Demos in Vollversionen verwandeln

Nummerndiebe

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Nummerndiebe

Versagt der Trick mit der Zeitumstellung oder ist der Weg über die virtuelle Maschine zu unbequem, greifen Kaufunwillige zu einem weiteren illegalen Schritt: sie besorgen sich eine Seriennummer.

Das ist besonders einfach, denn zum Leidwesen der Software-Industrie haben fleißige Cracker umfangreiche Datenbanken mit Seriennummern angelegt, und stellen diese für jedermann zugänglich ins Internet. So gibt es etwa für das Programm Serials 2000 ständig aktualisierte Datenbanken, die man sich nur herunterladen und einlesen muss, um an die neuesten Seriennummern zu kommen. Mitunter findet man im Netz auch Seriennummerngeneratoren, also kleine Tools, die eine frei erfundene Nummer erstellen, die aber vom Programm akzeptiert wird. Beliebt sind auch einschlägig bekannte Seriennummernseiten wie www.mscracks.com, www.keygen.us oder astalavista.box.sk. Die Verlockung dort eine freie Seriennummer zu ergattern, lässt viele Anwender geradezu blind werden: Seriennummerngeneratoren oder Cracks werden unbedacht heruntergeladen und gestartet. Doch in der Regel verstecken sich in den vermeintlich nützlichen Helfern fiese Trojaner und Viren.

Schlaue Anwender benutzen deshalb das Programm Zoozler 2.0. Es sucht nach Seriennummern im Internet, lässt aber keine weiteren Interaktionen zwischen Ihrem PC und der geöffneten Webseite zu. So besteht keine Gefahr, dass der Rechner während der Suche infiziert wird.

Nicht immer sind im Netz die Seriennummern zu den neuesten Demos zu finden. Deshalb bewahren viele Hacker ältere Demoversionen gut auf, da sich diese oft einfacher knacken lassen.

Verschärfte Maßnahmen

Alle diese Hacker-Angriffe haben dazu geführt, dass einige Anbieter von Software inzwischen schweres Geschütz auffahren, um ihre Produkte zu schützen. So ist eine Online-Aktivierung inzwischen keine Seltenheit mehr. Bei der Installation der Software muss also eine Internetverbindung aktiv sein.

Das wird von vielen Anwendern zwar als Gängelung empfunden, zumal man die Software nicht mehr uneingeschränkt nutzen kann. Problematisch ist das vor allem, wenn man einen neuen PC besitzt. Will man eine Software installieren, deren Hersteller inzwischen aber bankrott gegangen ist, ist die Online-Aktivierung nicht mehr möglich - die Software somit nutzlos.

Eher selten anzutreffen ist der Schutz der Software durch zusätzliche Hardware. Will man die Software nutzen, muss ein spezieller USB-Stick, auch Dongle genannt, am PC angesteckt sein. Eine solche Hardware-Lösung bietet zwar den besten Kopierschutz, doch macht sie die Software in der Herstellung teurer.

Um potenzielle Kunden nicht zu sehr zu bevormunden, verzichten viele Software-Anbieter auch weiterhin auf rigide Schutzmaßnahmen. So lange das so ist, bleibt Hackern immer ein Weg offen, Demos in Vollversionen zu verwandeln - auch wenn dies eigentlich verboten ist.

Wissen: Microsoft Virtual PC 2007

So installieren Sie eine virtuelle Maschine mit Virtual PC 2007.

Programme freischalten

© Archiv

Keine Hexerei: Vista läuft als virtuelle Maschine in einer Windows XP-Umgebung.

1. Installieren Sie die Software Virtual PC 2007.

2. Nach der Installation und dem ersten Programmstart klicken Sie auf "Neu" und "Weiter". Wählen Sie die Option "Virtuellen Computer erstellen". Legen Sie im nächsten Schritt den Speicherort fest, in dem der virtuelle PC abgelegt werden soll. Sinnvoll ist hier ein Name wie "Testsystem". Im nächsten Schritt legen Sie fest, welche Windows-Version Sie verwenden wollen und bestimmen einen Speicherort für die virtuelle Festplatte.

3. Zurück im Hauptmenü erscheint ein neuer Eintrag. Da Microsoft natürlich keine Windows-Version mitliefert, müssen Sie jetzt Ihre Windows-CD einlegen und Windows im virtuellen PC installieren. Verwenden Sie dazu am besten eine alte Windows-Lizenz, die Sie nicht mehr benötigen, etwa ein altes Windows ME. Benutzen Sie nicht ihre aktuelle Microsoft-CD, denn Windows erkennt dann die neue "virtuelle" Hardware und verlangt eine erneute Aktivierung. Wer dies macht, verliert die Lizenz an seinem realen PC. Noch ein Praxis-Tipp: Bleibt der Mauszeiger im Virtual PC-Fenster "hängen", halten Sie "Alt Gr" gedrückt und bewegen Sie ihn wieder aus dem Fenster heraus.

Nachgefragt: Demos freischalten - Erlaubt oder verboten?

"Strafrechtlich ist der Einsatz des Tools Dkill ohne Belang. Zwar statuiert § 95 a UrhG ein Umgehungsverbot zum Schutz technischer Maßnahmen. Gemäß § 69 a Abs. 5 UrhG ist der Rechtsschutz technischer Maßnahmen zum Schutz von Computerprogrammen allerdings von der Regelung des § 95 a UrhG ausgenommen. Ganz abgesehen davon können so genannte "triviale" Schutzmaßnahmen ohnehin keinen Schutz beanspruchen. Denn geschützt sind nur wirksame technische Maßnahmen. Lässt sich aber die begrenzte Testdauer einfach dadurch verlängern, dass Datum und Uhrzeit der Systemsteuerung zurückgestellt werden, so kann von Wirksamkeit keine Rede sein." Rechtsanwalt Bernd Hickertz, München

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