Perfekt fotografieren

Panoramen

TIPP 9: Panoramen gleich im Kasten

Den herrlichen Rundumblick mit der Kamera erfassen möchten viele Hobbyfotografen und machen munter ein Bild nach dem anderen. Da das nicht ohne eine Drehung der Kamera möglich ist, passiert es schnell, dass die Bilder hinterher in der Bildbearbeitung nicht mehr recht zusammenpassen. Das hat zur Folge, dass viele Bildteile durch Beschneiden verloren gehen.

Dabei verfügen manche Kameras über einen so genannten Panorama-Assistenten. Ist er eingeschaltet, zeigt die Kamera das vorherige Foto transparent auf dem Display an. So ist es möglich, das nächste Bild passgenau zu dem vorherigen zu schießen. Das spätere Zusammensetzen der Bilder am PC funktioniert so einfach und verlustfrei.

TIPP 10: Der richtige Weißabgleich

Zwar ist der Weißabgleich kein Motivprogramm, doch beeinflusst er Aufnahmen ganz erheblich. Er versucht das zu imitieren, was das menschliche Auge ganz automatisch macht: Weiß als Weiß zu erkennen. Ein weißes T-Shirt wird Weiß gesehen, unabhängig davon, ob der Träger es am Strand oder in der U-Bahn trägt.

Für Digitalkameras ist das nicht ganz trivial. Der Kamerasensor nimmt Farbunterschiede wahr und gibt sie wieder. Es sei denn, ein Korrekturfaktor wird eingestellt. Der Weißabgleich bewirkt also, dass Farben (und Weiß) bei verschiedenen Lichtverhältnissen möglichst naturgetreu wiedergegeben werden.

Dies geschieht über eine Software, die Farben unterschiedlicher Farbtemperaturen anpasst, sodass Farbstiche möglichst vermieden werden. Gemessen werden Farbtemperaturen übrigens in Kelvin (K). Bei einigen Kameras werden diese Werte neben den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten aufgeführt. Tageslicht verfügt über Farbtemperaturwerte von 5.500 K oder 6.500 K (bei bedecktem Himmel), während Kerzen gerade mal 1500 K erreichen.

Fast alle Digitalkameras verfügen über einen automatischen Weißabgleich (AWB). Dabei sucht die Kamera weiße Fläche im Bild und passt die anderen Farben daran an. Problematisch sind allerdings Motive, die kein Grau oder Weiß enthalten; Farbstiche sind die Folge.

Um das zu vermeiden bieten höherwertige Digitalkameras die Möglichkeit, den Weißabgleich an bestimmte Lichtsituationen anzupassen. Für Aufnahmen bei Kunstlicht, Tageslicht, bewölktem Himmel oder Blitzlicht gibt es da eigene Einstellungen. Bei den entsprechenden Lichtverhältnissen sollten diese - falls vorhanden - auch gewählt werden.

Digitale Spiegelreflexkameras haben außerdem einen manuellen Weißabgleich, bei dem entweder die Farbtemperatur eingestellt oder mit einer grauen oder weißen Pappe angepasst werden kann. Kreative Bilder können entstehen, gerade wenn der Weißabgleich absichtlich "falsch" eingestellt wurde.

TIPP 11: Gegenlichtaufnahmen

Bei Hobbyfotografen gilt es als ungeschriebenes Gesetz: Gegenlichtaufnahmen sind zu vermeiden. Wird nämlich eine Person im Gegenlicht fotografiert, stellt sich die Belichtungsautomatik der Kamera auf die hellsten Bereiche des Fotos ein.

Das Gesicht erscheint im Gegenlicht dunkel - mehr als Schattenriss - und der Hintergrund ist sehr hell. Das kann zwar ein durchaus erwünschter Effekt sein, doch in der Regel sollte die Person zu erkennen sein.

Abhilfe schafft hier ein eingeschalteter Blitz und das passende Motivprogramm - falls die Kamera darüber verfügt. Der so genannter Aufhellblitz sorgt dabei dafür, dass die dunklen Bildbereiche aufgehellt werden.

TIPP 12: Verwackelte Bilder

Aufnahmen, die bei schwierigen Lichtverhältnissen gemacht, Bilder, die mit dem Teleobjektiv fotografiert werden oder Fotos mit bewegten Motiven sind sehr schnell verwackelt. Sie lassen sich auch mit einer guten Bildbearbeitung und längerer Nachbearbeitung nicht ausreichend korrigieren.

Abhilfe schaffen hier so genannte Bildstabilisatoren. Dabei unterscheidet man optische, mechanische und elektronische Bildstabilisatoren. Bei optischen Stabilisatoren sorgen beweglich gelagerte Linsen dafür, dass die Bewegung der Kamera ausgeglichen wird. Sie sind sehr aufwändig und kommen bei digitalen Spiegelreflexkameras zum Einsatz.

Mechanische Stabilisatoren bewegen den Bildsensor der Kamera, während elektronische Stabilisatoren lediglich die Lichtempfindlichkeit (ISO-Zahl) erhöhen. Größere ISO-Zahlen setzen aber das Bildrauschen herauf. Die Bilder wirken zwar nicht mehr verwackelt, dafür aber sehr "pixelig".

Quick-Tipp: Die richtige Bildauswahl

Digitalkameras verleiten dazu, besonders viele Fotos zu schießen, schließlich kosten die Bilder ja nichts. Nicht alle Bilder sind gleich gut und nicht jeder Schnappschuss muss auf den heimischen PC übertragen werden, weil das eine oder andere Bild unscharf ist oder die abgelichtete Person gerade mal nicht so intelligent ausschaut.

Es lohnt sich also, die Bilder schon auf der Kamera anzuschauen und im Zweifelsfall zu löschen. Das erspart Arbeit am PC und gibt sofort wieder Speicherplatz frei. Beim Prüfen, kann bei fast allen Kameramodellen eine Lupenfunktion eingeschaltet werden. Einzelne Bildbereiche werden damit vergrößert, Details sind besser zu erkennen. Auf jeden Fall kann so geprüft werden, ob ein Bild scharf ist und ob der Gesichtsausdruck auf dem Schnappschuss passt.

Quick-Tipp: Vorsicht bei Motivprogrammen

Der Einsatz von Motivprogrammen erspart sicher viel Nachbearbeitung am PC und führt bei richtigem Einsatz sicher zu besseren Bildern. Tückisch ist allerdings, dass man gern vergisst, das Motivprogramm nach der Aufnahme wieder umzustellen. Wer also nach dem Blumenfoto das Bergpanorama mit dem Nahaufnahme-Motivprogramm fotografiert, erhält verschwommene Berge.

Die Kamera schafft es nicht, auf die weit entfernten Berge scharf zu stellen. Achten Sie also unbedingt darauf, welches Motivprogramm eingeschaltet ist. Sie erkennen es im Display oder an dem Einstellrad an Ihrer Kamera.

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