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Sicherheit Online-Bezahlsysteme im Vergleich

Einkaufen im Internet gehört längst zum Alltag. Doch beim Gang zur Kasse bleibt eine gewisse Unsicherheit, zumal die Auswahl an Bezahloptionen groß ist. Welchen Systemen kann man vertrauen, wo lauern Gefahren? Ein Überblick.

Der BGH erklärt das Internet zur Lebensgrundlage.
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Der BGH erklärt das Internet zur Lebensgrundlage.

Bereits im Jahr 2011 hat jeder zweite Deutsche mindestens einmal im Internet eingekauft, im vergangenen Weihnachtsgeschäft lag die Zahl dann nochmals 14 Prozent höher. Dabei spielen mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs eine immer größere Rolle. Schon 2011 kauften beinahe drei Millionen deutsche Verbraucher Waren und Dienstleistungen mittels Mobilgeräten ein.

Ob für den klassischen Online-Einkauf per Webbrowser oder fürs mobile Shopping per App: Wenn es ans Bezahlen geht, steht eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren bereit. Allerdings ist nicht jedes System für jeden Einkauf gleich gut geeignet, und nicht alle Methoden sind empfehlenswert. Obwohl es komfortablere und sicherere Bezahlverfahren gibt, werden nach wie vor viele Interneteinkäufe per Vorauskasse oder Einzugsermächtigung beglichen.

Bei beiden Varianten kann der Online-Händler ans Geld des Kunden gelangen, ohne die Ware verschicken zu müssen. Für den Kunden ist Vorsicht geboten: Er geht das Risiko ein, die falsche oder schlimmstenfalls gar keine Ware zu erhalten – nicht nur, wenn er einem Betrüger aufgesessen ist, sondern beispielsweise auch dann, wenn der Händler zwischenzeitlich zahlungsunfähig wird.

Gegen das Erteilen einer Einzugsermächtigung spricht außerdem, dass das Übermitteln und dauerhafte Speichern von Kontodaten eine hohe Datensicherheit beim Online-Händler voraussetzt.

Dank eBay ist PayPal das mit Abstand am weitesten verbreitete Online-Bezahlsystem. Besonders bei internationalen Zahlvorgängen hat es sich bewährt.
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Dank eBay ist PayPal das mit Abstand am weitesten verbreitete Online-Bezahlsystem. Besonders bei internationalen Zahlvorgängen hat es sich bewährt.

Umstritten: Kreditkartenzahlung

Weitverbreitet ist die Kreditkartenzahlung. Sie ist weniger problematisch als Vorauskasse, Bankeinzug und Nachnahme, kann aber nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Optimisten sind der Meinung, dass bei einer Fehlbuchung immer eine Rückbuchung möglich sei. Die Praxis zeigt dagegen, dass Kreditkartenunternehmen oftmals erst nach einem aufwendigen Prüfprozedere entscheiden, ob der Kunde sein Geld zurückbekommt oder nicht. Und Fakt ist auch: Kreditkartendaten können von Hackern leicht gestohlen werden.

Unser Rat: Bei namhaften Online-Shops können Sie per Kreditkarte zahlen. Geben Sie Ihre Kreditkartendaten aber nur dann weiter, wenn Sie dem Händler hundertprozentig vertrauen. 

Die Nummer eins: PayPal

PayPal ist das offizielle Bezahlsystem auf eBay und hat sich in Online-Shops weltweit als das am meisten genutzte Verfahren durchgesetzt. Händler richten ein PayPal-Konto über die PayPal-Website ein und fügen ihre persönlichen Zugangsdaten in ihrem Shop-System ein. Das Händlerkonto kostet nichts, nur für Transaktionen fallen Gebühren an: 35 Cent pro Transaktion plus ein von der Herkunft der Zahlung abhängiger Prozentsatz zwischen 1,9 und 5,2 Prozent.

Kleinstbeträge sind gesondert geregelt. Interneteinkäufer brauchen ein kostenloses Käuferkonto, wo sie ihre Bankverbindung oder Kreditkartendaten hinterlegen. Zum Bezahlen klicken Sie im Shop auf den PayPal-Knopf oder den entsprechenden Link. Es folgt eine Weiterleitung zur PayPal-Website. Dort meldet sich der Kunde mit E-Mail-Adresse und selbst gewähltem Passwort an und bestätigt den Betrag – fertig. Das Bezahlen ist für Käufer gebührenfrei, ebenso das Senden von Euro an andere PayPal-Konten.

Lediglich Geldanweisungen in anderen Währungen sind gebührenpflichtig. Vorteilhaft für Endverbraucher ist der Käuferschutz: Wenn der Online-Händler nicht liefert oder die Ware erheblich von der Beschreibung abweicht, haben Käufer 45 Tage Zeit, den Vorfall einer sogenannten Treuhand-Bank zu melden, die zwischen Kunde und Händler vermittelt. Dank großer Verbreitung ist PayPal auch fürs Einkaufen per Smartphone oder Tablet-PC prädestiniert. Ganz neu ist das Verfahren PayPal QRShopping, das mobiles Einkaufen per QR-Code ermöglicht.

Eine Schwachstelle hat PayPal: Das System ist anfällig für Phishing-Attacken. In der Vergangenheit wurden Nutzer schon öfters Opfer von Datendieben, indem sie ihre PayPal-Zugangsdaten unwissentlich auf gefälschten Webseiten eingaben. Gaunern genügten Mail-Adresse und Passwort, um auf Kosten der Betrogenen einzukaufen.

Mit dem kostenlosen SMS -Sicherheitsschlüssel erhöht sich die Sicherheit von PayPal deutlich.
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Mit dem kostenlosen SMS -Sicherheitsschlüssel erhöht sich die Sicherheit von PayPal deutlich.

PayPal-Pendant: ClickandBuy

Ähnlich wie PayPal funktioniert ClickandBuy, das zur Telekom gehört. Käufer registrieren sich einmalig und kostenlos, um dann per Eingabe von Benutzername und Passwort bei verschiedenen Online-Shops zu bezahlen. Gebühren fallen nicht an, und die zu zahlenden Beträge werden über hinterlegte Kreditkarten, per Lastschrift, Rechnung, Vorauskasse oder andere Verfahren beglichen. ClickandBuy bietet nach eigenen Angaben die größte Auswahl an Abrechnungsmöglichkeiten aller Online-Bezahlsysteme.

Um PayPal in nichts nachzustehen, bietet das TÜV-zertifizierte ClickandBuy seit einiger Zeit ebenfalls einen Käuferschutz an. Allerdings scheint das System weit weniger ausgefeilt. Bei Problemen mit einem Einkauf kann man sich über ein Kontaktformular an ClickandBuy wenden, woraufhin ClickandBuy weitere Schritte einleitet. Wie die genau aussehen, lässt die Website offen.

Wegen Phishing-Gefahr müssen Sie auch bei ClickandBuy darauf achten, dass Sie sich immer auf der echten Webseite befinden. Dabei bietet ClickandBuy keine zusätzliche Sicherheit wie den "Sicherheitsschlüssel". Fürs Bezahlen unterwegs gibt es mobile Apps.

Prepaid-System: Paysafecard

Die Paysafecard ist ein sogenanntes Prepaid-System, wie man es zum Beispiel auch von Mobilfunkanbietern kennt. Die Karte kann man an Handykarten-Automaten und Tankstellen oder online kaufen. Es gibt sie für 5, 10, 25, 50 sowie 100 Euro. Bis zu zehn Karten lassen sich kombinieren – somit können Waren im Wert von bis zu 1.000 Euro mit der Paysafecard gekauft werden.

Auf jeder Karte befindet sich ein "Rubbelfeld", unter dem sich ein Code versteckt. Den muss der Kunde auf der Website des Online-Shops eingeben – schon ist die Bezahlung erledigt. Weitere Pluspunkte: Guthaben verfällt nicht, und der Kontostand der Paysafecard lässt sich jederzeit online abfragen. Sehr gut: Mit der Paysafecard können Sie höchstens so viel Geld verlieren, wie sich auf der Karte befindet, sollte ein Gauner den PIN-Code ausspähen. Außerdem handelt es sich um ein anonymes Zahlungsmittel, was allerdings auch Missbrauch fördert.

Für Online-Banker: Giropay

Giropay ist ein Internet-Bezahlsystem für Kunden der Sparkassen, der Volksbanken, der Postbank und einiger anderer Kreditinstitute. Es ist sehr einfach: Sie erledigen Ihre Einkäufe, gehen zur Kasse und wählen als Zahlungsart Giropay aus. Dann geben Sie die Bankleitzahl Ihrer Bank ein, woraufhin Sie zur Website Ihrer Bank weitergeleitet werden.

Dort melden Sie sich mit Ihren persönlichen Online-Banking-Zugangsdaten an und nutzen ein bereits vorausgefülltes, größtenteils unveränderbares Überweisungsformular, um den fälligen Betrag zu begleichen. Im Prinzip ist Giropay ein sehr sicheres Bezahlsystem.

Einen kleinen Unsicherheitsfaktor gibt es dennoch: Über einen Link auf der Shopping-Seite wird die Bankenseite aufgerufen. Betrüger könnten das ausnutzen und auf eine gefälschte Bankenseite verlinken. Deshalb unser Tipp: Vergewissern Sie sich auf der Giropay-Website unter "Banken-Check", ob der Online-Händler wirklich Giropay-Partner ist.

Bedenklich: Sofortüberweisung.de

Das Prinzip der Sofortüberweisung ähnelt Giropay: Zum Bezahlen der Online-Einkäufe muss sich der Kunde mit seinen Online-Banking-Daten anmelden und eine Überweisung des Betrages autorisieren. Allerdings erfolgt die Eingabe der Anmeldedaten zum Online-Banking anstatt auf der Banken-Website direkt auf der Webpräsenz von Sofortüberweisung.de. Datenschützer bemängeln das. Wer Sofortüberweisung.de dennoch vertraut, muss sich weder registrieren noch mit Kosten rechnen. Im Gegensatz zur normalen Überweisung erhält der Händler sofort eine Zahlungsbestätigung.

Die virtuelle mywirecard (rechts) ist fürs Bezahlen im Web, die mywirecard 2go Visa (links) eignet sich auch für das Einkaufen in der realen Welt.
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Die virtuelle mywirecard (rechts) ist fürs Bezahlen im Web, die mywirecard 2go Visa (links) eignet sich auch für das Einkaufen in der realen Welt.

Virtuelle Karte: mywirecard

Die mywirecard ist eine virtuelle Kreditkarte. Kunden können sich online anmelden und ein Konto bei der Wirecard-Bank eröffnen. Es wird per Bareinzahlung oder Überweisung aufgeladen. Mit der virtuellen Karte kann man dann bei allen Online-Shops zahlen, die MasterCard akzeptieren. Dadurch ist die Akzeptanz der mywirecard sehr groß.

Und weil es sich um ein Prepaid-System handelt, haftet der Kunde bei Verlust, Diebstahl oder Betrug maximal mit seinem aufgeladenen Guthaben – abgesehen von der Austauschgebühr für eine neue mywirecard in Höhe von 10 Euro. Nachteil der Karten von Wirecard: Für jede Geldeinzahlung fallen Gebühren an. Derzeit sind es 1 Euro pro Überweisung oder Baraufladung von 25 Euro, 2 Euro für Baraufladung von 50 Euro und 4 Euro für 100 Euro Baraufladung.

Die Website zur Paysafecard erklärt sehr ausführlich, wie das Bezahlsystem funktioniert.
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Die Website zur Paysafecard erklärt sehr ausführlich, wie das Bezahlsystem funktioniert.

Rechnungszahlung: Klarna

Die Besonderheit an dem aus der TV-Werbung bekannten Bezahlsystem Klarna ist, dass man erst nach Erhalt der Ware bezahlen muss. Der Kunde muss beim Einkauf nur wenige Angaben machen und erhält eine Rechnung per Post, für deren Begleichung er 14 Tage Zeit hat – genauso lange, wie das Rückgaberecht beim Online-Shopping gilt.

Eine weitere Besonderheit von Klarna ist die alternativ wählbare Ratenzahlung. Für die Ratenzahlung kassiert Klarna selbstverständlich Zinsen, abhängig vom finanzierten Betrag und der Kreditlaufzeit. Nach eigenen Angaben prüft Klarna alle kooperierenden Shops in Bezug auf Verlässlichkeit, Seriosität und Verbraucherschutz. Getestete Shops sind am Klarna-Logo erkennbar.

Fazit

Das für den Kunden schlechteste Bezahlverfahren ist mit Sicherheit die Vorkasse, denn bei unseriösen Händlern ist das Geld weg. Aber besten ist das Zahlen per Rechnung, was aber nur die großen Versandshops anbieten. Einen guten Kompromis stellt Klarna da: Rechnung, aber mit Bonitätsprüfung und Inkasso.

Anbieter clickandbuy giropay Klarna paysafecard Kreditkarten mywirecard PayPal SOFORTÜBERWEISUNG Vorauskasse
Internet www.clickandbuy.com www.giropay.de www.klarna.de www.paysafecard.de www.mastercard.de, www.visa.de www.mywirecard.com www.paypal.de www.paymant-network.com
+ einfach zu bedienen, große Verbreitung, mobiles Bezahlen Einfach zu bedienen, ohne Anmeldung, sehr sicher sehr einfach zu handhaben, Zahlung nach Warenerhalt, Ratenzahlung möglich sehr sicher, einfach zu nutzen, geringe Akzeptanz schnell und einfach, größte Verbreitung, Streitfälle oft schwierig zu klären nutzbar wie eine Kreditkarte, sehr hohe Akzeptanz, Risiko auf Prepaid-Summe begrenzt sehr einfach zu bedienen, fast überall zu nutzen, eigene Mobil-App schnell und einfach, nur für Nutzer von Online-Banking, Bankdaten gehen an Dritte aufwendige Vorgänge, lange Bearbeitungszeiten, unsichere Lieferung
viele Phishing-Attacken nur für Nutzer von Online-Banking geringe Verbreitung bei Verlust Geld weg beliebtes Ziel von Datenhackern Nutzungsgebühren viele Phishing-Attacken eingeschränkter Käuferschutz niedrige Datensicherheit
Fazit ClickandBuy und PayPal funktionieren ähnlich und sind beide sehr sicher. Doch auch ClickandBuy ist oft Opfer von Phishing-Attacken, also Vorsicht! Sehr sicher und komfortabel bezahlt man mit Giropay. Der einzige Nachteil: Sie müssen Online-Banking bei Ihrer Bank nutzen, sonst geht‘s nicht. Einfach per Rechnung nach Warenerhalt bezahlen – sicherer geht‘s nicht. Auch die Ratenzahlung überzeugt. Doch die Verbreitung ist noch recht dürftig. Sicher und anonym bezahlt man mit der Paysafecard. Leider wird sie von nur wenigen Shops akzeptiert. Und verliert man die Karte, ist das Guthaben weg. Bei den großen Versandanbie-tern können Sie die Kreditkarte bedenkenlos einsetzen. Bei Firmen, die Sie nicht kennen, ist jedoch Vorsicht geboten. Mywirecard bietet alle Vorteile einer Kreditkarte, jedoch ohne die Risiken. Mit der wiederauf-ladbaren Karte lässt sich sogar im „realen“ Leben bezahlen. PayPal ist sicher und weitver-breitet. Für den Käufer ist der Dienst auch völlig kostenlos. Vorsicht jedoch vor der Unmen-ge an Phishing-Attacken auf PayPal-Kunden. Zwar funktioniert das Be-zahlsystem sehr schnell und einfach, birgt aber viele Risiken. Vor allem müssen Sie Ihre Bankdaten dem Anbieter zur Verfügung stellen. Vorauskasse sollten Sie nur dann verwenden, wenn Sie den Händler gut kennen. Die Gefahr, das Ihr Geld weg ist und die Ware nie ankommt, ist hier sehr hoch.
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