So geht's

PC und Handy synchronisieren

Smartphones sind vergleichsweise preiswert geworden, doch mit dem neuen Gerät allein ist es nicht getan. Eine der ersten Hürden ist, die Kontakte vom alten auf das neue Handy zu übertragen. Wir zeigen, wie es funktioniert.

Handy Daten Synchronisierung

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Handy Daten Synchronisierung

Wer einhundert oder mehr Datensätze mit verschiedenen Rufnummern und Mail-Adressen auf seinem Handy gespeichert hatte, möchte all diese Daten nicht über die Handy-Tastatur oder den Touchscreen ins neue Gerät eintippen. Das wäre stupide, kostet oft wertvolle Zeit und würde obendrein zu unnötig vielen Fehlern führen. Also muss eine automatische Lösung her, doch die eine Lösung für alle Systeme existiert nicht. Schließlich buhlen mehrere Dutzend Hardware-Hersteller mit den unterschiedlichsten Geräten und Betriebssystemen um die Kunden.

O2 Shop

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O2, die Deutsche Telekom und Phone House bieten einen Handy-Übertragungsservice vor Ort.

Die einfachste Möglichkeit ist, einen Vor-Ort-Service in Anspruch zu nehmen, der die Daten vom alten auf das neue Gerät überträgt. Einen solchen Dienst bieten die beiden Mobilfunk-Provider O2 und Telekom und der Filialist The Phone House, der in Deutschland mit rund 200 Shops vertreten ist. Alle setzen dazu eine Hardware von Cellebrite ein.

Dieses Set besteht im Wesentlichen aus dem Datenaustauschmodul, einem Gerät mit Display, sowie vielen Dutzend Kabeladaptern. Im Shop läuft der Datentransfer so ab, dass der Mitarbeiter beide Handys an das Modul anschließt und die Übertragung startet.

Daten mit Dropbox synchronisieren

Dropbox, der Dienst zur Synchronisierung von Dateien beliebigen Typs, ist auch als App für drei Mobilfunkplattformen verfügbar: für iOS, Android und Blackberry. Diese kostenlosen Apps gibt es über die Seite, von wo Sie sie direkt oder über eine Weiterleitung zu iTunes herunterladen können. Dropbox synchronisiert automatisch gewünschte Ordner und hält diese Dateien auf mehreren Rechnern sowie auf Smartphones stets auf dem aktuellen, identischen Stand. Kostenlos bei Dropbox sind derzeit zwei GByte Speicherplatz, allerdings vertraut man auch hier seine Daten einem (amerikanischen) Cloud-Dienst an.

Übertragbar ist im Prinzip alles, angefangen von den Kontaktdaten, über SMS bis zu Bildern, Videos und Klingeltönen. Während O2 die Cellebrite-Hardware nach Angaben der Händler in allen Filialen einsetzt, beschränkt sich die Deutsche Telekom auf größere Shops. Hier muss man also unter Umständen erst nachfragen.

Bei O2 kostet das Überspielen knapp 10 Euro, Phone House nimmt knapp 15 Euro und die Deutsche Telekom knapp 20 Euro. Auf jeden Fall lohnt es sich nachzufragen, ob es für Kunden des betreffenden Providers einen Rabatt gibt. Im Internet können Sie vorab nachschauen, welche Handys und Smartphones unterstützt werden. 

Verglichen mit anderen Lösungen für den Datenabgleich ist die Hardware-Unterstützung des Datenaustauschmoduls ausgesprochen groß. Ein solcher Transferservice ist zwar bequem, kostet aber eben auch Geld. Außerdem muss man mit beiden Mobilfunkgeräten in den nächsten Shop fahren und dort gegebenenfalls warten.

Schneller funktioniert das Gleiche mit Software am PC - vorausgesetzt man hat ein geeignetes Programm, das altes und neues Handy synchronisieren kann. Achten Sie deshalb auf die Handy-Kompatibilität.

Absolut nicht mehr zeitgemäß sind die beiden Programme Copy Station und Mobile Master, weil sie praktisch keine aktuellen Smartphones unterstützen. "Nicht unterstützt werden ... Blackberry, iPhone, Android/Google-Geräte ...". - "Ja, was denn dann?", mag man sich da fragen.

Praktisch abgeschaltet hat Vodafone auch seinen Synchronisierungsservice, der den früheren Backup-Dienst Zyb.com integriert hatte: Vodafone360 lässt sich nur noch von denjenigen aufrufen, die sich bereits früher dort registriert haben. Doch auch hier ist es nicht schade drum, denn viele moderne Geräte fehlten auch hier.

Deutlich mehr Möglichkeiten bietet die Synchronisierung von Memotoo: Dort lassen sich nicht nur die klassischen Kontakte übertragen, vielmehr bietet der Cloud-Dienst auch die Möglichkeit, zentral auf die Mail-Dienste von G-Mail, Hotmail und anderen Anbietern zuzugreifen.

Memotoo

© Memotoo

Die Synchronisierung läuft bei Memotoo vollständig über das Internet.

Auch die Synchronisierung mit einer installierten Outlook-Version sowie mit Facebook oder Xing meistert Memotoo. So praktisch dies ist, alle Inhalte zentral zu organisieren, so zeigt sich doch gerade bei höchst vertraulichen Daten wie Telefonnummern und E-Mails das Problem, diese der Cloud anzuvertrauen.

Was ist die Aussage des Anbieters "Die Vertraulichkeit und Sicherheit Ihrer Informationen sind garantiert" wirklich Wert angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen Monaten mal eben rund 100 Millionen Sony-Konten sowie unzählige andere wichtige Internet-Seiten geknackt wurden? Die Datenschutzerklärung von Memotoo liegt zudem nur in französischer Sprache vor.

Ferner gibt es selbstverständlich keinerlei Garantie für das Backup, schließlich kostet der Dienst ja nichts. Gehen die Daten aus irgendeinem Grund auf dem Server verloren, sind sie weg. Wer mit diesen grundsätzlichen Bedenken leben kann, findet mit diesem Dienst ein durchaus leistungsfähiges Werkzeug.

Insbesondere die Liste der unterstützten Geräte ist ausgesprochen lang, selbst neue Geräte wie das HTC Sensation sind dabei. Neben einer Beschreibung, wie der Transfer funktioniert, zeigt die Internet-Seite zu jedem einzelnen Mobiltelefon, was synchronisiert werden kann: beispielsweise die Kontakte, der Kalender, SMS, Bilder, Videos und andere Dateien, während Lesezeichen außen vor bleiben.

HTC Sensation

© HTC

Die Cloud-Synchronisierung von Memetoo unterstützt viele brandneue Geräte, darunter das Sensation von HTC.

Allround-Programme

Vergleichsweise einfach gestaltet sich die Datensynchronisierung auch, wenn das alte und das neue Handy vom gleichen Hersteller kommen. Denn viele Hersteller bieten für Ihre Geräte eine Synchronisierungs-Software für den Computer. Diese dient in erster Linie dazu, das eigene Handy oder Smartphone zu verwalten und die Inhalte vom Mobilgerät mit dem Rechner abzugleichen.

Sind die Daten am Computer aber erst einmal aktualisiert, lassen sie sich von dort eben auch wieder mit einem anderen Mobiltelefon synchronisieren - vorausgesetzt, dieses wird von der Software erkannt. Nokia bietet zu diesem Zweck die Ovi Suite, bei Samsung heißt die Software zur Datensicherung und -synchronisierung Kies. Blackberry nennt sein Tool Blackberry Desktop-Software und bietet sie in zwei Versionen an, nämlich für den Windows-PC und den Mac.

Ovi Suite Nokia

© Hersteller

Die Ovi Suite von Nokia organisiert nicht nur die Handy-Inhalte, sondern synchronisiert auch Daten von Handy zu Handy.

Daneben existieren die Sony Ericsson PC Suite und HTC Sync für Geräte dieser beiden Hersteller, iTunes muss man eigentlich gar nicht mehr erwähnen. LG macht die Sache insofern komplizierter, als man zunächst das Programm LG Mobile Updater installieren muss, bevor man dann weitere Software oder Firmware-Updates laden kann.

Bei all diesen Programmen läuft die Synchronisierung klassisch über USB-Kabel (oder Bluetooth), weshalb in vielen Fällen noch eine Treiberinstallation für das Mobiltelefon erforderlich ist. Zwar ist diese klassische Synchronisierung weniger komfortabel als über die Cloud, weil man zunächst beide Geräte miteinander verbinden muss.

Aber unter dem Aspekt des Datenschutzes liegen zwischen "irgendwo im Internet" und "auf meinem PC" Welten. Für den Umstieg von altem auf ein neues Handy synchronisiert man also zunächst das alte mit dem PC, anschließend den PC mit dem neuen.

Tipp:

Je länger Sie PC und Handy nicht synchronisiert haben, desto wahrscheinlicher sind doppelte Einträge auf beiden Geräten, die dann beim Datenabgleich kollidieren. Schließen Sie Ihr Handy deshalb mindestens einmal pro Woche an den Rechner an, damit das Chaos nicht zu groß wird. Aktivieren Sie zudem die Warnfunktion, sofern das Programm zum Abgleichen Ihres Mobiltelefons eine solche bietet.

Spezielle Tools ... sonst hilft Outlook

Im Prinzip ist auch die Software My Phone Explorer als Hardware-spezifisches Synchronisierungs-Tool einzuordnen, nämlich für die Handys von Sony Ericsson. Allerdings sticht dieses hervorragende Tool in zweierlei Hinsicht hervor. Zum einen stammt es nicht von einem Telefonhersteller, sondern von einem unabhängigen Entwickler

My Phone Explorer

© My Phone Explorer

Das ausgezeichnete Tool My Phone Explorer unterstützt inzwischen auch Android-Geräte.

Zum zweiten erlaubt My Phone Explorer mittlerweile auch die Synchronisierung mit allen Android-Smartphones. Damit eignet sich das Tool insbesondere für diejenigen, die von einem Sony Ericsson auf ein Gerät mit dem Google- Betriebssystem umsteigen. My Phone Explorer finden Sie auch in unserem Software-Paket, das wir auf der Heft-DVD für Sie zusammengestellt haben.

Für den Umstieg entweder von Symbian oder Windows Mobile auf Android-Geräte eignet sich das SPB Migration Tool. Diese Android-App überträgt neben den Kontakten noch weitere Inhalte. Übersichtlich gestaltet die zugehörige Internet-Seite: Dort kann man sein altes und sein neues Mobiltelefon auswählen und weiß so schon vor dem Kauf der App für umgerechnet etwa sieben Euro, ob man sie sinnvoll einsetzen kann.

Die Daten lassen sich entweder über das Web oder eine MicroSD-Karte übertragen. So weit, so gut. Was aber, so mögen Sie fragen, machen Sie, wenn Ihre Umstiegskombination nicht dabei ist? Wenn Sie beispielsweise von einem Nokia aufs iPhone oder von einem Sony Ericsson auf ein Blackberry umsteigen?

Fast immer lässt sich dazu Outlook als Zwischenspeicher zur Migration verwenden. Denn der Großteil der oben genannten Synchronisierungs-Tools der Handy-Hersteller bietet eine Abgleichoption zum Mail- und Kontaktprogramm von Microsoft - einfach weil es sich als Standard etabliert hat. Das bedeutet zugleich wieder, dass Sie Outlook quasi zum Zwischenspeichern der Kontaktdaten verwenden können.

SPB Migration Toll

© SPB Migration Tool

Die Android-App SBP Migration Tool für den Datentransfer kostet etwa sieben Euro.

Beim Umstieg vom Nokia- zum Apple-Handy bedeutet dies, dass Sie zunächst die Ovi Suite installieren und darüber die Kontakte von Ihrem bisherigen Nokia-Handy mit dem PC synchronisieren. Sind die Daten dann in Outlook gespeichert, nutzen Sie das zweite Tool zum Abgleichen.

Microsoft und Google nur über die Cloud

Bei Google ist es nicht anders zu erwarten, aber bei Microsoft! So war der Aufschrei gewaltig, als Microsoft den Anwendern mit Windows Phone 7 die Möglichkeit nahm, Kalender, Kontakte und so weiter per Kabel oder Bluetooth mit der eigenen Büro-Software am PC abzugleichen - also das, was bei der Vorgängerversionen Windows Mobile eine der Stärken war.

Das Abgleichen der Daten über den Cloud-Dienst Windows Live und die Software Zune ist zwar nicht schwierig und Microsoft fasst die verschiedenen Möglichkeiten für Kontakte und andere Inhalte wie Bilder, Musik und Videos im Internet sogar gut auf Deutsch zusammen.

Trotzdem gibt es viele, viele Threats in diversen Foren, die mit "Wenn man halt über USB synchronisieren könnte ..." oder ähnlich überschrieben sind. Dass der Datenabgleich beim Internet-Konzern Google ausschließlich über die Cloud läuft, ist wenig verwunderlich. Schließlich lässt sich ein Android-Smartphone ohne Google-Konto ohnehin nur äußerst eingeschränkt nutzen.

Weil die Geräte mit Google-OS eine größere Verbreitung gefunden haben, zeigen wir im Mini-Workshop "Outlook-Kontakte auf Android-Handys", wie der Transfer funktioniert.

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