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Neuheiten

Neuheiten im Service Pack 1

Kopieren unter Vista: Service Pack 1

© Roland Freist

Übertrieben: Microsoft gab für SP1 Tempovorteile beim Kopieren von bis zu 50 Prozent an.

Aber auch die Kopier-Engine des Original-Vista erwies sich als nicht optimal. Zum einen zeigte sich, dass das Kopieren mehrerer Dateien mit einer Größe zwischen 256 KByte und mehreren Megabyte oft deutlich langsamer erschien als in Windows XP. Tatsächlich handelte es sich dabei zwar um eine Art Anzeigefehler: Im XP-Explorer verschwand das Fenster des Kopierdialogs bereits dann, wenn sämtliche Dateien in den Cache geschrieben waren und nicht erst, wenn der Write-Behind-Mechanismus des Cache Managers sie tatsächlich an die gewünschte Stelle befördert hatte.

In Vista hingegen blieb der Kopierdialog zum einen so lange sichtbar, bis die Daten tatsächlich kopiert waren. Außerdem wartete der Explorer des Original-Vistas immer erst zwölf Sekunden ab, bis er eine Schätzung der Dauer des gesamten Kopiervorgangs anzeigte. Diese Einschätzung war sehr ungenau, was zusätzlich den Eindruck erweckte, dass Windows Vista beim Kopieren deutlich langsamer vorging. Die beiden letztgenannten Punkte hatte Microsoft denn auch bald als einen typischen Bug erkannt und bereits einige Monate vor Erscheinen des Service Pack 1 mit einem Patch behoben.

Hinzu kam jedoch noch ein weiterer Punkt: Wenn man mehrere Dateien auf einen anderen Rechner kopiert, so werden sie heute in den meisten Windows-Installationen sofort auf Viren und Spyware gecheckt und in den Suchindex aufgenommen. Mit dem Service Pack 1 für Windows Vista führte Microsoft daher wieder einen Cache für alle kopierten Dateien ein, ganz gleich, welche Größe sie haben - mit einer Ausnahme allerdings: Beim Kopieren von oder zu einem entfernten Computer im Netzwerk setzt Vista auch mit installiertem SP1 keinen Cache ein.

Was allerdings beim Einsatz eines Cache wieder aktuell wurde, war das Problem, dass die Schreibvorgänge auf die Platte langsamer waren als das Einlesen der Daten in den Cache-Speicher, was zu einem Stau führen konnte. Um hier zumindest ansatzweise Abhilfe zu schaffen, vergrößerten die Programmierer die kopierten Datenpakete. Anstatt einer Einheitsgröße von 64 KByte ließen sie mit dem SP1, abhängig von der Größe der zu kopierenden Datei, Datenpäckchen zwischen 128 KByte und 1 MByte zu.

Durch die Verringerung der Anzahl der Datenpakete pro Datei und Kopiervorgang sinkt die Zahl der Plattenzugriffe und Suchvorgänge nach dem richtigen Sektor. Das wiederum sollte zu schnelleren Kopiervorgängen führen und damit zu einer Verringerung der Gefahr, dass beim Kopieren besonders zahlreicher oder großer Dateien ein Stau im Arbeitsspeicher entsteht.

Kopieren unter Vista: Dateisystem SMB 2.0

© Roland Freist

Neu in Vista: Die Datei srv2.sys im Ordner \Drivers ist der Dateisystemtreiber des SMB 2.0

Zum Dritten definierte Microsoft für Windows Vista SP1 und den Windows-Server 2008 das neue SMB-Protokoll 2. Es arbeitet nun mit 64 KByte großen Datenpaketen und unterstützt beim Kopieren von Dateien im Netzwerk das Bilden einer Pipeline, was wiederum einen gleichmäßigeren Datenfluss ermöglicht. Aber auch diese Änderungen haben ihre Nachteile. Sie machen sich zum einen bei Kopiervorgängen zwischen einem Vista-Rechner mit SP1 und einem PC mit einer älteren Windows-Version wie etwa XP bemerkbar.

Da XP das neue SMB-2-Protokoll nicht unterstützt, arbeitet es weiterhin mit 60-KByte-Datenpaketen, während der Vista-Rechner standardmäßig 64-KByte-Päckchen losschickt oder empfängt. Damit sie trotzdem miteinander kommunizieren können, einigen sich die beiden beim Kopieren auf Datenpakete mit einer Größe von 32 KByte. Das führt jedoch zu häufigeren Festplattenzugriffen, höherer CPU-Belastung und bei WLAN-Verbindungen auch zu mehr Wartezyklen.

Zum Zweiten kann auch das Kopieren von großen Dateien auf dem gleichen PC langsamer sein. Während das Original-Vista wie beschrieben beim Kopieren großer Files Datenpakete mit einem Umfang von bis zu 2 MByte schnürte, unterstützt das Service Pack 1 beim Schreiben in die neue, kopierte Datei maximal 1 MByte pro Paket.

Testergebnisse

Kopieren unter Vista

© Roland Freist

Bis zu diesem Punkt ist jedoch alles nur Theorie. In der Praxis spielen beim Kopieren von Dateien noch eine ganze Reihe anderer Faktoren eine Rolle. So können etwa unbemerkt im Hintergrund ablaufende Prozesse den Kopiervorgang verlangsamen, beim Kopieren über ein WLAN kann die Verbindungsqualität schwanken, und eine fragmentierte Festplatte kann zusätzliche Zugriffe erforderlich machen. Auf der anderen Seite ist der neue TCP/IP-Stack von Vista laut Microsoft schneller als etwa der von XP und sollte das Kopieren übers Netz zusätzlich beschleunigen.

Die lokalen Kopien unserer Testreihe führten wir auf einem älteren Pentium 4 mit 2,8 GHz Taktfrequenz aus, dem wir 768 MByte Speicher spendiert hatten. Auf seiner Festplatte lief zum einen Windows XP mit SP2 und, auf einer zweiten Partition Windows Vista, zunächst in der Originalversion. Sobald die Messungen mit diesem Betriebssystem abgeschlossen waren, installierten wir das SP1 für Vista, defragmentierten noch einmal die Festplatte und begannen mit der zweiten Messreihe. Für die Netzwerk-Kopien bauten wir einen zweiten PC auf, der von Anfang an mit Vista SP1 ausgestattet wurde.

Die Verbindung zwischen den beiden Rechnern erfolgte über per 100-MBit/s-Ethernet-Hardware. Für den Test kopierten wir zum einen 3.570 kleine Dateien mit einem Gesamtvolumen von 459 MByte von einer Partition auf die andere beziehungsweise von einem PC zum anderen. Des Weiteren kopierten wir die Datei des SP1, die rund 445 MByte groß ist. Wir haben jeweils dreimal gemessen, zwischendurch wurden die Rechner, um den Cache zu leeren, jeweils neu gebootet. Danach nahmen wir den Mittelwert und rundeten auf volle Sekunden.

Betriebssystem Kleine Dateien SP1-File
Windows XP SP2 134 s 37 s
Windows Vista 111 s 22 s
Windows Vista SP1 126 s 29 s

Aus den Testergebnissen der lokalen Kopien ist klar zu erkennen, dass das Original-Vista beim Kopieren auf der lokalen Platte die Nase vorn hat. Aber auch mit SP1 ist das Betriebssystem etwas schneller als sein Vorgänger XP. Während die Theorie bereits voraussagte, dass Vista SP1 bei großen Files langsamer als die Originalversion des Betriebssystems sein könnte, überrascht das Ergebnis bei den kleinen Dateien. Aber vielleicht kam es bei XP tatsächlich zu einem Datenstau im Speicher, der den Kopiervorgang ausbremste.

Kopierrichtung Kleine Dateien SP1-File
XP zu Vista SP1 142 s 47 s
Vista SP1 zu XP 145 s 42 s
Vista zu Vista SP1 146 s 46 s
Vista SP1 zu Vista 138 s 44 s
Vista SP1 zu Vista SP1 118 s 42 s

In der Netzwerk-Kopien-Tabelle liegen die Werte für das Kopieren der kleinen Dateien und des großen SP1-Files weitgehend gleichauf. Die Unterschiede sind zu gering, als dass man daraus auf echte Geschwindigkeitsvorteile schließen dürfte. Berücksichtigen muss man auch, dass die gemessene Geschwindigkeit beim Kopieren des SP1 bereits sehr hoch ist - 42 Sekunden für 445 MByte entsprechen einer Datenrate von 10,6 MByte oder rund 85 MBit pro Sekunde.

Mehr ist bei einer Ethernet-Verbindung mit 100-Base-T normalerweise nicht möglich. Nur beim Kopieren der vielen kleinen Dateien fällt auf, dass die Geschwindigkeit bei zwei PCs mit Vista SP1 signifikant höher ist. Da scheinen sich tatsächlich das verbesserte SMB-2-Protokoll und der überarbeitete Cache-Manager auszuzahlen.

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