Online statt offline

Nie wieder Software kaufen

Freeware, Online-Dienste, Open Source - für jede Anforderung ist etwas dabei, und manche Aufgabe lässt sich mit freien Programmen sogar besser lösen als mit kommerziellen.

display, fenster

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display, fenster

Freie Software ist wie Luft zum Atmen für den Rechner. Ohne Verpflichtungen, ohne Gängelungen, ohne DRM und ohne Kosten. Wer etwa Gimp und Open Office statt Photoshop und Microsoft Office verwendet, spart locker über 1000 Euro, er braucht nichts zu aktivieren und weiß, dass viele Hundert Programmierer die Software in einem offenen Prozess geprüft haben. Versteckte Hintertüren sind sehr unwahrscheinlich und Sicherheitslücken deutlich seltener als bei geschlossenem Code.

Freeware ist, wie der Name schon sagt, kostenlos, und neben ausgewachsenen Profi-Programmen finden sich viele kleine Helfer-Tools in dieser Kategorie, sei es Irfan View als Bildbetrachter oder Skype zum Chatten. Viele von ihnen sind sogar Open Source, wie 7Zip oder TrueCrypt.

Auch Online-Dienste bieten fast alle Funktionen an, die der Anwender tagtäglich benötigt. In den folgenden Artikeln, die Sie die nächsten Tage hier auf magnus.de finden, stellen wir viele Gratisprogramme und Dienste vor.

Online immer aktuell

Bei Online-Diensten schätzen die Anwender besonders, dass Daten und Funktionen von überall aus erreichbar sind, am besten auch mobil. Ein Beispiel sind die individualisierten Startseiten, die von jedem Rechner aus gleich sind und die die wichtigsten Informationen und Links für jeden Anwender bündeln. Sehr bekannt ist Netvibes, der einige Vorlagen bietet, beispielsweise für eine Social-Media-Startseite für Flicker, Facebook, Twitter etc.

Wer seine Nachrichten- und Blog-Sammlung online verwaltet, hat den Vorteil, dass er seine Feeds nur einmal durchgehen muss. Dinge, die er im Büro gelesen hat, erscheinen auch daheim nicht mehr in der Liste. Der benutzerfreundlichste Online-Reader stammt von Google, er ist sehr aktuell und setzt auf moderne Web-Techniken wie Ajax.

Sehr praktisch für Recherche und Datensammlung ist der relativ neue Dienst Memonic. Mit einem speziellen Bookmark markiert der Anwender Absätze in Webseiten und speichert sie in seinem Memonic-Konto. Die Memos enthalten auch die Bilder der Seiten. Innerhalb des Dienstes verwaltet und gruppiert er die Infos, je nachdem für welche Recherche sie sind. 100 Memos sind kostenfrei, ab dann wird ein Abo fällig.

Dem reinen Datentausch dient die Dropbox. Der Nutzer legt auf jedem Rechner einen Ordner fest, der von nun an synchronisiert werden soll. Das erledigt in Folge das Tool vollautomatisch. Jede Datei, die hier landet, überträgt es auf alle anderen Plattformen.

Das funktioniert auch zwischen virtuellen Maschinen oder mehreren Betriebssystemen auf einem Rechner, vorausgesetzt, dass eine Online-Verbindung da ist und dass der Anwender für jede Plattform einen eigenen Ordner gewählt hat. Ein Ordner in der Dropbox heißt Public, der zum Veröffentlichen von Daten für andere im Web dient.

Ähnlich arbeitet Xmarks, ein Add-on für den Browser, das Bookmarks, Passwörter oder die History synchronisiert. So öffnet der Anwender immer dieselbe Browser-Umgebung, egal, an welchem Rechner er arbeitet. Es funktioniert mit Firefox, IE, Chrome, Safari und das iPhone. Android soll folgen.

netvibes,, internet

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Eine individuelle Startseite im Web gibt es bei Netvibes. Sie sammelt Feeds, Nachrichten und persönliche Informationen.

Internetspezifische Tools gibt es schon seit Langem. Berühmt ist die Sammlung für Webmaster bei Gaijin, die Auskunft über den Google-Pagerank gibt, Hash-Werte berechnet, .htpasswd erzeugt oder Pop-up-Fenster generiert. Sehr gut ist auch die Whois-Abfrage, um Informationen über die Besitzer von URLs zu bekommen.

Eine weitere alteingesessene Online-Gattung sind die Konvertierer, die Dateiformate oder -inhalte in andere umsetzten. HTML in Text, JPG in ASCII, RGB in Hex oder HTML in Perl, vieles ist insbesondere für Programmierer von Interesse.

Ein Alleskönner ist MediaConvert, der nicht nur Multimedia-Dateien beherrscht, sondern auch Office-Formate oder Archive. Eine Übersicht über weitere Wandler findet sich im Dr.-Web-Blog (www.drweb.de/maga zin/dateien- und-daten-online-umwandeln).

Nichts ist umsonst

Auch Freeware kostet irgendetwas. Oft erhalten die Macher freiwillige Spenden, zum Beispiel über einen Paypal- oder Flattr-Button auf den Download-Seiten. Wer eine Software des Öfteren nutzt, sollte sich fragen, ob ihm das nicht eine Spende wert ist. Viele Open-Source-Autoren leben gut vom Renommee: "Ich bin Linux-Kernel-Entwickler" ist kein schlechter Einstieg in ein Bewerbungsgespräch.

Gerade Online-Dienste leben von Werbung oder hoffen auf das Upgrade auf eine Pro-Version. Hier sollte der Kunde genau prüfen, ob er nicht nur eine versteckte Demoversion bekommt. Mit Werbung hängen Daten zusammen, sodass jedem Anwender klar sein sollte, dass er Online-Dienste letztendlich auch mit seinen Daten bezahlt. Das heißt nicht, dass der Dienst die Daten verkauft, aber dass er sie für sein eigenes Marketing und seinen Werbeverkauf verwendet.

Brandneu: The Deadline

The Deadline

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The Deadline

Nie wieder etwas vergessen! Das deutsche Startup The Deadline stützt das Gedächtnis mit intelligenten To-do-Listen. Der Anwender legt Aufgaben mit oder ohne Zeitplan ab, und der Dienst erinnert ihn daran, was er noch abarbeiten soll. Für Ordnung sorgen Tags (#stichwort), und Freunde oder Kollegen lassen sich ins Erledigen mit einbinden (@hans). Gruppen bündeln und verwalten Aufgaben gemeinsam.

Achtung Online-Fallen

Wer einen Online-Dienst bucht, sollte auf ein paar Dinge acht geben.

Abo-Fallen: Bei vielen gut klingenden Online-Angeboten schließt der Kunde versteckt ein Abonnement ab. Dass der Dienst Geld kostet, steht dann im Kleingedruckten oder nur in den AGBs. Die Folge sind Mahnungen, Inkasso-Drohungen und Anwaltschreiben.

Die Betreiber sind hartnäckig, aber das sollte der betrogene Kunde auch sein, denn noch keine Abo-Falle hatte vor Gericht Bestand. Misstrauisch sollte jeder werden, wenn ein kostenlos wirkender Online-Dienst ihn auffordert, Kontodaten einzugeben.

AGB: Die sollte man immer lesen. Stehen hier unmögliche Forderungen, weiß man, mit wem man es zu tun hat.

Datenschutz: Auch die sollte jeder Interessent lesen, denn wenn das Unternehmen zum Beispiel Daten an Dritte weiter gibt, so arbeitet es unseriös.

Nutzungsrechte: Viele Online-Dienste verlangen uneingeschränkte Nutzungsrechte an hochgestellten Texten oder Bildern. Auch das ist unseriös, denn dann kann der Betreiber die Nutzung der Werke verkaufen, sprich Geld mit den Texten oder Bildern der Kunden verdienen.

Phishing, Würmer und Trojaner: Auch das kriminelle Potenzial des Web 2.0 sollte man nicht unterschätzen. Schnell loggt sich der Anwender auf einer Phishing-Seite ein oder fängt sich einen Wurm ein. Hiergegen helfen Schutzprogramme oder auch schon ein kritischer Blick auf die Umgebung, in der man sich befindet.

Download: Tabelle

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