Verloren oder gestohlen

So finden Sie Notebook, Smartphone & Co. wieder

Dem Diebstahl von Notebooks, Tablets und Smartphones lässt sich mit speziellen Tools vorbeugen. Sie helfen ebenso, wenn Geräte nur verlegt wurden. Wir stellen Ihnen vier ganz unterschiedliche Methoden zur Vermisstensuche vor und nennen ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.

Smartphone Diebstahl

© Ammentorp Photography / shutterstock

Smartphone Diebstahl

Inhalt

  1. Distanzalarm nutzen
  2. Diebstahlsicherung verwenden
  3. Kameraüberwachung einsetzen 
  4. Geräte via Ortung wiederfinden 
  5. Fazit

Ist das Notebook, Smartphone oder Tablet verloren, dann ist das ein großer Schreck. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Flughafen München, Montagmorgen. Menschentrauben an der Sicherheitskontrolle. Zwischen den Wartenden fällt ein Geschäftsmann auf, der panisch hin und her läuft. In einer Stunde soll Klaus K. im Flieger nach Hamburg sitzen. Aber sein Notebook ist verschwunden und mit ihm alle Daten. Vor einer halben Stunde schrieb Klaus noch eine E-Mail an die Hamburger Kollegen, da saß er im Cafe. Liegt sein Notebook noch dort? Hat er es vielleicht am Check-in vergessen? Oder wurde es gestohlen?

Klaus K. könnte schnell herausfinden, was geschehen ist. Denn vermisste Notebooks, Tablets und Smartphones lassen sich mit verschiedenen Methoden aufspüren. Das klappt allerdings nur, wenn die Geräte vorab entsprechend eingerichtet wurden.

Wir stellen 4 Methoden vor, mit denen Sie verlorene oder gestohlene Smartphones, Tablets oder Notebooks wieder finden oder den Verlust von vornherein verhindern:

Methode 1: Distanzalarm mit Abstandsmeldern nutzen

Die meisten Geräte werden aus Versehen liegen gelassen. Abstandsmelder können das verhindern. Sie schlagen Alarm, sobald eine vorgegebene Entfernung zwischen dem Gerät und seinem Besitzer überschritten wird. Die Distanzmelder gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Bei Systemen wie dem "Stick-N-Find Bluetooth Tracker" werden winzige Funksensoren an den zu überwachenden Gegenständen befestigt, die Distanzkontrolle erfolgt per Smartphone-App. Ein Set mit zwei Sensoren kostet rund 50 Euro. Damit lässt sich praktisch jedes Gerät im Auge behalten, nur nicht das Smartphone selbst.

Das klappt mit Systemen wie dem "Bluenio Nio Tag" (rund 40 Euro), bestehend aus App und einem streichholzschachtelgroßen Sensor, den der Besitzer bei sich trägt. Der Sensor meldet mittels Signalton und Vibration, wenn das Smartphone zu weit weg ist.

Eine dritte Variante von Distanzmeldern kommt ganz ohne Smartphone aus. Einfache Systeme bestehen aus Sensoren für zu überwachende Geräte und einem Alarmmodul, das der Besitzer bei sich trägt. Solche Distanzmelder nutzen einfache Funktechnologien und kosten rund 20 Euro.

Fazit: Der Vorteil aller Abstandsmelder ist, dass sie schnell und deutlich reagieren und ein versehentliches Liegenlassen von Geräten gut verhindern. Doch kommt es zum Diebstahl und ist das Gerät bereits zu weit vom Besitzer entfernt, lässt es sich nicht mehr verfolgen. Weiterer Nachteil der Distanzmelder: Es besteht die Gefahr, dass Sensoren oder der Empfänger selbst verloren gehen.

Mit Apple iCloud iPhone finden

© Hersteller

Apple iCloud zeigt mit "Mein iPhone finden" dessen Standort auf Karte oder Satellitenbild an.

Methode 2: Diebstahlsicherung verwenden

Sind Notebook und Tablet länger unbeaufsichtigt, kann man sie mit mechanischen Schlössern sichern. Bekanntester Hersteller solcher Schlösser ist die Firma Kensington. Die eine Seite wird am Laptop befestigt, die andere an einem festen Gegenstand, etwa dem Heizungsrohr. Der Draht sollte mindestens so stark sein, dass er sich nicht mit einem Seitenschneider durchtrennen lässt. Statt eines Schlüssels sollte besser ein Zahlenschloss zum Einsatz kommen.

Fazit: Professionelle mechanische Schlösser sind ein zuverlässiger Diebstahlschutz. Am Draht hängende Notebooks und Tablets machen jedoch keinen Spaß, und häufiges An- und Abschließen nervt.

Methode 3: Die Kameraüberwachung einsetzen

Die meisten Notebooks, Tablets und Smartphones besitzen eine Kamera. Die lässt sich sehr gut als Bewegungsmelder verwenden. Dazu braucht man nichts weiter als eine Software. Im Paket "Webcam-Überwachungstools" auf der Heft-DVD (06/2015) und im folgenden Absatz verlinkt finden Sie drei geeignete Programme für Windows-Notebooks. In den App Stores für Android und iOS gibt es Lösungen für Smartphones und Tablets.

WatchMyCam ist eine Steuerungs-Software für Webcams. Sie erkennt Bewegungen vor der Kamera und löst Aktionen aus, die der Anwender festlegen kann. So lässt sich etwa ein Ton wiedergeben, wenn sich jemand vor der Linse bewegt, oder eine E-Mail verschicken, wenn die Person wieder aus dem Kamerabereich verschwindet. Die erfassten Bilder kann WatchMyCam gleich mit verschicken. Ähnlich arbeiten CamSpy und CamAlert - letztere ermöglicht eine zeitgesteuerte Überwachung.

Fazit: Haben Sie den Verdacht, jemand könnte sich für Ihre Angelegenheiten interessieren? Dann kann die Kameraüberwachung sinnvoll sein. Allerdings können Sie sich damit auch Ärger einhandeln. Wenn Sie die Überwachung im Büro nutzen, sollten Sie Ihre Kollegen einweihen und gegebenenfalls auch den Betriebsrat um Einverständnis bitten. Zwar wurden schon Diebe durch Webcam-Bilder überführt, wirklich abschreckend ist die Kameraüberwachung aber nicht.

Methode 4: Verschwundenes via Ortung wiederfinden

Die beste Methode, verschwundene Geräte wiederzufinden, ist die Ortung. Unter Ortung versteht man allgemein die Standortbestimmung mittels drahtloser Techniken. Für die Ortung von Notebooks, Tablets und Smartphones werden vor allem Mobilfunk und GPS genutzt. Universell einsetzbar ist die Software Prey. Die Betriebssysteme iOS und Android besitzen zudem selbst Ortungsfunktionen.

iPhone und iPad Suche

© Hersteller

Damit sich iPhones und iPads orten lassen, muss dies in den iCloud-Einstellungen erlaubt sein (links). Mit der iOS-App "Mein iPhone suchen" lassen sich auch iPads finden (rechts).

iOS: Besitzer von iPhones und iPads können ihre Geräte sehr leicht und kostenlos orten. Voraussetzung ist, dass die Ortung in den Einstellungen auf dem Gerät erlaubt wird. Gehen Sie auf dem iPhone oder iPad in Einstellungen/iCloud, tippen Sie auf Mein iPhone suchen oder Mein iPad suchen, und schalten Sie die Funktion ein.

Um das Gerät zu suchen, rufen Sie am Computer die Website icloud.com auf und loggen sich mit Ihrer Apple-ID ein. Dann klicken Sie auf Mein iPhone suchen. iCloud zeigt den aktuellen Standort aller aktiven Geräte auf einer Karte an. Über die Schaltfläche oben mittig wählen Sie ein bestimmtes Gerät aus.

Mit der Funktion Ton abspielen finden Sie Ihr iPhone oder iPad leicht wieder, wenn Sie es in Ihrer Nähe verlegt haben. Sollte ein Gerät tatsächlich verloren gegangen oder gestohlen sein, lässt es sich über den Modus Verloren mit einem neuen PIN-Code sperren.

Android: Auch in diesem Betriebssystem gibt es eine Ortungsfunktion. Damit sie funktioniert, müssen Sie unter Einstellungen/Standort den Standortzugriff erlauben (Standort ein). Wählen Sie in den Einstellungen den Menüpunkt Sicherheit und danach Geräteadministratoren. Aktiveren Sie den Android-Gerätemanager.

Zum Orten des Gerätes loggen Sie sich am Computer mit Ihren Google-Zugangsdaten ein. Rufen Sie google.com/android/devicemanager auf, und folgen Sie den Anweisungen. Mit dem Android Geräte-Manager lassen sich Geräte überwachen und aus der Ferne sperren, wobei die PIN auf dem Gerät durch eine neue ersetzt wird.

Fazit: Ortung funktioniert zuverlässig und ist bequem, verleitet deshalb aber auch, andere Menschen zu überwachen. Doch das ist verboten.

Fazit: Vorbeugen mit Backups

Auch mit den besten Methoden lässt sich ein Totalverlust nie ausschließen. Regelmäßige Datensicherungen sind deshalb Pflicht.

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