Die dritte Kraft

Onboard-USB-Controller

  1. USB 3.0 in der Praxis
  2. Kontaktprobleme
  3. Onboard-USB-Controller

Alternativlösung

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Leider erreichen USB-3.0-Controller nicht in allen PCIe-Slots die volle Leistung. Volle Power garantieren nur die blauen PEG-Slots.

Besonders gespannt waren wir auf die Leistung des Onboard-USB-Controllers auf einem Asrock 880GMH. Hier werkelt - wie auch auf so manch anderem Asrock-und Asus-Board ein Fresco Logic FL1000-Chip. Die bislang einzige Konkurrenz zum NEC/Renesas-Host-Controller-Chip ist in freier Wildbahn höchst selten anzutreffen.

Das eher enttäuschende Resultat - ganze 128 MByte/s mit dem schnellen Buffalo-RAID - dürfte erklären, warum der Fresco Logic Chip kein Verkaufsschlager wurde. Unmittelbar vor Redaktionsschluss traf noch ein brandneues P67 Extreme4 von Asrock ein, auf dem ein Etron EJ168 Host Controller arbeitet.

Der Onboard-Controller zeigte bei einem ersten, kurzen Test hohe Übertragungsratewerte, die sogar noch über dem des NEC µPD720200 lagen. Allerdings taucht der Chip nicht in der Liste der zertifizierten SuperSpeed-Produkte der usb.org auf.

Übrigens spiegeln die Geschwindigkeitsunterschiede wirklich nur das obere Limit wider. An allen Controllern und in allen PCIe-Slots erreichte eine 2,5-Zoll-Platte von Samsung (Portable S2) mit realistischen 99,3 MByte/s eine identische Performance.

Wer also nicht gerade mit einer schnellen USB-3.0-SSD oder einem RAID-0-System liebäugelt, kann den Performance-Flaschenhals in Form langsamer Chips oder schlechter PCIe-Anbindung einigermaßen gelassen entgegenblicken.

Treffen der Generationen

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Für Notebooks mit Express-Card-Slot gibt es USB-3.0 Karten. Allerdings war die Übertragunsgrate des getesteten Iomega-Adapters nicht gerade berauschend.

Im Netz hält sich hartnäckig das Gerücht, dass USB-3.0-Controller auch reinen USB-2.0-Übertragungen auf die Sprünge helfen sollen. Entsprechend haben wir USB-2.0-Platten an 3.0-Controllen getestet. Tatsächlich war an unserem Asus Rapage II Extreme Board zu beobachten, dass die maximale Übertragungsrate von rund 33 MByte/s am Onboard-2.0-Controller auf knapp 37 MByte/s am NEC-µPD720200-Controller anstieg.

Das entspräche immerhin einen Performance-Zuwachs von 10 Prozent und spräche sehr für die Verwendung eines USB-3.0-Controllers auch für alte 2.0-Geräte. USB-3.0-Geräte an USB-2.0-Controllern erreichten in unseren Tests die zu erwarteten 33 MByte/s. USB-3.0-Geräte an 3.0-Controllern, die, aus welchem Grund auch immer, nur eine HighSpeed-Verbindung aufbauen konnten, kamen dagegen nur auf Übertragungsraten von rund 27 MByte/s.

Alle unsere Messungen erfolgten mit der aktuellsten Treiber-und - im Fall von NEC/Renesas - auch die neueste Controllerfirmware (stand Mitte April 2011). Gerade die Firmware stellte sich als entscheidendes Kriterium für maximale Leistung heraus.

Bei den von uns herangezogenen Controllern - egal ob als Steckkarte oder Onboard - verhalf das Aufspielen der Firmware-Version 3.0.2.7 zu einer rund 10 Prozent höheren maximalen Übertragungsrate, die sich aber nur bei entsprechend schnellen Geräten auswirkt. Zudem zeigte sich so manch widerspenstiges USB-3.0-Gerät nach dem Update des Hostcontrollers plötzlich äußerst kooperativ.

Leider sind auf den Download-Seiten der Mainboard-bzw. Controller-Hersteller oft weder aktuelle Treiber noch die neueste Firmware zu haben. Entsprechend sind auch die mitgelieferten Treiber veraltet und die Firmware im Auslieferungszustand nicht auf dem aktuellen Stand. Prinzipiell lassen sich die Controller auch mit (aktuellen) Treibern bzw. der Firmware von anderen Herstellern updaten - vorausgesetzt der Controllerchip ist der gleiche.

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Buffalos Drive Station Duo schickte bis zu 241 MByte/s über die USB-3.0-Strippe und war damit das schnellste Laufwerk im Test.

So arbeitet der USB-3.0-Onboard-Controller eines MSI-Mainboards problemlos mit einem USB-Treiber, der auf den Gigabyte-Seiten heruntergeladen wurde. Bei unseren Tests klappte das bei den diversen NEC/Renesas-Boards und Controllern problemlos. Kein Wunder: Treiber und Firmware stammen ohnehin von NEC bzw. Renesas.

Trotzdem können wir natürlich keine Gewähr geben, dass besagte Treiber/Firmware-Kombination bei allen im Markt befindlichen Boards und Controllern heilsbringend wirkt, zumal ein etwaiges "Downgrade" auf eine ältere Firmware-Version nicht möglich ist. Per Express Card lassen sich auch Notebooks auf USB 3.0 aufrüsten. Voraussetzung ist jedoch, dass der mobile Rechner über einen eigenen Express-Card-Slot verfügt.

Genau den bieten aber immer weniger Geräte an. Wir wählten ein Toshiba Qosimo X500. Der darin getestete USB-3.0-Adapter von Iomega - ebenfalls mit einem NEC-Chip - brachte es allerdings nur auf bescheidene 132 MByte/s.

Bildergalerie

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Galerie

Hyper Max 3.0 (Details siehe Tabelle)

Nagelprobe

Um Ihnen einen Eindruck von der Leistung aktueller USB-3.0-Speichermedien zu geben, haben wir insgesamt 30 Festplatten und Speichersticks im PC-Magazin-Testlabor unter die Lupe genommen. Die Produkte sind in der Vergleichstabelle in 2,5-Zoll-und 3,5-Zoll-Platten sowie in USB-Sticks unterteilt und innerhalb der Rubriken absteigend nach der mittleren Datenübertragungsrate im Lesebetrieb geordnet.

Jeweils in ihrer Rubrik herausragend war die 128-GByte-SSD von Kingston (2,5-Zoll) mit rund 200 MByte/s im Lesebetrieb sowie die 3,5-zöllige Drive StationDuo, die mit zwei 1-TByte-Platten im RAID-0-Verbund eine mittlere Übertragungsrate von 212 MByte/s erreichte.

Erfreulicherweise gab es während des Tests weder Ausfälle noch irgendwelche Inkompatibilitäten, so dass wir USB 3.0 - trotz so mancher Tücken - empfehlen können. Bis die dritte Kraft so richtig rund läuft, dürfte aber noch ein wenig Zeit vergehen.

Download: Tabelle

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