Tipps und Tricks

PC-Lüfter leiser machen

PC-Lüfter sorgen für eine lästige Geräuschkulisse, die beim Arbeiten, Spielen oder Filme schauen nervt. Mit unseren Tricks zähmen Sie ihren Lüfter, der PC wird flüsterleise.

Tipps zum leisen PC

© Weka /Archiv

Ihr Lüfter macht zu viel Lärm? Unsere Tipps schaffen Abhilfe.

Ein lauter PC-Lüfter stört beim täglichen Arbeiten und Spielen. In einem Media-PC ruiniert er schnell das Filmvergnügen im Wohnzimmer. Mit ein wenig Tuning muss das nicht sein, und der PC ist nicht länger eine Nervensäge. Das funktioniert mit einigen Einstellungen im System oder per Software. Mit spezieller Hardware zur besseren Kühlung des Rechners sind die Erfolgschancen aber höher.

Tipp 1: Werte für Lüfter im BIOS einstellen und kontrollieren

In den meisten modernen PCs lassen sich die Werte für die maximale CPU-Temperatur einstellen und der Prozessorlüfter entlasten. Die Voreinstellungen für die CPUTemperaturen sind ab Werk zur Sicherheit auf einen niedrigeren Wert gestellt. Bevor Sie an Settings für Prozessor und Lüfter drehen, suchen Sie nach den optimalen Einstellungen beim Hersteller. Diese werden abhängig vom Typ und der Anzahl der Prozessor-Cores angegeben. Mit Tools wie Pirifrom Speccy ermitteln Sie den Typ des Prozessors und suchen nach dem Vorgaben auf der Herstellerwebseite.

Starten Sie den Rechner neu, und gehen Sie ins BIOS. Abhängig vom BIOS-Hersteller finden Sie unter H/W Monitor oder Hardware Monitor die Einstellungen für CPU Smart Fan Target. Stellen Sie den Wert hier auf die vom Hersteller angegebene Maximaltemperatur. Starten Sie danach Windows - der CPU-Lüfter sollte nun weniger drehen und leiser sein.

Tipp 2: Lüftersteuerung

Eine direkte Steuerung der Lüfter ist während des Betriebs möglich. Eine kostenlose Lösung per Software finden Sie hier:

Die Kontrolle der Lüfter lässt sich in Windows mithilfe der Freeware SpeedFan vornehmen. Das kostenlose Programm testet die Hardware des Computers und zeigt umfangreiche Informationen zu den verfügbaren Komponenten und Lüftern. Es ermittelt die Temperaturen von Prozessor, Grafikkarte und Festplatten. Per Mausklick ist es möglich, die Geschwindigkeit der Lüfter zu steuern. Als Bonus ermittelt Smart Fan Festplattenparameter per SMART-Technologie. Die Software arbeitet unter Windows 9x, 2000, XP, Vista, 7,8, 10 und Server-Versionen und ist für 32 und 64 Bit geeignet.

Alternativ bauen Sie sich eine Steuerung für die Lüfter im PC ein. Diese Geräte lassen sich an der Frontseite des Rechnergehäuses einsetzen. Sie haben meist die Größe eines DVD-Laufwerkschachts. Die Steuerung wird mit den Lüftern verbunden und von da geht es zur Stromversorgung. Über mitgelieferte Sensoren wird die Temperatur von CPU, Grafikkarte oder Festplatte vom Steuermodul gemessen.

Strike-X Fan

© Strike

Mit einer Lüftersteuerung kontrollieren und regeln Sie die internen Lüfter - im Bild: ein Strike-X Fan Controller.

Das integrierte Display zeigt in Echtzeit Informationen zu aktuellen Temperatur der einzelnen Komponenten an. Die eingebauten Regler steuern die Geschwindigkeit des Lüfters. Ist die CPU in einem niedrigen Temperaturbereich, bremst die Steuerung den Lüfter. Bei rechenintensiven Anwendungen wie Video-Encoding ist die Belastung für den Prozessor höher. Der Lüfter muss mehr kühlen und wird zugeschaltet. Moderne Lüftersteuerungen erlauben die Kontrolle von wenigstens vier Komponenten.

Tipp 3: Passivkühlung und Kühlkörper

Als Alternative zu einem Lüfter gibt es Passivkühlungen für Prozessoren. Hier wird ein Kühlkörper aus Metall zur Ableitung der Hitze an Stelle eines Lüfters auf die CPU gesetzt. Damit gibt es keine Störgeräusche. Solche Kühlkörper sind meist groß und nehmen viel Platz ein. Die Hersteller arbeiten aber an der Miniaturisierung der Kühlkörper und bieten immer kleinere ausgefeilte Modelle an.

Scythe Kozuti

© Scythe

Kühlkörper wie der Scythe Kozuti entlasten eine CPU und helfen bei der optimalen Kühlung.

Passive Kühlungen sind für Gaming- und Multimedia-Computer nicht geeignet. Diese leistungsstarken Anwendungen erfordern hohe Prozessorleistung, was hohe CPU-Temperaturen verursacht. Die Passivkühler leiten die extreme Hitze dann nicht richtig ab, und es kommt zu Störungen bis hin zum Totalschaden. Wer einen Lüfter benötigt, muss auf passive Kühlung nicht verzichten. Man greift hier auf eine Kombination aus Lüfter und Kühlblock zurück. Das passive Element entlastet den Lüfter, der nicht so viel arbeiten muss.

Tipp 4: Spezialnetzteile

In günstigen PCs werden billige und laute Netzteile verbaut. Hauptproblem ist der lärmende Lüfter. Diesen kann man gegen ein Flüstermodell tauschen, verliert aber beim Wechsel die Garantie. Ein weiteres Handicap sind zu kleine Schlitze für die Luftabfuhr. Die lassen sich durch ein Gitter ersetzen. Dazu muss man die Lüftungsschlitze mit einem kleinen Winkelschleifer vom Gehäuse trennen.

Corsair HX 750i

© Corsair

Spezialnetzteile wie das Corsair HX 750i haben spezielle Kühlelemente und leise Lüfter.

Als Alternative bietet sich an das eingebaute Netzteil gegen ein Spezialmodell zu tauschen. Solche leisen Netzteile besitzen einen geräuscharmen Lüfter und haben noch zusätzliche Kühlelemente integriert. Sie leiten die entstehende Hitze optimal ab. Wer sich einen PC selbst zusammenbaut, sollte an dieser Stelle gleich von Anfang an etwas mehr Geld investieren. Die Spezialnetzteile haben einen weiteren Vorteil: Sie liefern im Vergleich zu Billigangeboten den notwendigen Strom für die PC-Komponenten stabiler, was für sicheren Betrieb sorgt.

Tipp 5: Wasserkühlung

Als vor fast 15 Jahren die ersten wassergekühlten PCs gezeigt wurden, war der Aufwand noch sehr groß. Mit Pumpen wurde Wasser in einem Kreislauf über ein CPU-Kühlelement geführt und darüber die Wärme abgeleitet. In großen Behältern außerhalb des Rechners kühlte das Wasser ab. Mittlerweile hat sich die Technik weiterentwickelt, und Wasserkühlung ist für jedermann verfügbar.

Neptune 140XL Liquid Cooling Kit

© Cooler Master

Das Neptune 140XL Liquid Cooling Kit von Cooler Master ist eine Wasserkühlung für CPUs.

Aktuelle Modelle mit solchen Kühlungen sind klein und besitzen einen abgeschlossenen Wasserkreislauf mit Radiator. Der Kühlkörper wird auf den Prozessor gesetzt, und das Wasser zirkuliert im Minikreislauf über die Schläuche. Ein oder mehrere Lüfter sorgen für die Kühlung des Wassers und führen die Wärme nach draußen ab. Die Hersteller versprechen dem Kunden wartungsfreien Betrieb.

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Tipp 6: Notebook durch eine Kühleinheit auf Temperatur bringen

Wird das Laptop heiß, obwohl die kleinen internen Lüfter auf Hochtouren arbeiten, helfen Notebook-Kühleinheiten, auf die man den Computer stellt. Diese integrierten Lüfter versorgen das Notebook von unten mit frischer Luft und Kühlung.

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