So verwandeln Sie Ihren Alt-PC in einen Vista-Rechner

PC aufrüsten, statt neu kaufen

Ihr Rechner hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel? Dann müssen Sie ihn nicht zwangsläufig entsorgen, selbst wenn Sie das neue Windows ausprobieren möchten. Für wenig Geld lassen sich nämlich auch betagte Rechner Vista-tauglich machen.

PC aufrüsten, statt neu kaufen

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Ihr Rechner hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel? Dann müssen Sie ihn nicht zwangsläufig entsorgen, selbst wenn Sie das neue Windows ausprobieren möchten. Für wenig Geld lassen sich nämlich auch betagte Rechner Vistatauglich machen.

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Vista sieht schick aus und bietet eine ganze Reihe mehr oder weniger sinnvoller Neuerungen. Vor allem aber ist Vista wesentlich leistungshungriger als der Vorgänger, Windows XP. Die Systemanforderungen, die Microsoft für Vista vorschreibt, sehen zwar ganz erträglich aus, doch in der Praxis sind 512 MByte Hauptspeicher und ein 800-MHz-Prozessor mit Sicherheit unterdimensioniert. Und ältere Rechner, die unter XP noch ganz passabel laufen, haben noch nicht einmal das zu bieten. Will man auf Vista auf Dauer aber nicht verzichten, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Den alten Rechner Vista-tauglich zu machen oder sich einen komplett neuen Rechner anzuschaffen.

Wie unser PC-Test in der letzten Ausgabe der PCgo bewiesen hat sind Rechner der 400-Euro-Klasse durchaus in der Lage, eine leistungsfähige Plattform für Vista zu bieten. Doch 400 Euro sind auch eine Menge Geld, und so manch alter Rechner kann für wesentlich weniger Geld derart auf Trab gebracht werden, um das Betriebssystem der Zukunft sinnvoll zu nutzen.

Lohnt die Aufrüstung?

Diese Kernfrage ist nicht in jedem Fall leicht zu beantworten. Sicher ist jedoch, dass sich jedes System, das nicht mehr als 3 Jahre alt ist und zum Kaufzeitpunkt mit zumindest einigermaßen aktueller Hardware ausgestattet war, für wenig Geld zum schnellen Vista-Boliden aufrüsten lässt. Was die Ausstattung angeht, so sollte man dabei nicht von der von Microsoft vorgeschlagenen "Mindestvoraussetzung" ausgehen, sondern von der empfohlenen Ausstattung. Die sieht für Vista Home wie folgt aus:

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In einen PCI-Express-Steckplatz (oben) lassen sich die aktuellsten Grafikkarten einsetzen.

  • CPU mit 1 GHz
  • 512 MByte RAM
  • 20 GByte Festplatte
  • DirectX9 Grafikkarte mit 128 MByte

In der Praxis erweist sich ein System mit dieser Ausstattung als akzeptabel, ein schnellerer Prozessor, mehr RAM und eine größere Festplatte sind jedoch sehr empfehlenswert.

Damit die Arbeit wirklich Spaß macht, sollte der Prozessor mit mindestens 1,5 GHz laufen, ein GByte Hauptspeicher ist fast schon Pflicht und die Platte ist mit nur 20 GByte Kapazität in kürzester Zeit randvoll – besser wären also 60 GByte oder mehr. Besitzt Ihr Rechner diese Ausstattung, können Sie Vista ganz beruhigt installieren: Das Betriebssystem wird ausreichend schnell laufen. Ist auch nur eine dieser Kernkomponenten langsamer beziehungsweise kleiner, kommen Sie an einer Aufrüstung nicht vorbei.

Tatsächlich lohnt es aber nicht in jedem Fall, seinen alten PC mit neuer Hardware Vista-tauglich zu machen. Der Grund: Für viele alte Systeme sind schnellere Prozessoren gar nicht oder gar nicht mehr erhältlich und/oder der Hauptspeicher ist unangemessen teuer. Zudem sind ältere Systeme deswegen langsam, weil auf dem Mainboard ein betagter Chipsatz werkelt, die Steckplätze veraltet sind und der Systemtakt niedrig ist. Hier hilft dann nur noch ein neues Mainboard und das bedeutet, neben umfangreichen, komplizierten Umbauarbeiten auch, dass quasi alle anderen Komponenten vom Netzteil über den Prozessor bis hin zum Arbeitsspeicher neu angeschafft werden müssten. Das lohnt nicht mehr!

Intel oder AMD?

Möchten Sie herausfinden, welche Hardware in Ihrem Rechner steckt, helfen Ihnen Tools wie Everest oder Belarc Advisor weiter.

Download Everest (klicken)

Download Belarc Advisor (klicken)

Beide Tools listen die exakte Bezeichnung Ihres Mainboards auf. Diese benötigen Sie, um festzustellen, welche Prozessoren und welcher Hauptspeicher mit Ihrem Board zusammenarbeiten. Nach der Installation von Everest finden Sie unter "Motherboard/Motherboard/ Motherboard Name" die exakte Bezeichnung des Mainboards, das in Ihrem Rechner steckt. Zusätzlich ist dort die Anzahl der PCI-, PCI-Expressund AGP-Steckplätze verzeichnet.

Diese Information benötigen Sie unter Umständen, wenn Sie eine schnellere Grafikkarte nachrüsten möchten. Notieren Sie sich diese Informationen ebenso, wie die zum Prozessor (zu finden unter "CPU/CPU Typ"). Nun müssen Sie noch feststellen, welcher Prozessorsockel auf Ihrem Board verbaut wurde. Diese Information finden Sie im Handbuch Ihres Mainboards. Alternativ ist bei Everest unter "Motherboard/ Motherboard" ein Link zu finden, der Sie meist direkt auf die Webseite des Board- Herstellers führt.

Suchen Sie dort nach Ihrem spezifischen Board und laden das Handbuch herunter. Sehen Sie weiterhin nach, welche Prozessorgeschwindigkeiten Ihr Mainboard beziehungsweise das neueste BIOS Ihres Boards unterstützt. Mit diesen Angaben bewaffnet, sind Sie in der Lage, einen neuen Prozessor für Ihren Rechner einzukaufen. In der Tabelle links sehen Sie die diversen Prozessorsockel für Intel- und AMDBoards und empfehlenswerte Aufrüst-CPUs mit gutem Preis/Leistungs-Verhältnis. Für die ältesten Prozessorsockel sind im Handel keine Prozessoren mehr verfügbar. Hier bleiben im Grunde nur noch die bekannten Online-Auktionshäuser als Quelle übrig. Ältere Athlon-Prozessoren wechseln in der Regel für weit weniger als 50 Euro den Besitzer.

Ist der neue Prozessor deutlich schneller als der in Ihrem Rechner, lohnt diese Investition mit einiger Sicherheit. Mit "deutlich schneller" sind Geschwindigkeitssteigerungen von mindestens 50%, besser aber mehr, gemeint. Läuft Ihre CPU mit 800 MHz sollte es schon ein 1,5-GHz-Prozessor sein, von einer 1-GHz-CPU sollten Sie auf 2 GHz aufrüsten, sofern möglich.

Schnellere Grafik, mehr Speicher

Neben dem Prozessor versprechen die Aufrüstung der Grafikkarte und des Speichers die größten Leistungssteigerungen. Bei der Grafikkarte ist ein Upgrade leichter als bei den CPUs, denn es gibt im Grunde nur zwei Einschübe: AGP und PCIe. Letzterer ist der aktuelle, schnellere Sockel, aber auch für AGP werden nach wie vor Karten hergestellt. Welcher Grafikkartensockel auf Ihrem Board sitzt sagt Ihnen wie oben beschrieben Everest unter Motherboard/Motherboard/Erweiterungssteckplätze". Beim Kauf einer neuen Grafikkarte achten Sie also auf den Steckplatz sowie die Versionsnummer des Grafikkartenchips.

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Empfehlenswerte Prozessoren

Je höher die Versionsnummer des Chips, desto höher ist die Karte im jeweiligen Herstellerangebot einzuordnen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass manche PCIe-Grafikkarten einen zusätzlichen Stromanschluss benötigen, den Ihr Netzteil haben muss. Allerdings liegt den Karten in aller Regel ein Adapter bei. Beim Speicher ist der Fall komplizierter, denn es gibt zahlreiche Speichersorten, Größen und Geschwindigkeiten. Das Mainboard- Handbuch gibt darüber Auskunft, welche Module kompatibel sind. Wie oben beschrieben sollten Sie Ihren Arbeitsspeicher aber in jedem Fall auf mindestens ein GByte, besser aber zwei, aufrüsten.

Den Prozessor aufrüsten

In den meisten Fällen bieten Mainboards die Möglichkeit, Prozessoren mit besserer Leistung nachzurüsten. Erfahrungsgemäß lohnt es sich, aufzurüsten, wenn sich die Leistung des Prozessors um mindestens 50 Prozent steigern lässt.

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Klären Sie vorab, ob der gewünschte Prozessor auf Ihr Mainboard passt. Schauen Sie dazu auf den Internetseiten des Mainboard- Herstellers nach. Denn dort finden Sie die neuesten Angaben zu Ihrem Mainboard. Das Handbuch zum Mainboard bietet Ihnen Unterstützung, damit Sie sich mit der Komponentenanordnung auf dem Mainboard zurechtfinden.

Steht Ihnen das Handbuch mit der genauen Mainboard-Bezeichnung nicht mehr zur Verfügung, setzen Sie das Programm Everest ein oder sehen Sie auf den Webseiten des Herstellers nach. Welcher Prozessorsockel sich auf Ihrem Mainboard befindet, steht im Mainboard-Handbuch oder Sie finden diese Angabe auf den Internetseiten der Mainboard-Hersteller.

Damit alle Komponenten Ihres PCs die volle Prozessorleistung nutzen können, müssen Sie Prozessor- und Bus-Takt exakt aufeinander abstimmen. Mit Bus werden beim PC die elektronischen Verbindungswege zwischen den einzelnen Komponenten bezeichnet.

Der Bus-Takt lässt sich mit Hilfe eines Multiplikators an den Prozessortakt angleichen. Bei neuen Boards erfolgt der Abgleich automatisch, auf älteren Mainboards müssen Sie den Multiplikator mit Jumpern oder im BIOS manuell einstellen.

Nehmen wir an, Sie haben eine CPU, die mit 550 MHz arbeitet, und Ihr interner Bus-Takt ist mit 100 MHz angegeben. Um die 550 MHz Ihres Prozessors mit dem Bus-Takt abzugleichen, stellen Sie den Multiplikator auf 5,5 ein. Ist Ihr BUS-Takt nicht für die Prozessorleistung ausgelegt, müssen Sie einen Multiplikator wählen, mit dem der BUS-Takt so nah wie möglich an den Prozessortakt heranreicht.

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Dank zweier Aussparungen an den Ecken kann der Prozessor nicht falsch auf den Sockel gesetzt werden.

Fahren Sie Ihren PC herunter und ziehen Sie das Netzkabel heraus. Um eine statische Überbelastung von PC-Komponenten zu vermeiden, berühren Sie kurz eine größere metallische Fläche wie beispielsweise einen Heizkörper. Legen Sie zur Sicherheit das Mainboard-Handbuch bereit, falls Sie nicht genau wissen, wo der Prozessorsockel auf dem Mainboard angebracht ist. Öffnen Sie nun das PC-Gehäuse. Ziehen Sie das Kabel für den Lüfter vom Motherboard und merken Sie sich diesen Anschluss.

Lösen Sie die Metallklammer, die den Lüfter auf dem Prozessor hält. An der Seite des Prozessorsockels befindet sich ein Hebel, der den Prozessor sichert. Diesen klappen Sie vorsichtig nach oben und entnehmen den Prozessor.

Jetzt setzen Sie den Prozessor vorsichtig auf den Sockel. Die Kontaktstifte an der Prozessorplatine passen exakt mit den Stiftbuchsen im Prozessorsockel überein. Bei AMD-Prozessoren fehlen zur Positionierungshilfe an zwei Ecken die Stifte sowie die Stiftbuchsen im Sockel. Bei Pentium-4-Prozessoren müssen Sie die Pfeile auf der Platine und am Sockel beachten.

Nachdem der Prozessor exakt im Sockel sitzt, klappen Sie den Arretierungshebel am Sockel wieder nach unten, bis er hörbar einrastet. Wenden Sie dabei niemals Gewalt an. Sie könnten die Kontaktstifte des Prozessors oder den Arretierungsmechanismus beschädigen.

Damit Prozessor und Kühleinheit optimal verbunden sind, muss sich zwischen Lüfter und CPU Wärmeleitpaste befinden. Diese ist entweder bereits auf dem Lüfter angebracht oder sollte manuell auf den Prozessorkern gestrichen werden. Dazu bringen Sie einen Tropfen der Paste auf den oberen Teil des Prozessors auf und verstreichen danach die Paste mit dem Finger dünn und gleichmäßig auf der Oberseite des Prozessor-Chips.

Legen Sie nun den Kühlkörper so auf den Prozessor, dass die Ösen der Halteklammer zu den Halterungen am Prozessorsockel zeigen. Ziehen Sie eine Öse der Klammer über die Plastikhalterung am Sockel. Danach drücke Sie die gegenüberliegende Öse über die zweite Halterung. Meist liegt über der Öse eine Aussparung, über die Sie mit einem Schraubenzieher den erforderlichen Einrastdruck ausüben können. Einige Halteklammern besitzen kleine Hebel für eine Handmontage.

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Die Wärmeleitpaste stellt sicher, dass der Kühlkörper seine optimale Wirkung entfalten kann.

Im nächsten Schritt stellen Sie die Stromversorgung des Lüfters wieder her. Dazu stecken Sie das Kabel des Lüfters wieder am entsprechenden Steckplatz auf dem Mainboard an. Schließen Sie das PC-Gehäuse und starten Sie Ihren Rechner.

Es kann durchaus vorkommen, dass Ihre derzeitige BIOS-Variante den neuen Prozessor nicht kennt und deshalb falsche Angaben zur Leistung oder eine falsche Bezeichnung anzeigt. Abhilfe schafft ein neues BIOS, das die Mainboard-Hersteller auf Ihren Support- oder Download-Seiten im Internet zur Verfügung stellen. Diese Updates sind in den meisten Fällen auf die neuen Prozessorgenerationen abgestimmt. Wie bei einem BIOS-Update zu verfahren ist, erfahren Sie in nahezu allen Fällen über eine Textdatei, die Sie automatisch mit dem BIOS-Download auf Ihren Rechner laden.

Mehr Arbeitsspeicher einbauen

Der Arbeitsspeicher (RAM) hält Daten, die von CD oder Festplatte geladen werden, abrufbereit, damit der Prozessor schnell darauf zugreifen kann. Braucht Ihr PC unter Vista sehr lange, um ein Programm zu laden oder wird er deutlich langsamer, wenn Sie mehrere Programme gleichzeitig ausführen, ist oft zu wenig Arbeitsspeicher vorhanden. Hier hilft dann nur, mehr RAM nachzurüsten.

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Auf diesem Board befinden sich vier Steckplätze für SDRAM-Module.

Wie viel Arbeitsspeicher Sie im Rechner haben, sagt Ihnen wie zuvor beschrieben die Software Everest. Für XP mögen 512 MByte noch ausreichen, für Vista sollte es aber das Doppelte oder mehr sein. Wer unter Vista spielen möchte, der sollte neben einer schnellen Grafikkarte auch mindestens zwei GByte RAM im PC haben.

Es gibt mehrere Arten von RAM-Chips, die gängigsten sind DDR-, DDR2- und SDRAM. SDRAM steht für Synchronous Dynamic Random Access Memory und bezeichnet die ältere RAM-Chip-Generation, die nur noch auf älteren Rechnern zu finden ist. Chips sind aber noch im Handel oder auf Online-Auktionsseiten erhältlich. SDRAM erkennen Sie an den zwei Kerben an der Kontaktseite. Die eine befindet sich in der Mitte der Kontaktleiste, die andere auf Viertellänge. Sie können die Größe und Kombination der SDRAM-Module frei wählen. Falls Sie einen 256-MByte-Chip auf dem Board haben, machte es dem Rechner nichts aus, wenn Sie 512 MByte dazustecken. Auch, auf welcher Speicherbank Sie den Riegel platzieren, spielt keine Rolle.

Um zu wissen, welche Geschwindigkeit der neue RAM-Riegel haben muss, werfen Sie am besten einen Blick in das Mainboard- Handbuch. Dort ist der Front Side Bus angegeben. Beträgt der beispielsweise 166 MHz, muss der neue Speicher diese Geschwindigkeit unterstützen.

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DDR2-RAM besitzt eine Einkerbung und insgesamt 240 sehr schmale Kontaktpins.

Der schnellere Double Data Rate Random Access Memory (DDR-RAM) findet sich in moderneren Rechnern. Er ist leicht an einer einzelnen Kerbe in der Mitte des Chips zu erkennen. DDR-RAM gibt es in den Geschwindigkeitsstandards PC-2100 (266 MHz), PC-2700 (333 MHz) und PC- 3200 (400 MHz).

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Front Side Bus, der FSB, genau den halben Wert hat wie die Chips. Haben sie beispielsweise einen Athlon 2800+, der mit 166 MHz FSB taktet, bietet sich PC-333-DDR-RAM an, da die doppelt so schnell sind. Achten Sie auch auf die CLs, die CAS Latency. Dieser Wert legt die Verzögerung des Datentransfers innerhalb des Chips fest – je niedriger der angegebene Wert, desto schneller arbeitet der Speicher.

Aktuelle Rechner laufen in aller Regel mit dem neuen DDR2-RAM. Der DDR2-Speicherriegel sieht dem DDR-RAM ähnlich, hat aber mehr Kontakte auf der Unterseite und die Kerbe ist einen halben Zentimeter nach rechts gerutscht. Die Speicherchips auf dem Riegel sind kleiner, es passen mehr Chips drauf, die MByte-Zahl ist höher. Der Speichertakt der DDR2-Module liegt höher als bei normalem DDR-Speicher, es gibt sie in Versionen von DDR2-533 bis hin zu DDR2- 1066. Der CL-Wert liegt bei 3, 4 oder 5.

Um herauszufinden, welche Art RAM Sie haben, nutzen Sie ebenfalls das Tool Everest, das wir vorher schon beschrieben haben. Starten Sie das Programm, und klicken Sie in der linken Leiste auf das "+" neben "Motherboard". Wählen Sie nun "SPD" aus. Rechts oben sehen Sie, wie viele Chips im Rechner eingebaut sind. Markieren Sie einen, sehen Sie darunter die Werte des Riegels. Unter dem Punkt "Speicherart" sehen Sie, welche Art Sie in Ihrem Computer eingebaut haben. Sollte dort "DDR SDRAM" stehen, haben Sie DDR-RAM im PC. Sie müssen also diese Art von Speicherriegel kaufen und einbauen.

Unter "Modulgröße" wird die Größe in MByte angezeigt, also normalerweise 256 oder 512 MByte. Werden zwei Speicherriegel angezeigt, kann es sein, dass die Speicherbänke voll sind – in dem Fall können Sie den Arbeitsspeicher nicht erweitern, ohne einen der Riegel zu entfernen. Mainboards haben in der Regel zwei bis vier Speicherbänke, exakte Informationen dazu entnehmen Sie dem Handbuch Ihres Mainboards.

Bevor Sie das Gehäuse öffnen, um den neuen Speicher einzubauen, entfernen Sie alle Kabel vom PC. Entfernen Sie die Verschlussschrauben des Gehäuses und ziehen Sie das Gehäuseblech vorsichtig vom PCRumpf ab. Nehmen Sie die Anleitung des Mainboards und schauen Sie, wo sich die Speicherbänke für die RAM-Chips befinden.

Um sich elektrostatisch zu entladen, berühren Sie einen geerdeten Gegenstand wie beispielsweise die Heizung. Achten Sie auf die Einkerbungen an den unteren Ecken der RAM-Chips – sie sollen verhindert, dass Sie den Riegel falsch einsetzen. Nehmen Sie den Chip dann vorsichtig an den beiden oberen Ecken in die Hand und schieben Sie ihn in eine der Aussparungen. Falls er an einer Stelle blockiert, ist er möglicherweise falsch herum eingelegt.

Drücken Sie den Chip sachte nach unten, bis die beiden Halterungen an den Enden des Slots hörbar einrasten. Manchmal müssen Sie die Halterungen selbst in die Kerben drücken Dazu pressen Sie den Chip in die Halterung, bis die Kerben auf Höhe der Halterungen sind, und klappen Sie sie ein. Schließen Sie das Gehäuse, und starten Sie den PC neu.

Eine neue Grafikkarte nachrüsten

Die Grafikkarte als Schnittstelle zwischen Rechner und Bildschirm zeigt das Bild nach Möglichkeit flüssig und ohne Ruckler an. Leider ist Vista sehr anspruchsvoll, was die Leistung der Grafikkarte betrifft, und so laufen viele Spiele nicht flüssig und die schicke Aero-Glass-Oberfläche funktioniert nicht. Bevor Sie sich eine neue Grafikkarte zulegen, müssen Sie nachsehen, welche Grafikschnittstelle Ihr Mainboard besitzt. Ist Ihr PC älter als zwei Jahre, dürfte noch ein alter, etwas langsamerer AGP-Steckplatz vorhanden sein. Neuere Boards setzen dagegen auf die schnellere PCIExpress-Schnittstelle.

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Schauen Sie im Handbuch des Mainboards oder wie oben beschrieben bei Everest nach, welche Grafikkartenschnittstelle auf Ihrem Board vorhanden ist. Alternativ können Sie in den Eigenschaften ihrer Grafikkarte nachsehen, welchen Steckplatz Ihr Board besitzt. Mit der rechten Maustaste klicken Sie dazu auf den Desktop und dann mit der linken auf "Eigenschaften/Einstellungen". Über "Erweitert" gelangen Sie auf die Eigenschaften der Grafikkarte. Unter "Grafikkarte" sehen Sie im Feld "Chiptyp", welcher Sockel sich auf dem Board befindet.

Einige Mainboards kommen ganz ohne AGP- oder PCIExpress-Slot aus, weil sie eine vergleichsweise leistungsschwache Onboard- Grafik besitzen. Eine AGP- oder PCIe- Grafikkarte lässt sich auf solchen Boards nicht einsetzen. Benötigen Sie dennoch eine bessere Grafikleistung, kommen Sie um den Kauf eines neuen Boards nicht herum. Für den Einbau einer neuen Grafikkarte benötigen Sie nur wenig Werkzeug, denn in den allermeisten Fällen reicht ein Kreuzschlitzschraubendreher aus.

Trennen Sie Ihren PC vom Stromnetz und entfernen Sie das Monitorkabel. Zum Schutz vor Schäden durch statische Aufladung sollten Sie sich und ihr Werkzeug mit Hilfe eines geerdeten Gegenstandes wie etwa einer Heizung entladen, bevor Sie Ihr PC-Gehäuse öffnen. Dazu reicht es aus, den Heizkörper kurz mit der Hand zu berühren. Alternativ verwenden Sie ein Erdungsband, wie es der Fachhandel anbietet. Öffnen Sie das Gehäuse.

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PCIExpress-Grafikkarten besitzen eine längere und eine kurze Kontaktleiste sowie eine Halterung.

Die alte Grafikkarte ist fast immer mit einer Schraube an der Hinterseite des Gehäuses verschraubt. Lösen Sie diese Schraube. Sollte am Mainboard am Ende des Einschubs, in dem sich die Karte befindet, ein kleiner Hebel angebracht sein, der die Karte fixiert, drücken Sie diesen herunter. Nun lässt sich die Karte ganz einfach mit zwei Fingern aus dem Steckplatz ziehen. Die neue Karte befindet sich in einer Antistatikhülle, um Schäden durch Stromentladungen zu vermeiden.

Vergewissern Sie sich von der Sauberkeit des Kartenslots. Verschmutzungen oder Staubkörner beseitigen Sie am besten mit einem kleinen Pinsel oder indem Sie kurz über den Steckplatz pusten. Erden Sie sich wie zuvor beschrieben, nehmen Sie die Karte vorsichtig aus der Hülle und stecken Sie sie vorsichtig in den Steckplatz. Wenden Sie dabei keine Gewalt an, denn die Karte muss auch bei sanftem Druck in den Steckplatz rutschen. Passt die Karte nicht in den Slot, ist der Steckplatz der falsche!

Die Karte sitzt dann korrekt im Slot, wenn die kleine Halterung am Ende des Steckplatzes einrastet. Dadurch wird die Karte stabil im Slot gehalten und kann auch dann nicht herausrutschen, wenn man den PC transportieren muss. Nehmen Sie die Schraube zur Hand und befestigen Sie die neue Karte damit am Gehäuse.

Die meisten neuen Grafikkarten besitzen eine eigene Stromversorgung mit einem kleinen 6-fach-Anschluss. Der Stecker sollte der Grafikkarte beiliegen. Verbinden Sie das eine Ende des Steckers mit einem passenden Anschluss Ihres Netzteiles und das andere mit der Grafikkarte. Bringen Sie das zuvor abgenommene Seitenteil Ihres Gehäuses wieder an und drehen Sie die Schrauben ein. Verbinden Sie alle zuvor entfernten Kabel erneut mit dem Rechner. Nachdem die neue Grafikkarte installiert ist, benötigen Sie die neuesten Grafikkartentreiber, damit die Karte optimal läuft.

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Auf diesem Bild sieht man die Kontakte einer AGP-Grafikkarte. Rechts erkennt man die Halterung, mit der die Karte am Mainboard eingehakt wird.

Sobald Sie Ihren PC nach dem Einbau der neuen Grafikkarte starten, wird eine neue Grafikkarte von Windows erkannt. Installieren Sie die aktuellen Treiber von der mitgelieferten CD oder laden Sie sie aus dem Internet herunter.

Die aktuellsten Treiber für Grafikkarten, die auf nVidia-Chips basieren, bekommen Sie dagegen von der Seite www.nvidia.de. Nachdem Sie die Datei vollständig heruntergeladen haben, starten Sie die Installation durch einen Doppelklick auf die exe-Datei.

Steckt in Ihrem Rechner eine ATI-Radeon- Grafikkarte, finden Sie die Treiber unter www.ati.de. Im Menü "OpenGL" befindet sich ein Regler, den Sie zwischen den Punkten "Leistung" und "Qualität" verschieben können. Läuft die Grafik nicht flüssig, verschieben Sie die Regler Richtung "Leistung" und probieren Sie, ob sich eine Verbesserung einstellt. Ist keine Verbesserung erkennbar, klicken Sie auf den Button "Standardeinstellungen", um den Ausgangszustand wiederherzustellen.

Auch bei "DirectX" lassen sich die Einstellungen verändern. Gehen Sie wie zuvor beschrieben vor. Beim Reiter "Problembehandlung" sollte der Schieberegler ganz rechts auf "Maximal" stehen. Wenn keine Darstellungsprobleme auftauchen, belassen Sie die Einstellungen.

Neue Festplatte einbauen

Vista ist nicht nur leistungshungrig, sondern benötigt auch sehr viel Speicherplatz. Eine kleine Platte mit 40 oder gar nur 20 GByte Kapazität ist mit einiger Sicherheit in Windeseile voll. Zudem bremsen alte, langsame Festplatten den Rechner aus, weil sie zu langsam drehen und lange Zugriffszeiten haben. Wir empfehlen für Vista-PCs deshalb Festplatten mit 160 GByte Kapazität. Die Platten sind günstig zu haben, schnell und zukunftssicher. Welche Marke sie kaufen, bleibt Ihnen überlassen. Kaufen Sie ruhig nach Preis, die Qualitätsunterschiede sind durchaus zu vernachlässigen.

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So sehen die Stecker aus: Links herkömmliche IDE-Kabel, rechts die neuen SATA-Leitungen.

Wir empfehlen, die neue Platte zum primären Datenträger zu machen und die vorhandene, alte Platte höchstens noch zur Speicherung von Daten einzusetzen. Ältere Rechner besitzen ausnahmslos IDE-Platten, die man auch ATA-Platten nennt, in neueren sind SATA-Platten verbaut. Welche Anschlüsse auf Ihrem Mainboard vorhanden sind, entnehmen Sie wiederum dem Mainboard- Handbuch. Gibt es beide Anschlüsse, greifen Sie besser auf die unkomplizierteren, schnelleren und preiswerteren SATA-Platten zurück. Da sich auf älteren Boards aber hauptsächlich IDE-Anschlüsse befinden, beschreiben wir in diesem Workshop nur den Einbau von IDE-Platten.

Um die neue IDE-Festplatte einzubauen fahren Sie Ihren PC herunter und trennen Sie ihn vom Netz. Um eine statische Überbelastung der sensiblen Bauteile zu vermeiden, entladen Sie Ihren Körper durch Berühren einer großen Metallfläche. Entfernen Sie die Seitenwand des Gehäuses und wählen Sie einen freien Einbauschacht für die neue Festplatte. Halten Sie einen Kreuzschlitzschraubenzieher und die passenden Schrauben bereit. Bevor Sie die Festplatte im PC befestigen, schließen Sie das IDE-Datenkabel und den internen Netzstecker an. Sie haben damit mehr Bewegungsfreiheit für das Arbeiten mit den Kabeln und der Festplatte. Das Datenkabel zeigt mit dem rot gekennzeichneten Datenstrang zum Netzanschluss des Laufwerks. Der Stecker des Netzkabels ist so gestaltet, dass man beim Einstecken des Kabels in die Platte die Seiten nicht vertauschen kann.

An einem IDE-Port des Mainboards können Sie zwei Laufwerke, ein Master und ein Slave, anschließen. Das gilt auch für optische Laufwerke. Da Sie im Normalfall zwei IDE-Ports auf dem Mainboard zur Verfügung haben, lassen sich vier Laufwerke anschließen, zwei Master- und zwei Slave-Geräte. Schließen Sie die neue Festplatte an das erste IDE-Kabel an und setzen Sie die Jumper so, dass die neue Platte als Master arbeitet. Falls die alte Platte weiter verwendet werden soll, schließen Sie diese am zweiten Stecker desselben Kabels an und jumpern sie als Slave. An das zweite IDE-Kabel stöpseln Sie Ihre optischen Laufwerke.

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Master oder Slave: Der Aufkleber auf der Festplatte zeigt, wie die Jumper gesetzt werden müssen.

Welche beiden Kontakte für ein Masteroder Slave-Laufwerk zu überbrücken sind, ist auf jeder Festplatte aufgedruckt. Befestigen Sie im Anschluss die neue Festplatte im Einbauschacht und schließen Sie das PCGehäuse. Nun muss Ihr System die neue Festplatte erkennen und Vista installiert werden. Starten Sie Ihren PC und rufen Sie das BIOS-Menü auf. Die Tastenkombination zum BIOS-Aufruf finden Sie in der ersten Bootmaske am unteren Bildschirmrand. Dort lesen Sie beispielsweise "Press DEL to enter SETUP. "DEL" steht in diesem Beispiel für die "Entf"-Taste. Andere Tasten oder Kombinationen sind möglich, lesen Sie dazu das Handbuch zum Mainboard.

Es öffnet sich das BIOS-Setup-Menü. Stellen Sie, falls noch nicht werksseitig voreingestellt, die Erkennung der noch nicht belegten Master- oder Slave-Laufwerke auf "Auto" für automatische Erkennung. Nun müssen Sie die Bootreihenfolge so ändern, dass Ihr Rechner nicht wie üblich von der Festplatte, sondern von CD bootet.

Den Befehl dazu finden Sie auf älteren Boards oft im Bereich "BIOS FEATURES SETUP". Dort geben Sie als Boot-Sequence "CDROM, C" ein. Bei anderen BIOS-Versionen kann sich dieser Befehl unterscheiden. So kann dort zum Beispiel "First Boot Device" stehen, wo Sie dann CDROM oder ähnlich auswählen müssen.

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Die SATA-Platte (oben) besitzt im Gegensatz zur IDE-Platte (unten) meist keine Jumper.

Speichern Sie die neuen Einstellungen, legen Sie Ihre Vista-DVD ein und starten den Rechner neu. Der PC bootet nun von der DVD und die Vista-Installation beginnt. Die neue Festplatte wird dabei automatisch für die Installation ausgewählt.

Nach der Installation steht die alte Platte im Windows-Explorer zur Auswahl bereit, um dort beispielsweise Daten zu speichern oder auf vorhandene Daten zuzugreifen.

Nach der Installation sollten Sie im BIOS die Bootreihenfolge wieder so ändern, dass der PC vom Festplattenlaufwerk C bootet. So verhindern Sie, dass die Vista-Installation von der DVD im Laufwerk erneut gestartet wird. Wie Sie die Bootreihenfolge ändern, entnehmen Sie dem Mainboard- Handbuch.

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