Blu-rays böse Stiefkinder

PC statt HD-Mediaplayer, HD-Audio

PC anstatt HD-Mediaplayer?

Klein, schlank und optisch so gar nicht

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Klein, schlank und optisch so gar nicht "PC": Acers Aspire Revo 3600 verwendet Intels schwachen, aber stromsparenden Atom-Prozessor zusammen mit Nvidias GeForce-9400M-Chip.
Das Open-Source-Mediacenter XBMC sieht hervorragend aus, lässt sich sehr gut bedienen, unterstützt praktisch alle Audio- und Videoformate und lässt sich über Plug-ins z.B. zur Wiedergabe von YouTube- und Mediathek-Videos erweitern.

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Das Open-Source-Mediacenter XBMC sieht hervorragend aus, lässt sich sehr gut bedienen, unterstützt praktisch alle Audio- und Videoformate und lässt sich über Plug-ins z.B. zur Wiedergabe von YouTube- und Mediathek-Videos erweitern.

Nachdem viele Kandidaten in Sachen Oberflächengeschwindigkeit und Audioausgabe etwas enttäuschten, haben wir uns noch einen Acer Revo dazugeholt. Mit 20 Watt im Normalbetrieb und rund 25 Watt bei Auslastung verbraucht er mehr als die Streaming-Clients, aber weitaus weniger als ein "richtiger" PC.

Für den Test haben wir uns für das Mediacenter XBMC entschieden. Es unterstützt mit ffmpeg als Basis nicht nur praktisch alle Formate, sondern mit seiner Plug-in- und Script-Schnittstelle unzählige Webanbindungfunktionen - Apple Trailer, YouTube und Flickr inklusive. Als Plattform haben wir Linux, genauer gesagt Ubuntu 9.04, gewählt, da hier die Videobeschleunigung besser funktioniert als bei der Windows-Version. Details sowie Installationshinweise finden Sie unter http://garv.in/serendipity/archives/1355-Acer-Aspire-Revo-mit-Ubuntu,-XBMC,-Boxee-als-Media-PC.html , eine Live-CD unter www.xbmc.org. Dennoch bleibt es nach verhältnismäßig einfacher Grundinstallation nicht aus, sich für die Einbindung der eigenen Fernbedienung und auch richtige Konfiguration z.B. der Ausgabeauflösung tiefer in die Materie einzuarbeiten.

Das Ergebnis weiß zu überzeugen: Die Bedienung ist leicht, selbst die Einbindung extern angeschlossener Medien und Netzwerkfreigaben gelingt komplett über die Fernbedienung und ohne Linux-Kenntnisse. Mehrere Tonspuren, Untertitel, Kapitel, DVD-Wiedergabe, Playlists, MP3- Tags-Datenbank, Cover-Anzeige, Seamless MP3 - alles kein Problem. Dennoch gibt es einige Haken: Die Dolby-Digital-True- HD-Testfiles wurden nicht korrekt abgespielt, und von den HD-Audioformaten wird nur der Core an den Verstärker weitergegeben. Letzteres ließe sich damit erklären, dass der Revo anscheinend nur über eine HDMI-1.2-Schnittstelle verfügt und der HD-Ton nicht als PCM dekodiert mehrkanalig ausgegeben wird. Zudem zeigten sich bei unserer Schnellkonfiguration vor allem noch Probleme mit der Bildwiederholrate.

Wer sich intensiver mit XBMC beschäftigt, mag die Probleme in den Griff bekommen, diverse Grafiktreiber sowie der DD-TrueHD-Bug dürften mit der nächsten finalen Version behoben sein.

Drama mit HD-Audio

Mit der Blu-ray-Disc wurden neue Tonformate eingeführt: Dolby Digital wurde um Dolby Digital Plus und das verlustlos komprimierende Dolby Digital TrueHD erweitert, DTS um DTS-HD und das ebenfalls verlustlos arbeitende DTS Master Audio. Allen Formaten ist gemein, dass sie in ihrem Bitstrom einen "Core"-Anteil enthalten, der dem "alten" Standard entspricht, sodass sie sich auch mit alten Receivern und über die S/PDIF-Schnittstelle nutzen lassen.

Bei der Übertragung per HDMI gilt: Dolby Digital TrueHD und DTS Master Audio können nur mit einer HDMI-Schnittstelle ab Version 1.3 digital übertragen werden, davor besteht die Option, den Datenstrom im Gerät zu dekodieren und als PCM-Audio an den Verstärker weiterzugeben.Wir haben die Teststreams mit den Mediaplayern auf einen Pioneer-VSX-LX60-Verstärker ausgegeben, der alle zugespielten Formate anzeigt.

Das Ergebnis: Kein einziger der getesteten Player kann alle HD-Formate korrekt per S/PDIF ausgeben. Und nur IcyBox, HDX 1000 NMT und der TVIX M-6500A geben per HDMI den Ton korrekt im RAW-Format an den Verstärker weiter, dafür bleiben die erstgenannten Geräte bei der S/PDIF-Ausgabe von Dolby Digital TrueHD stumm. Der TVIX schweigt bei S/PDIF nur bei TrueHD 7.1, stottert dafür aber bei TrueHD 5.1. Bei den anderen Geräten gleicht die S/PDIF-Ausgabe weitgehend der HDMI-Ausgabe. Welche Tonformate dekodiert über den analogen Stereo-Ausgang ausgegeben werden und was per HDMI beim Verstärker angekommen ist, finden Sie in folgender Tabelle.

Download: Tabelle

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