder vom TV-Tuner oder der Scartbuchse sah die Testjury selten so plastisch und definiert. Trotzdem empfiehlt sich das Zuspielen progressiver Signale über YUV oder HDMI, da der interne Halbbildwandler (Deinterlacer) bei Interlace- Quellen immer wieder durch leichte Ausfransungen vorstellig wird.

Das interessanteste Highlight für Enthusiasten ist jedoch das neue Herzstück der Philips-Signalverarbeitung, die Perfect Pixel HD Engine. Sie vereint alle bildverbessernden Maßnahmen in sich und beherrscht im Gegensatz zu den Vorgängermodellen auch die ganze Full-HD-Kette. Das heißt, das Full-HD-Signal kommt rein, wird verarbeitet auf 100 Hz hochgerechnet und schließlich auf einem Full-HD-Panel dargestellt.

Damit ist Philips noch ein Vorreiter, denn neben dem Samsung F86 gibt es noch kaum Fernseher, die diese 100-Hz-Full-HD-Kette beherrschen ? und dabei vor allem so brillieren können. Selbst in schwierigen Schwenks bleibt die volle Detailfülle des Quellsignals erhalten.

Über die Einstellungen "Minimum" und "Maximum" bestimmt der Nutzer selbst, ob er näher am Original bleiben oder doch lieber flüssigere und schärfere Bewegungen haben möchte. Bildfehler (Halo), wie sie viele Bewegungskompensatoren produzieren, konnte die Testcrew kaum erspähen.

Nur das Ruckeln von gepulldowntem 1080p-24-Material entfernte er nicht ganz einwandfrei. Hier profitiert die Bewegungswiedergabe von einem Player, der 24p-Signale ohne Pulldown ausgibt. Trotzdem: Das Spiel von HD Natural Motion überzeugte auch im Gesamtvergleich und holt sich damit den inoffiziellen Titel der 100-Hz-Referenz

Testergebnisse

Philips 37 PFL 9732 D
Philips
ca. 2.700 €

37-Zoll-LCD-Fernseher

Weitere Details

70 Prozent

Fazit:Philips hat in Sachen 100-Hz die Nase vorn.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
gut

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